Weitere Lockerungen in Zürcher Alters- und Pflegeheimen – Trump ignoriert Corona-Sitzungen

Agenturen/red.

2.6.2020 - 22:00

Metaanalyse: Das schützt vor dem Coronavirus

Metaanalyse: Das schützt vor dem Coronavirus

Laut einer Metaanalyse kanadischer Wissenschaftler sind Abstandsregeln und Maskenpflicht trotz der rückläufigen Anzahl an Corona-Fällen weiterhin sinnvoll.

02.06.2020

Trump schwänzt Corona-Sitzungen. Zürich lockert derweil Beschränkungen in Alters- und Pflegeheimen. Universitätsspital Genf testet Impfstoff an Mäusen. An der Grenze zu Italien bleiben die Einreisebeschränkungen bestehen. Italien und Frankreich starten ihre Corona-Warn-Apps. Die Entwicklungen des Tages im Überblick.

Laut Zahlen der John-Hopkins-Universität liegt die Anzahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 30’874; davon gelten 28’500 als genesen. 1’920 sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 6’325’303, die Zahl der Toten auf 377’460. Neuansteckungen bleiben in der Schweiz und in Liechtenstein jedoch auf einem sehr niedrigen Niveau. Innerhalb eines Tages wurden nur noch drei neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. Trotz der niedrigen Zahl an Neuinfektionen bleiben Hygienemassnahmen wichtig. Eine Kombination aus Abstandhalten, Mund-Nasen-Maske und Augenschutz könnte eine Corona-Infektion laut kanadischen Forschern bestmöglich verhindern.

Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte Schweiz weist überdies darauf hin, dass die Schweizer wegen der Corona–Krise in Zukunft seltener öffentliche Verkehrsmittel nutzen wollen. Es gibt stattdessen eine Verlagerung hin zu mehr Individualverkehr. Auch zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie gab es neue Auskünfte. Demnach musste der Schweizer Detailhandel im April einen massiven Einbruch von minus 20 Prozent hinnehmen. Ausserdem beschloss der Nationalrat, weiter auf Sitzungen im Bundeshaus zu verzichten. Stattdessen wird wohl die ganze Sommersession in der Berner Messe Bernexpo abgehalten.



In den Zürcher Alters- und Pflegeheimen werden die Corona-Einschränkungen am 8. Juni weiter gelockert. Die Cafeterias werden wieder geöffnet, es gibt wieder Konzerte und Vorlesungen. Derweikl schreitet die Forschung an einem Corona-Impfstoff weiter voran. Am Universitätsspital Genf werden dementsprechende Präparate bereit an Mäusen getestet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor dem übermässigen Einsatz von Antibiotika in der Corona-Krise gewarnt. Bakterien könnten dadurch verstärkt gegen diese Mittel resistent, also widerstandsfähig, werden. Nach Angaben der Behörde benötige nur ein geringer Anteil der an Covid-19 erkrankten Patienten Antibiotika, um bakterielle Begleitinfektionen der Erkrankung zu behandeln.

Ereignisse des Tages im Überblick

Das Wichtigste im Überblick

  • In den Zürcher Alters- und Pflegeheimen werden die Corona-Einschränkungen am 8. Juni weiter gelockert – vor allem was Bewegungsfreiheit und Kontakte betrifft.
  • Die Einreisebeschränkungen an der Grenze zu Italien bleiben bestehen.
  • In der Schweiz und in Liechtenstein wurden nur noch drei neue Covid-19-Ansteckungen in 24 Stunden gemeldet.
  • Trump schwänzt Corona-Sitzungen. New York und Los Angeles verlängern Ausgangssperren.
  • Zweiter Tag in Folge ohne Corona-Toten in Spanien.
  • Der Schweizer Detailhandel musste im April einen starken Einbruch hinnehmen – minus 20 Prozent.
  • Wegen der Corona-Krise meiden die Schweizer den öffentlichen Nahverkehr.
  • Die Luftfahrtorganisation der Vereinten Nationen (ICAO) empfiehlt Temperaturmessungen, das Tragen von Masken und Abstände von einem Meter zwischen den Passagieren.
  • Am Pfingstwochenende waren in der Schweiz viele Naherholungs- und Wandergebiete sehr gut besucht – dies führte teilweise zu verstopften Strassen.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.44 Uhr: Bezirk Los Angeles verlängert Ausgangssperre

Nach der Millionenmetropole New York hat auch der Bezirk Los Angeles County in Kalifornien eine Verlängerung der Ausgangssperre angeordnet. Bei den seit Tagen anhaltenden Protesten gegen Polizeibrutalität und Rassismus war es auch im Raum Los Angeles mit mehr als zehn Millionen Einwohnern zu Massendemonstrationen mit teils schweren Ausschreitungen und Plünderungen gekommen.

Die dritte nächtliche Ausgangssperre in Folge sollte am Dienstagabend um 18.00 Uhr (Ortszeit) in Kraft treten, gaben die Behörden bekannt. In den Geschäftsbereichen von Beverly Hills und Santa Monica sollten die Beschränkungen schon am Nachmittag beginnen.

21.23 Uhr: Zweiter Tag in Folge ohne Corona-Toten in Spanien

Zum zweiten Tag in Folge hat Spanien keinen einzigen Corona-Toten registriert. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, in den vergangenen 24 Stunden sei in dem Land erneut niemand an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Am Montag hatte es in Spanien erstmals seit dem 3. März keinen Todesfall durch das neuartige Coronavirus gegeben.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben in der vergangenen Woche insgesamt 34 Covid-19-Patienten. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Spanien erhöhte sich damit auf 27'127. Insgesamt wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie fast 240'000 Infektionen registriert.



Der Leiter des Koordinationszentrums für Gesundheitsnotfälle, Fernando Simon, sagte vor Journalisten, oberste Priorität sei es nun, wachsam zu sein und Neuinfektionen so schnell wie möglich festzustellen. Das gelänge den Gesundheitsbehörden, betonte Simon.

20.11 Uhr: Beschränkungen in Zürcher Alters- und Pflegeheimen weiter gelockert

In den Zürcher Alters- und Pflegeheimen werden die Corona-Einschränkungen am 8. Juni weiter gelockert. Die Cafeterias werden wieder geöffnet, es gibt wieder Konzerte und Vorlesungen. Auch einen Haarschnitt können sich die Bewohnerinnen und Bewohner dann wieder verpassen lassen. Ziel der Lockerungen ist ein «möglichst hohes Mass an persönlicher Freiheit» für die Bewohnerinnen und Bewohner, vor allem was Bewegungsfreiheit und Kontakte betrifft.

Gleichzeitig braucht jedes Alters- und Pflegeheim aber ein eigenes Schutzkonzept, mit dem die Seniorinnen und Senioren geschützt werden. Dieses müsse laufend an die aktuelle Lage angepasst werden, teilte die Gesundheitsdirektion am Dienstag mit.

