Reisewarnungen für Genf und Waadt – Trump: «Habe Corona-Gefahr heruntergespielt»

Agenturen/red

9.9.2020 - 22:00

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Worten die Coronavirus-Gefahr absichtlich heruntergespielt, um keine Panik auszulösen. Er war bereits Anfang Februar informiert, dass das Virus sich über Luft überträgt und eine höhere Sterberate als eine Grippe auslöst. Deutschland spricht Reisewarnungen für die Kantone Genf und Waadt aus.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Bundesamt für Gesundheit zählt am Mittwoch 469 bestätigte Neuinfektionen  bei 17'565 durchgeführten Tests.
  • In einem Freiburger Pflegeheim sind 53 Personen infiziert. Sieben Personen sind verstorben. In den übrigen Pflegeheimen des Kantons gibt es vereinzelte Fälle. Hauptsächlich sind Angestellte betroffen.
  • Der Nationalrat führt heute eine Debatte zum Covid-19-Gesetz, mit welchem verschiedene Corona-Notmassnahmen ins ordentliche Recht überführt werden sollen.
  • Deutschland spricht wegen der gestiegenen Zahl der Coronavirus-Neuansteckungen Reisewarnungen für die Schweiz aus – konkret für die Kantone Genf und Waadt.
  • Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, wo Migranten gegen eine Corona-Abriegelung revoltieren – steht nach dem Ausbruch mehrerer Brände in der Nacht zum Mittwoch fast vollständig in Flammen.

Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt die Anzahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 45’306 Personen; davon gelten 38’100 als genesen. 2’019 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 in der Schweiz verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 27’628’190, die Zahl der Toten auf 898’757.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 469 neue Coronavirus-Ansteckungen innert eines Tages gemeldet worden.

Im Pflegeheim von Siviriez FR, wo vergangene Woche 37 Personen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sind inzwischen 53 Personen infiziert worden. Sieben Personen sind gestorben, wie die Freiburger Gesundheits- und Sozialdirektion am Mittwoch mitteilte. In den übrigen Pflegeheimen des Kantons gibt es vereinzelte Fälle. Hauptsächlich sind Angestellte betroffen.

Die Schweiz sei im internationalen Vergleich bislang relativ «glimpflich» durch die Krise gekommen, stellen die Bundesökonomen fest. In einer Zwischeneinschätzung erwartet die Expertengruppe für das laufende Jahr noch einen Rückgang des Bruttoinlandproduktes (BIP) von etwa fünf Prozent. Im Juni hatte sie noch einen BIP-Rückgang von 6,2 Prozent für 2020 prognostiziert.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.35 Uhr: Erste Absagen von Weihnachtsmärkten

Die schweizer Städte arbeiten derzeit an den Schutzkonzepten für ihre Weihnachtsmärkte, berichtet «20min». Die gelten nicht als Veranstaltungen und daher gelten auch nicht die üblichen Corona-Bestimmungen des BAG. Es müssen daher eigene Konzepte entwickelt werden, die dann beim Kanton oder der Gemeinde zur Freigabe eingereicht werden. Die Krux: Auch wenn die Konzepte bereits bewilligt wurden, können die Zusagen kurzfristig wieder zurückgenommen werden, je nachdem wie sich die Corona-Situation entwickelt.

Dem Organisations-Komitee des Weihnachtsmarktes am Franziskanerplatz in Luzern waren die Risiken zu hoch. Es sagte den diesjährigen Weihnachtsmarkt ab. Auch die Arbeitsgruppe Christkindli-Märt Willisau sieht von einer Durchführung des Weihnachtsmarktes dieses Jahr ab.

20.56 Uhr: New Yorker Restaurants dürfen Innenbereiche öffnen

Restaurants in der Millionenmetropole New York dürfen ihre in der Corona-Krise seit März geschlossenen Innenbereiche Ende des Monats wieder für Gäste öffnen. Ab dem 30. September dürfe wieder innen bestellt und verzehrt werden, teilten Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch mit. Es gelten aber strenge Auflagen – etwa Kapazitätsbeschränkungen für Gäste auf rund ein Viertel, zwei Meter Abstand zwischen den Tischen, Fiebermessungen am Eingang sowie Abstands-, Masken- und Hygieneregeln.

Die Aussenbereiche der Gastronomie dürfen bereits seit einigen Wochen wieder geöffnet sein. Auch etwa Kasinos, Einkaufszentren, Fitnessstudios und Museen dürfen seit kurzem unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Der Bundesstaat und vor allem die Millionenmetropole New York waren im Frühjahr ein Epizentrum der Pandemie gewesen. Inzwischen haben sich die Zahlen aber auf niedrigem Niveau stabilisiert. Zuletzt waren in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern noch rund 450 infizierte Menschen im Krankenhaus, weniger als ein Prozent der Zehntausenden täglichen Tests fiel positiv aus.

20.39 Uhr: Deutschland spricht Reisewarnung für die Kantone Genf und Waadt aus

Deutschland spricht wegen der gestiegenen Zahl der Coronavirus-Neuansteckungen Reisewarnungen für die Schweiz aus – konkret für die Kantone Genf und Waadt. Die beiden Kantone sind neu auf der Liste der Risikogebiete, womit die einzelnen Bundesländer eine Quarantäne anordnen können. Ausserdem gilt bei der Einreise aus einem Risikogebiet eine Pflicht sich testen zu lassen.

«Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, kann gemäss den jeweiligen Quarantäneverordnungen der zuständigen Bundesländer, eine Pflicht zur Absonderung bestehen», heisst es auf der Webseite des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Das deutsche Aussenministerium sprach zudem am Mittwochabend Reisewarnungen für mehrere weitere Regionen in Europa aus, insbesondere in Frankreich.

20.27 Uhr: Corona-Rekordanstieg in Tschechien

Bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen wurde in Tschechien ein neuer Rekordwert erreicht. Am Dienstag kamen 1'164 Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwoch bekannt gab. Der bisherige Höchstwert innerhalb von 24 Stunden hatte bei knapp 800 gelegen. Die Gesamtzahl der aktive Infizierten stieg damit auf rund 9'300. Es wurden bisher insgesamt 441 Todesfälle mit einer Covid-19-Erkrankung in Verbindung gebracht. Tschechien hat nur knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den jüngsten Anstieg bereits am Vortag als «besorgniserregend» bezeichnet. Der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtech gab nun bekannt, dass vom Donnerstag an landesweit eine Maskenpflicht in allen Innenräumen ausserhalb der eigenen Wohnung gelte. Betroffen davon sind auch Büros, nicht aber Klassenzimmer. Ausgenommen sind unter anderem Kinder unter zwei Jahren. Bereits zuvor musste in öffentlichen Verkehrsmitteln ein Mundschutz getragen werden.

