«Ein Skandal, dass sie das hier alles niedermachen» 400 Menschen in Winterthur verlieren wegen Leerkündigungen ihr Zuhause

Noemi Hüsser

3.6.2026

Das Endliker-Quartier in Winterthur. Eine nachhaltige Sanierung ist gemäss Eigentümerin nicht möglich.
Das Endliker-Quartier in Winterthur. Eine nachhaltige Sanierung ist gemäss Eigentümerin nicht möglich.
Screenshot Google Maps

Rund 400 Bewohner*innen im Winterthurer Endliker-Quartier verlieren ihre Wohnungen. Die Eigentümerin hat 160 Mietparteien auf Ende April 2028 gekündigt, um sieben Wohnblöcke abzureissen und durch Neubauten zu ersetzen.

Noemi Hüsser

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Rund 400 Menschen in Winterthur-Endlikon müssen bis Ende April 2028 ausziehen. Sieben Wohnblöcke aus den 1960er-Jahren sollen abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden.
  • Viele Bewohner*innen sorgen sich wegen des angespannten Wohnungsmarkts. Langjährige Mieter befürchten, keine bezahlbare Wohnung mehr zu finden.
  • Die Eigentümerin verweist auf den schlechten Zustand der Gebäude und hält eine Sanierung für nicht mehr möglich. Der Mieterverband kritisiert die Kündigungen und empfiehlt, rechtlich dagegen vorzugehen.

Im Winterthurer Endliker-Quartier müssen rund 400 Bewohner*innen ihre Wohnungen verlassen. Die Auwiesen Immobilien AG hat 160 Mietparteien die Kündigung auf Ende April 2028 ausgesprochen. Geplant ist der Abriss von sieben Wohnblöcken aus den 1960er-Jahren und deren Ersatz durch Neubauten. Darüber berichtet der «Tages-Anzeiger».

Viele Betroffene zeigen sich gegenüber der Zeitung besorgt. Sie fürchten, auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine bezahlbare Wohnung mehr zu finden. Einige wohnen seit Jahrzehnten in der Siedlung und zahlen vergleichsweise tiefe Mieten. «Ein Skandal, dass sie das hier alles niedermachen», sagte eine Bewohnerin der Zeitung.

«Es sind wirklich Lotteri-Wohnungen»

Die Eigentümerin begründet den Entscheid mit dem schlechten baulichen Zustand der Gebäude. «Es sind wirklich Lotteri-Wohnungen», so eine Bewohnerin. Eine nachhaltige Sanierung sei gemäss Auwiesen Immobilien AG nicht mehr möglich. Die neuen Wohnungen sollen grösser werden und im mittleren Preissegment liegen.

Der Mieterverband kritisiert die Leerkündigungen gemäss «Tages-Anzeiger» scharf und empfiehlt den Betroffenen, sich zu organisieren und die Kündigungen anzufechten. Die Verwaltung weist die Kritik zurück und verweist auf die zweijährige Kündigungsfrist sowie laufende Bemühungen, Ersatzwohnungen zu vermitteln.