Die Corona-Massnahmen in den Alters- und Pflegeheimen werden in Zürich ab 8. Juni weiter gelockert. (Symbolbild)
KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Gemäss den neuen Anordnungen, die ab dem 8. Juni gelten, machen die Alters- und Pflegeheime einen grossen Schritt zurück in Richtung Normalität: Die Cafeterias und Restaurants nehmen den Betrieb wieder auf. Zugelassen sind dort die Bewohnerinnen und Bewohner, deren Besucher, freiwillige Helferinnen und das Personal. Keinen Zutritt haben aber externe Gäste, um die Infektionsgefahr gering zu halten.

Ebenfalls wieder geöffnet werden am Montag die heimeigenen Fusspflege- und Physiotherapiepraxen. Erlaubt werden zudem wieder Veranstaltungen externer Anbieter, etwa Konzerte, Vorlesungen und Theater. Externe Zuschauer sind dort jedoch verboten. Damit eine allfällige Infektionskette ermittelt werden kann, erfassen die Heime von allen externen Personen die persönlichen Daten. Diese würden aber nach vier Wochen gelöscht, versichert die Gesundheitsdirektion.



Nach draussen dürfen die Bewohnerinnen und Bewohner zwar bereits jetzt. Nach ihrer Rückkehr mussten sie bisher aber zehn Tage lang eine Maske tragen, ausser zum Essen und im Einzelzimmer. Neu gilt diese Maskentragepflicht innerhalb des Heims nur noch dann, wenn die Sicherheitsvorgaben nicht strikt eingehalten wurden.

Um die Bewohnerinnen und Bewohner und die Mitarbeitenden in den Heimen vor einer Ansteckung zu schützen, galt seit Mitte März ein absolutes Besuchs- und Ausgangsverbot. Das Besuchsverbot wurde am 30. April gelockert, indem «Besuchsboxen» eingerichtet wurden. Seit dem 20. Mai dürfen die Bewohner zudem wieder nach draussen.

19.49 Uhr: New York verlängert Ausgangssperre

Angesichts der Ausschreitungen am Rande der Anti-Rassismus-Proteste in den USA wird die nächtliche Ausgangssperre in New York bis Sonntag verlängert. Das gab Bürgermeister Bill de Blasio am Dienstag bekannt. Die Ausgangssperre gilt jeweils von 20.00 Uhr bis 05.00 Uhr morgens. Im Zentrum der US-Metropole war es am Montagabend erneut zu Plünderungen gekommen. Mehrere Gruppen junger Menschen zogen durch Manhattan und griffen Geschäfte an.



Am Montag war die Ausgangssperre erst um 23.00 Uhr in Kraft getreten. US-Präsident Donald Trump kritisierte dies am Dienstag. Es sei «kein Wunder», dass die Protestierenden die Innenstadt «auseinandergenommen» hätten, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Trump rief die New Yorker Verantwortlichen zu einem Einsatz der Nationalgarde auf, um die Ausschreitungen einzudämmen.

Die USA werden seit rund einer Woche von Protesten und schweren Unruhen erschüttert. Auslöser ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd durch das brutale Vorgehen eines weissen Polizisten in der Grossstadt Minneapolis am Montag vergangener Woche. Der Beamte hatte dem 46-Jährigen bei seiner Festnahme fast neun Minuten lang ein Knie auf den Nacken gedrückt, obwohl Floyd wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

19.38 Uhr: Trump geht nicht zu Corona-Sitzungen

Trump scheint das Interesse an Corona verloren zu haben. Das letzte Gespräch mit Anthony Fauci liegt schon zwei Wochen zurück. Zusammen mit anderen Experten gehört der Immunologe der Coronavirus-Task Force des Weissen Hauses an. «Früher hatten wir jeden einzelnen Tag, einschliesslich Samstag und Sonntag, Task-Force-Sitzungen, und in etwa 75 Prozent der Zeit nach der Task-Force-Sitzung trafen wir uns mit dem Präsidenten», berichtete Fauci gegenüber «CNN». Er habe sich mit Trump also vier Mal die Woche getroffen. 

19.03 Uhr: Lettland öffnet Grenzen für EU-Bürger – Polen bleibt zurückhaltend

Lettland öffnet in der Corona-Pandemie seine Grenzen für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Ansteckungsraten. Auf Beschluss der Regierung des baltischen EU-Landes entfällt ab Mittwoch die Quarantänepflicht für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 15 Fällen pro 100'000 Einwohner. Dies teilte Regierungschef Krisjanis Karins am Dienstag mit. Wer aus einem Land mit einer höheren Infektionsrate in den Ostseestaat einreist, muss sich weiterhin für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde können demnach nun Bürger aus 24 Staaten ohne Quarantäne nach Lettland einreisen – darunter auch Deutschland. Die Daten für die Länderliste würden jeden Freitag aktualisiert, sagte Gesundheitsministerin Ilze Vinkele.

Lettland folgt mit diesem Schritt seinen Nachbarstaaten Estland und Litauen, in denen bereits die gleiche Regelung gilt. «Wir erweitern den Raum der baltischen Staaten auf einen grossen Teil des gemeinsamen europäischen Raums», sagte Karins. Für die lettische Wirtschaft sei das eine «sehr gute Nachricht.» Die baltischen Staaten hatten zuvor bereits Mitte Mai ihre gemeinsamen Grenzen wieder geöffnet.

Polen will dagegen dem Beispiel der drei Baltenstaaten vorerst nicht folgen und seine Grenzen weiter geschlossen halten. «Für Polen ist es auch eine Inspiration, aber das Ausmass unserer Probleme ist anders», sagte Aussenminister Jacek Czaputowicz nach einem Treffen mit seinen baltischen Amtskollegen in Estlands Hauptstadt Tallinn. Er bezog sich damit auf Polens Grenzen zu Deutschland und Tschechien, die täglich von Zehntausenden Berufspendlern passiert werden. Czaputowicz zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Grenzen bald geöffnet werden könnten. «Wir sind auf einem guten Weg und ich hoffe, dass die Beschränkungen in den kommenden Wochen aufgehoben werden und Reisen möglich sein wird bis zu den Ferien», sagte er.

Lettland, Estland und Litauen stehen in der Coronakrise durchaus gut da. Die Regierungen in Riga, Tallinn und Vilnius hatten früh mit strikten Massnahmen auf die Ausbreitung des Virus reagiert. Die Infektionszahlen sind im internationalen Vergleich eher gering und hatten sich zuletzt deutlich verlangsamt.

