Abstimmungssonntag im Ticker Milliardär fordert höhere Steuern für Reiche +++ Bürgerdienst fand nur bei Jungen etwas Zuspruch

Sven Ziegler

1.12.2025

Juso-Erbschaftssteuerinitiative ist am Ständemehr gescheitert

Juso-Erbschaftssteuerinitiative ist am Ständemehr gescheitert

In der Schweiz wird es vorderhand keine nationale Erbschaftssteuer zugunsten des Klimas geben. Die Juso-Volksinitiative «für eine Zukunft» ist gemäss Angaben des Bundesamts für Statistik (BFS) am Ständemehr gescheitert. Applaus gab es bei den Abstimmungssiegern aber auch bei den Verlierern, der Juso. «Wir haben es geschafft, über ein Jahr über unsere grössten Krisen zu sprechen», so die Juso-Präsidentin Mirjam Hostetmann.

30.11.2025

Die Schweizer Stimmbevölkerung entscheidet heute über zwei gewichtige Vorlagen: eine nationale Erbschaftssteuer ab 50 Millionen Franken und die Einführung eines allgemeinen Bürgerdienstes. Alle News im Ticker.

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Keystone-SDA, Sven Ziegler, Dominik Müller, Petar Marjanović

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Juso-Initiative forderte eine nationale 50-Prozent-Erbschaftssteuer ab 50 Millionen Franken, zweckgebunden für Klimaschutzprojekte.
  • Der «Service Citoyen» wollte eine Dienstpflicht für alle einführen – auch Frauen wären betroffen gewesen.
  • Umfragen rechneten mit zwei Nein, doch beide Vorlagen haben das Potenzial, Debatten langfristig zu prägen.
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  • 5.30 Uhr

    Service-citoyen-Initiative fand nur bei Jungen etwas Zuspruch

    Die Service-citoyen-Initiative ist von Männern und Frauen gleichermassen mit 84 Prozent verworfen worden. Am ehesten Anklang fand die Initiative bei Personen mit obligatorischem Schulabschluss und den 18- bis 34-Jährigen. Das ergibt die Nachwahlbefragung von Tamedia und «20 Minuten».

    So stimmten in dieser Altersgruppe der Jungen 22 Prozent Ja, wie es in der Mitteilung vom Montag hiess. Bei den Personen ab 50 Jahren waren nur noch 13 Prozent dafür. Rund ein Drittel der Personen (32 Prozent), die nur die obligatorische Schule besucht haben, war für die Initiative. Am wenigsten Zuspruch fand die Initiative bei Menschen mit einer Berufslehre oder einem Handelsdiplom (11 Prozent).

    Auch nach Einkommen ergeben sich Differenzen. Bei Personen, die über 16'000 Franken pro Monat verdienen, betrug die Zustimmung 22 Prozent. Am niedrigsten war sie mit 13 Prozent bei der Einkommensgruppe von 4001 bis 7000 Franken. Unterschiede gab es auch bei der Wohnsituation: 12 Prozent der Menschen auf dem Land stimmten Ja, dagegen fast ein Fünftel in der Agglomeration und 18 Prozent in der Stadt. Die Service-citoyen-Initiative wurde am Sonntag mit 84,2 Prozent Nein an der Urne verworfen.

    Zweithöchste Niederlage in 25 Jahren: Die Service-Citoyen-Initiative wurde mit 84,1 Prozent Nein-Anteil deutlich abgelehnt. (Archivbild)
    Zweithöchste Niederlage in 25 Jahren: Die Service-Citoyen-Initiative wurde mit 84,1 Prozent Nein-Anteil deutlich abgelehnt. (Archivbild)
    Bild: Keystone/Cyril Zingaro

    Die «20 Minuten»/Tamedia-Nachwahlumfrage wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut Leewas durchgeführt. Die Resultate basieren auf 10’917 Umfrageteilnehmenden (7445 aus der Deutschschweiz, 3248 aus der Romandie und 224 aus dem Tessin). Die Umfrage wurde zwischen dem 27. und 30. November 2025 durchgeführt. Der Stichproben-Fehlerbereich beträgt plus/minus 2,8 Prozentpunkte.

