SBB-Begleiterin liess ihn auffliegen Offizier fährt mit gefälschtem Marschbefehl gratis Zug

zis

9.7.2024

Der Militärkader wurde für sein Verhalten verurteilt. (Symbolbild)
Der Militärkader wurde für sein Verhalten verurteilt. (Symbolbild)
KEYSTONE

Ein Militärkader fälschte seinen Marschbefehl, um gratis Zug fahren zu können. Beinahe wurde daraus eine grosse Staatsaffäre. 

zis

9.7.2024

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein Militärkader fälschte seinen Marschbefehl, um gratis Zug fahren zu können.
  • Bei der Kontrolle stellte die Zugbegleiterin fest, dass das Gültigkeitsdatum auf dem Marschbefehl nicht mit dem QR-Code übereinstimmte. 
  • Der Hauptmann hatte das Datum manipuliert, um auch ausserhalb des Dienstes kostenfrei Zug fahren zu können.

Vor einigen Jahren wurde ein Kader aus dem Militär zum Hauptmann befördert. Doch hinter den Kulissen legte er ein fragwürdiges Verhalten ausserhalb des Dienstes an den Tag. 

Eine SBB-Zugbegleiterin entdeckte im September des letzten Jahres Unregelmässigkeiten auf seinem Marschbefehl, wie der «Beobachter» schreibt. Der Mann nutzte diesen, um am Donnerstagabend in Zivil kostenlos mit der S-Bahn im Zürcher Unterland zu fahren.

Bei der Kontrolle stellte die Zugbegleiterin fest, dass das Gültigkeitsdatum auf dem Marschbefehl nicht mit dem QR-Code übereinstimmte. Dieser war auf das Vorjahr datiert. Der Hauptmann hatte das Datum manipuliert, um auch ausserhalb des Dienstes kostenfrei Zug fahren zu können, wie die Bundesanwaltschaft feststellte.

Beinahe Staatsaffäre

Die Konsequenzen für den Mann sind erheblich. Wegen «Fälschungen von Aufgeboten und Weisungen» wurde er zu einer Geldstrafe von 900 Franken verurteilt, bestehend aus 30 Tagessätzen à 30 Franken. Zusätzlich musste er die Verfahrenskosten von 500 Franken übernehmen.

Es hätte noch schlimmer kommen können. Die Bundesanwaltschaft erwog zunächst, ob es sich um ein politisches Staatsdelikt handeln könnte. Für solche Delikte wäre eine Ermächtigung des Bundesrats erforderlich gewesen.

Doch der Generalsekretär des Justiz- und Polizeidepartements entschied, dass der Bundesrat sich wichtigeren Aufgaben widmen solle, und liess Gnade vor Recht ergehen. So entging der Hauptmann einer schwereren Strafe und einer möglichen Staatsaffäre.


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