18.27 Uhr: Frankreich startet Corona-Warn-App «StopCovid»

Frankreich hat seine angekündigte Warn-App «StopCovid» an den Start gebracht. Die kostenlose Anwendung stand ab Dienstagnachmittag für Android-Geräte in Googles App-Plattform Play Store zum Runterladen auf das Handy bereit. Die App soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Bürger sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. Nutzer eines iPhones mit dem Apple-Betriebssystem iOS mussten sich jedoch noch gedulden, die App war dort zunächst nicht verfügbar.

Experten monierten im Vorfeld, dass die französische App nicht von den neuen Schnittstellen unterstützt wird, die Apple und Google für Corona-Tracing-Apps kürzlich für iOS und Android bereitgestellt haben.

Frankreich hatte sich, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, gegen eine Zusammenarbeit mit den beiden grossen Firmen entschieden. Das habe insbesondere beim iPhone zur Folge, dass die App nicht im Hintergrund laufen könne, kritisieren Experten. Sie müsse hingegen im Vordergrund geöffnet sein, um ständig Bluetooth-Signale senden und empfangen zu können – damit ist sie unter dem Apple-Betriebssystem iOS nach Experteneinschätzung quasi unbrauchbar.

Gegen die französische App gab es auch datenschutzrechtliche Bedenken. Ein zentraler Unterschied zwischen den Lösungen der US-Konzerne und der Franzosen ist, wo der Abgleich der Daten dafür stattfinden soll. Bei Apple und Google soll das nur auf den Smartphones geschehen, die dafür regelmässig Listen der Schlüssel von Infizierten herunterladen. Für dieses Modell sind auch Datenschützer. Beim Konzept der Franzosen dagegen werden die Daten auf einem zentralen Server abgeglichen.

17.41 Uhr: Hilfsorganisation warnt vor Katastrophe in Afghanistan

Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) hat angesichts fehlender Corona-Tests vor einer humanitären Katastrophe in Afghanistan gewarnt. Die von dem Virus ausgelöste Krankheit Covid-19 breite sich unentdeckt rasant im ganzen Land aus, teilte IRC am Dienstag mit. Im Mai sei die Zahl der bestätigten Neuinfektionen um 684 Prozent gestiegen, weil in Afghanistan aber bis zu 90 Prozent der Verdachtsfälle gar nicht getestet werden könnten, sei die Dunkelziffer mit Sicherheit um ein Vielfaches höher.

Die IRC-Direktorin für Afghanistan, Vicki Aken, sagte der Nachrichtenagentur AP, im Krisenland Afghanistan mit seinem desolaten Gesundheitssystem gebe es eine Reihe von Gründen, warum man sich in der Corona-Pandemie Sorgen machen müsse. Doch der wichtigste seien die fehlenden Testmöglichkeiten. Offiziell gibt es in Afghanistan rund 16'400 bestätigte Infektionen und mehr als 270 Todesfälle.

17.26 Uhr: Nationalrat will vorläufig nicht ins Bundeshaus zurückkehren

Der Nationalrat will die ganze Sommersession in der Berner Messe Bernexpo abhalten. Er hat am Dienstag einen Ordnungsantrag der SVP-Fraktion mit 126 zu 55 Stimmen abgelehnt. Die Fraktion hatte gefordert, ab der zweiten Sessionswoche wieder im Bundeshaus zu tagen.

Das Parlament habe mit dem Abbruch der Frühjahrssession kurz vor dem Lockdown ein wichtiges Zeichen gesetzt, sagte Nationalrat Thomas Matter (SVP/ZH). Nun gelte es, ein starkes Zeichen zu setzen, dass die Schweiz rasch zur Normalität zurückkehren könne. Matter erinnerte daran, dass der Bundesrat ab dem 6. Juni Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen erlaube. Die Einhaltung von Distanzregeln sei ausdrücklich nicht mehr erforderlich.

Die Zwei-Meter-Distanzregel habe weiterhin Bestand, erklärte Nationalrats-Vizepräsidentin Irène Kälin (Grüne /AG) im Namen der Verwaltungsdelegation. «Das Parlament ginge mit schlechtem Beispiel voran», sagte sie. Kälin wies auch auf die finanziellen Auswirkungen und auf die organisatorischen Schwierigkeiten hin, wenn nur der Nationalrat den Tagungsort verlegen würde.

Obwohl der Nationalrat den SVP-Antrag abgelehnt hat, ist die Rückkehr ins Bundeshaus durchaus ein Thema. Laut Kälin erarbeitet die Verwaltungsdelegation derzeit einen Plan, wann und unter welchen Umständen die Sessionen wieder im Parlamentsgebäude durchgeführt werden könnten.

17.12 Uhr: Massnahmen-Kombination schützt am besten vor Virus

Eine Kombination aus Abstandhalten, Mund-Nasen-Maske und Augenschutz könnte eine Corona-Infektion bestmöglich verhindern. Das schreiben Forscher der kanadischen McMaster-Universität im Fachblatt «Lancet», nachdem sie 172 Studien systematisch ausgewertet haben. Ein Teil der Studien beschäftigte sich mit Sars-CoV-2, ein weiterer mit Sars und ein dritter mit Mers. Alle diese Erreger gehören zu den Coronaviren.

Bei ihrer Analyse gelangten die kanadischen Wissenschaftler zu folgenden Haupterkenntnissen:

  • Ein Abstand von einem Meter oder mehr ist mit einem wesentlich geringeren Infektionsrisiko verbunden, als wenn eine kleinere Distanz gewahrt wird (2,6 Prozent versus 12,8 Prozent Infektionsrisiko). Jeder weitere Meter Abstand bis zu drei Meter könnte dieses Risiko weiter halbieren, wobei die Autoren die Beweislage für diese Aussage als «moderat» beschreiben.
  • Visiere, Schutzbrillen und Brillen im Allgemeinen scheinen das Risiko ebenfalls zu senken. Es gibt die Annahme, dass das Auge ein möglicher Eintrittsort für das Virus sein kann. Hier sei die Beweislage allerdings eher «gering», so die Autoren.
  • Ein ähnliches Resultat zeigt sich bei den Effekten von Gesichtsmasken. Auch hier bewerten die Autoren die Beweissicherheit allerdings insgesamt als eher «niedrig».

Die Autoren betonen aber, dass sowohl Abstandhalten, Gesichtsmasken als auch Augenschutz – selbst in kombinierter Form und richtig angewendet – keinen hundertprozentigen Schutz garantierten, sondern immer durch andere Massnahmen wie regelmässiges und gründliches Händewaschen ergänzt werden sollten.

16.33 Uhr: Swiss prüft Einführung einer Maskenpflicht

Die Swiss steht offenbar vor der Einführung einer Maskenpflicht an Bord. Das berichtet «Blick». Demnach prüfe die Fluggesellschaft, ob die Regelungen, die ab 8. Juni bei der Swiss-Muttergesellschaft Lufthansa in Kraft treten, auch an Bord der Swiss-Maschinen gelten sollen. In Maschinen von Lufthansa, Lufthansa City Line und Eurowings sind ab kommender Woche Passagiere und Crew «dazu verpflichtet, während des Boardings, des Fluges und beim Verlassen des Flugzeuges einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen», heisst es vonseiten der Airline.

