Böller gezündet und Eier geworfen Badener Kantischüler randalieren an «Uselütete» in Wettingen

Lea Oetiker

19.5.2026

Die Kantonsschule und Kloster in Wettingen AG. Hier wurde letzten Mittwoch randaliert.
Die Kantonsschule und Kloster in Wettingen AG. Hier wurde letzten Mittwoch randaliert.
IMAGO/imagebroker

Massive Ausschreitungen bei der «Uselütete» in Wettingen: Vermummte Jugendliche der Kanti Baden sollen randaliert, Menschen verletzt und Schäden verursacht haben.

Lea Oetiker

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Vermummte Schülerinnen und Schüler der Kanti Baden störten die «Uselütete» in Wettingen mit Ausschreitungen, zündeten Böller und verursachten Sachschäden.
  • Mehrere Personen wurden verletzt, eine Schülerin erlitt einen Gehörschaden.
  • Die Schule entschuldigt sich und prüft Konsequenzen bis hin zum Ausschluss.

Massive Ausschreitungen haben die «Uselütete» an der Kantonsschule Wettingen überschattet: Eine Gruppe von 40 bis 50 Schülerinnen und Schülern der Kanti Baden soll am vergangenen Mittwoch vermummt auf dem Schulgelände randaliert haben.

«Uselütete» ist eine Tradition an manchen Schulen, die den Abschluss der Schulzeit markieren soll. 

Dabei wurden laut Schulleitung Menschen mit Mehl, Eiern und Essig beworfen, Feuerwerkskörper und Böller gezündet sowie Einrichtungen beschädigt. Mehrere Personen wurden verletzt, wie das «Badener Tagblatt» schreibt.

Der Badner Schulrektor Daniel Franz spricht von «schwerwiegenden Vorfällen». «Nach aktuellem Kenntnisstand hat eine grosse Gruppe Schüler der Kanti Baden im Verlauf des Vormittags die ‹Uselütete› der Kanti Wettingen aufgesucht», so Franz in einem Schreiben, welches dem «Badnener Tagblatt» vorliegt.

Die Jugendlichen seien vermummt aufgetreten und hätten «Menschen mit Mehl, Essig, Eiern und weiteren Gegenständen» beworfen, «Feuerwerkskörper und Böller» gezündet sowie Personen verletzt und Sachschäden verursacht. Auch der Wettinger Rektor Paul Zübli bestätigt die Ereignisse, wie die Zeitung weiter schreibt. 

Lehrpersonen hätten die Gruppe schliesslich vom Gelände verwiesen. Ein Böller sei direkt neben dem Kopf einer Schülerin explodiert und habe ihr Gehör geschädigt. «Es geht ihr inzwischen wieder besser», so Zübli.

Vorfälle werden aufgearbeitet

Auch Tage später zeigt sich Franz noch «fassungslos» und sieht Parallelen «zu Hooligans oder dem sogenannten schwarzen Block». Vieles deutet auf ein koordiniertes Vorgehen hin.

«Das Gros der Gruppe stammt ganz klar von unserer Schule», sagt er. Der Anteil männlicher Beteiligter habe bei rund 90 Prozent gelegen. «Das Gros der Gruppe stammt ganz klar von unserer Schule», sagt er. Rund 90 Prozent seien junge Männer gewesen. Einige von ihnen seien bereits zuvor durch grenzüberschreitendes Verhalten an der Schule aufgefallen.

Die Kanti Baden entschuldigt sich bei der Schule in Wettingen. Die Vorfälle werden derzeit aufgearbeitet. Neben disziplinarischen Massnahmen stehen auch strafrechtliche Schritte im Raum. Selbst ein Schulausschluss kurz vor der Matura wird derzeit geprüft, wie die Zeitung weiter schreibt.