«Wir rufen alle Bürger zu maximaler Verantwortung und der Einhaltung grundlegender Hygieneregeln auf», teilte der 33 Jahre alte Minister der populistischen Partei ANO mit. In den sozialen Netzwerken stiess die Ankündigung Vojtechs überwiegend auf Kritik. Dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis wurde vorgehalten, dass er erst im Juni erklärt habe, es werde künftig keine flächendeckenden Massnahmen mehr geben. Eine Corona-Ampel sollte regional begrenzte Verschärfungen ermöglichen.

Die Regierung in Prag hatte Mitte März als eine der ersten eine Maskenpflicht eingeführt und die Grenzen geschlossen, die Massnahmen aber später wieder zurückgefahren. Nun sagte Regierungschef Babis, der sein Land zu Beginn der Pandemie als einen Musterschüler präsentiert hatte, man stehe vor einem «schweren Herbst».

Beobachter gehen davon aus, dass der jüngste Anstieg auch mit dem Ende der Sommerferien und der Rückkehr zahlreicher Urlauber zusammenhängen dürfte. Zu den beliebtesten Reiseländern der Tschechen zählt traditionell Kroatien, wo die Corona-Zahlen zuletzt ebenfalls gestiegen waren.

20.17 Uhr: Trump in Interview «Habe Corona-Gefahr heruntergespielt»

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Worten die Coronavirus-Gefahr absichtlich heruntergespielt, um keine Panik auszulösen. Zugleich geht aus am Mittwoch veröffentlichten Interviews mit dem Journalisten Bob Woodward hervor, dass Trump bereits Anfang Februar informiert war, dass das Virus sich über Luft überträgt und eine höhere Sterberate als eine Grippe auslöst. Öffentlich verwies er in dieser Zeit dagegen auf niedrige Fallzahlen in den USA und behauptete mehrfach, das Virus werde von allein verschwinden.

In den USA starben rund 190'000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus – zum Teil auch weil sie Warnungen von Experten und Vorsichtsmassnahmen wie Masken nicht ernst nahmen.

Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany erklärte in einer ersten Reaktion: «Der Präsident hat die amerikanische Öffentlichkeit nie über Covid belogen.» Es habe aber dafür gesorgt, dass die Bevölkerung die Ruhe behalten habe.

Trump war bereits Anfang Februar informiert, dass das Coronavirus sich über die Luft überträgt und eine höhere Sterberate als eine Grippe hat.
Bild: Keystone

Der Sender CNN veröffentlichte kurz zuvor Auszüge aus den aufgezeichneten Trump-Interviews, die Woodward für ein demnächst erscheinendes Buch geführt hatte. Darauf ist unter anderem zu hören, wie Trump am 19. März sagt: «Ich wollte es immer herunterspielen. Ich spiele es auch immer noch gern herunter, weil ich keine Panik erzeugen will.»

In einem Gespräch am 7. Februar sagte Trump den Aufnahmen zufolge: «Das ist tödliches Zeug.» Menschen müssten nicht erst Kontaktflächen anfassen, um sich anzustecken: «Man atmet einfach Luft ein, und das ist, wie es sich überträgt.»

19.44 Uhr: Auch Royals müssen sparen – Hunderte Jobs im Königshaus bedroht

Die Corona-Pandemie macht auch vor den Finanzen der britischen Royals nicht halt: Die fehlenden Einnahmen könnten mehrere Hundert Angestellte der königlichen Paläste den Job kosten. «Aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Finanzen des Royal Collection Trust müssen wir die Personalkosten reduzieren», bestätigte eine Sprecherin des Royal Collection Trust am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Stiftung verwaltet die Schlösser und Kunstwerke im Besitz der britischen Royals.

Man habe ein freiwilliges Abfindungsprogramm eingerichtet, das rund 100 Beschäftigte in Anspruch genommen hätten, so die Sprecherin. Ausserdem gebe es bei den Löhnen eine Nullrunde und man führe Gespräche über eine Reduzierung der Rentenansprüche. Einem Bericht der «Daily Mail» zufolge könnten bis zu 300 der 600 Hausangestellten der Queen von den Massnahmen betroffen sein. Die Angestellten arbeiten in den Anwesen des Königshauses, unter anderem im Buckingham-Palast.

Vor Schloss Windsor versammelten sich am Dienstag einige Beschäftigte in ihren Uniformen zu einem stillen Protest. Sie hielten ein Plakat mit der Aufschrift «König Heinrich schnitt Köpfe ab. Nun wollen sie unsere Jobs abschaffen und unsere Renten beschneiden. Loyalität ist keine Einbahnstrasse!», wie auf einem Twitter-Foto der Gewerkschaft PCS Union zu sehen ist. In dieser sind viele der Bediensteten des Königshauses organisiert.

Die Corona-Pandemie hat auch die Royals finanziell hart getroffen. Im Mai hatte die Stiftung bereits angekündigt, krisenbedingt mehrere Hundert Kurzzeitjobs zu streichen.

18.48 Uhr: Tagesschule in Biel nach Covid-Fall geschlossen

Nach einem Corona-Fall bleibt die Tagesschule «Bienne-Poste» in Mett bis mindestens 15. September geschossen. Eine Betreuerin war am Dienstag positiv auf Covid-19 getestet worden.

Da ein enger Kontakt zwischen den Betreuenden nicht ausgeschlossen werden könne, blieben acht Mitarbeitende als Kontaktpersonen und 96 betreute Kinder bis 14. September in Quarantäne, teilten die Berner Kantonsbehörden am Mittwoch mit.

Das Contact Tracing forsche nun den Kontakten der Mitarbeitenden ausserhalb der Arbeitszeit nach. Die Tagesschule bleibt bis mindestens 15. September geschlossen. Die betroffenen Eltern seien bereits informiert worden. Das Kantonsarztamt bittet alle Personen aus dem Umfeld der Tagesschule, sehr genau auf ihren Gesundheitszustand zu achten.

18.27 Uhr: Sieben Todesopfer in Freiburger Pflegeheim

Das Pflegeheim des Dorfs Siviriez FR (im Bild der Dorfkern) ist vom Coronavirus hart getroffen worden. (Archivbild)
Bild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Im Pflegeheim von Siviriez FR, wo vergangene Woche 37 Personen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sind inzwischen 53 Personen infiziert worden. Sieben Personen sind gestorben, wie die Freiburger Gesundheits- und Sozialdirektion am Mittwoch mitteilte.