Die Pflicht gelte aber nicht beim Verzehr von Speisen und Getränken, bei der Kommunikation mit Gehörlosen, zu Identifikationszwecken und bei «mit dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes unvereinbaren Tätigkeiten». Auch Kinder unter sechs Jahren sind von der Maskenpflicht ausgenommen.

15.25 Uhr: Talfahrt des Schweizer Automarktes geht im Mai weiter

Die Corona-Krise hatte die Schweizer Automobilbranche auch im Mai noch fest im Griff. Im vergangenen Monat wurden mit 13'890 Personenwagen 50,5 Prozent weniger Autos neu immatrikuliert als im Mai 2019.

Auch die Wiedereröffnung der Verkaufsräume habe noch keine spürbare Erholung gebracht, teilte der Branchenverband Auto-Schweiz am Dienstag mit. Nach dem rekordhohen Minus von 67,2 Prozent im April seien seit Jahresbeginn damit im Vergleich zum Vorjahr 38,9 Prozent weniger Neuimmatrikulationen registriert worden. Besserung sei wohl erst für die zweite Jahreshälfte in Sicht.

Konkret betrug die Zahl erstmals zum Verkehr zugelassener Personenwagen seit Beginn des Jahres 78'724 Fahrzeuge. Im Vorjahr waren nach den ersten fünf Monaten bereits 128'745 Einlösungen registriert worden.

«Der Neustart der gesamten Liefer- und Produktionsketten in der Automobilindustrie bis hin zur Auslieferung bestellter Fahrzeuge ist eine Herkulesaufgabe», heisst es im Communiqué. Die Herbeiführung des Normalzustands dürfte daher noch einige Monate in Anspruch nehmen.

15.00 Uhr: Einreisebeschränkungen an der Grenze zu Italien bleiben

Die Schweiz hält wie angekündigt die geltenden Einreisebeschränkungen an der Grenze zu Italien bis auf weiteres aufrecht. Der Bundesrat will die Öffnung der Grenze mit den anderen Nachbarländern Italiens koordinieren.

Italien hatte beschlossen, die Einreisebeschränkungen an den Schengen-Binnengrenzen am 3. Juni aufzuheben. Die Schweiz halte eine gegenseitige Aufhebung der Beschränkungen für verfrüht, teilte das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Dienstag mit.

Mit Frankreich, Deutschland und Österreich ist die Schweiz übereingekommen, die Reisebeschränkungen untereinander am 15. Juni aufzuheben, sofern es die Entwicklung der Pandemie zulässt. Dies wäre auch das Wunschdatum für Italien.

14.45 Uhr: Arzt aus Krankenhaus von Coronavirus-Entdecker in Wuhan gestorben

In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ist ein weiterer Arzt an den Folgen des Coronavirus gestorben. Der Urologe Hu Weifeng sei bereits am Freitag nach über viermonatiger Behandlung an Covid-19 und damit verbundenen Komplikationen gestorben, berichtete der Staatssender CCTV am Dienstag. Er ist der erste offizielle Corona-Tote in der Volksrepublik seit Wochen. Bei neuen Massentests in Wuhan meldeten die Behörden unterdessen 300 Infizierte.

Hu war ein Kollege des jungen Augenarztes Li Wenliang, der als einer der ersten vor dem neuartigen Coronavirus gewarnt hatte, daraufhin von den Behörden gegängelt worden und Anfang Februar selbst an der Infektion gestorben war. Der Urologe arbeitete wie Li am Zentralkrankenhaus von Wuhan. Er ist der sechste Arzt in der Klinik, der eine Ansteckung mit dem Virus nicht überlebte.

Sein Schicksal bewegte die Menschen in ganz China, nachdem die Medien Bilder von ihm als Patient veröffentlicht hatten. Sie zeigten, wie Hus Haut durch einen schweren Leberschaden schwarz geworden war. Das Zentralkrankenhaus hat Hus Tod bis Dienstag nicht offiziell vermeldet. Wie viele Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger insgesamt der Epidemie in China zum Opfer fielen, ist ebenfalls bis heute unklar. Insgesamt starben nach offizieller Zählung bisher 4'634 Menschen in der Volksrepublik, seit das Virus Ende des Jahres in Wuhan seinen Ausgang nahm.

14.29 Uhr: Universitätsspital Genf testet Impfstoff an Mäusen

Das Universitätsspital Genf will einen neuen Corona-Impfstoff an Mäusen testen. In den kommenden Wochen solle damit begonnen werden, berichtet «Blick» unter Berufung auf das Spital. In Zusammenarbeit mit dem Genfer Gesellschaft für Biotechnologie Maxivax auf dem Gebiet der Krebs-Immuntherapie werde an einem Impfstoff auf Basis der Verkapselung von Zellen geforscht. Die aus der Krebsforschung bekannte Methode habe den Vorteil, dass eine längere Immunisierung erreicht werden könne.

14.09 Uhr: Nationalrat diskutiert über weitere Corona-Milliarden

Zur Bewältigung der Corona-Krise beantragt der Bundesrat dem Parlament weitere 14,9 Milliarden Franken. Der Nationalrat diskutiert am Mittwoch über die Vorlage. Die neuen Kredite bedeuten nahezu eine Verdoppelung der Corona-Kosten für den Bund.

In der ausserordentlichen Session von Anfang Mai hat das Parlament rund 57 Milliarden Franken bewilligt. Der grösste Teil davon ist aber erst reserviert, um Überbrückungskredite für KMU zu verbürgen. Die effektiven Ausgaben belaufen sich auf rund 16 Milliarden Franken. Mit dem neuen Kredit summieren sich die Kosten der Corona-Krise für den Bund auf 31 Milliarden Franken. Der Bundesrat schätzt, dass es bis Ende Jahr rund 40 Milliarden Franken sein werden.

Auch das zweite Kreditpaket ist grundsätzlich unumstritten, zu einzelnen Positionen gibt es aber Kürzungs- oder Aufstockungsanträge. Der grösste Teil geht an den ALV-Fonds. Der Bundesrat hat dafür 14,2 Milliarden Franken beantragt. Die beiden Finanzkommissionen stimmten diesem Kredit einstimmig zu. Mit dem Geld sollen die Kosten der Kurzarbeitsentschädigung gedeckt werden. Der Bundesrat schätzt, dass diese auf rund 20 Milliarden Franken anwachsen werden.

