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Albert Rösti warnt, der Hitzestress bedrohe vor allem ältere Menschen (Archivbild).
KEYSTONE
Albert Rösti hat eine Rücken-OP hinter sich gebracht, die ihm immer noch Schmerzen bereitet. Weh tut dem Bundesrat auch die Aussicht darauf, dass die Schweiz im Winter zu wenig Strom aus erneuerbaren Quellen generieren kann: Der 58-Jährige wirbt deshalb für Kernkraftwerke.
Albert Rösti ist derzeit gefragt: Der Bundesrat steht dem Eidgenössischen Department für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vor, das bei der Einordnung des Klimawandels eine grosse Rolle spielt.
Dass sich das Klima verändert, verneint auch der SVP-Politiker nicht: «Der Städtebau muss angepasst werden. Wir dürfen nicht alles versiegeln. Grosse Flächen dürfen nicht nur aus Asphalt bestehen. Plätze brauchen Bäume, damit die Menschen Schatten haben«, sagt der 58-Jährige dem «SonntagsBlick».
Rösti betont unter Verweis auf eine Risikoanalyse des Bafu, «dass das Risiko, wegen der Hitze Schaden zu nehmen, grösser ist als zum Beispiel beim Steinschlag». Für vulnerable Menschen sei die Gefahr grösser, an Hitze zu sterben. «Das müssen wir ernst nehmen – ich denke besonders an Leute mit Kreislaufproblemen und an ältere Menschen.»
Der Bund halte mit den Daten von MeteoSchweiz sowie der Trockenheitsplattform von Kantonen und Gemeinden dagegen: «Wir können jederzeit den Krisenstab Trockenheit unter der Leitung meines Generalsekretärs aktivieren», so Rösti. Dass jemand in seiner Partei den Klimawandel leugnet, glaubt der SVP-Mann nicht: «Es geht wohl eher um die Frage, wie stark der Mensch den Klimawandel beeinflusst.»
Der Bundesrat arbeite aktiv daran, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voranzutreiben. «Deshalb unterstützen wir auch die Aufhebung des Verbots für die Bewilligung neuer Kernkraftwerke, damit wir langfristig genug CO2-freien Strom haben», erklärt der Bundesrat. Vor allem im Winter benötige die Schweiz die Kernenergie, weil es dann an Strom fehle.
«Eine Kombination aus Solar- und Kernenergie ist gut kompatibel und stärkt unsere Energiesicherheit», glaubt Rösti. «Als Energieminister ist es meine Pflicht zu sagen: Lasst uns die Optionen öffnen!» Er befürchte, dass es nicht ausreicht, Strom alleine aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.