Am Atomkraftwerk Leibstadt bestehen Sicherheitsmängel

tpfi

2.11.2021

Das AKW Leibstadt, fotografiert am Samstag, 18. Februar 2017. Kurz nach Inbetriebnahme ist das AKW Leibstadt in der Nacht auf Samstag wieder abgeschaltet worden. Grund war eine Fehlfunktion in der Abgasanlage im nicht-nuklearen Bereich. Eine Gefaehrdung fuer Mensch und Umwelt gab es nicht. Das Werk war erst am Freitagabend nach einem halbjaehrigen Stillstand wegen oxidierter Brennstaebe wieder ans Netz gegangen. (KEYSTONE/Alexandra Wey)
Das AKW Leibstadt, fotografiert im Februar 2017. Kurz nach Inbetriebnahme wurde das AKW kurz darauf wieder abgeschaltet. Grund war eine Fehlfunktion in der Abgasanlage im nicht-nuklearen Bereich.
Bild: Keystone

Eine aktuelle Studie der Schweizerischen Energiestiftung zur Sicherheit des Kernkraftwerks Leibstadt (KKL) listet mehrere Mängel auf. Laut Expertenmeinung hält das Atomkraftwerk den international geltenden Sicherheitsstandards nicht stand.

tpfi

2.11.2021

Nach Pannen stand das Atomkraftwerk Leibstadt zuletzt immer wieder still – derzeit finden Revisionsarbeiten am Meiler statt. Eine Studie der Schweizerischen Energiestiftung offenbart mit einer Mängelliste nun gleich mehrere Sicherheitsrisiken am Kraftwerk. Die Untersuchung nährt Zweifel an einer risikofreien Wiederinbetriebnahme der bereits seit 40 Jahren in Betrieb befindlichen Anlage.

Wie «SRF» über die Studie berichtet, erfüllen verschiedene Systeme im Kraftwerk den geltenden Anforderungen hinsichtlich Redundanz und Diversität nicht. 

Kein sicherer Schutz bei Flugzeugabstürzen

Dazu sei sei das AKW gegen den Absturz üblicher Flugzeugtypen nicht vollständig gerüstet. Auch das gestaffelte Sicherheitskonzept kann laut Expertenbericht nicht konsequent sichergestellt werden.

Zuletzt bemängelt die Studie des international renommierten Nuklearingenieurs Prof. Dr. Manfred Mertins, dass das KKL Kernschmelzszenarien nicht mit in die Sicherheitsbewertung miteinbezieht. Mertins setzt sich schon seit längerem für das Abschalten älterer Kraftwerke ein. «Anlagen, die seit über 40 Jahren im Betrieb sind, lassen sich praktisch nicht auf jenen Sicherheitsstandard nachrüsten, wie wir ihn heute fordern», so der Wissenschaftler.