Familien warten auf GewissheitLaetitia verzweifelt – «Ich suche seit 30 Stunden meinen Sohn Arthur (16)»
Helene Laube
2.1.2026
Unglück in Crans-Montana
In der Silvesternacht ist es in Crans-Montana im Wallis zu einer der grössten Brand-Katastrophen gekommen, die es in der Schweiz je gegeben hat. Laut Behörden sind mindestens 40 Menschen gestorben, über 100 Personen sind zum Teil schwerverletzt.
Bild: AFP
Zur Katastrophe kam es in der Bar Le Constellation in Crans-Montana VS gegen 1.30 Uhr, als ein Brand ausbrach.
Bild: AFP
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Was die Ursache für das Unglück ist, ist noch nicht klar.
Bild: AFP
Die Ermittlungen über die Brandursache sind in vollem Gange.
Bild: sda
Die Polizei spricht von einem «schwerwiegenden Vorfall».
Bild: Keystone/Alessandro Della Valle
Die Behörden schliessen ein Attentat in Crans-Montana VS aus.
Bild: sda
Der Bereich rund um die betroffene Bar ist abgesperrt.
Bild: sda
So sieht die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS von innen aus.
Bild: Tripadvisor
Einwohner und Besucher von Crans-Montana stehen unter Schock.
Bild: Keystone/Police Cantonale Valaisanne
Erst am Donnerstagmittag tauchen erste Bilder vom Inneren der Bar auf.
Bild: AP
Die betroffene Bar «Le Constellation» befindet sich im Zentrum von Crans-Montana.
Bild: sda
Unglück in Crans-Montana
In der Silvesternacht ist es in Crans-Montana im Wallis zu einer der grössten Brand-Katastrophen gekommen, die es in der Schweiz je gegeben hat. Laut Behörden sind mindestens 40 Menschen gestorben, über 100 Personen sind zum Teil schwerverletzt.
Bild: AFP
Zur Katastrophe kam es in der Bar Le Constellation in Crans-Montana VS gegen 1.30 Uhr, als ein Brand ausbrach.
Bild: AFP
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Was die Ursache für das Unglück ist, ist noch nicht klar.
Bild: AFP
Die Ermittlungen über die Brandursache sind in vollem Gange.
Bild: sda
Die Polizei spricht von einem «schwerwiegenden Vorfall».
Bild: Keystone/Alessandro Della Valle
Die Behörden schliessen ein Attentat in Crans-Montana VS aus.
Bild: sda
Der Bereich rund um die betroffene Bar ist abgesperrt.
Bild: sda
So sieht die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS von innen aus.
Bild: Tripadvisor
Einwohner und Besucher von Crans-Montana stehen unter Schock.
Bild: Keystone/Police Cantonale Valaisanne
Erst am Donnerstagmittag tauchen erste Bilder vom Inneren der Bar auf.
Bild: AP
Die betroffene Bar «Le Constellation» befindet sich im Zentrum von Crans-Montana.
Bild: sda
Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS hat die Identifizierung der Opfer begonnen. Die Leichen sind so stark verbrannt, dass es Tage dauern könnte, sie zu identifizieren. Eltern vermisster Jugendlicher bitten in den sozialen Medien verzweifelt um Informationen über ihre Familienangehörigen.
Bei dem Brand wurden zudem 115 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Detaillierte Informationen zu den Opfern gibt es aktuell nur sehr wenige. Es ist allerdings davon auszugehen, dass viele junge Menschen bei der Katastrophe zu Schaden kamen. «Es handelt sich um junge Patienten. Im Durchschnitt sind sie zwischen 16 und 26 Jahre alt», sagte Claire Charmet, die Direktorin des Universitätsspitals Lausanne, gegenüber «24 heures».
Laut dem Walliser Regierungspräsidenten Mathias Reynard wird die Identifizierung der Opfer «einige Zeit» in Anspruch nehmen. Für die betroffenen Familien sei dies eine «schreckliche» Zeit, räumte er bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend in Sitten ein.
Menschen weinen nach Brandkatastrophe in der Neujahrsnacht vor der Bar Le Constellation in Crans-Montana VS.
Bild:Keystone/Jean-Christophe Bott
Aufrufe in sozialen Medien
Eltern und Freunde vermisster Jugendlicher bitten nun in den sozialen Medien verzweifelt um Informationen über ihre Familienangehörigen. «Meine 15-jährige Schwester wird vermisst. Wir haben keine Neuigkeiten seit dem Feuer in der Bar in Crans-Montana», heisst es laut «20 Minuten» in einer auf Instagram geposteten Story. Das Mädchen sei dort mit drei Freunden gewesen, die ebenfalls vermisst werden. Der Verfasser des Beitrags bitte die Leute um Informationen und ihre Mithilfe, hiess es weiter.
Auch Laetitia Brodard-Sitre aus der Westschweiz ist betroffen. Ihr Sohn Arthur (16) gilt seit der Silvesternacht als vermisst. Die Mutter wusste, dass ihr Sohn sich zum Jahreswechsel in der betroffenen Bar aufgehalten hatte. Seither fehlt von ihm jede Spur.
