Jacqueline Badran schiesst gegen Albert Rösti
«Ein Land braucht die vierte Gewalt – die kann man nicht einfach abwickeln», sagt Jacquelin Badran. Im Interview mit blue News erklärt sie, welche Erwartungen sie nun an Bundesrat Rösti stellt – und schiesst gegen ihn.
08.03.2026
Die Schweiz hat am ersten Abstimmungssonntag des Jahres gleich mehrere Grundsatzentscheide gefällt. Die SRG-Halbierungsinitiative scheitert deutlich, das Land führt die Individualbesteuerung ein – und auch bei Klimafonds und Bargeld fällt das Verdikt klar aus.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Die Stimmberechtigten haben heute über die SRG, Individualbesteuerung und die Bargeldinitiative sowie den Klimafonds entschieden.
- In unserer interaktiven Karte kannst du die Resultate jeder Gemeinde im Detail abrufen.
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Der erste Abstimmungssonntag des Jahres hat gleich mehrere politische Weichen gestellt – von der Zukunft der SRG über das Schweizer Steuersystem bis hin zu kantonalen Entscheiden. Das sind die wichtigsten Entwicklungen des Tages. (Stand 20.30 Uhr)
Deutliches Nein zur SRG-Halbierungsinitiative – SRG zeigt sich erleichtert
Die Initiative zur Senkung der Radio- und TV-Gebühren auf maximal 200 Franken ist klar gescheitert. Rund 62 Prozent der Stimmberechtigten sagten Nein, auch das Ständemehr wurde deutlich verfehlt.
Eidgenössische Abstimmungen
Auf der Abstimmungsseite von blue News findest du alle wichtigen Informationen zu den eidgenössischen Abstimmungen: Initiativen und Referenden verständlich erklärt, umfassende Hintergrund-Storys sowie Zusammenfassung und Einordnung der Resultate.
sda
SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina sprach von einem «klaren Bekenntnis zum Service public». Auch Generaldirektorin Susanne Wille zeigte sich erleichtert: «Heute ist ein wichtiges Nein gefallen. Es zeigt, dass den Menschen eine starke SRG wichtig ist.»
Gleichzeitig kündigten Kritiker an, die Debatte über die Medienfinanzierung weiterzuführen. Der Schweizerische Gewerbeverband will etwa weiterhin gegen die Unternehmensabgabe kämpfen.
Schweiz sagt Ja zur Individualbesteuerung – Streit um Folgen beginnt
Marianne Binder-Keller: «Ich glaube, es war eine sehr komplizierte Vorlage»
«Es gibt eine Freunde und ein wenig Enttäuschung», sagt Marianne Binder-Keller zur Individualbesteuerung.
08.03.2026
Mit rund 56 Prozent Zustimmung hat die Schweiz einen grundlegenden Umbau ihres Steuersystems beschlossen. Künftig werden Personen unabhängig vom Zivilstand einzeln besteuert. Befürworter sehen darin das Ende der sogenannten Heiratsstrafe.
Die SP sprach von einem «historischen Sieg für die Gleichstellung». Auch FDP und GLP feierten das Resultat. FDP-Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher sagte, es handle sich um «einen Sieg der Frauen».
Ganz anders die Reaktion der SVP: Die Partei kritisierte einen «radikalen Systemwechsel» mit «massiver Bürokratie» und neuen Ungerechtigkeiten. Besonders Familien mit einem Hauptverdiener könnten zu den Verlierern gehören.
Kahtrin Bertschy: «Ein hervorragender Tag, um Geschichte zu schreiben»
Kathrin Bertschy hat sich in den vergangenen Monaten für eine Abschaffung der Heiratsstrafe eingesetzt. Nun ist das Anliegen von der Stimmbevölkerung angenommen worden. Für die GLP-Nationalrätin ist das «eine riesige Freude».
08.03.2026
Klimafonds deutlich abgelehnt – Gegenvorschlag zur Bargeld-Initiative
Die Initiative von SP und Grünen für einen staatlichen Klimafonds ist klar gescheitert. Rund 71 Prozent der Stimmberechtigten sagten Nein. Gegner interpretierten das Resultat als Bestätigung der bisherigen Klimapolitik der Schweiz.
