Trump war nicht eingeladen Republikaner und Demokraten verabschieden Dick Cheney

dpa

20.11.2025 - 19:21

Ein Team von Leichenträgern trägt den mit einer US-Fahne bedeckten Sarg des ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney in die Washington National Cathedral. 
Ein Team von Leichenträgern trägt den mit einer US-Fahne bedeckten Sarg des ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney in die Washington National Cathedral. 
Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa

In der Kirche in Washington sitzen unter anderem George W. Bush und Joe Biden – doch der amtierende US-Präsident Donald Trump fehlt. Er war nicht zum Trauergottesdienst eingeladen.

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DPA, Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Vertreterinnen und Vertreter der Republikanischen und der Demokratischen Partei in den USA haben dem verstorbenen Ex-Vizepräsidenten Dick Cheney die letzte Ehre erwiesen.
  • Dick Cheney war am 3. November im Alter von 84 Jahren gestorben.
  • Nicht eingeladen zum Trauergottesdienst in der Washington National Cathedral war der amtierende US-Präsident Donald Trump.

Vertreterinnen und Vertreter der Republikanischen und der Demokratischen Partei in den USA haben am Donnerstag dem verstorbenen Ex-Vizepräsidenten Dick Cheney die letzte Ehre erwiesen. US-Präsident Donald Trump, wie Cheney ein Republikaner, war am Donnerstag nicht zu dem Trauergottesdienst in der Washington National Cathedral eingeladen. Cheney war ein Kritiker Trumps.

Zwei Ex-Präsidenten waren vor Ort: George W. Bush, ein Republikaner, und Joe Biden, ein Demokrat. Letzterer bezeichnete Cheney einst als «den wahrscheinlich gefährlichsten Vizepräsidenten, den wir in der amerikanischen Geschichte hatten». Inzwischen würdigt er Cheneys Engagement für dessen Familie und dessen Werte.

Die zwei Ehepaare Bush und Biden sassen gemeinsam in einer Reihe in der Kirche. Daneben sassen auch die frühere Vizepräsidentin Kamala Harris und Ex-Vizepräsident Mike Pence. Auch Ex-Vizepräsident Al Gore, die frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sowie der frühere republikanische Fraktionschef im Senat, Mitch McConnell, waren anwesend.

Bush würdigt Cheney als zuverlässig

Bush sagte in einer Trauerrede, sein früherer Vizepräsident Cheney sei «solide und einmalig und zuverlässig» gewesen.

Cheney war zutiefst konservativ und hatte grossen Einfluss auf die damalige Bush-Regierung. Cheney sprach sich für die US-Invasion in den Irak auf Grundlage von letztlich mangelhaften Geheimdienstinformationen aus. Er verteidigte immer wieder kontroverse Überwachungs-, Festnahme- und Verhörtechniken, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 angewandt wurden.

Cheney und Tochter Liz kritisierten Trump

Auch Cheneys Tochter Liz sollte eine Rede halten. Liz Cheney war einst ein hochrangiges Mitglied des Repräsentantenhauses. Die Karriere der Republikanerin wurde durch das Trump-Lager beendet. Die Politikerin hatte nach dem Sieg Bidens bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen Trump einen Ausschuss angeführt, der zum Aufstand von Trump-Anhängern im US-Kapitolgebäude ermittelte. Liz Cheney beschuldigte Trump, die Angreifer angestiftet zu haben. Ihr Vater kündigte im vergangenen Jahr an, dass er statt Trump die demokratische Präsidentschaftskandidatin bei der Wahl 2024, Harris, wählen werde.

Dick Cheney war am 3. November im Alter von 84 Jahren gestorben. Er litt jahrzehntelang an einer Herzerkrankung und unterzog sich einer Herztransplantation. Laut seiner Familie hatte die Todesursache unter anderem mit den Folgen einer Lungenentzündung zu tun.

Früherer US-Vizepräsident Cheney gestorben

Früherer US-Vizepräsident Cheney gestorben

STORY: Der frühere US-Vizepräsident Dick Cheney ist tot. Der 84-Jährige sei am Montagabend an den Folgen einer Lungenentzündung sowie einer Herz- und Gefässerkrankung gestorben, teilte seine Familie am Dienstag mit. Der Republikaner Cheney war von 2001 bis 2009 der Stellvertreter von Präsident George W. Bush. Er gilt als der einflussreichste Vizepräsident in der Geschichte der USA. Er erhöhte unter anderem den Einfluss des Amtes, indem er ein nationales Sicherheitsteam zusammenstellte, das innerhalb der Regierung oft als eigenständiges Machtzentrum fungierte. Cheney gehörte zu den entschiedenen Befürwortern des Irakkriegs 2003. Vor der letzten Präsidentenwahl Wahl kündigte er an, nicht für den Republikaner Trump, sondern für die Demokratin Harris zu stimmen. Zur Begründung erklärte er, dass es noch nie einen Menschen gegeben habe, der eine grössere Bedrohung für die Republik darstelle als Donald Trump.

04.11.2025