  • Montag, 1. Dezember 2025, 4.30 Uhr

    Nach Nein zur Juso-Initiative: Alfred Gantner fordert höhere Steuern für Reiche

    Nach dem Nein an der Urne zur Erbschaftssteuerinitiative hat Unternehmer Alfred Gantner in den Tamedia-Zeitungen eine progressive Vermögenssteuer für Superreiche gefordert. «Bei einem Vermögen von zum Beispiel 3 Milliarden Franken würden pro Jahr vielleicht 60 Millionen an Steuern fällig», rechnete er gemäss dem Medienhaus vor. Zudem kritisierte der Mitbesitzer der Private-Equity-Firma Partners Group die pauschale Besteuerung von reichen Ausländer*innen in der Schweiz. Damit würde die Schweiz gute Steuerzahlende aus dem Ausland anlocken, was gegenüber Nachbarstaaten ungerecht sei, sagte er laut Tamedia.

    Der Unternehmer Alfred Gantner wolle sich «selber höher besteuern», schreibt der «Tages-Anzeiger». (Archivbild)
    Der Unternehmer Alfred Gantner wolle sich «selber höher besteuern», schreibt der «Tages-Anzeiger». (Archivbild)
    Bild: Keystone/Peter Klaunzer
  • 17.19 Uhr

    Durchschnittliche Beteiligung bei Juso-Initiative und Bürgerdienst

    Die Juso-Initiative für eine Klima-Erbschaftssteuer und die Service-citoyen-Initiative für einen obligatorischen Bürgerdienst haben die Stimmberechtigten ganz leicht weniger mobilisiert als im Mittel der letzten Jahre. Rund 43 Prozent der Berechtigten gaben am Wochenende ihre Stimme zu den beiden Volksbegehren ab.

    Damit mobilisierten die beiden Vorlagen, bei denen das Nein von den Umfragen her zu erwarten gewesen war, etwas weniger stark als Ende September die Abschaffung des Eigenmietwerts und die Einführung des elektronischen Identitätsnachweises (E-ID). Damals nahmen je gegen 50 Prozent der Berechtigten an der Abstimmung teil.

    Bei den vier eidgenössischen Vorlagen vom März 2024 – darunter die Initiative für eine 13. AHV-Rente – hatte die Beteiligung sogar bei rund 58 Prozent gelegen.

  • 15.50 Uhr

    Endergebnisse sind da

    Jetzt liegen die definitiven Zahlen des Bundesamts für Statistik vor: 78,3 Prozent der Stimmbürger*innen lehnen die Juso-Initiative ab, zur Service-citoyen-Initiative sagen 84,2 Prozent Nein.

  • 14.55 Uhr

    Doch keine rote Karte für Juso

    Die Stadt Bern und das 34-Seelen-Dorf Schelten im Berner Jura haben als bisher einzige Schweizer Gemeinden Ja gesagt zur Juso-Erbschaftssteuerinitiative. Gemäss Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) lag die Zustimmungsrate in der Stadt Bern bei 50,7 Prozent.

    In Schelten BE hiessen zehn Stimmende das Volksbegehren gut, acht lehnten es ab. Das ergibt einen noch höheren Ja-Stimmen-Anteil von 55,6 Prozent. Bern und Schelten sind kurz vor dem Endergebnis die einzigen Gemeinden in der Schweiz, die Ja gesagt haben zur Initiative «für eine Zukunft».

    In Bern gab es ein knappes Ja.
    In Bern gab es ein knappes Ja.
    blue News

    Eine Pattsituation gab es in Les Enfers im Jura, wo je 23 Stimmberechtigte die Initiative ablehnten und guthiessen. In rund einem Dutzend Gemeinden in Bern und in der Westschweiz - darunter in Lausanne, Vevey VD, Freiburg und Biel BE - gab es einen Ja-Stimmen-Anteil von über vierzig Prozent.

    Die allermeisten der über 2000 Gemeinden in der Schweiz sagten deutlich Nein zu einer nationalen Erbschaftssteuer zugunsten des Klimas. Gar keine Ja-Stimmen gab es in Seehof BE, Berken BE, Riemenstalden SZ, Zwischbergen VS und Bister VS. Gesamtschweizerisch lehnten rund 80 Prozent der Stimmenden die Juso-Initiative ab.