13.31 Uhr: Russland beginnt klinische Tests mit Corona-Impfstoff bei Soldaten

Russland beginnt mit klinischen Tests eines selbst entwickelten Impfstoffs gegen das Coronavirus an Soldaten. Es seien 50 Freiwillige, darunter fünf Frauen, für die Teilnahme an den Untersuchungen ausgewählt worden, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag in Moskau mit. Die Männer und Frauen hätten sich selbst gemeldet, damit das neue Präparat auf seine Wirkung und Sicherheit getestet werde. Die Untersuchungen sollen bis Ende Juli abgeschlossen sein. Zuvor hatten Wissenschaftler schon in vorklinischen Tests – an Tieren und teils an sich selbst – Erfolge bei der Impfstoffentwicklung gemeldet.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Druck gemacht, dass Russland im weltweiten Rennen um einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 Erfolge vorweisen könne. Vize-Regierungschef Dmitri Tschernyschenko hielt es im Fall von Erfolgen für möglich, dass bereits im Herbst ein Impfstoff zur Verfügung stehe. «Die Arbeit an einem Impfstoff ist im vollen Gang, wir warten auf die Ergebnisse. Aus Sicht der Spezialisten können wir im Fall eines Erfolgs im Herbst mit der Massenimpfung beginnen», sagte er am Dienstag.

Eine Impfpflicht für die ganze Bevölkerung soll es nicht geben, wohl aber für einzelne Berufsgruppen. Die Soldaten, die an der klinischen Studie teilnehmen, seien vorab eingehend untersucht worden und kerngesund. Sie werden von diesem Mittwoch an in einem Forschungsinstitut des Verteidigungsministeriums in Sergijew Possad im Moskauer Gebiet untergebracht und während der Studie überwacht.

12.54 Uhr: Reiseveranstalter nehmen Reisen wieder auf

Die Reiseveranstalter Hotelplan Suisse, DER Touristik Suisse und Tui Suisse beenden ihre Corona-Reisestopps. Das Reiseprogramm wird per 15. Juni wieder aufgenommen, wie die Reiseveranstalter am Dienstag in separaten Communiqués mitteilten.

Der Schritt erfolge aufgrund der geplanten Grenzöffnungen in Europa. Nebst Ferien in der Schweiz bieten die Reiseanbieter ab dem genannten Datum beispielsweise wieder Reisen in Länder wie Frankreich, Deutschland, Österreich oder Kroatien an.

Trotz der Lockerungen und der Wiederaufnahme des Reiseprogramms müssen aber alle Anbieter auch erneut Buchungen stornieren. Bei Tui Suisse heisst es, dass Reisen, die aufgrund Einreiseeinschränkungen nicht regulär durchgeführt werden können, bis einschliesslich 30. Juni abgesagt würden.

Hotelplan wiederum annulliert Pauschalreisen innerhalb Europas bis und mit 21. Juni sowie Reisen ausserhalb Europas bis und mit 28. Juni, die aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht möglich sind.

Bei Kuoni-Besitzerin DER Touristik heisst es, dass man jene Reiseprogramme nach wie vor aussetze, die aufgrund von Einreisesperren, unzumutbaren Voraussetzungen für die Reise oder mangels Flugangeboten noch nicht möglich seien.

Zu Hotelplan Suisse gehören die Reisemarken Globus Reisen, Travelhouse, Tourisme Pour Tous, Hotelplan und Migros Ferien. Tui Suisse wiederum ist die Schweizer Tochter des deutschen Touristikkonzerns Tui. DER Touristik Suisse schliesslich gehört zum deutschen Rewe-Konzern.

12.40 Uhr: Keine rückwirkende GA-Hinterlegung mehr

Nach gut 12 Wochen kehrt der öffentliche Verkehr (öV) am 8. Juni auch tarifisch wieder zum Normalbetrieb zurück. Die rückwirkende Hinterlegung der Generalabonnemente (GA) ist ab sofort nicht mehr möglich. Streckenbillette sind neu alle generell einen Tag gültig.

Bisher waren Streckenbillette und Klassenwechsel ab einer Reiselänge von 116 Kilometern zehn Tage lang gültig. Im Sinne einer Vereinfachung und Harmonisierung hat die öV-Branche nun entschieden, dass eine generelle Gültigkeit von einem Tag für alle Streckenbillette gelten soll, wie Alliance Swisspass am Dienstag mitteilte.

Aus dem Corona-Regime ins reguläre Angebot übergeführt wird gemäss Mitteilung die Möglichkeit, das GA via Online-Formular kostenlos für 5 bis 30 Tage zu hinterlegen. Es wird demnächst auf die Plattform swisspass.ch überführt. Die rückwirkende Hinterlegung ist jedoch ab sofort nicht mehr möglich. Diese war eine Kulanzmassnahme während der Pandemie.

Ab dem 8. Juni wieder erhältlich sind Sparbillette und Tageskarten. Der Verkauf war aufgrund der Covid-19-Pandemie seit dem 19. März eingestellt.

12.32 Uhr: Berliner Gesundheitssenatorin «entsetzt» nach Bootsdemo

Nach einer Demonstration auf dem Wasser mit Hunderten Booten trotz Corona-Beschränkungen hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci scharfe Kritik geäussert. «Ich bin entsetzt über die Bilder vom Wochenende in Berlin. Party und Pandemie passt überhaupt nicht», teilte die SPD-Politikerin am Dienstag mit.

Am Pfingstsonntag waren bei der Versammlung «Für die Kultur - Alle in einem Boot» bis zu 400 Boote von der Spree über den Landwehrkanal nach Berlin-Kreuzberg gezogen. Die Veranstalter wollten nach eigenen Angaben auf die Bedrohung der Clubkultur aufmerksam machen, nachdem die Clubs seit Wochen nicht mehr öffnen dürfen.

«Ich habe Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Lage der Clubs. Dafür gibt es finanzielle Hilfen. Aber das, was am Wochenende auf dem Landwehrkanal passierte, ist in Pandemiezeiten grob fahrlässig», sagte Kalayci. 

Laut der Polizei hielten sich bis zu 1'500 Menschen jeweils auf dem Wasser und an Land auf. Im Polizeibericht hiess es, der Veranstalter habe die Versammlung «aufgrund der nicht eingehaltenen Abstände zueinander und von Beschwerden über zu laute Musik» abgebrochen.

12.22 Uhr: Drei neue Covid-19-Ansteckungen in 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages noch drei neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Vortag waren es deren neun. Am Sonntag und Samstag waren je 17 neue Fälle gemeldet worden, am Freitag 32.

