Vorwürfe wegen lascher KontrollenAuch Besitzerin verletzt – jetzt gibt es neue Details zur Brand-Bar
Sven Ziegler
2.1.2026
So sieht die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS von innen aus.
Tripadvisor
Die Betreiber der Bar «Le Constellation», in der sich in der Silvesternacht die tödliche Brandkatastrophe von Crans-Montana ereignete, haben das Unglück überlebt. Die Besitzerin wurde dabei selbst verletzt und erlitt Verbrennungen.
Wie die französische Zeitung Le Figaro unter Berufung auf Informationen der Nachrichtenagentur AFP berichtet, haben beide Betreiber das Unglück überlebt.
Die Besitzerin wurde demnach beim Brand verletzt und erlitt Verbrennungen am Arm. Ihr Ehemann befand sich zum Zeitpunkt des Feuers nicht im Lokal, sondern in einem weiteren Betrieb des Ehepaars.
«Wir haben Mitarbeiter verloren»
Die beiden Betreiber stammen aus Frankreich und kamen Anfang der 2000er-Jahre ins Wallis. Sie führen heute drei Lokale in der Region: Neben der Unglücksbar «Le Constellation» auch ein Burgerrestaurant in Crans-Montana sowie ein weiteres Restaurant im Nachbarort Lens, wie die Zeitung weiter schreibt.
Ein Musiker und Freund des Ehepaars sagte gegenüber der korsischen Zeitung Corse-Matin, die beiden stünden unter Schock und seien «extrem betroffen». Er habe in der Nacht vergeblich versucht, sie zu erreichen.
Erst gegen 5 Uhr morgens habe sich die Besitzerin gemeldet und gesagt, dass sie lebe – es handle sich jedoch um eine Katastrophe. Die Betreiber liessen über Mitarbeitende mitteilen: «Wir haben Mitarbeiter verloren, es fällt uns sehr schwer, darüber zu sprechen.»
Zudem berichtete ein Augenzeuge gegenüber CH Media, dass sich zeitweise bis zu 400 Personen im Kellerlokal aufgehalten hätten, obwohl dieses offiziell für 300 Gäste im Innenraum und 40 auf der Terrasse zugelassen war. Die Behörden haben diese Angaben bislang weder bestätigt noch dementiert.
Auffällig ist zudem, dass die Online-Präsenz der Bar unmittelbar nach Bekanntwerden des Brandes verschwand. So waren die Social-Media-Seiten der Bar auf Facebook und Instagram nicht mehr erreichbar, auf Google Maps wurde das Lokal als «vorübergehend geschlossen» angezeigt. Angaben zum Silvesterprogramm konnten dadurch nicht mehr nachvollzogen werden.
Die Identifizierung der Opfer gestaltet sich schwierig, da viele Leichen schwer verbrannt sind und zahlreiche Betroffene aus dem Ausland stammen. Zudem gab es in dem frei zugänglichen Lokal keine Gästeliste, wie die Walliser Behörden erklärten.
Zur Brandursache laufen weiterhin Ermittlungen. Die Walliser Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud erklärte, es würden «mehrere Hypothesen» geprüft. Bild- und Videoaufnahmen aus dem Inneren der Bar zeigen, dass die Decke kurz vor dem Ausbruch des Feuers in Brand geriet.