  • 14.51 Uhr

    Service-citoyen-Initiantin: «Wichtiges Thema auf Tisch gebracht»

    Die Initiantinnen und Initianten sind über die deutliche Abfuhr der Service-citoyen-Initiative enttäuscht. «Aber wir haben damit ein Thema auf den Tisch gebracht, das bisher völlig ignoriert wurde», sagte Noémie Roten, die Präsidentin des Initiativkomitees, zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

    Es gehe um die Sicherheit, den Zusammenhalt in der Schweiz und die Gleichstellung. Das Komitee hat laut Roten einen wichtigen Beitrag zur Debatte zu diesen Themen geleistet. Die Diskussion, wie sich die Gesellschaft auf diese grossen Herausforderung vorbereiten müsse, müsse nun weitergeführt werden.

    Krachende Niederlage für den Service Citoyen

    Krachende Niederlage für den Service Citoyen

    In der Schweiz gibt es zumindest vorläufig keine Dienstpflicht für Männer und für Frauen. Die Volksinitiative für einen Bürgerdienst ist sowohl am Stände-, wie auch am Volksmehr gescheitert. Im Interview mit Keystone-SDA nehmen die Initianten und die Gegner Stellung.

    30.11.2025

    Dass ein Bürgerdienst dennoch nur wenig Unterstützung erhalten hat, liegt laut der Initiantin insbesondere am kleinen Initiativkomitee. «Wir haben gegen das gesamte politische Establishment gekämpft», sagte Roten zu Keystone-SDA. Es sei ein grosser Kampf gewesen, bei dem das Komitee aufgrund beschränkter Ressourcen nicht in der Lage gewesen sei, seine Botschaft ausreichend zu vermitteln. Ausserdem habe es der Bevölkerung an einer sachgerechten Informationsgrundlage gefehlt. «Es wurde viel Falsches über unsere Initiative erzählt», sagte Roten.

  • 13.41 Uhr

    Swissmem warnte vor dem «Dominoeffekt»

    Die Maschinen-, Elektro- und Tech-Industrie zeigt sich hochzufrieden mit dem deutlichen Nein zur Juso-Initiative. Swissmem spricht in einer Stellungnahme von einem «starken Bekenntnis zu Familienunternehmen, zur unternehmerischen Freiheit und zum Erhalt von Arbeitsplätzen».

    In der Mitteilung macht der Verband deutlich, dass es bei der Initiative um Grundsätzliches ging. Swissmem warnt vor einem «Dominoeffekt»: Ein Ja hätte Familienunternehmen – darunter werden auch grosse Konzerne gezählt – geschwächt und Investitionen gefährdet. Dass die Stimmbevölkerung dieses Risiko nicht eingegangen ist, sei ein «überdeutliches Zeichen an die Politik», die Rahmenbedingungen für den Werkplatz Schweiz zu stärken.

    Auch das Nein zur Service-citoyen-Initiative begrüsst Swissmem. Ein obligatorischer Bürgerdienst hätte nach Ansicht des Verbands die Armee geschwächt, Vereine und Wirtschaft belastet und in Zeiten des Fachkräftemangels Hunderttausende junge Menschen vom Arbeitsplatz ferngehalten.

  • 13.29 Uhr

    Juso kritisiert Bundesrat und «milliardenschwere Wirtschaftslobby» scharf

    Für die Juso ist der Abstimmungssonntag kurz vor 13.30 Uhr de facto gelaufen. Die Jungpartei verschickte ihre Medienmitteilung zur Niederlage der Initiative und spricht darin von einer «beispiellosen Hetzkampagne der Reichsten». Die «milliardenschwere Wirtschaftslobby» habe jede inhaltliche Auseinandersetzung verhindert und die Kampagne gezielt gegen die Juso statt gegen die Vorlage selbst geführt, heisst es darin.

    FDP und Economiesuisse hätten mit «falschen Behauptungen und gezielter Panikmache» versucht, die Debatte über Vermögenskonzentration und Klimakrise zu blockieren. «Hunderte Gespräche auf der Strasse haben mir aber gezeigt, dass die Bevölkerung das Problem sieht und Lösungen will», wird Juso-Präsidentin Mirjam Hostetmann zitiert.

