Bald Klärung im Zollstreit?Guy Parmelin und Helene Budliger sind in Washington
SDA/Helene Laube
12.11.2025 - 23:03
Staatssekretärin Helene Budliger Artieda (l.) und Wirtschaftsminister Guy Parmelin (r.) sollen am heutigen Donnerstag den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer zu Zollverhandlungen treffen. (Archivbild)
Bild:Keystone/Anthony Anex
Die Schweiz steht laut Medienberichten kurz vor einem Zoll-Deal mit den USA. Wirtschaftsminister Guy Parmelin und Staatssekretärin Helene Budliger treffen in Washington den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer.
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Keystone-SDA, SDA/Helene Laube
12.11.2025, 23:03
13.11.2025, 08:15
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Wirtschaftsminister Bundesrat Guy Parmelin und Staatssekretärin Helene Budliger treffen am heutigen Donnerstag in Washington den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer zu Zoll-Gesprächen.
Ob sie auch Donald Trump treffen werden, ist nicht bekannt.
Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Montag unter Berufung auf mit den Vorgängen bekannte Personen , dass die Schweiz kurz vor einem Deal mit den USA im Zollstreit stehe.
Das Abkommen beinhalte eine Senkung des derzeitigen US-Zolltarifs auf die Einfuhr von zahlreichen Schweizer Gütern auf 15 Prozent.
Es ist nicht das erste Mal seit der Ankündigung des Zollhammers am 1. August 2025, dass die Schweiz mit US-Regierungsvertretern verhandelt.
Bundesrat Guy Parmelin reiste am Mittwochabend in die US-Hauptstadt Washington. Das hatte der Departementssprecher Markus Spörndli auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigt. Das Portal ajour.ch hatte zuerst darüber berichtet.
Gemäss Flightaware.com ist der Bundesratsjet Bombardier Global 7500 am Donnerstagmorgen, um 5.21 Uhr in Washington D.C. gelandet. Teil der Delegation ist auch die Staatssekretärin für Wirtschaft, Helene Budliger Artieda, wie Spörndli weiter sagte.
Parmelin will am Donnerstag den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer treffen. Ob Parmelin und Budliger in Washington auch US-Präsident Donald Trump treffen werden, war laut NZZ am Mittwochabend (Ortszeit) noch unklar.
Die Gespräche würden «laufend» stattfinden, sagte der Sprecher Markus Spörndli am Donnerstagmorgen zu Keystone-SDA. Ein Abschluss in den Zollverhandlungen am Donnerstag sei aber «eher unwahrscheinlich».
SRF berichtete, Parmelin und Budliger Artieda hätten einen Personalanlass in Bern frühzeitig verlassen. Vor ihrem Flug nach Washington hätten sie sich «recht optimistisch» gezeigt. Die Staatssekretärin habe ihre geplante Teilnahme an einem Treffen mit den EU-Wirtschaftsministern für Donnerstag in Brüssel abgesagt.
Schweiz soll kurz vor Deal stehen
Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Montag unter Berufung auf mit den Vorgängen bekannte Personen, dass die Schweiz kurz vor einem Deal mit den USA im Zollstreit stehe. In den Verhandlungen der beiden Länder zeichne sich eine Einigung ab. Diese könnte in den nächsten Tagen und Wochen erzielt werden.
US-Präsident Donald Trump war am Dienstag an einer Pressekonferenz auf die Schweiz angesprochen worden. Er sagte: «Wir arbeiten an einem Deal, um ihre Zölle etwas zu senken.» Eine konkrete Zahl wollte er auf Nachfrage nicht nennen.
«Aber wir werden an einer Lösung arbeiten, um der Schweiz zu helfen», sagte Trump. «Wir haben die Schweiz sehr hart getroffen. Wir möchten, dass sie weiterhin erfolgreich ist.» Die Schweiz sei «eine sehr gute Verbündete», sagte Trump weiter.
US-Zolltarif auf Schweizer Güter soll auf 15 Prozent fallen
Das Abkommen beinhalte eine Senkung des derzeitigen US-Zolltarifs auf die Einfuhr von zahlreichen Schweizer Gütern auf 15 Prozent, schrieb Bloomberg mit Verweis auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen weiter. Seit Anfang August gilt für die Schweiz ein US-Strafzoll von 39 Prozent. Die EU wurde indes nur mit einem Zoll von 15 Prozent belegt.
Vor allem die Uhren-, Medizinal- sowie Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie dürften von tieferen Zöllen profitieren, wie die UBS auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP festhielt.
Mit der Zollsenkung entfalle für die betroffenen Branchen auch der Wettbewerbsnachteil, insbesondere gegenüber der EU-Konkurrenz, hiess es von der Luzerner Kantonalbank. Mit der Angleichung der Zölle dürfte zudem der Druck auf Schweizer Exporteure, ihre Produktion in die EU oder in die USA zu verlagern, abnehmen.
Nicht das erste Treffen
Es ist nicht das erste Mal seit der Ankündigung des Zollhammers, dass die Schweiz mit US-Regierungsvertretern verhandelt. Kurz vor Inkrafttreten der 39-Prozent-Zölle im August sind Guy Parmelin und Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter nach Washington gereist.
Ein Treffen mit US-Aussenminister Marco Rubio hatte damals allerdings kein direktes Resultat gebracht. Im September ist Parmelin erneut kurzfristig in die USA gereist und hatte Gespräche auf Ministerebene geführt, hiess es vom Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung.
Trump: Ohne Zölle fährt unsere Wirtschaft zur Hölle
Wenige Tage vor einem entscheidenden Gerichtstermin zur Rechtmässigkeit seiner Zölle hat US-Präsident Donald Trump vor schwersten Folgen für die US-Wirtschaft gewarnt, sollten die Abgaben vom obersten US-Gericht gekippt werden.