«Wir wurden betrogen»Airbnb-Streit in Winterthur eskaliert – Touristen stehen vor verschlossenen Türen
Dominik Müller
11.3.2026
Typische Airbnb-Schlüsselboxen wie diese werden an einem Winterthurer Wohnhaus vorerst nicht mehr anzutreffen sein.
Symbolbild: Keystone
Die Airbnb-Vermietung in einem Wohnhaus in Winterthur ist abrupt gestoppt worden. Nach einem Streit zwischen Eigentümern und Betreiber wurden 24 Appartements geschlossen.
In Winterthur-Veltheim haben die Eigentümer eines Wohnblocks die Zusammenarbeit mit einer Airbnb-Vermietungsfirma beendet.
Hintergrund ist ein Streit mit dem Betreiber der Appartements wegen ausstehender Mieten.
Leidtragende sind unter anderem Touristen, die trotz Buchung vor verschlossenen Türen standen, während Nachbarn das Projekt zuvor wegen Lärm, Abfall und Wohnraummangel kritisiert hatten.
Im Winterthurer Stadtkreis Veltheim tobt ein Streit um 24 Airbnb-Wohnungen. An der Fassade des Wohnblocks hängen inzwischen weisse Leintücher mit der Botschaft: «Hier kein Airbnb mehr!!!», wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Die Eigentümer wollen demnach damit klarstellen, dass die Kurzzeitvermietung beendet ist. «Die Leute sollen wissen, dass es hier keine Airbnbs mehr gibt», sagt der Verwalter dem «Tages-Anzeiger». Künftig solle das Haus wieder als «normale Wohnungen an normale Leute» vermietet werden.
Auslöser ist ein Konflikt zwischen den Besitzern und dem Betreiber der Airbnb-Appartements. Laut Verwaltung seien Mieten nicht mehr bezahlt worden, zudem habe der Ärger mit der Nachbarschaft zugenommen.
Der Betreiber der Airbnb-Wohnungen bestätigt die Kündigung. Seine Firma habe tatsächlich zuletzt keine Mieten überwiesen. «Wir waren in einem Rechtsstreit wegen Mietwucher, weil die Mietpreise nicht ortsüblich sind», wird er vom «Tages-Anzeiger» zitiert.
Die Mieten sollen pro Wohnung über 2500 Franken betragen haben – bei 24 Appartements also mehr als 60'000 Franken pro Monat.
Touristen fühlen sich betrogen
Leidtragende sind nun die Gäste. Eine Gruppe aus dem US-Bundesstaat Colorado stand laut dem Bericht vor verschlossenen Türen. «We were scammed», sagten sie – sie fühlten sich betrogen.
Die Touristen hatten für mehrere Nächte gebucht, mussten aber kurzfristig ein Hotel suchen. Rund 1000 Dollar hätten sie bereits bezahlt.
Das Airbnb-Projekt hatte im Quartier schon länger für Ärger gesorgt. Nachbarn klagten über Lärm, Abfall und volle Parkplätze. Zudem wurde kritisiert, dass dem ohnehin knappen Wohnungsmarkt Wohnungen entzogen würden.
Betreiber distanziert sich
Der Unternehmer verteidigte sein Geschäftsmodell früher damit, dass es ein Bedürfnis gebe – etwa für Geschäftsreisende oder Pflegepersonal. «Die Wohnkrise gäbe es auch ohne mich», sagte er damals dem «Tages-Anzeiger».
Mittlerweile habe er seine Firma verkauft und mit dem Projekt nichts mehr zu tun. «Das ist Teil des Geschäftslebens», meint er gegenüber der Zeitung. «Halb so wild.»
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Im Handelsregister ist er allerdings weiterhin als Besitzer eingetragen – weil die Anteile laut ihm erst kürzlich übertragen wurden.