Sie schreibt, 34 der Infizierten seien Bewohnerinnen und Bewohner, 19 Angestellte des Heims. Angesichts der grossen Zahl von infizierten Angestellten hat das freiburgische Kantonsarztamt verlangt, dass die Heimbewohner ins Spital eingewiesen werden. Etliche Bewohnerinnen und Bewohner hätten Symptome entwickelt, weshalb die Arbeitslast im Heim weiter zugenommen habe. Die Freiburger Spitalgruppe HFR hat den Angaben des Kantons Freiburg zufolge zugesagt, neun Personen aufzunehmen. Bei den Zahlen handelt es sich laut der Mitteilung um Angaben, die noch nicht in den amtlichen Statistiken stehen.

Anfang September hatte die freiburgische Gesundheits- und Sozialdirektion noch vermeldet, von den 37 in Siviriez positiv aufs Coronavirus getesteten Personen seien zwei Personen ins Spital gebracht worden. Der Gesundheitszustand der Mehrheit der Bewohner sei stabil.

Einen weiteren Covid-19-Ausbruch meldet die freiburgische Gesundheits- und Sozialdirektion aus einem Heim in Bulle FR. Dort sind bis jetzt 21 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 13 Angestellte positiv aufs Coronavirus getestet worden. Eine Person ist gestorben.

In den übrigen Pflegeheimen des Kantons gibt es vereinzelte Fälle. Hauptsächlich sind Angestellte betroffen.

17.31 Uhr: Schweizer Wirtschaft könnte sich schneller erholen als gedacht

In einer am Mittwoch veröffentlichten Zwischeneinschätzung erwartet die Expertengruppe für das laufende Jahr noch einen Rückgang des Bruttoinlandproduktes (BIP) von etwa fünf Prozent. Im Juni hatte sie noch einen BIP-Rückgang von 6,2 Prozent für 2020 prognostiziert. Allerdings sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass eine weitere massive Verbreitung des Coronavirus sowie stark einschränkende Eindämmungsmassnahmen im Inland wie bei wichtigen Handelspartnern ausblieben, heisst es.

Auch bezüglich der Arbeitslosenzahlen gibt sich die Expertengruppe etwas optimistischer als bisher. Neu rechnet sie mit einer Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt von «unter 3,5 Prozent», nachdem sie im Juni von einer Quote von 3,8 Prozent ausgegangen war.

Die Schweiz sei im internationalen Vergleich bislang relativ «glimpflich» durch die Krise gekommen, stellen die Bundesökonomen fest. Mit der vergleichsweise frühen Lockerung der gesundheitspolitischen Massnahmen habe sich die Wirtschaft bereits ab Ende April spürbar erholen können.

Der Schweizer Wirtschaft geht es weniger schlecht als gedacht.
Bild: Keystone

16.18 Uhr: Mehr Suizidgedanken wegen Covid-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat bei der Dargebotenen Hand zu einer Zunahme von Gesprächen mit Suizidgefährdeten geführt. Da Suizidgedanken häufig versteckt und oft auch über Soziale Medien geteilt werden, hat Tel143 in Zusammenarbeit mit Twitter Prompts entwickelt, die zur Suizidprävention beitragen sollen. Wenn bei einer Suche auf Twitter bestimmte Schlüsselwörter verwendet werden, erscheint eine Nachricht in allen drei Landessprachen, dass die Dargebotene Hand rund um die Uhr für alle da ist, wie die Organisation im Hinblick auf den internationalen Tag der Suizidprävention vom morgigen Donnerstag mitteilte.

Vom 1. März bis am 30. Juni führte die Dargebotene Hand landesweit 1'768 Gespräche mit Menschen, die sich mit dem Gedanken trugen, ihr Leben gewaltsam zu beenden. Das entspreche gegenüber der Vorjahresperiode mit 1'645 Erfassungen einer Zunahme um fünf Prozent. Die Dargebotene Hand befürchtet, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die Zahl der Verzweifelten weiterhin ansteigen lässt. Denn es drohten Lohnkürzungen, Kündigungen und Konkurse. Tel143 sei für alle da, die keinen Ausweg mehr sähen, betonte die Organisation.


Brauchen Sie Hilfe? Hier können Sie reden.

Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da.

Beratungstelefon der Dargebotenen Hand: Telefon 143, www.143.ch Beratungstelefon Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche): Telefon 147, www.147.ch

Weitere Adressen und Informationen: www.reden-kann-retten.ch

Adressen für Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben

Refugium – Verein für Hinterbliebene nach Suizid: www.verein-refugium.ch Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils: www.nebelmeer.net

15.15 Uhr: China will Konsum ankurbeln

China will seine noch unter den Folgen der Corona-Rezession leidende Binnennachfrage ankurbeln. «Der Konsum ist in diesem Jahr von der Pandemie relativ stark getroffen worden und ein schwacher Bereich in der wirtschaftlichen Erholung», sagte ein Regierungsmitglied am Mittwoch im staatlichen Fernsehen.

Im Juli etwa sank der Detailhandelsumsatz um 1,1 Prozent zum Vorjahresmonat, während die Industrieproduktion um 4,8 Prozent wuchs.

China werde neue Formen des Konsums fördern, die durch das Internet und die digitale Technologie unterstützt werden, sagte das Regierungsmitglied. Dazu solle der Aufbau der entsprechenden Infrastruktur beschleunigt werden. Auch Innovationen sollen gefördert werden, um die Binnennachfrage zu steigern. Details dazu wurden nicht genannt.

Die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft der ist im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie erstmals seit Jahrzehnten gesunken. Im Frühjahr folgte aber bereits wieder ein deutliches Wachstum. Die Regierung in Peking hat eine Reihe von Konjunkturmassnahmen ergriffen, die von Steuersenkungen bis zu niedrigeren Kreditzinsen reichen.

Chinesen sollen nach dem Wunsch ihrer Regierung mehr konsumieren.
Bild: Keystone

14.44 Uhr: Phase-III-Studie für Corona-Impfstoff in Russland gestartet

In der russischen Hauptstadt Moskau haben die Impfungen im Rahmen der Phase-III-Studie für den Corona-Impfstoff «Sputnik V» begonnen. Ersten Freiwilligen sei das Präparat gespritzt worden, sagte die Vize-Bürgermeisterin Anastassija Rakowa am Mittwoch in Moskau der Agentur Interfax zufolge. «Heute ist ein wichtiger Tag nicht nur für die Stadt, sondern für das ganze Land.» Mehr als 35'000 Moskauer hätten sich bereits als Freiwillige gemeldet. Geimpft werden soll demnach in 20 Kliniken in der Stadt.