Insgesamt gab es 30'874 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Viele Kantone haben die Zahlen über das Pfingstwochenende nicht aktualisiert.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Dienstagmittag 1'920, gleich viele wie an den drei Tagen zuvor. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1'657, gleich viele wie am Vortag. Das entspreche 19 Todesfällen pro 100'000 Einwohner. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Montagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

12.25 Uhr: Zehn Millionen Menschen in Wuhan getestet – 300 asymptomatische Fälle

Bei Tests von fast zehn Millionen Bürgern in Wuhan sind 300 asymptomatische Infektionen mit dem Coronavirus entdeckt worden. Die angesteckten Personen und 1'174 enge Kontaktpersonen seien isoliert worden und stünden unter medizinischer Beobachtung, berichteten die Behörden nach Angaben der Staatsmedien am Dienstag.

Den Anteil der Infizierten ohne Symptome an der Bevölkerung beschrieben die Experten als «äusserst gering». Auch seien keine Ansteckungen durch diese Personen festgestellt worden. Die Tests waren seit Mitte Mai über zwei Wochen vorgenommen worden.

In der zentralchinesischen Metropole war das Sars-CoV-2-Virus im Dezember zuerst entdeckt worden. Die Stadt war in China am stärksten vom Ausbruch des Erregers betroffen. Vom 23. Januar an wurde Wuhan für 76 Tage von der Aussenwelt abgeriegelt. Von den landesweit 4'634 amtlich gemeldeten Todesfällen durch die Lungenkrankheit Covid-19 gab es allein 3'869 in der Provinzhauptstadt.

12.08 Uhr: Zürcher Spitäler fordern Kompensation

Der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) fordert angesichts der Mehrausgaben durch die Corona-Pandemie finanzielle Unterstützung. Man rechne mit Einnahmeausfällen von 150 bis 460 Millionen Franken, heisst es in einer Mitteilung, aus der SRF zitiert. Zusätzliche Intensivbetten mit Beatmungsgeräten hätten zu Mehrkosten geführt; ausserdem sei die Behandlung von Covid-19-Patienten nicht kostendeckend. 

«Die Spitäler erwarten, dass der Kanton seine Verantwortung wahrnimmt und zumindest subsidiär für die fehlenden Mittel geradesteht», so VZK-Präsident Christian Schär in der Mitteilung. Der VZK vertritt 31 Institutionen mit ingesamt rund 34'800 Mitarbeitenden.

11.44 Uhr: Jeder vierte Corona-Tote in den USA war Pflegeheimbewohner

Unter den inzwischen mehr als 100'000 Todesopfern der Corona-Pandemie in den USA waren mindestens ein Viertel Bewohner von Pflegeheimen. Dies geht aus einem neuen Bericht für Gouverneure der US-Staaten hervor. Demnach dürfte die Zahl steigen. Den Angaben zufolge wurden in Altenheimen 60'000 Corona-Fälle registriert.

Erstellt wurde der Report von den Zentren für Krankenversicherungen Medicare und Medicaid sowie für Seuchenkontrolle und Prävention, eine Kopie und eine dazugehörige Grafik lag der Nachrichtenagentur AP vor. Die Daten stammen aus Statistiken von rund 80 Prozent der 15'400 Pflegeheime in den USA, die bis zum 24. Mai erhoben worden. Im ganzen Land gibt es bisher 104'000 Todesfälle durch die Krankheit Covid-19 und fast 1,8 Millionen Infektionen. In keinem anderen Land der Welt sind die Zahlen höher.

11.31 Uhr: Frauen fordern mehr Mitbestimmung bei Bewältigung der Krise

60 Schweizer Frauenorganisationen fordern in einem dringlichen Appell an den Bundesrat und das Parlament mehr Mitbestimmung bei der Bewältigung der Corona-Krise. Die Frauen dürften nicht vergessen werden, denn ihre geleistete Arbeit sei lebenswichtig.

Die Finanzierung der Krise dürfe nicht «auf dem Rücken der Frauen geschehen», teilten die Organisationen, unter ihnen Alliance f, Terres des femmes, die Eidg. Kommission dini Mueter, die Frauenorganisation des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) und der Verein Wide, in einer gemeinsamen Mitteilung am Dienstag mit. Zusammen verträten sie Millionen von Frauen in der Schweiz.

Die Organisationen fordern, dass Frauen am Verhandlungstisch mitbestimmen können, dass die Massnahmen zum wirtschaftlichen Aufschwung «die reale Lebenssituation aller Frauen in der Schweiz berücksichtigen», dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreicht und die Arbeitsbedingungen in den systemrelevanten Berufen verbessert werden.

Zudem brauche es spezifische Unterstützung für Migrantinnen in prekären Situationen, denn sie seien von der Krise überdurchschnittlich stark betroffen. Die Frauenorganisationen machen auch darauf aufmerksam, dass die Gewalt gegen Frauen eine Krise mit epidemischem Ausmass sei, die auch vor und ohne Coronavirus bereits existiert habe.

11.08 Uhr: Erstmals keine neuen Corona-Toten in Spanien registriert

Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind in Spanien binnen eines Tages keine neuen Todesopfer registriert worden. Das teilte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle, Fernando Simón, am Montagabend mit. Er schloss aber nicht aus, dass nach dem Pfingstmontag noch Fälle nachgemeldet werden könnten. Dennoch war es das erste Mal seit dem 3. März, dass an einem Tag keine einziger Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 bekannt wurde, wie die Zeitung «El País» betonte.

Damals hatten die Behörden mitgeteilt, dass ein bereits am 13. Februar verstorbener Patient mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert gewesen war. Anfang April zum Höhepunkt der Pandemie in Spanien wurden dann sogar mehr als 900 Tote pro Tag im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 registriert. Mit mehr als 27'000 Toten und rund 240'000 Infektionsfällen ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder und hatte besonders strikte Gegenmassnahmen ergriffen.

Die Zahlen werden aber seit Wochen besser. Das Land befindet sich in einer Phase der stufenweisen Öffnung. Regierungschef Pedro Sánchez will den umstrittenen Notstand dennoch ein letztes Mal um weitere zwei Wochen bis 20. Juni verlängern lassen. Eine Mehrheit bei der Abstimmung im Parlament an diesem Mittwoch galt als sicher. Ab 1. Juli sollen dann auch wieder ausländische Touristen einreisen dürfen.

10.52 Uhr: Italien startet seine Corona-Warn-App

Italien startet mit seiner angekündigten Warn-App im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die Anwendung auf dem Smartphone soll Bürgern einen Hinweis senden, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Die kostenlose App mit dem Namen «Immuni», die ein Mailänder Unternehmen entwickelt hat, stehe zum Runterladen aufs Handy bereit, teilte das Gesundheitsministerium in Rom am Montagabend mit. Ab kommendem Montag (8. Juni) würden die Funktionen aktiviert, allerdings zunächst nur in 4 von 20 Regionen Italiens.

Die Warn-App auf Basis von Bluetooth-Technik für eine Datenübertragung zwischen Geräten solle zunächst in den Abruzzen, Ligurien, den Marken und Apulien laufen. Später sollten weitere Regionen hinzukommen. Auch andere Länder wollen im Kampf gegen die Covid-19-Krankheit vermehrt eine eigene Warn-App nutzen oder prüfen den Einsatz.

