Horror im CockpitEx-Pilot wollte Flugzeug abstürzen lassen – und kommt glimpflich davon
dpa
17.11.2025 - 22:39
Während eines Alaska-Airlines-Fluges mit rund 80 Menschen an Bord wollte ein nicht im Dienst befindlicher Pilot die Triebwerke abschalten.
Symbolbild: IMAGO/Anadolu Agency
Während eines Inlandsflugs in den USA wollte ein mitreisender Pilot die Triebwerke ausschalten. Die Crew konnte ihn gerade noch stoppen. Vor Gericht kommt er mit einer milden Strafe davon.
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DPA, Redaktion blue News
17.11.2025, 22:39
17.11.2025, 23:11
dpa
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Ein Pilot, der ausser Dienst im Cockpit mitreisen durfte, hat im Jahr 2023 versucht, die Triebwerke des Flugzeugs abzuschalten.
Die Besatzung konnte ihn überwältigten.
Dem früheren Alaska-Airlines-Piloten wird nun der Prozess gemacht.
Ein früherer Pilot der US-Fluggesellschaft Alaska Airlines ist nach einem dramatischen Zwischenfall im Cockpit einer Passagiermaschine zu einer Haft- und Bewährungsstrafe verurteilt worden. Richterin Amy Baggio bemass die Haftzeit am Montag jedoch so, dass der Verurteilte aufgrund der abgesessenen Untersuchungshaft freikommt. Darüber hinaus erhält er drei Jahre Bewährung.
Dem Mann wird vorgeworfen, bei einem Flug von Everett im Bundesstaat Washington nach San Francisco am 2. Oktober 2023 versucht zu haben, die Triebwerke abzuschalten, während er ausser Dienst auf einem Extraplatz im Cockpit mitreiste. Die Besatzung überwältigte ihn. Die Maschine mit mehr als 80 Menschen an Bord wurde nach Portland umgeleitet, wo sie sicher landete.
Im Rahmen von Absprachen mit Staatsanwälten auf Staats- und Bundesebene hat sich der Ex-Pilot in allen Anklagepunkten entweder schuldig bekannt oder keinen Einspruch erhoben, was einem Schuldeingeständnis gleichkommt. Verteidiger Noah Horst sagte im September, sein Mandant wolle Verantwortung für sein Handeln übernehmen und zusätzliche Zeit hinter Gittern vermeiden.
Staatsanwaltschaft würdigt Einsatz der Crew
Im Bundesverfahren hat die Staatsanwaltschaft ein Jahr Gefängnis gefordert, die Anwälte des Angeklagten setzten sich für eine Bewährungsstrafe ein. Die Staatsanwälte schrieben in ihrer Begründung, es sei allein dem Eingreifen der Crew zu verdanken, dass es an diesem Tag keine Toten gegeben habe.
Ein Bericht der Bewährungshelfer des Bundes empfahl jedoch vor der Urteilsverkündung eine Haftstrafe, die der bereits verbüssten Untersuchungshaft entspricht, gefolgt von drei Jahren Bewährung und sechs Monaten Hausarrest, wie aus einem von den Anwälten des Ex-Piloten eingereichten Antrag hervorgeht.
Richterin Baggio folgte der Empfehlung weitgehend. «Piloten sind nicht perfekt. Sie sind Menschen», sagte sie. «Und alle Menschen brauchen manchmal Hilfe.»
Im Prozess auf Staatsebene wurde er im September zu 50 Tagen Gefängnis unter Anrechnung bereits verbüsster Zeit verurteilt, sowie zu fünf Jahren Bewährung, 664 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einer Entschädigungszahlung von mehr als 60’000 US-Dollar, die fast vollständig an Alaska Airlines gehen sollen.
Schicksalsschlag und halluzinogene Pilze
Nach seiner Festnahme sagte der Beschuldigte der Polizei, er sei nach dem Tod eines Freundes verzweifelt gewesen, habe zwei Tage vor dem Vorfall halluzinogene Pilze konsumiert und seit mehr als 40 Stunden nicht geschlafen. Er habe geglaubt, dass er träume und versucht, sich durch den Griff nach zwei roten Hebeln aufzuwecken, die bei Betätigung die Feuerlöschanlage des Flugzeugs aktiviert und die Treibstoffzufuhr zu den Triebwerken unterbrochen hätten.
Bei einem Termin in einem Verfahren auf Staatsebene sagte er im September, er sei der Flugbesatzung dankbar, dass sie ihn aufgehalten und so sein eigenes Leben und das der übrigen Passagiere gerettet habe. Dies sei das grösste Geschenk, das ihm jemals zuteil geworden sei, auch wenn der Vorfall ihn die Karriere gekostet und ins Gefängnis gebracht habe.
Er sei dadurch aber auch gezwungen gewesen, sich mit seinen psychischen Problemen und seinem Alkoholkonsum auseinanderzusetzen. «Diese schwierige Reise hat mich zu einem besseren Vater, einem besseren Ehemann, einem besseren Mitglied meiner Gemeinschaft gemacht», sagte der Angeklagte. Laut der Fluggesellschaft beobachtete keines der Besatzungsmitglieder Anzeichen einer Beeinträchtigung, die dazu geführt hätte, dass ihm der Zugang zum Cockpit verweigert worden wäre.
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