    Die Juso nutzte den Abstimmungssonntag, um Kritik an der Wirtschaftslobby und den Bundesrat zu üben.
    Die Juso nutzte den Abstimmungssonntag, um Kritik an der Wirtschaftslobby und den Bundesrat zu üben.
    blue News

    Schwere Vorwürfe erhebt die Juso auch gegen den Bundesrat: Dieser habe trotz genügend Zeit «unzureichende Daten» geliefert und offen angekündigt, die Initiative im Fall einer Annahme nicht korrekt umzusetzen. Das sei ein «demokratiepolitisches Versagen» und zeige, wie eng Regierung und wirtschaftliche Interessen verflochten seien.

  • 13.23 Uhr

    Beide Initiativen scheitern am Ständemehr

    Sowohl die Service-Citoyen-Initiative als auch die Erbschaftssteuer-Initiative werden klar abgelehnt. Nun ist auch definitiv bestätigt, dass die Initiativen am Ständemehr gescheitert sind. Aktuell sieht es nach einer Ablehnung der beiden Initiativen in allen 26 Kantonen aus.

  • 13.19 Uhr

    Juso-Kampagnenparty dauerte bis spät in die Nacht

    Im Progr in Bern, dem ehemaligen Progymnasium der Hauptstadt, haben sich am Abstimmungssonntag etwas über 50 Juso-Mitglieder versammelt. Die Stimmung ist gelöst, draussen in der Zigarettenpause wird aber auch über den Kater vom Vorabend gesprochen. Laut Informationen von blue News feierte die Jungpartei bereits am Samstagabend in der Prozessbar eine intensive Kampagnenparty, zu der Mitglieder aus der ganzen Schweiz angereist waren.

    Gefeiert wurde die Kampagne für ihre «IfeZ», wie die Juso die Erbschaftssteuer-Initiative nennt. Zur Kampagne gehörte auch das Sammeln von rund 110'000 Unterschriften, einer Hürde für Volksinitiativen, an der im Jahr 2010 selbst grosse Parteien wie die FDP mit ihrer Bürokratie-Initiative gescheitert waren.

    So sah die Abstimmungsfeier im Berner Progr am Sonntagnachmittag aus.
    So sah die Abstimmungsfeier im Berner Progr am Sonntagnachmittag aus.
    blue News

    Ein Mitglied sagt zu blue News: «Auch wenn wir verloren haben, braucht es solche Debatten. Die Kampagne der Gegner war zeitweise ziemlich wüst. Ohne solche Feste, bei denen wir uns gegenseitig Mut zusprechen, könnten wir Kapitalisten wie Spuhler oder Blocher nicht so energisch herausfordern.»

  • 13.02 Uhr

    Zweite Hochrechnung ist da

    Die zweite Hochrechnung zeigt kaum Verschiebungen. Die Erbschaftssteuer-Initiative bleibt bei 21 Prozent Ja-Anteil, in keinem Kanton sieht es nach Zustimmung aus. Auch die Service-Citoyen-Initiative steht vor einer diskussionslosen Niederlage, 84 Prozent sagen Nein.

  • 12.49 Uhr

    «Steuer stand von Anfang an im Fokus»

    In der Schweiz gibt es keine Erbschaftssteuer zugunsten des Klimas. Gemäss der ersten Hochrechnung von gfs.bern im Auftrag der SRG ist die Juso-Initiative «für eine Zukunft» mit 79 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt worden. Umfragen hatten dies erwarten lassen.

    Politologe Lukas Golder sprach am Mittag im Schweizer Fernsehen SRF von einem «tiefroten Nein» und einem «sehr tiefen Ja-Anteil». Die frühe Ankündigung von Wirtschaftsführern, bei einem Ja zur Initiative aus der Schweiz wegzuziehen, habe viele Leute zum Zweifeln gebracht.

    «Von Anfang an war das Problem nicht der grosse Kassenschlager», sagte Politologe Urs Bieri im Schweizer Radio SRF. Es sei nicht gelungen, die Vorteile der Initiative aufzuzeigen. «Das Klima-Thema wurde nur am Rand diskutiert, die Steuer stand im Fokus.» Dieselbe Beobachtung gelte auch für 2015, als letztmals eine nationale Erbschaftssteuer an der Urne abgelehnt wurde.