Der russische Impfstoff mit dem Namen «Sputnik V» wurde vor rund einem Monat für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben - trotz internationaler Bedenken. Die Freigabe erfolgte vor Abschluss der wichtigen Phase III klinischer Studien. Erst in dieser Phase wird gewöhnlich an sehr vielen Teilnehmern überprüft, ob und wie gut ein Wirkstoff vor einer Infektion schützt und welche eventuell nur seltenen Nebenwirkungen auftreten.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Michail Muraschko sollen landesweit 40'000 Menschen an den Tests teilnehmen. Parallel dazu sollten bald auch die Impfungen von Risikogruppen beginnen. Vor allem Klinikpersonal und Lehrern soll demnach das Vakzin gespritzt werden - den Angaben nach freiwillig. Die Impfung besteht dem Ministerium zufolge aus zwei Teilen: Nach der ersten Spritze bekommen die Freiwilligen nach 21 Tagen eine zweite.

Mehrere Politiker in Russland haben sich nach eigener Darstellung bereits impfen lassen, darunter Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Kremlsprecher Dmitri Peskow liess am Mittwoch offen, ob sich auch Präsident Wladimir Putin impfen lassen wird.

14 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die absolut am stärksten betroffenen Länder – unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100'000 Einwohner.
Grafik: dpa

13.30 Uhr: Pandemie bremst Klimawandel nicht nachhaltig

Die Corona-Pandemie hat den Klimawandel einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge nicht merklich ausgebremst. Zwar seien die weltweiten Kohlenstoffdioxid-Emissionen im April angesichts der Corona-Beschränkungen um rund 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, hiess es in einem am Mittwoch in New York von mehreren UN-Organisationen veröffentlichten Bericht. Schon Anfang Juni hätten die täglichen CO2-Emissionen aber nur noch rund fünf Prozent unter denen von 2019 gelegen. Für das Gesamtjahr prognostizieren die Autoren des Berichts eine Minderung von vier bis sieben Prozent gegenüber den Vorjahreswerten.

Die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre sei unterdessen weiter gestiegen, heisst es in dem Bericht. Daran werde wahrscheinlich auch die leichte Minderung der Emissionen in diesem Jahr nur wenig ändern. «Während viele Aspekte unserer Leben 2020 durcheinandergebracht wurden, ist der Klimawandel unvermindert weitergegangen, wie dieser Bericht zeigt», sagte Petteri Taalas, Chef der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), einer Sonderorganisation der UN.

Die Jahre 2016 bis 2020 würden wahrscheinlich zur wärmsten Fünfjahresperiode seit Beginn der Aufzeichnungen – mit einer globalen Durchschnittstemperatur von 1,1 Grad Celsius über dem der Zeit zwischen 1850 und 1900 und 0,24 Grad Celsius über dem der Jahre 2011 bis 2015.

Die Hoffnungen, dass die Corona-Pandemie wenigstens einen positiven Einfluss auf den Klimawandel haben könnten, scheinen sich nicht zu bewahrheiten. (Symbolbild)
Bild: Keystone

13.15 Uhr: Papst ruft zu Gesundheitsschutz auf

Papst Franziskus hat bei der zweiten Generalaudienz mit Gläubigen nach der Corona-Pause zu mehr Achtsamkeit für die Gesundheit aller während der Pandemie aufgerufen. Bei seiner Ankunft im Damasushof des Apostolischen Palastes, wo die Audienz am Mittwoch stattfand, trug der 83 Jahre alte Argentinier eine Schutzmaske, die er anschliessend ablegte.

Nach einigen Begegnungen mit Gläubigen, die hinter Absperrungen mit Mund-Nasen-Schutz auf den Papst warteten, desinfizierte sich Franziskus mit einem Hygienegel die Hände.

Der Pontifex rief die Menschen in seiner Ansprache dazu auf, während der Corona-Pandemie Acht auf die Gesundheit anderer und ihre eigene zu geben. «Gesundheit ist nicht nur ein individuelles sondern auch ein öffentliches Gut. Eine gesunde Gesellschaft ist eine Gesellschaft, die sich um die Gesundheit aller kümmert», sagte der Papst. Gleichzeitig beklagte er das «Aufkommen parteiischer Interessen», beispielsweise bei der Verteilung von Impfstoffen.

Papst Franziskus kam mit Atemschutzmaske zur zweiten Generalaudienz mit Gläubigen. 
Bild: Keystone

13 Uhr: Rekordanstieg in Tschechien

In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen wurde ein Rekordwert erreicht: Am Dienstag kamen 1'164 Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwoch bekanntgab.

Der bisherige Höchstwert innerhalb von 24 Stunden hatte bei knapp 800 gelegen. Die Gesamtzahl der aktiven Fälle stieg damit auf rund 9'300. Es wurden bisher insgesamt 441 Todesfälle mit einer Covid-19-Erkrankung in Verbindung gebracht. Tschechien hat nur knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den jüngsten Anstieg bereits am Vortag als «besorgniserregend» bezeichnet. Inzwischen gilt in Tschechien wieder landesweit eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln; in Prag zudem in Geschäften und Einkaufszentren.

Gesundheitsminister Adam Vojtech kündigte nun bei Twitter an, dass vom Donnerstag an eine Maskenpflicht «in allen Innenräumen in der ganzen Tschechischen Republik» eingeführt werde. Die Einzelheiten sollten im Laufe des Tages bekanntgegeben werden.

12.26 Uhr: 469 Neuinfektionen und ein Todesfall

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 469 neue Coronavirus-Ansteckungen innert eines Tages gemeldet worden. Am Dienstag waren es 245 Fälle, am Montag 191. Es gab einen neuen Todesfall und 14 neue Spital-Einweisungen.

Am Sonntag, Samstag und Freitag war mit 444 beziehungsweise 405 und 425 Neu-Angesteckten erstmals seit Mitte April die Marke von 400 Fällen pro Tag überschritten worden. Nun stieg die Zahl auf 469.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 45'306 laborbestätigte Fälle, wie das BAG am Mittwoch mitteilte. Seit Anfang der Pandemie mussten 4'617 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg auf 1735.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'129'549 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Innerhalb eines Tages wurden dem BAG 17'565 neue Tests gemeldet.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung steckten am Mittwoch nach Angaben des BAG 2'063 Personen in Isolation und 5208 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 8'496 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Ärzte behandeln in einem Schweizer Spital einen Covid-19-Patienten. (Archiv)
Bild: Keystone

12.18 Uhr: Keine Fasnacht in Payerne

Wegen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie ist die Fasnacht 2021 in Payerne VD abgesagt worden. Die Brandons de Payerne hätten vom 19. bis 22. Februar 2021 stattfinden sollen.

