17.07.2017 - 16:47, sda

Zürcher Baurekursgericht stützt Gestaltungsplan für Kinderspital

 

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Der Gestaltungsplan für den Kinderspital-Neubau an der Zürcher Lenggstrasse wird nicht aufgehoben: Das Baurekursgericht hat ein entsprechendes Begehren von Anwohnern abgelehnt.

Das Kinderspital in Zürich-Hottingen platzt aus allen Nähten: Ein 600-Millionen-Neubau gleich bei der Psychiatrischen Universitätsklinik, ein paar Kilometer vom heutigen "Kispi"-Standort entfernt, soll Abhilfe schaffen.

Um die rechtliche Grundlage für den Neubau zu schaffen, hatte die kantonale Baudirektion im Januar den Gestaltungsplan "Kinderspital Zürich, Lengg" festgesetzt.

Verkehrs- und Lärmfragen

Zwei Anwohner legten einen Rekurs ein: Sie bemängelten unter anderem, dass das Projekt zu Mehrverkehr führen werde. Zudem kritisierten sie, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erfolgt war. Sie forderten deshalb, dass der Gestaltungsplan aufgehoben werde.

Das Zürcher Baurekursgericht wies dieses Begehren nun ab, wie dem am Montag veröffentlichten Urteil zu entnehmen ist. Es verweist darin unter anderem auf eine Testplanung und eine vertiefende Studie zum Thema Verkehr: Diese hätten den Nachweis erbracht, dass eine Entwicklung des Gebietes möglich sei, ohne die umliegenden Quartiere über die Gebühr zu belasten oder das gesamte Verkehrssystem zu überlasten.

Das Gericht hält zudem fest, dass bereits heute an Teilen der Lenggstrasse die Immissionsgrenzwerte überschritten seien. Deshalb sei vorgesehen, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf 30 km/h zu reduzieren. So werde die Lärmbelastung geringer. "Damit erzeugt der vom Neubau des Kinderspitals verursachte Mehrverkehr keine wahrnehmbar stärkeren Lärmimmissionen."

Da der Gestaltungsplan maximal 450 Parkplätze vorsehe, sei auch gar keine UVP notwendig. Eine solche wäre erst ab 500 Abstellplätzen vorgeschrieben, schreibt das Gericht. Und Helikopterlandeplätze von Spitälern gelten luftfahrtrechtlich nicht als Flugfelder, sondern als Aussenlandestellen - diese seien ebenfalls nicht UVP-pflichtig.

Der Schutz der Glaziallandschaft

Die Rekurrenten brachten auch vor, dass das Landschaftsschutzobjekt "Glaziallandschaft Burghölzli und Bachtobel Burgwies" nicht genügend berücksichtigt worden sei: Indem die letzte verbliebene Freifläche mit derart grossvolumigen und in die Höhe strebenden Kinderspital-Gebäuden verbaut werde, verschwinde die Erlebbarkeit der Moränenerhebung.

Vorab sei festzuhalten, das es sich beim Burghölzli-Hügel nicht um einen Moränen-, sondern um einen Molassehügel handelt, hält das Baurekursgericht fest. Der Perimeter des "Kispi"-Gestaltungsplan liege ausserhalb der geomorphologisch interessanten Objekte. "Elemente der Glaziallandschaft werden durch den Neubau nicht in ihrer Substanz beeinträchtigt."

Der Bürghölzli-Hügel sei zwar weiterhin weit herum sichtbar, die Sicht werde jedoch ein wenig einschränkt, stimmt das Gericht den Rekurrenten. Indem das Gebiet aber der Zone für öffentliche Bauten zugewiesen worden sei, habe der Gesetzgeber bewusst auf "einen uneingeschränkten Erhalt" der attraktiven Ansicht verzichtet.

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