  • 12.47 Uhr

    Wermuth: «Verkaufe ja nicht Mars oder Snickers»

    Die Erbschaftssteuer wurde am Sonntag deutlich abgelehnt. Bereits vor rund 10 Jahren wurde eine ähnliche Initiative bereits abgelehnt – allerdings weniger deutlich. Cédric Wehrmuth, Co-Präsident der SP, sagt im Interview mit SRF, er wolle weiter gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfen. «Ich habe noch nie Wahlkampf gemacht, indem ich mich an Umfragen orientiert habe. Ich will die Menschen von dem überzeugen, was meiner Meinung nach richtig ist – ich verkaufe ja nicht Mars oder Snickers», sagt Wermuth. 

  • 12.42 Uhr

    Demonstrativer Jubel bei der Juso

    Verhaltener Applaus bei der Juso

    Verhaltener Applaus bei der Juso

    Die Reaktion der rund 50 anwesenden Juso-Mitglieder in Bern auf die Abstimmungsniederlage fiel gelassen aus: Sie klatschten lange – wenn auch deutlich leiser als später, als die Nein-Prognose zur Service-Citoyen-Initiative verkündet wurde.

    30.11.2025

    Kurz nach 12.30 Uhr lagen die ersten Prognosezahlen zum Abstimmungssonntag vor – und sie fallen für die Juso-Initiative verheerend aus. Laut einer Erhebung von GFS Bern wird die «Initiative für eine Zukunft» mit rund 84 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt.

    Damit liegt das Resultat noch deutlicher unter den Erwartungen der Umfragen. Zwar ist es nicht ganz so drastisch wie die 92-Prozent-Abfuhr gegen die energiepolitische Initiative der Grünliberalen aus dem Jahr 2015, die eine Energiesteuer anstelle der Mehrwertsteuer einführen wollte, doch auch diesmal deutet alles auf eine klare Klatsche hin.

    Die Reaktion der rund 50 anwesenden Juso-Mitglieder fiel dennoch gelassen aus: Sie klatschten lange – wenn auch deutlich leiser als später, als die Nein-Prognose zur Service-Citoyen-Initiative verkündet wurde.

  • 12.40 Uhr

    «Jetzt ist mal Ruhe hier»

    Jubel im Restaurant Aeusserer Stand in Bern. Dort hat sich das Gegenkomitee zur Erbschaftssteuer-Initiative versammelt. Die Initiative wird am Sonntag mit rund 80 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Monika Rühl von Economiesuisse sagt gegenüber SRF, man habe ein klares Zeichen setzen wollen. Deswegen habe man auch viel in den Abstimmungskampf investiert, als das Nein schon klar ersichtlich war. «Das ist gelungen und jetzt sollte mal Ruhe sein. Wir müssen nicht immer wieder über das Gleiche abstimmen, die Schweizer*innen wollen keine Erbschaftssteuer». 

  • 12.33 Uhr

    Service-Citoyen-Initiative wird abgestraft

    In der Schweiz gibt es keinen obligatorischen Bürgerdienst für alle Frauen und Männer. Gemäss der Trendrechnung von gfs.bern im Auftrag der SRG ist die Service-citoyen-Initiative mit 84 Prozent Nein abgelehnt worden. Das ist deutlicher, als Umfragen erwarten liessen.

  • 12.30 Uhr

    Erste Hochrechnung ist da

    Die erste SRG-Hochrechnung bestätigt den Trend: Beide nationalen Vorlagen werden deutlich abgelehnt.

    Bei der Erbschaftssteuer beträgt der Nein-Anteil 79 Prozent, beim Service Citoyen 84 Prozent.

  • 12.25 Uhr

    Nein-Lager verlangt nach Bürgerdienst-Nein Sicherheitsdienstpflicht

    Nach der sich abzeichnenden Ablehnung der Service-citoyen-Initiative fordert das Nein-Komitee Massnahmen zur Stärkung der Armee. Es liege nun am Bundesrat, eine langfristig wirksame Lösung für die personelle Sicherstellung von Armee und Zivilschutz erarbeiten.

    «Wir erwarten nun den Vorschlag des Bundesrates für die Umsetzung der Sicherheitsdienstpflicht», liess sich Nationalrat Reto Nause (Mitte/BE), Präsident des Vereins Allianz Sicherheit Schweiz, in einer am Mitteilung vom Sonntag zitieren.