Angesichts der strengen Sicherheitsvorkehrungen, die der Bund für Veranstaltungen mit mehr als 1'000 Personen vorschreibt, sei eine Durchführung unmöglich. Dies schreiben die Organisatoren der Brandons de Payerne, einer der ältesten Karnevalsveranstaltungen in der Schweiz, in einem Communiqué vom Mittwoch.

Es sei es unvorstellbar, einen Umzug mit 15'000 bis 20'000 teils sitzenden und maskierten Zuschauerinnen und Zuschauern zu organisieren, sagte OK-Präsident Sylvain Hofstettler der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Närrisches Treiben wird es 2021 in Payerne nicht geben. (Archivbild)
Bild: Keystone

12 Uhr: Ryanair senkt die Erwartungen

Ryanair wird wegen der Corona-Krise deutlich weniger Passagiere zählen als vor einigen Monaten noch erwartet. Im Geschäftsjahr zu Ende März 2021 werde nun noch mit 50 Millionen Passagieren gerechnet, sagte Firmenchef Michael O'Leary der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Das entspricht einem Drittel der Passagiere, die die irische Billigairline im Vorjahreszeitraum hatte. Und es sind zehn Millionen weniger als noch im Juli prognostiziert. Im Mai war der Marktführer Ryanair sogar noch von 80 Millionen Passagieren ausgegangen.

Bei der Billigairline Ryanair bleiben viele Maschinen derzeit am Boden.
Bild: Keystone

11.12 Uhr: Italien denkt an Verkürzung der Quarantäne

Nach den Überlegungen Frankreichs, die Quarantänezeit für Corona-Infizierte zu verkürzen, diskutiert auch Italien über einen solchen Schritt. «Wenn wir die Quarantäne verkürzen sollten, würden sich auch die sozialen und wirtschaftlichen Kosten reduzieren», sagte der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte. Die Verkürzung der Quarantäne von 14 auf sieben Tage sei eine «wichtige Perspektive».

Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran hatte am Dienstag gesagt, dass diese Option in Frankreich geprüft werde. Eine Entscheidung soll in Paris am Freitag getroffen werden.

Nach Ansicht vieler italienischer Experten ist eine Verkürzung der Quarantänezeit bei einer Corona-Infektion ohne Symptome sinnvoll. «14 Tage Isolation zu empfehlen, hatte zu Beginn der Pandemie Sinn und war richtig, weil wir nichts über dieses Virus wussten», sagte Mario Clerici, Immunologie-Professor an der Universität Mailand, dem «Corriere della Sera» vom Mittwoch. «Heute kennen wir das Virus sehr viel besser und eine so lange Quarantäne ist übertrieben, vor allem für die Infizierten ohne Symptome.»

10.30 Uhr: Berlusconi reagiert gut auf Therapien

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich erstmals nach seiner Infektion mit dem Coronavirus zu Wort gemeldet und Parteikollegen vom Kampf gegen die «höllische Krankheit» berichtet. «Ich gebe alles und hoffe, dass ich bald wieder zurück bin», sagte Berlusconi am Dienstagabend laut Nachrichtenagentur Ansa bei einer Telefonkonferenz mit Mitgliedern seiner Partei Forza Italia. «Ich kämpfe, um dieser höllischen Krankheit zu entkommen.»

Der 83-Jährige wird seit vergangenem Freitag wegen seiner Infektion mit dem Coronavirus im Mailänder Spital San Raffaele behandelt. Seit einigen Tagen ist der Politiker und Unternehmer, der wegen seines Alters und einiger Vorerkrankungen als Risikopatient gilt, auf dem Weg der Besserung. «Ich denke, dass uns jede Stunde, die vergeht, näher ans positive Resultat einer Genesung bringt», sagte Berlusconis Arzt Professor Alberto Zangrillo am Dienstagabend im TV-Sender Rai.

Allerdings sei Covid-19 eine «tückische Krankheit», bei der man nicht vorschnell denken dürfe, man habe sie besiegt, warnte Zangrillo. Bei Berlusconi zeige die Behandlung im Krankenhaus jedoch Erfolge. «Seine Krankheit hat den erhofften Verlauf genommen, er reagiert sehr gut auf die Therapien», sagte der Mediziner.

Silvio Berlusconi stemmt sich in einem Mailänder Spital gegen das Coron-Virus und hofft auf eine baldige Genesung. (Archiv)
Bild: Keystone

10.15 Uhr: England verschärft Corona-Massnahme

Aus Furcht vor einer zweiten Coronawelle werden in England Versammlungen mit mehr als sechs Menschen bis auf Weiteres untersagt. Bislang dürfen sich noch 30 Personen treffen. Die neue Obergrenze soll ab kommenden Montag gelten. Sie betrifft Treffen in den eigenen vier Wänden und im öffentlichen Raum, wie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch berichtete.

Ausnahmen werden für Haushalte mit mehr als sechs Personen wie auch für Treffen mit beruflichem Hintergrund oder zu Ausbildungszwecken gelten, also etwa in Schulen. Auch Hochzeiten, Beerdigungen und einige Sportarten werden von den verschärften Regeln ausgenommen.

«Wir müssen jetzt handeln, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen», sagte Premierminister Boris Johnson in einem vorab verbreiteten Redetext. Auch er hatte die Covid-19-Erkrankung und auf einer Intensivstation eines Londoner Krankenhauses um sein Leben gekämpft.

Jeder Landesteil in Grossbritannien entscheidet im Kampf gegen die Pandemie über seine eigenen Massnahmen. Das Vereinigte Königreich ist mit Blick auf die Todeszahlen das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Corona-Krise reagiert zu haben. Gesundheitsexperten fürchten, dass im Winter – wenn die vielen Grippefälle hinzukommen - der marode und chronisch unterfinanzierte staatliche Gesundheitsdienst NHS kollabieren könnte.

9.43 Uhr: Marathondebatte zum Covid-19-Gesetz begonnen

Der Nationalrat hat am Mittwochmorgen die Debatte zum Covid-19-Gesetz aufgenommen. Mit der Vorlage will der Bundesrat weiterhin eigenständig über Massnahmen zur Bewältigung der Krise entscheiden können. Das Parlament möchte jedoch die Kompetenzen begrenzen.

Erwartet wird eine Marathondebatte über mehrere Stunden. Die vorberatende Gesundheitskommission (SGK) hat zahlreiche Änderungen am Entwurf des Bundesrats vorgenommen. Im Laufe des Tages wird über rund dreissig Minderheits- und noch einmal so viele Einzelanträge diskutiert.