Italien wurde von der Lungenkrankheit besonders hart getroffen. Seit Februar zählte der Zivilschutz bis 1. Juni insgesamt 33'475 Corona-Tote. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionsfälle wird mit gut 233'000 angegeben. Der Schwerpunkt des Ausbruchs liegt seit Beginn in der Lombardei.

An den Plänen für die App hatte es Kritik von Datenschützern gegeben. Dazu erläuterte das Ministerium, die «Immuni»-Anwendung sei im Einklang mit italienischen und europäischen Gesetzen zum Schutz der Privatsphäre entwickelt worden.

10.01 Uhr: Mehr als 100'000 Corona-Infektionen in Chile

In Chile haben sich nach Angaben der US-Universität Johns Hopkins bereits mehr als 100'000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Über 1100 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Infektion mit dem Virus in dem südamerikanischen Land ums Leben gekommen. Zuletzt war es in Chile immer wieder zu Protesten gekommen. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, steht der Grossraum Santiago seit Wochen unter Quarantäne.

Erst am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewarnt, dass der Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie in Süd- und Zentralamerika noch nicht erreicht sei. Zu den Ländern mit hohen Zahlen von neuen Infizierten zählt die WHO neben Chile vor allem Brasilien, Peru und auch Mexiko. Die Gesundheitssysteme in den Ländern stünden unter Druck. In Chile hatte die Ärztekammer angesichts des Ansturms auf die Krankenhäuser bereits vor wenigen Tagen gewarnt, dass fast alle Intensivbetten belegt seien.

9.44 Uhr: Krise wird Mobilitätsverhalten der Schweizer verändern

Wegen des Coronavirus wollen Schweizerinnen und Schweizer in Zukunft weniger häufig öffentliche Verkehrsmittel nutzen.Wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte Schweiz zeigt, gibt es eine Verlagerung zu mehr Individualverkehr. Grund dafür sei die Angst, man könnte sich im öffentlichen Verkehr mit dem Virus anstecken. Deshalb wollen viele Menschen auf Velos, E-Bikes oder auch Autos umsteigen sowie vermehrt im Home-Office arbeiten, wie es in der am Dienstag veröffentlichten Umfrage heisst.

So glaubt rund ein Drittel der Befragten, dass sie in Zukunft vermehrt zu Fuss, mit dem E-Scooter oder dem Velo unterwegs sein werden. Rund ein Viertel der Befragten plant, weniger häufig in Zügen, Bussen, Trams oder Taxis unterwegs zu sein. Die Umfrage zeige, dass vor allem der Fuss- und Veloverkehr in den Städten stärker zunehmen werde. So würden die Forderungen nach einer fussgänger- und velofreundlicheren Infrastruktur bereits lauter. Ein weiterer Ansatz könnte auch Road-Pricing sein, um den motorisierten Individualverkehr in den Städten zu regulieren.

Die Menschen in der Schweiz gehen gemäss der Umfrage zudem tendenziell davon aus, dass sie in den kommenden Jahren weniger fliegen werden. Von den Befragten, die gelegentlich per Flugzeug verreisen, rechnen 27 Prozent mit weniger Flugreisen, 13 Prozent hingegen gehen von einer Zunahme aus.

Die Corona-Krise habe auch das Arbeiten der Menschen in der Schweiz verändert. Die Umfrage zeigt, dass viele Menschen auch in Zukunft an gewissen Tagen im Homeoffice arbeiten möchten.

9.10 Uhr: Ausbreitung des Coronavirus

Entwicklung der Fallzahlen nach Überschreitung von 100 Fällen pro Land
Grafik: dpa

8.45 Uhr: Detailhandel verzeichnet im April starken Einbruch

Der Schweizer Detailhandel ist im April wegen der Covid-19-Pandemie um rund einen Fünftel eingebrochen. Die Branchen waren dabei unterschiedlich von den Umständen betroffen worden, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Bereits im März war es zu einem markanten Rückgang gekommen.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat fielen die um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Detailhandelsumsätze im April nominal um 20,6 Prozent zurück. Unter Berücksichtigung der Teuerung ergab sich ein realer Rückgang von 19,9 Prozent. Saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat lag das Minus gemäss den provisorischen Daten des BFS bei 14,8 Prozent (real minus 14,7 Prozent).

Entsprechend den geschlossenen Läden kam insbesondere der Nicht-Nahrungsmittelsektor unter die Räder, welcher insgesamt um über 40 Prozent schrumpfte. Innerhalb dieses Bereiches mussten die Unterkategorien «sonstige Güter (Bekleidung, Apotheken, Uhren und Schmuck)» mit minus 56 Prozent und «sonstige Haushaltsgeräte, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf» mit  minus 46 Prozent noch deutlich grössere Rückschläge hinnehmen.

Weniger von der Krise betroffen waren der Detailhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren, welcher nominal um 4,0 Prozent (real plus 3,5 Prozent) zulegte. Die Branchen «Marktstände, Versand und Internethandel» verzeichneten gar um über 22 Prozent gestiegene Umsätze. Der Bereich «Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik» setzte 3,9 Prozent (real plus 12,1 Prozent) mehr um.

7.45 Uhr: WHO warnt vor übermässigem Antibiotika-Einsatz

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Steigerung der Zahl der Todesfälle in der Corona-Krise durch den übermässigen Einsatz von Antibiotika gewarnt. Die stark gestiegene Verabreichung von Antibiotika werde zu zunehmenden Resistenzen von Bakterien gegen diese Mittel führen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in einer Online-Pressekonferenz. Dadurch würden während der Pandemie und danach die Erkrankungen und Todesfälle durch bakterielle Infektionen zunehmen.

Nach Angaben der WHO braucht nur ein geringer Anteil der Patienten mit der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 Antibiotika, um bakterielle Begleitinfektionen der Erkrankung zu behandeln. In einem Ratgeber für Ärzte empfiehlt die UN-Unterorganisation, die Verabreichung von Antibiotika bei Covid-19-Patienten mit nur leichtem Krankheitsverlauf zu unterlassen, solange kein konkreter Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht.

6.42 Uhr: Chinas Botschafter weist Kritik zurück

Der chinesische Botschafter in der Schweiz, Geng Wenbing, hat sein Heimatland gegen Vorwürfe in der Coronavirus-Pandemie verteidigt. «China hat nie versucht, die Epidemie zu vertuschen», sagte er den «Zeitungen der CH-Media» vom Dienstag.

«Im Gegenteil hatten wir uns, nachdem die Möglichkeit der Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus bestätigt wurde, immer fest an die Prinzipien der Offenheit und Transparenz gehalten», betonte der Diplomat. Doch mancherorts wollten Verantwortliche lediglich einen Sündenbock für ihre missliche Lage finden und sich ihrer eigenen Verantwortung entziehen, hiess es weiter.

