Nach fast 60 Jahren ist SchlussAutogarage stellt Betrieb ein – 29 Mitarbeitende betroffen
Lea Oetiker
2.4.2026
Nach fast 60 Jahren stellt die Tiefenbach-Garage in Schlatt TG ihren Betrieb Ende Juni ein.
Screenshot Google Maps
Nach 58 Jahren ist Schluss: Die Tiefenbach-Garage in Schlatt TG schliesst Ende Juni. Inhaber Stefan Roost zieht angesichts von Branchenwandel, Investitionsdruck und fehlender Nachfolge einen schweren Schlussstrich.
Die Tiefenbach-Garage in Schlatt TG schliesst Ende Juni nach 58 Jahren ihren Betrieb für immer. Darüber berichtete zuerst die «Schaffhauser Nachrichten». 29 Mitarbeitende, darunter sechs Lernende verlieren ihren Job. «Der Entscheid ist uns brutal schwergefallen und schmerzt grausam», sagt Inhaber Stefan Roost zum «St. Galler Tagblatt».
Grund für die Schliessung: viele Herausforderungen. Unter anderem den Wandel in der Autobranche, einen gekündigten Markenvertrag, hohe Investitionskosten für einen neuen Markenauftritt, notwendige Umbauten und personelle Veränderungen mit unerwarteten Ausfällen und Abgängen.
Auch eine Nachfolge habe sich nicht finden lassen – weder im eigenen Haus noch extern. Durch den landesweit gekündigten Markenvertrag von Opel hätte er einen neuen Ausstellungsraum finanzieren müssen, eine Investition in «namhafter Höhe». Gleichzeitig seien die Margen im Neuwagenverkauf geschrumpft, während der Fachkräftemangel die Suche nach Personal zusätzlich erschwerte.
Nachdem verschiedene Szenarien geprüft worden seien, fiel schliesslich der Entschluss zur geordneten Betriebseinstellung. Die Belegschaft wurde vor zwei Wochen im Rahmen eines Konsultationsverfahrens informiert. Nun stellt Roost den Familienbetrieb «schweren Herzens» ein. Bis zuletzt war die Tiefenbach-Garage offizielle Vertreterin der Marken Opel und Suzuki.
Fokus auf die Mitarbeitenden
In den kommenden Wochen erhalten alle Mitarbeitenden ihre Kündigungen. Die Nachricht habe grosse Betroffenheit ausgelöst, sagt Roost zu dem «St. Galler Tagblatt»: «Ich bin mir der sozialen Verantwortung bewusst.» Ihm sei es wichtig, die Angestellten bei der Stellensuche zu unterstützen. «Auch bei den Lernenden sind wir mit Hochdruck dran.»
Durch den Fachkräftemangel gebe es immerhin erste positive Rückmeldungen, etliche seien bereits wegen möglicher Anschlusslösungen kontaktiert worden.
Auch für die Familie Roost bedeutet das Aus einen tiefen Einschnitt. «Ich bin noch nicht im Pensionsalter», sagt der 58-Jährige. Für die nächsten Wochen sei er mit der Abwicklung der Firma beschäftigt. Was danach und mit der 10’000 Quadratmeter grossen Liegenschaft der Tiefenbach-Garage AG geschieht, ist offen.