Unbewilligte WEF-Demo angekündigtStadt Bern rechnet mit Gewalt und Eskalation am Wochenende
Sven Ziegler
16.1.2026
In Bern werden auch diese Woche Ausschreitungen erwartet.
X
Linke Gruppierungen in Bern rufen in Bern zu einer unbewilligten Kundgebung auf. Die Polizei rechnet mit gewaltbereiten Teilnehmern und steht vor einem heiklen Wochenende.
Redaktion blue News
16.01.2026, 14:06
Sven Ziegler
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Am Samstag ist in Bern eine unbewilligte Anti-WEF-Demonstration angekündigt, unterstützt von pro-palästinensischen Gruppen.
Die Polizei rechnet mit gewaltbereiten Teilnehmern aus dem linksradikalen Milieu und bereitet ein Grossaufgebot vor.
Trotz der Eskalation im Oktober hält die Stadt Bern an ihrer bisherigen Deeskalationsstrategie fest.
Am kommenden Samstag droht der Stadt Bern erneut ein sicherheitspolitischer Härtetest. Linke und linksradikale Gruppierungen haben zu einer unbewilligten Anti-WEF-Demonstration aufgerufen. Die Kundgebung richtet sich offiziell gegen das World Economic Forum in Davos – dürfte aber deutlich darüber hinausgehen.
Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden mobilisieren dieselben Kreise, die bereits im Oktober für massive Ausschreitungen sorgten. Entsprechend angespannt ist die Lage wenige Tage vor Beginn des WEF.
Gleiche Szene, neue Parolen
Beworben wird die Kundgebung in den sozialen Medien unter Slogans wie «Smash WEF» oder «Friede der Welt, Krieg dem WEF». Gleichzeitig haben sich pro-palästinensische Gruppen solidarisch erklärt. Beobachter gehen davon aus, dass sich das Protestfeld am Samstag mischen wird – von friedlichen Demonstrierenden bis hin zu gewaltbereiten Akteuren aus der linksradikalen Szene.
Im Fokus stehen Gruppierungen, die sich offen gegen staatliche Institutionen, Polizei und wirtschaftliche Eliten positionieren. Auch persönliche Angriffe auf exponierte Personen werden in internen Kanälen thematisiert.
Polizei rechnet mit Gewalt
Die Kantonspolizei Bern bereitet sich auf ein Grossaufgebot vor. Obwohl gleichzeitig in Davos tausende Sicherheitskräfte für das WEF gebunden sind, werden zusätzliche Einheiten aus anderen Kantonen eingesetzt.
Ein Polizeisprecher betont gegenüber der NZZ, man nehme die Ankündigungen «sehr ernst». Ziel sei es, frühzeitig zu reagieren, um Sachschäden und Verletzte zu verhindern. Gleichzeitig bleibe die rechtliche Lage schwierig: In Bern ist die Teilnahme an unbewilligten Demonstrationen nicht grundsätzlich verboten.
Politik hält an Deeskalation fest
Im Oktober kam es in Bern bereits zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die unbewilligte Pro-Palästina-Demonstration hat für die Stadt massive Folgen gehabt. Wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Gemeinderats hervorgeht, beliefen sich allein die Kosten für den Polizeieinsatz auf rund 1,1 Millionen Franken. Hinzu kommen Sachschäden in sechsstelliger Höhe.
Trotz der schweren Ausschreitungen hält die Stadtregierung an ihrer bisherigen Praxis fest. Man verwies auf über 300 Kundgebungen pro Jahr, die mehrheitlich friedlich verliefen. Die Strategie der Deeskalation habe sich grundsätzlich bewährt, heisst es. Eine generelle Verschärfung lehnt der Gemeinderat bislang ab.