Augenzeuginnen berichten«Die Flammen waren direkt vor uns – alle schrien nur noch»
Samuel Walder
1.1.2026
Der verheerende Brand in Crans-Montana forderte zahlreiche Opfer. Einige von ihnen wurden im Unispital Zürich behandelt.
sda
Erste Aussagen von Augenzeuginnen zeichnen ein neues Bild der Ereignisse in der Bar «Le Constellation». Waren Wunderkerzen auf Champagner-Flaschen die Ursache für die Tragödie?
Zeugenaussagen zufolge wurde das Feuer in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana durch eine Wunderkerze auf einer Champagner-Flasche ausgelöst.
Die Flammen breiteten sich schnell aus: Panik brach aus, während die Fluchtwege offenbar unzureichend waren – ein Fenster musste eingeschlagen werden, um Menschen zu retten.
Rund 200 Personen, darunter auch Minderjährige, waren im Lokal; Feuerwehr und Polizei trafen zwar rasch ein, konnten aber nicht alle bergen.
Langsam fügen sich erste Puzzleteile der Tragödie von Crans-Montana zu einem Bild zusammen – dank der Aussagen von Überlebenden, die dem Inferno in der Bar «Le Constellation» nur knapp entkommen sind.
Die Französinnen Emma und Albane schilderten dem Sender BFMTV ihre dramatische Flucht: «Es herrschte absolute Panik, alle schrien.» Laut ihren Aussagen soll der Brand durch eine Geburtstagskerze auf einer Champagner-Flasche ausgelöst worden sein – eine gängige Showeinlage in Clubs.
Kellnerinnen hätten die Flaschen mit Kerzen durch den Raum getragen, ehe das Unglück seinen Lauf nahm. Die Ausgangstür war für die Menschenmenge zu klein, ein Fenster musste eingeschlagen werden, um Leben zu retten.
Decke in Brand gesetzt
«Die Flammen waren nur einen Meter von uns entfernt», so die jungen Frauen. Auch schilderten sie, dass eine Frau von der panischen Menge die Treppe hinuntergestossen und dabei am Knie verletzt worden sei. Die Feuerwehr und Polizei seien «innerhalb weniger Minuten» eingetroffen – doch für viele war es da schon zu spät.
Eine weitere Augenzeugin, Victoria, äusserte sich gegenüber französischen Medien: Auch ihrer Beobachtung nach habe eine Wunderkerze auf einer Champagner-Flasche die Decke in Brand gesetzt. Eine Frau, die auf den Schultern einer anderen Person stand, habe die Flasche zu hoch gehalten, woraufhin die Flammen «rasend schnell» um sich griffen.
Die Frauen schätzen, dass rund 200 Personen, darunter auch Minderjährige zwischen 15 und 20 Jahren, in der Bar waren.
In einem Sonderbericht des Fernsehsenders RTS TV schilderte der Anwohner und Augenzeuge Jeoffroy D’Amecourt, wie er mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wurde. Auslöser sei eine Explosion gewesen, die sich für ihn deutlich von Feuerwerkslärm unterschieden habe.
«Es war eine Detonation, die nicht wie ein Feuerwerk klang», sagte D’Amecourt. «Dann rannten Menschen aus der Bar. Das Gebäude und auch das Nachbarhaus wurden komplett zerstört. Kurz danach trafen die Rettungskräfte ein.»