«Werde auch weiterhin so Auto fahren»Senior mit Stumpen und Handy am Steuer – das wird teuer
Dominik Müller
5.5.2026
Der Vorfall ereignete sich im Aeschertunnel, der Teil der Westumfahrung Zürichs ist.
Keystone
Ein umstrittener Vorfall im Zürcher Aeschertunnel landete vor Gericht. Ein Rentner soll freihändig gefahren sein, während er Handy und Zigarre gleichzeitig nutzte. Trotz Bestreiten wurde er schuldig gesprochen.
Redaktion blue News
05.05.2026, 11:40
05.05.2026, 14:34
Dominik Müller
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Ein Mann ist in Dietikon ZH wegen einfacher Verkehrsregelverletzung verurteilt worden.
Eine Polizistin hatte den 69-Jährigen freihändig fahrend mit Handy und Zigarre beobachtet.
Der Beschuldigte bestritt die Vorwürfe und erklärte, er habe das Handy nur kurz bedient und die Strasse stets im Blick gehabt.
Am Bezirksgericht Dietikon ZH stand kürzlich ein 69-jähriger Schweizer vor Gericht, nachdem er einen Strafbefehl wegen einfacher Verkehrsregelverletzung nicht akzeptiert hatte. Im Zentrum des Falls: Aussage gegen Aussage. Eine Polizistin war überzeugt, den Mann Ende 2024 im Zürcher Aeschertunnel freihändig fahrend gesehen zu haben, während er gleichzeitig mit dem Handy hantierte und eine Zigarre hielt, wie die «Limmattaler Zeitung» berichtet.
Demnach schilderte die Polizistin vor Gericht: «Ich erinnere mich, wie das Fahrzeug vor uns durch eine unsichere Fahrweise auffiel.» Beim Überholen habe sie «deutlich» gesehen, wie der Fahrer «in der einen Hand einen Stumpen hielt und mit der anderen Hand am Handy hantierte».
Für einen Moment habe er sogar beide Hände vom Lenkrad genommen. Zwar habe er niemanden konkret gefährdet, räumte sie ein, doch im Ernstfall hätte er «nicht genug schnell das Lenkrad mit beiden Händen wieder fassen können».
Beschuldigter ist erfahrener Rennfahrer
Der Beschuldigte wies die Vorwürfe laut «Limmattaler Zeitung» zurück. «Ich habe das Lenkrad ganz sicher nicht mit beiden Händen losgelassen – und wenn, dann sicher nicht wissentlich», wird er zitiert. Zudem bezweifelte er die Beobachtung der Polizistin, da sie in einer Limousine gesessen habe, während er in einem höher gebauten Fahrzeug unterwegs gewesen sei.
Drohnenaufnahme von der Autobahn A3 mit den Portalen des Hafnerbergtunnels (links) und des Aeschertunnels.
Keystone
Das Handy habe er lediglich kurz benutzt, «um die Medien umzustellen», da sein DAB-Radio Probleme gemacht habe. «Ich hatte die Fahrbahn vor mir jederzeit im Auge.»
Auch sein Verteidiger stellte die Glaubwürdigkeit der Zeugin infrage und verwies auf Erinnerungslücken. Zudem sei sein Mandant ein erfahrener Rennfahrer und könne «das Lenkrad sehr schnell wieder mit beiden Händen fassen».
Das Gericht folgte jedoch der Darstellung der Polizistin und sprach den Mann schuldig. Neben der Busse von 300 Franken muss er auch rund 2000 Franken Verfahrenskosten tragen. Der Verurteilte zeigte sich uneinsichtig: «Ich mache im Jahr bis zu 50'000 Kilometer und werde auch weiterhin so Auto fahren und dabei rauchen.»
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