Überraschungsaktionen ein Jahr nach dem Frauenstreik

SDA

14.6.2020 - 17:04

Ein Jahr nach dem historischen Frauenstreik haben am Sonntag in zahlreichen Schweizer Städten Kundgebungen stattgefunden. In Lausanne versammelten sich rund 500 Menschen, in Bellinzona rund 200. Auch in Basel fanden verschiedene Aktionen statt.

Wegen der Corona-Massnahmen wurden dieses Jahr keine offiziellen Kundgebungen organisiert, sondern verschiedene Aktionen den ganzen Tag hindurch. So konnten etwa in Bern Interessentinnen und Interessenten einen «feministischen Postenlauf» absolvieren. Dies auf der Route der grossen Kundgebung von 2019.

Themen waren beispielsweise Lohnunterschiede, die Situation von Migrantinnen und der Beschluss des Kantonsparlaments von dieser Woche, die Sonntagsverkäufe zu verdoppeln. Die Stadt Bern hatte den Anlass bewilligt. Mehrere Hundert Personen dürften den Postenlauf absolviert haben - jedenfalls sagte eine Organisatorin auf Anfrage, alle 300 Startnummern seien abgegeben worden.



Viele Absolventinnen des Postenlaufs waren zu zweit oder in Kleingruppen unterwegs und trugen mindestens ein lilafarbenes Kleidungsstück. Im Verlauf des Nachmittags bildete sich in der Innenstadt ein Kundgebungszug, der zum Bundesplatz zog. Etwas über hundert Personen beteiligten sich.

Joggen und Schwimmen in Basel

Auf dem Basler Theaterplatz versammelten sich um 14.00 Uhr rund 150 Personen, um gemeinsam zu picknicken und zu tanzen. Um 15.10 Uhr kündigten die Organisatorinnen ein «lautes Joggen» vom St. Johanns-Park bis zum Museum Tinguely an.

Von dort aus möchten die Teilnehmerinnen dann in den Rhein steigen und ihren Protest schwimmend fortsetzen. Zudem hat um 15.23 Uhr ein Streik auf der Mittleren Brücke stattgefunden. Die Polizei ist vor Ort und verteilt Corona-Flyer des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Lausanne startete um Mitternacht

Auch im Kanton Waadt wurde an verschiedenen Orten demonstriert. In Lausanne startete der Aktionstag schon kurz nach Mitternacht mit einer Versammlung. Am Nachmittag demonstrierten rund 500 Personen auf drei verschiedenen Plätzen. Bei einer Kundgebung demonstrierten gut ein Dutzend mit nackten Brüsten.

In verschiedenen Reden und Aktionen wurden die Themen Frauen als meist Betroffene der Corona-Krise, rassistische Gewalt gegen Frauen sowie die Ungleichheit im Gesundheits- und Ausbildungsbereich aufgegriffen. In Bellinzona zogen rund 200 Menschen durch die Strassen und forderten gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit neuen Informationen ergänzt.

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