    Der nächste Schritt ist für die Allianz Sicherheit Schweiz das bereits durch das Parlament beratene Massnahmenpaket zur Stärkung des Zivilschutzes. «Zur langfristigen Sicherung der Bestände brauchen wir aber die Sicherheitsdienstpflicht», sagte Nationalrat Micheal Götte (SVP/SG).

  • 12.12 Uhr

    Verhaltener Juso-Raum bei erstem Trend – lauter Jubel bei Service-Citoyen-Vorlage

    Kurz nach 12 Uhr, als SRF den ersten Nein-Trend zur Erbschaftssteuer-Initiative veröffentlichte, war im Juso-Raum nur ein leises Raunen zu hören. Die Anwesenden zeigten sich kaum überrascht von der deutlichen und frühen Ablehnung.

    Ganz anders fiel die Reaktion wenige Sekunden später aus: Als der Trend zur Service-Citoyen-Vorlage bekannt wurde, brach lauter Jubel aus. Offenbar bewegt diese Vorlage die Anwesenden stärker als die eigene Initiative.

    Verhaltener Juso-Raum bei erstem Trend – lauter Jubel bei Service-public-Vorlage

    Verhaltener Juso-Raum bei erstem Trend – lauter Jubel bei Service-public-Vorlage

    Als der Trend zur Service-Citoyen-Vorlage bekannt wird, bricht bei der Juso lauter Jubel aus. Offenbar bewegt diese Vorlage die Anwesenden stärker als die eigene Initiative.

    30.11.2025

  • 12.05 Uhr

    Hostetmann: «Juso hat sich geweigert, Lügen als Realität zu akzeptieren»

    Juso-Präsidentin Mirjam Hostetmann hat an der Schlussveranstaltung der Erbschaftssteuer-Initiative im Berner Progr gegen Vermögenskonzentration und «reiche Lobbys» ausgeteilt. Sie sagte, die Kampagne habe den «Nerv der Zeit» getroffen und bei vielen Menschen ein Bewusstsein für die Folgen extremer Ungleichheit geweckt.

    Kurz vor 12 Uhr feierten die Juso ihre Kampagne.
    Kurz vor 12 Uhr feierten die Juso ihre Kampagne.
    blue News

    Die heftigen Reaktionen der Gegner seien «ein Zeichen ihrer Angst», weil die Idee, Reiche stärker zu besteuern, längst kein Randthema mehr sei. Zudem betonte Hostetmann, die Juso habe gezeigt, dass sie sich «weigere, Lügen als Realität zu akzeptieren», dem politischen Druck standhalten könne und soziale wie ökologische Anliegen gemeinsam vorantreibe.

  • 12.05 Uhr

    Zweimal «tiefrotes Nein» zeichnet sich ab

    Beide Vorlagen dürften gemäss GFS-Politolge Lukas Golder mit einem «tiefroten Nein» abgekanzelt werden: «Bei der Erbschaftssteuer rechnen wir mit einem Ja-Anteil um die 20 Prozent», so Golder zu SRF. Noch deutlicher wird das Verdikt beim Service-Citoyen erwartet: «Der Ja-Anteil dürfte deutlich weniger als 20 Prozent betragen.»

  • 12 Uhr

    Nein-Trend bei beiden Vorlagen

    Der erste Trend zu den nationalen Vorlagen bestätigt, was die Umfragen erahnen liessen: Sowohl die Erbschaftssteuer der Juso als auch der Service-Citoyen haben vor dem Stimmvolk keine Chance. Bei beiden Ansinnen zeichnet sich ein deutliches Nein ab, wie das Forschungsinstitut GFS Bern im Auftrag der SRG, publik macht.

    Die erste Hochrechnung zur Deutlichkeit der Resultate wird um 12.30 Uhr erwartet.