Mit dem Covid-19-Gesetz sollen verschiedene Corona-Notmassnahmen - etwa in der Gesundheitsversorgung, in Justizverfahren oder der Medienförderung - ins ordentliche Recht überführt werden. Corona-Skeptiker sehen dadurch die Demokratie in Gefahr. Bereits vor der parlamentarischen Beratung kämpften sie lautstark gegen die Vorlage. Ein Referendum ist bereits angekündigt. Die Aktivisten erhalten Rückenwind von mehreren prominenten Staatsrechtlern.

Nationalrat beginnt Marathondebatte zum Covid-19-Gesetz

Nationalrat beginnt Marathondebatte zum Covid-19-Gesetz

Der Nationalrat hat am Mittwochmorgen die Debatte zum Covid-19-Gesetz aufgenommen. Mit der Vorlage will der Bundesrat weiterhin eigenständig über Massnahmen zur Bewältigung der Krise entscheiden können. Das Parlament möchte jedoch die Kompetenzen begrenzen.

09.09.2020

8.30 Uhr: Coronakrise kostet Autobranche Milliarden

Die Coronakrise hat die Autobranche weltweit Milliarden gekostet und tief in die roten Zahlen gedrückt. Einer Analyse des Beratungsunternehmens EY zufolge summierten sich die operativen Verluste der 17 grössten Autokonzerne im zweiten Quartal auf fast elf Milliarden Euro – nach knapp 22 Milliarden Euro Gewinn im zweiten Quartal des Vorjahres.

Nur sechs Hersteller mussten keine roten Zahlen verbuchen und einzig Tesla schnitt im Zeitraum April bis Juni sogar besser ab als im Vorjahr und sprang laut EY auch gleich an die Spitze der Rangliste der profitabelsten Autokonzerne.

«Einen derartigen Einbruch bei Umsatz, Gewinn und Absatz hat es noch nie gegeben», sagte der Leiter des Bereichs Automotive & Transportation bei EY, Constantin M. Gall, am Mittwoch. «Die Pandemie hat die weltweite Automobilindustrie zeitweise fast zum Stillstand gebracht – mit entsprechend katastrophalen Folgen für die Umsatz- und Gewinnentwicklung.»

Zwar werde das dritte Quartal wieder deutlich besser ausfallen als das zweite, eine Rückkehr der Absatzzahlen auf das Vorkrisen-Niveau erwarten die EY-Experten aber frühestens 2022. An Werksschliessungen und Arbeitsplatzverlusten führe kein Weg vorbei – allerdings noch nicht jetzt. «Das grosse Erwachen wird wohl erst im nächsten Jahr kommen», sagte EY-Autoexperte Peter Fuss. «Dann wird es eine brutale Auslese geben.»

Die grosse Ausnahme: Tesla schnitt im Zeitraum April bis Juni sogar besser ab als im Vorjahr. 
Bild: Keystone

8 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Israel steigt weiter – nächtliche Ausgangssperren

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel steigt immer weiter. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, wurden am Vortag 3'496 neue Fälle registriert. Den zweiten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert in dem Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet. 

Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsministerium mit, der Corona-Beauftragte Ronni Gamzu, Gesundheitsminister Juli Edelstein sowie sechs weitere ranghohe Mitarbeiter müssten sich in Corona-Quarantäne begeben. Sie seien mit einem Corona-Kranken in Kontakt gewesen.

Weiter waren Dienstagabend in 40 besonders betroffenen Ortschaften nächtliche Ausgangssperren in Kraft getreten. Die Menschen dürfen sich dort von 19:00 Uhr bis 5:00 Uhr (Ortszeit) nicht mehr als 500 Meter weit entfernt von ihrem Zuhause aufhalten. Erlaubt sind lediglich der Einkauf von Lebensmitteln und Medikamenten sowie Arztbesuche. Nicht essenzieller Handel ist in der Zeit verboten. Auch die Schulen in den 40 Ortschaften sind geschlossen worden. 

In 40 Ortschaften Israels gilt seit Dienstag eine nächtliche Ausgangssperre.
Bild: Keystone

5.53 Uhr: Proband erkrankt: AstraZeneca stoppt Impfstofftest

Der Pharmakonzern AstraZeneca hat die klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff vorsorglich gestoppt, nachdem bei einem der Teilnehmer gesundheitliche Probleme aufgetreten sind. Das sei eine Routinemassnahme für solche Fälle, teilte das britische Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mit. «In grossen Versuchsreihen treten Erkrankungen zufällig auf, müssen aber von unabhängiger Seite untersucht werden, um das gründlich zu überprüfen.»

AstraZeneca werde die Untersuchung beschleunigen, damit sich das Zulassungsverfahren für den Impfstoff so wenig wie möglich verzögere, hiess es weiter. Bei der Überprüfung geht es letztlich darum festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme vom Impfstoff ausgelöst wurden. Während des Stopps sollen keine weiteren Studienteilnehmer geimpft und bisher geimpfte Personen weiterhin beobachtet werden.

Bei den nicht näher genannten gesundheitlichen Problemen handele es sich um einen Einzelfall, betonte das Unternehmen. Der Impfstoff befindet sich unter anderem in den USA in der dritten und abschliessenden Studien-Phase mit mehreren zehntausend Teilnehmern.

AstraZeneca unterbricht Tests von Corona-Impfstoff

AstraZeneca unterbricht Tests von Corona-Impfstoff

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat vorläufig seine klinischen Tests eines Corona-Impfstoffs unterbrochen, weil es bei einem Probanden zu noch ungeklärten gesundheitlichen Problemen gekommen ist. Der Konzern will nun überprüfen, ob es sich um eine Nebenwirkung des potenziellen Wirkstoffs handelt.

09.09.2020

AstraZeneca machte keine Angaben zu der Erkrankung. Die «New York Times» berichtete unter Berufung auf eine informierte Person, dass es sich bei dem gesundheitlichen Problem um Transverse Myelitis handele – eine Entzündung, die das Rückenmark treffe und von Vireninfektionen ausgelöst werden könne. Das US-Branchenportal «Stat News» hatte zuerst über den vorübergehend unterbrochenen Test berichtet. Der von AstraZeneca hergestellte Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen und soll das Immunsystem auf Trab bringen, damit es Sars-CoV-2 im Falle einer Infektion unschädlich machen kann.

AstraZeneca und acht weitere Pharma- und Biotech-Unternehmen hatten erst am Dienstag versichert, dass sie bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs keine Kompromisse bei der Sicherheit machen werden. Dieser ungewöhnliche Schritt folgte mit Blick auf Bedenken, dass es vor allem in den USA politischen Druck zwecks einer Eil-Zulassung erster Impfstoffe vor der Präsidentenwahl am 3. November geben könnte. US-Präsident Donald Trump verspricht fast täglich, dass es bis Jahresende oder möglicherweise schon bis zur Wahl einen Impfstoff geben werde.

