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Interne Unterlagen offenbaren hohe Einkommen und ehrgeizige Wachstumsziele bei einer Westschweizer Radiologie-Gruppe.
Symbolbild: Keystone
Hohe Löhne und Boni auf Kosten der Krankenkassen: Ein Hackerangriff hat interne Dokumente eines Westschweizer Radiologie-Anbieters ans Licht gebracht. Das Unternehmen weist die Kritik zurück.
Interne Unterlagen der Westschweizer Radiologie-Gruppe 3R, die Ende April bei einem Hackerangriff entwendet, später RTS zugespielt wurden und über die nun auch SRF berichtet, geben seltene Einblicke in ein lukratives Geschäftsmodell im Gesundheitswesen. Rund 90 Prozent der Einnahmen stammen laut einem der Dokumente aus der obligatorischen Krankenversicherung.
Die Unterlagen zeigen, dass angestellte Radiologen der Gruppe Jahresgehälter von 300'000 bis 360'000 Franken erhalten. Leiter einzelner Standorte kommen auf bis zu 420'000 Franken.
Hinzu kommt ein Bonussystem: Wer sein Umsatzziel übertrifft, erhält 18 Prozent des Mehrumsatzes. Laut den Dokumenten verdiente ein Arzt 2025 dadurch insgesamt rund 617'000 Franken. Zum Vergleich: Ein Bundesratsgehalt beläuft sich auf 478'000 Franken.
Das Vergütungsmodell führt zu Diskussionen, weil medizinische Untersuchungen ausschliesslich nach medizinischer Notwendigkeit erfolgen sollten.
3R weist entsprechende Vorwürfe zurück. Gegenüber RTS erklärte die Gruppe: «Wir bestreiten entschieden, dass unsere Lohnpolitik die Vervielfachung von Leistungen in unseren Instituten fördert.» Die Gehälter seien zudem «im Einklang» mit den branchenüblichen Löhnen in der Westschweiz.
Die Dokumente zeigen ausserdem, dass die Gruppe die Aktivitäten zuweisender Ärzte genau verfolgt und diese intern als «Umsatzbringer» bezeichnet. In Verwaltungsratsunterlagen werden für 2026 unter anderem «Wertschöpfung für die Aktionäre», Produktivität und Tarifoptimierung als Prioritäten genannt.
3R wurde 2000 im Wallis gegründet und ist durch zahlreiche Übernahmen zum dominierenden Radiologie-Anbieter der Westschweiz gewachsen. Während die Gruppe 2021 noch zwölf Praxen betrieb, sind es heute rund zwanzig. Seit zwei Jahren richtet sich die Expansionsstrategie verstärkt auf die Deutschschweiz.