Umfrage zu AHV-Vorlagen

Grosse Mehrheit der Männer will Frauen bis 65 arbeiten lassen

cz, sda

10.8.2022 - 06:00

Linke und Gewerkschaften wehren sich gegen die Erhöhung des Frauen-Rentenalters von 64 auf 65 Jahre. Die AHV-Reform ist aus ihrer Sicht nicht ausgewogen.
Linke und Gewerkschaften wehren sich gegen die Erhöhung des Frauen-Rentenalters von 64 auf 65 Jahre. Die AHV-Reform ist aus ihrer Sicht nicht ausgewogen.
Bild: Keystone/Peter Klaunzer

Vor allem Männer befürworten ein höheres Rentenalter für Frauen. Zustimmung für die Massentierhaltungsinitiative. Und eine Absage an das Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer. Das sind die Ergebnisse einer Abstimmungsumfrage vor dem Urnengang vom 25. September. 

cz, sda

10.8.2022 - 06:00

Zustimmung für die beiden AHV-Vorlagen und die Massentierhaltungsinitiative, Nein zum Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer: Das sind die Ergebnisse der ersten Abstimmungsumfrage von Tamedia und «20 Minuten» vor dem Urnengang vom 25. September.

16'341 Personen aus der ganzen Schweiz hatten vom 3. bis 4. August an dieser ersten Welle der Umfrage teilgenommen. Es zeigte sich bei allen Vorlagen ein Geschlechtergraben. Am deutlichsten waren die Unterschiede zwischen den Geschlechtern beim AHV-Bundesgesetz, das die Erhöhung des Frauenrentenalters vorsieht.

Vor allem Männer befürworten höheres Rentenalter

Die Zustimmung zur Erhöhung des Rentenalters der Frauen betrug bei den Befragten insgesamt 53 Prozent. 44 Prozent sprachen sich dagegen aus und 3 Prozent machten keine Angaben zu ihren Stimmabsichten. Während nur gerade 36 Prozent der Frauen der Vorlage zustimmen wollen, lag der Ja-Anteil bei den Männern bei 71 Prozent.

Ebenfalls deutlich abgelehnt wurde in der Befragung die Erhöhung des Rentenalters von der am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppe der 50- bis 64-Jährigen (58 Prozent) und von Personen ab 65 Jahren (65 Prozent). Klar für eine Erhöhung des Rentenalters für Frauen sprachen sich die jüngsten Stimmenden aus (58 Prozent).

Die Vorlage wird von den Frauen und Sympathisanten der SP und Grünen sehr deutlich abgelehnt. In der bürgerlichen Wählerschaft ist die Unterstützung bei der SVP-Basis laut der Umfrage am tiefsten. Am höchsten ist sie bei FDP und GLP.

Deutliche Mehrheit für Mehrwertsteuererhöhung

Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Zusatzfinanzierung der AHV würden aktuell 58 Prozent der Stimmbevölkerung befürworten. 38 Prozent sprechen sich dagegen aus und 4 Prozent machen keine Angaben zu ihren Stimmabsichten. Bei den Frauen lag die Zustimmung mit 50 Prozent deutlich tiefer als bei den Männern (65 Prozent).

Eine deutliche Mehrheit der Sympathisanten von Mitte, FDP und GLP unterstützt die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Gespalten ist die SVP-Wählerschaft, während eine relative Mehrheit der Sympathisanten von SP und Grünen den Bundesbeschluss ablehnt. Die Zustimmung ist in der ältesten Altersgruppe am höchsten.

Ja zur Massentierhaltungsinitiative

Die Massentierhaltungsinitiative wird laut der Umfrage derzeit von 55 Prozent der Befragten unterstützt, 43 Prozent sind dagegen und 2 Prozent noch unentschieden. Typischerweise starten allerdings Initiativen mit guten Zustimmungswerten. Eine besonders starke Zustimmung findet die Vorlage bei den Frauen 64 Prozent. Demgegenüber sagen derzeit nur 44 Prozent der Männer Ja oder eher Ja zur Initiative.

Sympathisanten von Grünen, SP und GLP sagen deutlich Ja. Gegen die Vorlage sprachen sich Wählerinnen und Wähler von SVP, FDP und Mitte, sowie die ländliche Bevölkerung aus.

Nein zu Verrechnungssteuer-Vorlage

Beim Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer ist das Nein-Lager laut der Umfrage mit 51 Prozent im Vorsprung. 30 Prozent der Umfrageteilnehmenden sagten Ja und fast ein Fünftel der Befragten äusserten sich nicht zu ihren Stimmabsichten.

Die Vorlage wird sehr deutlich im links-grünen Lager abgelehnt und findet aktuell einzig bei den Sympathisanten der FDP eine Mehrheit. Auch bei dieser Vorlage gibt es einen Geschlechterunterschied: Nur 25 Prozent der Frauen wollen Ja stimmen, während 37 Prozent der Männer das Bundesgesetz unterstützen.

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