5.30 Uhr: Verzögerung bei Impfstoffkandidat belastet Börsen

Die Verzögerung im Zulassungsverfahren einer der führenden potenziellen Corona-Impfstoffe versichert heute die asiatischen Anleger. Die Ankündigung des Pharmaherstellers AstraZeneca, wegen einer ungeklärten Erkrankung eines Probanden die Spätstudie zu unterbrechen, liess die Kurse fallen.

Auch der erneute Ausverkauf bei Technologiewerten an der Wall Street setzte den Anlegern zu. Unter den US-amerikanischen Technologiewerten fiel der Börsenwert des Elektroautoherstellers Tesla um rund 80 Milliarden Dollar. Die Aktie ging 21 Prozent tiefer aus dem Handel, nachdem S&P Dow Jones dem Elektroauto-Bauer die allgemein erwartete Aufnahme in den S&P 500 verwehrt hatte. «Die Performance der Wall Street wird einen starken Rückstand hinterlassen und am bemerkenswertesten ist, wie Tech-Werte ziemlich aggressiv gesunken sind. Die Anleger werden dies genau zur Kenntnis nehmen», sagte Tom Piotrowski, Marktanalyst beim australischen Broker CommSec.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,6 Prozent tiefer bei 22.909 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,5 Prozent und lag bei 1'597 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 1,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 0,3 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,1 Prozent auf 105,94 Yen und legte 0,1 Prozent auf 6,8519 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,9178 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1777 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0811 Franken an. Das Pfund Sterling verlor 0,2 Prozent auf 1,2959 Dollar.

5.17 Uhr: Debatte zum umstrittenen Covid-19-Gesetz

Der Nationalrat führt heute eine stundenlange Debatte zum Covid-19-Gesetz. Damit sollen verschiedene Corona-Notmassnahmen ins ordentliche Recht überführt werden. Das Gesetz ist umstritten: Die SVP lehnt es in seiner Gesamtheit ab, die übrigen Fraktionen wollen zahlreiche Änderungen am Entwurf des Bundesrats vornehmen. Dieser hatte die Vorlage nach der Vernehmlassung schon in verschiedenen Punkten angepasst. So sollen künftig die Kantone mehr Mitspracherecht erhalten beim Ergreifen von allfälligen weiteren Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.

5 Uhr: Moria brennt – Migranten revoltieren gegen Corona-Abriegelung

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos steht nach dem Ausbruch mehrerer Brände in der Nacht zum Mittwoch fast vollständig in Flammen. In den frühen Morgenstunden wütete das Feuer weiter, angefacht von Winden mit bis zu 70 Stundenkilometern. Schon in der Nacht begannen die Behörden laut griechischen Medienberichten mit der Evakuierung des Lagers, nachdem Wohncontainer Feuer gefangen hatten. Über Verletzte oder gar Tote gab es zunächst keine Informationen.

Vorangegangen waren Unruhen unter den Migranten, weil das Lager seit voriger Woche nach einem ersten Coronafall unter Quarantäne gestellt worden war. Am Dienstag wurde dann bekannt, dass die Zahl der Infizierten bei 35 liege. Manche Migranten hätten daraufhin das Lager verlassen wollen, um sich nicht mit dem Virus anzustecken, berichtete die halbstaatliche griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA. Einige Infizierte und ihre Kontaktpersonen, die isoliert werden sollten, hätten sich hingegen geweigert, das Lager zu verlassen und in Isolation gebracht zu werden.

5.54 Uhr: Erzeugerpreise in China fallen erneut

Chinas Wirtschaft scheint sich nur langsam von den Auswirkungen der Coronapandemie zur erholen. Die chinesischen Erzeugerpreise sind im August den siebten Monat in Folge gefallen. Allerdings verzeichneten sie den langsamsten Rückgang im Jahresvergleich seit März. «Im August verbesserte sich die Industrieproduktion weiter, während sich die Marktnachfrage weiter erholte», sagte Dong Lijuan, leitender Statistiker des nationalen Statistikamtes (NBS) am Mittwoch. Die Preise für globale Rohstoffe wie Rohöl, Eisenerz und Nichteisenmetalle seien weiter gestiegen und hätten zu einer Erholung der inländischen Erzeugerpreise beigetragen.

Nach offiziellen Daten des NBS sank der Erzeugerpreisindex (PPI) gegenüber dem Vorjahr wie von Analysten erwartet um 2,2 Prozent. Im Juli verzeichneten die Preise einen Rückgang von 2,4 Prozent.

Der Verbraucherpreisindex stieg im vergangenen Monat erwartungsgemäss um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, ein langsameres Wachstum als noch im Juli mit 2,7 Prozent.

Die politischen Entscheidungsträger gehen davon aus, dass die Wirtschaftstätigkeit und die Verbrauchernachfrage weiter zunehmen werden, wenn der Ausbruch des Coronavirus unter Kontrolle gebracht ist. Indes bleiben die USA und Europa als wichtige Exportmärkte für die Volksrepublik ein Risiko, da diese weiterhin von der Pandemie stark betroffen sind.

4 Uhr: Kindersterblichkeit tiefer – aber Sorgen in Pandemie

Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef weltweit so wenige Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Ursachen gestorben wie nie zuvor seit Beginn der Statistiken. Angesichts der Coronapandemie warnt die UNO aber vor einem neuen Anstieg. 5,2 Millionen Kinder seien 2019 weltweit an vermeidbaren Ursachen gestorben, teilte Unicef gemeinsam mit anderen UN-Organisationen am Mittwoch in New York in einem Bericht zur Kindersterblichkeit mit. 1990 seien es noch 12,5 Millionen Kinder gewesen.

Die Coronavirus-Pandemie habe in diesem Jahr aber zu grossen Störungen in den Gesundheitssystemen geführt und gefährde die erzielten Fortschritte, hiess es weiter. «Ohne dringend benötigte Investitionen, um die gestörten Gesundheitssysteme wieder hochzufahren, könnten Millionen von Kindern unter fünf Jahren – vor allem Neugeborene – sterben», sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore.

Eine Unicef-Studie in 77 Ländern habe ergeben, dass mehr als zwei Drittel davon zumindest teilweise Störungen bei Gesundheitschecks und Impfungen für Kinder beobachteten. Das liege unter anderem daran, dass viele Gesundheitseinrichtungen geschlossen seien oder Eltern diese aus Sorge vor einer Ansteckung mit ihren Kindern nicht aufsuchten. Besonders betroffen seien etwa Afghanistan, Bolivien, Libyen, der Sudan und Pakistan.