«Seit über 30 Stunden suche ich meinen Sohn», sagte Brodard-Sitre am Freitag in einem Interview mit dem französischen Nachrichtensender BFMTV. Sie habe seit Bekanntwerden der Katastrophe zahlreiche Spitäler kontaktiert – bislang ohne Erfolg. «Ich weiss nicht, in welchem Spital er ist. Ich weiss nicht, in welchem Bezirk er ist. Ich weiss nicht, in welchem Kanton oder in welchem Land er ist», sagte sie weiter.
Laetitia Brodard-Sitre sucht seit 30 Stunden ihren Sohn
Screenshot BFMTV
Aufgeben komme für sie nicht infrage. «Ich höre nicht auf zu suchen. Ich werde nicht loslassen», betonte die Mutter. Parallel zu den Behörden setzt sie grosse Hoffnung in die Verbreitung von Bildern und Hinweisen über soziale Medien.
Brodard-Sitre verteidigte zugleich, dass ihr Sohn und andere Jugendliche die Silvesternacht in der Bar verbracht hatten. «Wir sind keine verantwortungslosen Eltern, nur weil wir unsere 16-jährigen Kinder an Silvester haben ausgehen lassen», sagte sie. Alle Eltern hätten gewusst, wo sich ihre Kinder befanden, und die Jugendlichen hätten den Jahreswechsel gemeinsam mit Freunden gefeiert.
Vermisste aus Italien
Unter den Toten und Verletzten sind nach italienischen Angaben auch Italiener. Zu den Vermissten gehört Giovanni Tamburi aus Bologna. Seine Mutter habe einen Appell gestartet, um ihren Sohn zu finden. «Wir rufen alle Spitäler an, aber niemand weiss etwas, zumal die Eingelieferten in einem furchtbaren Zustand sind», sagte sie der italienischen Zeitung «La Repubblica». Der 16-Jährige sei mit seinem Vater, der ein Haus in der Schweiz besitzt, nach Crans-Montana in die Ferien gefahren.
Zentral ist dabei laut «20 Minuten» ein temporär eingerichteter Instagram-Account, auf dem Bilder von Vermissten veröffentlicht werden. Die Betreiber kündigten an, das Profil wieder zu löschen, sobald alle Betroffenen lokalisiert seien. Unter den Beiträgen finden sich Namen, Geburtsdaten und Telefonnummern von Angehörigen – verbunden mit der Hoffnung, dass sich jemand meldet, der Hinweise geben kann.
Auf den veröffentlichten Bildern sind fast ausschliesslich junge Menschen zu sehen. Viele der Gesuchten waren Jugendliche, die den Jahreswechsel in der Bar feiern wollten. Mehrere Familien berichten, dass sie seit Stunden oder gar Tagen keine Informationen erhalten hätten – weder von Spitälern noch von den Behörden.
Für Angehörige, nahestehende Personen der Opfer sowie Leichtverletzte und Zeugen wurde eine Helpline eingerichtet: 0848 112 117.
Dutzende Tote bei Silvesterparty in Schweizer Nobel-Skiort
STORY: Nach dem Feuer und einer Explosion während einer Silvesterparty in dem Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana laufen die Ermittlungen. Bei dem Unglück sind nach Polizeiangaben Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Rund 100 Personen wurden zudem bei dem Vorfall in einer Bar im Kanton Wallis verletzt. Unter den Opfern sollen auch Ausländer sein. Die genaue Ursache für die Katastrophe war zunächst nicht bekannt. Die Behörden gingen aber laut Staatsanwaltschaft nicht von einem Anschlag aus. Das Feuer in der Bar «Le Constellation» brach um 01.30 Uhr am frühen Donnerstagmorgen aus. Genaue Opferzahlen wollte die Polizei auf einer am Vormittag einberufenen Pressekonferenz nicht nennen. Das italienische Aussenministerium teilte aber mit, es verfüge über Informationen der Schweizer Polizei, die auf etwa 40 Tote hindeuteten.In Crans-Montana ist die Bestürzung über das Unglück gross. Einige sorgen sich um Freunde oder Bekannte. «Ich kenne jemanden, der möglicherweise unter den Opfern ist, und ich kann sie nicht erreichen. Ich mache mir grosse Sorgen. Ich werde versuchen, andere Leute zu kontaktieren, die diese Frau kennen, um herauszufinden, ob sie noch lebt.» Viele Opfer mussten wegen Brandverletzungen behandelt werden. Die meisten Verletzten befänden sich in einem ernsten Zustand, erklärte der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard. Die Intensivstation des Spitals Wallis sei voll. Patienten wurden deshalb in Krankenhäuser nach Zürich, Genf, Lausanne und Sion verlegt. Zur Versorgung der Verletzten wurden den Behörden zufolge zehn Hubschrauber und 40 Krankenwagen mobilisiert.