Deutlich angenommen wurde dagegen der Gegenvorschlag zur Bargeld-Initiative. Er erhielt über 70 Prozent Zustimmung und erreichte auch klar das Ständemehr. Damit wird unter anderem der Schweizer Franken als gesetzliche Währung in der Bundesverfassung verankert.
Zahlreiche Abstimmungen in den Kantonen
Auch in den Kantonen standen zahlreiche Vorlagen zur Abstimmung.
Im Kanton Aargau sagten die Stimmberechtigten Ja zur Initiative «Blitzerabzocke stoppen», die neue Regeln für stationäre Radaranlagen vorsieht. Eine Initiative zur Kürzung des Sozialhilfe-Grundbedarfs wurde hingegen abgelehnt.
Im Kanton Basel-Landschaft scheiterte eine Initiative für höhere Krankenkassenabzüge. Gleichzeitig wurde die Kreislaufwirtschaft neu in der Kantonsverfassung verankert.
Im Kanton Genf wird der Mindestlohn für Studierende bei Ferienjobs künftig um ein Viertel reduziert. Die Vorlage wurde mit rund 60 Prozent Zustimmung angenommen.
Im Kanton Luzern genehmigten die Stimmberechtigten einen Kredit von 37,9 Millionen Franken für den Ausbau der Strasse ins Feriengebiet Flühli-Sörenberg.
Im Kanton Schaffhausen beteiligt sich der Kanton künftig stärker an der Finanzierung des öffentlichen Verkehrs.
Im Kanton Solothurn steigen die Familienzulagen leicht. Zudem wurde ein Kredit für einen neuen Polizeistützpunkt in Oensingen genehmigt.
Im Kanton St. Gallen sagten die Stimmberechtigten Ja zum Verkauf des Entwicklungsgebiets Wil West an den Kanton Thurgau.
Im Tessin wurde eine Initiative gegen Lohndumping abgelehnt.
Im Kanton Uri erhalten künftig nicht wiedergewählte Regierungsratsmitglieder keine Abgangsentschädigung mehr.
Mehr zu den kantonalen Ergebnissen findest du im Ticker:
Zürcher Linke behalten Mehrheit im Gemeinderat
In der Stadt Zürich ist der neue Gemeinderat inzwischen ausgezählt. Die SP bleibt stärkste Kraft und erreicht 32,2 Prozent der Stimmen sowie 41 Sitze. Die FDP kommt auf 18,5 Prozent und 24 Sitze, die SVP auf 12,6 Prozent und 16 Sitze.
Die GLP erhält 15 Sitze, die Grünen 14, die Alternative Liste 8 und die Mitte 7 Sitze.
Damit behalten die links-grünen Parteien – SP, Grüne und AL – mit 63 Sitzen eine knappe Mehrheit im Stadtparlament.
Für den Zürcher FDP-Politiker Përparim Avdili endet der Wahlabend enttäuschend. Der Präsident der FDP Stadt Zürich war als Kandidat für das Stadtpräsidium angetreten. Nach sieben von neun ausgezählten Wahlkreisen reicht es jedoch nicht einmal für einen Sitz im Stadtrat.
Gegenüber TeleZüri zeigte sich Avdili ernüchtert. «Natürlich habe ich mir für mich ein anderes Resultat gewünscht», sagte er.
Mit Blick auf seine Partei zog er dennoch ein positives Fazit. Das Ergebnis zeige, «dass die FDP in der Stadt Zürich verwurzelt ist und lebt», so Avdili.
Der Zürcher Stadtrat wird indes künftig stärker links geprägt sein als bisher.
Raphael Golta, Simone Brander, Claudia Widmer und Tobias Langenegger (alle SP) holen alle einen Sitz. Auch die Grünen Daniel Leupi, Karin Rykart und Urs Glättli schnappen sich einen Platz in der Stadtregierung..
Auf bürgerlicher Seite schaffen nur Michael Baumer (FDP) und Andreas Hauri (GLP) den Einzug.