3.19 Uhr: Versammlungen mit mehr als sechs Menschen in England künftig verboten

Als Reaktion auf die zunehmenden Corona-Infektionen in England werden dort Versammlungen mit mehr als sechs Menschen bis auf Weiteres untersagt. Die neue Obergrenze soll ab kommendem Montag gelten und betrifft sowohl Treffen in den eigenen vier Wänden als auch im öffentlichen Raum, wie die britische Regierung laut übereinstimmenden Medienberichten am Mittwoch offiziell verkünden wird. Bislang gilt hier eine Grenze von 30 Personen.

Ausnahmen werden den Berichten zufolge für Haushalte mit mehr als sechs Personen wie auch für Treffen mit beruflichem Hintergrund oder zu Ausbildungszwecken gelten, also etwa in Schulen. Auch Hochzeiten, Beerdigungen und bestimmte Sportarten sollen von den verschärften Regeln ausgenommen sein. Premierminister Boris Johnson wird sich dem Vernehmen nach auf einer Pressekonferenz am Mittwoch äussern.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Grossbritannien stieg zuletzt wieder deutlich an. In den vergangenen Tagen gab es jeweils fast 3'000 bestätigte Neuinfektionen pro Tag, wie aus den offiziellen Zahlen der Regierung von Dienstag hervorgeht. Das ist der höchste Stand seit Ende Mai.

Derzeit stecken sich vor allem junge Menschen mit dem Virus an. Das erklärt auch den bislang niedrigen Anstieg der Todesfälle, da Covid-19 bei Jüngeren oft glimpflicher verläuft. Experten sehen die Zahlen mit Sorge und warnen vor einer zweiten Welle. Auch ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation WHO sagte dem Sender Sky News, er rechne mit weiteren Spitzen der Fallzahlen in Grossbritannien.

Zuletzt hatte die Regierung die steigende Zahl der Infektionen häufig mit der hohen Anzahl an Tests erklärt, die mittlerweile durchgeführt werden. Zuletzt waren es mehr als 175’000 pro Tag. So können mehr Infektionen tatsächlich als solche erkannt werden als noch im Frühjahr. Allerdings gab es zuletzt auch immer wieder Corona-Ausbrüche, etwa bei illegalen Partys, Fussballspielen und in einer Schule.

2.57 Uhr: Kabinettssitzung mit Macron per Videokonferenz

Üblicherweise kommen der Premierminister und die Minister der französischen Mitte-Regierung am Mittwoch in den Élyséepalast, um mit dem Hausherrn und Staatschef Emmanuel Macron zur wöchentlichen Kabinettssitzung zusammenzutreffen. Die Coronakrise stört diesen traditionellen Ablauf: Heute werden die Kabinettsrunde und ein anschliessendes Regierungsseminar zu Fragen der inneren Sicherheit als Videokonferenz abgehalten, wie der Élyséepalast am Dienstagabend in Paris in einer knappen Mitteilung erklärte.

Gründe wurden von der Pariser Machtzentrale nicht genannt. Zuvor sorgte der Fall des Tour-de-France-Chefs Christian Prudhomme in Frankreich für Wirbel, der positiv auf das Virus getestet wurde. Premierminister Jean Castex hatte erst am Samstag auf der Pyrenäen-Etappe im Auto von Prudhomme Platz genommen. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Abend unter Berufung auf das Amt von Castex berichtete, wurde dieser negativ auf das Virus getestet. Der Mitte-Rechts-Politiker werde aber eine Woche in seinem Amtssitz Matignonpalast bleiben und sich Ende der Woche einem weiteren Test unterziehen.

Frankreich ist stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen, über 30'700 Menschen starben bisher. Zuletzt stieg die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen wieder deutlich an.

0.15 Uhr: US-Kongress verstärkt Druck auf Post-Chef

In der Kontroverse um die Stimmabgabe per Brief bei der US-Präsidentenwahl gerät Post-Chef Louis DeJoy stärker unter Druck. Ein Ausschuss des von Demokraten kontrollierten Repräsentantenhauses forderte am Dienstag von DeJoy detaillierte Informationen zu dessen Kontakten zum Umfeld des Wahlkampfteams von Präsident Donald Trump an. Zum Problem könnte für DeJoy auch ein Medienbericht werden, demzufolge er in seiner früheren Firma Mitarbeiter gedrängt habe, an die Republikaner zu spenden – während die Beschäftigten dann im Gegenzug hohe Prämien bekommen hätten.

Die Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, die Demokratin Carolyn Maloney, kündigte eine Untersuchung des Spenden-Falls an und forderte, DeJoy solle vorsorglich suspendiert werden. In den vergangenen Wochen hatten Sparmassnahmen bei der Post und Verzögerungen bei der Briefzustellung für Sorgen bei den Demokraten gesorgt, dass per Brief abgeschickte Stimmzettel in einigen Fällen nicht rechtzeitig eintreffen könnten.

Zugleich wird damit gerechnet, dass angesichts der Coronakrise deutlich mehr Wähler als üblich von der Briefwahl Gebrauch machen werden. Präsident Trump hält indes an seiner Meinung fest, dass die Abstimmung per Brief ein hohes Risiko von Wahlfälschung mit sich bringe.

DeJoy wurde in dieser Situation im August zu einer Anhörung im Kongress geladen. Einige ranghohe Demokraten äusserten den Verdacht, dass er im Auftrag Trumps die Briefwahl sabotieren solle – was er zurückweist. Deshalb wurde DeJoy in der Anhörung unter anderem gefragt, ob er mit Trump oder dessen Wahlkampfteam über die Abstimmung gesprochen habe. DeJoy verneinte das, räumte dann aber ein, dass er Kontakte mit Freunden gehabt habe, die zum Umfeld des Wahlkampfteams gehörten. Ihnen habe er gesagt, dass Trumps Äusserungen über die Post und die Sicherheit der Briefwahl nicht korrekt gewesen seien, erklärte er. Der Aufsichtsausschuss forderte von DeJoy am Dienstag nun alle Details zu diesen Unterhaltungen an.

Die Vorwürfe zu den Spenden für die Republikaner basieren unter anderem auf Worten des einstigen Personalchefs von DeJoys früherer Firma New Breed Logistics. «Er bat Mitarbeiter um Geld. Wir gaben ihm das Geld – und er revanchierte sich dadurch, dass er uns hohe Bonuszahlungen gab», sagte der Manager David Young der «Washington Post». Die Prämienzahlungen seien dabei höher als erwartet ausgefallen. Eine Rückzahlung von Parteispenden über Prämien wäre illegal – allerdings müsste erst ein Zusammenhang zwischen den Zahlungen nachgewiesen werden. DeJoy sagte in der Anhörung, er habe sich bei den Spendenaktivitäten stets an Gesetze gehalten.

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