Anti-Covid-Pille «reduziert Todesfälle um 50 Prozent»

SwissTXT/pab

24.11.2021

FILE - In this undated file image provided by Merck & Co. shows their new antiviral medication. The pharmaceutical Merck has agreed to allow other drugmakers worldwide to make its COVID-19 treatment, the first pill that has been shown to be effective against the disease, in a move aimed at helping millions of people in poorer countries access to the drug. In a statement on Wednesday, Oct. 27, 2021, the U.N.-backed Medicines Patent Pool said it had signed a voluntary licensing agreement for molnupiravir with Merck and its partner Ridgeback Biotherapeutics. (Merck & Co. via AP, File)
Die Herstellerfirma Merck sagt mit Molnupiravir der Pandemie den Kampf an.
KEYSTONE

Die Schweiz kauft eine neue Covid-Pille: Molnupiravir ersetzt nicht die Impfung – was das Medikament aber bei rechtzeitiger Einnahme leisten kann, erklärt ein Mediziner. 

SwissTXT/pab

24.11.2021

Am Dienstag wurde bekannt, dass der Bund einen Vertrag über den geplanten Kauf der antiviralen Pille Molnupiravir von Merck unterzeichnet hat. Das Medikament soll spätestens im Januar 2022 verfügbar sein.

Um die Bedeutung, Sicherheit und tatsächliche Wirksamkeit der Arznei zu verstehen, hat das Tessiner Fernsehen RSI den Leiter des Instituts für Pharmakologische Wissenschaften des Ente Ospedaliero Cantonale in Bellinzona kontaktiert.

Alessandro Ceschi erklärt, dass das Medikament antiviral wirke: «Es ist ein Medikament, das oral eingenommen werden kann. Es schränkt die Vermehrung des Virus ein: Das Risiko einer Hospitalisierung oder eines Todesfalls durch Covid wird um etwa 50 Prozent reduziert.»

Ceschi möchte jedoch klarstellen, dass die Erkrankung durch das Medikament nicht präventiv verhindert werden kann. Das heisst: Molnupiravir ist kein Ersatz für die Impfung. Stattdessen wird das Mittel wie die meisten antiviralen Wirkstoffe im Frühstadium der Erkrankung eingenommen – also in den ersten fünf Tagen nach der Infektion.

«Es ist ein Medikament, das Patient*innen vorbehalten ist, die leichte bis mittelschwere Verläufe haben», so Ceschi. Die Behandlung dauert fünf Tage, das Mittel wird zweimal täglich eingenommen. Es sei gut verträglich, sagt der Experte: «Es gibt wie bei jedem Medikament Nebenwirkungen, aber die sind meistens mild.» Bisher hätten Patient*innen maximal über Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen geklagt.

Ceschi erinnert noch daran, dass bisher nur die britische Arzneimittelbehörde Molnupiravir durchgewunken hat. Ihr europäisches Pendant prüfe das Medikamente noch.