Überfall auf Kanti WettingenBadener Kantischüler randalieren an «Uselütete» – nun gibt es Konsequenzen
Lea Oetiker
2.6.2026
Vermummte Schüler randalierten beim «Uselütete» in Wettingen – die Kanti Baden hat inzwischen zahlreiche Beteiligte identifiziert und Massnahmen eingeleitet.
IMAGO/imagebroker
Nach den Ausschreitungen beim «Uselütete» in Wettingen hat die Kanti Baden Beteiligte identifiziert und Massnahmen eingeleitet. Der eskalierte Maturastreich wird auch strafrechtlich untersucht.
Vor rund drei Wochen kam es beim «Uselütete» an der Kantonsschule Wettingen zu massiven Ausschreitungen: Eine Gruppe von 40 bis 50 vermummten Schüler*innen der Kanti Baden hat vermummt auf dem Schulgelände randaliert. «Uselütete» ist eine Tradition an manchen Schulen, die den Abschluss der Schulzeit markieren soll.
Unter anderem wurden Menschen mit Mehl, Eiern und Essig beworfen, Feuerwehrkörper und Böller wurden gezündet sowie Einrichtungen beschädigt, wie damals das «Badener Tagblatt» berichtete.
Der Badner Schulrektor Daniel Franz sprach von «schwerwiegenden Vorfällen», entschuldigte sich bei der Schule in Wettigen und sagte, die Vorfälle würden aufgearbeitet werden.
Auch externe Personen unter den Beteiligten
Das ist nun auch passiert. Nach mehreren Wochen Auswertung von Videos, Augenzeugenberichten und internen Stellungnahmen wurden zahlreiche Beteiligte identifiziert, erste disziplinarische Schritte eingeleitet und Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.
Wie die Kanti Baden am Dienstagmorgen in einer E-Mail an Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen bekannt gab, mussten rund 40 Schülerinnen und Schüler schriftlich Stellung zu den Ereignissen nehmen. Dabei bestätigte sich der Verdacht, dass der Grossteil der Beteiligten aus der Kanti Baden stammt, aus Gymnasium, Wirtschafts- und Informatikmittelschule.
Einzelne Schülerinnen und Schüler aus Wettingen sollen die Gruppe empfangen und auf das Schulgelände geführt haben. Unter den Beteiligten befanden sich zudem auch externe Personen.
Die Schule unterscheidet zwei Phasen der Ereignisse: Zunächst hätten zahlreiche Jugendliche an einer als «Maturastreich» verstandenen Aktion teilgenommen. Ein Teil habe sich jedoch zurückgezogen, als die Situation eskalierte.
In einer zweiten Phase sei es zu massiven Ausschreitungen gekommen, bei denen Personen mit Lebensmitteln und Flüssigkeiten beworfen sowie mit Feuerwerkskörpern attackiert wurden. Vermummte hätten aggressiv agiert und Sachbeschädigungen in Kauf genommen.
Rektor Daniel Franz sagt gegenüber der «Aargauer Zeitung», man gehe «konsequent und differenziert» vor. Während Einsicht und Reue vieler Beteiligter anerkannt würden, sei klar: «Dieses Verhalten akzeptieren wir nicht.» Die Vorfälle hätten grundlegende Werte wie Respekt und Gewaltfreiheit verletzt.
Gegen identifizierte Schülerinnen und Schüler werden disziplinarische Massnahmen vorbereitet. In einem Fall wurde bereits eine Wegweisung beim kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport beantragt, zwei weitere werden geprüft. Parallel dazu läuft eine Strafanzeige gegen Unbekannt, unter anderem wegen Sachbeschädigung und möglicher Täuschung über die Identität einzelner Beteiligter.