  • 11.33 Uhr

    Erste Aargauer Gemeinde publiziert Resultat

    Obwohl die Resultate eigentlich erst ab 12.00 Uhr publik werden dürften, melden einzelne Aargauer Gemeinden bereits früh Zahlen. In Berikon zeichnet sich ein klarer Trend ab: Sowohl die Juso-Initiative als auch der Service-Citoyen-Vorstoss fallen deutlich durch. Die Erbschaftssteuer erhält lediglich 100 Stimmen – bei 1261 Gegenstimmen entspricht das einem Ja-Anteil von nur 7,35 Prozent. Für den Bürgerdienst sprechen sich 181 Personen aus, das sind «immerhin» 13,39 Prozent. 

  • 11.15 Uhr

    So berichtet blue News

    blue News berichtet in diesem Liveticker über die aktuellsten Resultate. Auch auf kantonaler Ebene sind zahlreiche Abstimmungen, diesen findest du hier:

    Möchtest du wissen, wie deine Gemeinde abgestimmt hat? Alle wichtigen Grafiken findest du hier:

    blue News Reporter Petar Marjanović fühlt zudem den Parteien in Bern auf den Zahn. 

  • 11 Uhr

    Zeitplan für den Abstimmungssonntag

    Um 12 Uhr schliessen die Urnen in der Schweiz. Gleichzeitig werden auch die ersten Resultate aus den Gemeinden erwartet. Um 12.30 Uhr folgt eine erste Hochrechnung, eine halbe Stunde später wird eine weitere Hochrechnung erwartet. Das Resultat dürfte dann am Nachmittag oder frühen Abend feststehen.

  • 9 Uhr

    Abstimmungssonntag steht an

    Heute fällt an der Urne der Entscheid über zwei Vorlagen, die politisch weit über den Abstimmungssonntag hinausreichen dürften. Die Stimmenden befinden über die Juso-Erbschaftssteuer ab 50 Millionen Franken sowie über den «Service Citoyen», der eine Dienstpflicht für alle einführen will. Die letzten Umfragen deuten klar auf zwei Nein hin – doch wie stark die Ablehnung tatsächlich ausfällt und in welchen Regionen die Vorlagen punkten können, dürfte für reichlich Gesprächsstoff sorgen. blue News hält dich hier den ganzen Tag über auf dem Laufenden.

Juso fordert nationale Erbschaftssteuer für Grossvermögen

Mit ihrer Initiative «für eine Zukunft» will die Juso besonders grosse Vermögen stärker zur Kasse bitten. Vorgesehen ist eine nationale Erbschafts- und Schenkungssteuer von 50 Prozent auf Beträgen über 50 Millionen Franken pro Person. Alles darunter bliebe steuerfrei. Die Einnahmen sollen zweckgebunden in den Klimaschutz fliessen.

Die Initiantinnen und Initianten argumentieren, extrem reiche Personen müssten stärker an den Folgekosten des Klimawandels beteiligt werden. Kritikerinnen und Kritiker warnen hingegen vor erheblichen Nebenwirkungen: Familienunternehmen könnten in Nachfolgesituationen unter Druck geraten, weil hohe Steuerforderungen zu erzwungenen Verkäufen führen könnten. Zudem bestehe das Risiko, dass besonders Vermögende die Schweiz verlassen – mit negativen Folgen für die Steuererträge.

Bürgerdienst für alle – oder eine Überlastung des Systems?

Die zweite Vorlage betrifft die Einführung eines obligatorischen Bürgerdienstes. Bei einem Ja müssten künftig alle jungen Menschen einen Dienst leisten, etwa in Katastrophenschutz, Cyberabwehr, Gesundheitswesen oder Bildung. Armee und Zivilschutz sollen weiterhin genügend Personal erhalten, würden aber zur Pflichtdienstlandschaft dazugehören.

Befürworter verweisen darauf, dass ein solcher Bürgerdienst den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke und Einsätze entsprechend den Fähigkeiten der Dienstleistenden ermögliche. Die Gegnerschaft bezweifelt jedoch den Nutzen und spricht von einer Überrekrutierung: Mehr Menschen würden aufgeboten, als Armee und Zivilschutz tatsächlich benötigen. Zudem sei es problematisch, Frauen dienstpflichtig zu machen, die heute einen Grossteil der unbezahlten Care-Arbeit leisten. Kritisiert wird auch, dass junge Erwachsene womöglich in für sie völlig neuen Berufsfeldern eingesetzt würden – und damit wertvolle Ausbildungszeit verlieren könnten.