Die chinesische Volksrepublik habe zudem der Welt mit ihren raschen Massnahmen in der Coronavirus-Krise «zwei Monate wertvolle Zeit verschafft, sodass andere Länder sich auf die Epidemiebekämpfung vorbereiten konnten», führte Geng Wenbing ausserdem aus. «Wir tun unser Bestes, um die Epidemie einzudämmen.» Die Bemühungen seines Heimatlandes gewännen Anerkennung und Lob der Weltgesundheitsorganisation WHO und vielen Ländern, sagte der 62-Jährige.

Eine Verantwortung Chinas für die Epidemie wies der langjährige Diplomat zudem weit von sich. «Es ist weder faktisch begründet noch moralisch haltbar, von China zu verlangen, die Verantwortung für die Epidemie zu tragen», erklärte er. «Wir erfüllen die Verantwortung einer Grossmacht», indem China den vom Coronavirus schwer getroffenen Ländern sowie Regionen helfe und «ein entschlossener Verfechter der bestehenden internationalen Ordnung» sei.

6.20 Uhr: Müssen Steuerzahler Messekonzern MCH retten?

Der Firmenchef des Messekonzerns MCH Group, Bernd Stadlwieser, ist auf der Suche nach Geldgebern für sein Unternehmen. «Wir suchen einen Investor, um in die Zukunft investieren zu können», sagte der Manager dem «Tages-Anzeiger» vom Dienstag. Diese Vorgehensweise erfolge nicht zur Sicherung des Unternehmens, betonte er. «Wir haben genügend finanzielle Reserven, um ins nächste Jahr reinzukommen. Es hängt viel davon ab, wie es mit der Pandemie weitergeht», erklärte Stadlwieser, Chef von weltbekannten Messen wie der Art Basel, weiter.

Die MCH Group leidet nicht nur unter der Corona-Krise, sondern benötigt ohnehin dringend frisches Kapital, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Verhandlungen dazu laufen nicht nur mit privaten Investoren. Möglich ist dem Bericht zufolge auch, dass die Steuerzahler weiter belastet werden, da die an der Messe beteiligten Kantone Basel-Stadt, Baselland, Zürich sowie die Stadt Zürich ebenfalls Geld nachschiessen könnten, wie Stadlwieser im Interview sagte. Zu den laufenden Gesprächen wollte sich auf Anfrage der Zeitung keiner der Kantone äussern. Sie sind laut Stadlwieser über die Situation sowie die Neuausrichtung gut informiert. «Die Kantone sind im Verwaltungsrat vertreten und bringen ihre Meinung ein», sagte Stadlwieser. Es gebe im Moment ein «Füllhorn von Möglichkeiten».

Messen der Zukunft seien physische und digitale Plattformen, welche die Community das ganze Jahr über verbinden, hiess es zudem. «Darin müssen wir investieren», so der MCH-Konzernchef. Dafür brauche die Firma einen grossen Teil des neuen Kapitals, hob er hervor.



Das Überleben des Konzerns sei trotz der Coronavirus-Pandemie gesichert. «Wir haben im März zwei Szenarien berechnet: eines, bei dem ab September wieder Messen möglich sind, und eines ohne Veranstaltungen bis Ende des Jahres», sagte er. Im Moment profitiere die MCH-Gruppe von der Kurzarbeit. Allerdings könne der Manager strukturelle Massnahmen beim Personal nicht ausschliessen, falls man merke, dass es bis Ende Jahr keine Veranstaltungen geben werde. Eine Messe sei ohnehin keine Grossveranstaltung im herkömmlichen Sinne, erklärte der Österreicher weiter. Es gebe eine Registrierung aller Teilnehmer. «Wir können zudem die Abstandsregeln einhalten und Schutzmassnahmen umsetzen», beteuerte der 51-Jährige.

5.45 Uhr: New Yorker Metropolitan Oper macht erst im Dezember auf

Die renommierte New Yorker Metropolitan Oper will aufgrund der Coronavirus-Pandemie erst Ende Dezember wieder aufmachen. Mit einer Gala am 31. Dezember wolle das Opernhaus in Manhattan wiedereröffnen, hiess es am Montag (Ortszeit) in einer Mitteilung beim Kurznachrichtendienst Twitter. «Es ist offensichtlich klar, dass Abstand halten und grosse Oper nicht zusammenpassen», sagte Met-Chef Peter Gelb der «New York Times». «Es sind nicht nur die Zuschauer, es ist auch die Gesundheit der Mitarbeiter. Man kann kein Symphonieorchester in einen Graben setzen und Sänger und einen Chor auf der Bühne nah beieinander.»

Die Oper in der von der Corona-Pandemie besonders stark getroffenen Metropole ist seit Mitte März geschlossen. Kommende Woche sollen die Beschränkungen in New York erstmals gelockert werden. Einige Wochen später könnten laut Plan dann auch Kultureinrichtungen – unter Einhaltung von Hygienevorschriften, mit Abstand und Masken – wieder aufmachen. Bei einer Entscheidung dagegen würden dem Opernhaus wohl rund 100 Millionen Dollar an Einnahmen verloren gehen, schrieb die «New York Times».

5.21 Uhr: Japans Kaiserpalast öffnet wieder Gärten

Japans ehrwürdiger Kaiserpalast hat die wegen der Corona-Krise zwei Monate lang geschlossenen Östlichen Gärten für die Öffentlichkeit wieder geöffnet. Allerdings dürfen als Vorsichtsmassnahme gegen Covid-19 vormittags und nachmittags jeweils nur 50 Besucher in die Anlage, wie das Haushofamt am Dienstag bekannt gab. Die Besucher müssten Masken tragen, zudem werde ihre Temperatur am Eingang gemessen.

Neben einem weitläufigen Park mit Blumen befinden sich in der östlichen Gartenanlage auch Ruinen von Burggebäuden, die einst Shogune der Tokugawa-Dynastie erbauten. Die Gärten gehören zu den wenigen Orten auf dem weitläufigen Areal des Kaiserpalastes, die der Öffentlichkeit frei zugänglich sind.

Die riesige, grüne Anlage des kaiserlichen Palastes mitten im Herzen der japanischen Hauptstadt mit Residenzen, Schreinen und Gärten war mehr als 250 Jahre lang Sitz der Tokugawa-Shogune, die in der Edo-Zeit (1603 bis 1868) das Inselreich regierten. Nach der Entmachtung der Shogune wurde der Sitz des Kaisers von Kyoto nach Edo verlegt, das in Tokio (östliche Hauptstadt) umbenannt wurde. Auf dem einstigen Burgareal entstanden die kaiserlichen Residenzen. Auf dem Palastgelände befindet sich auch das Haushofamt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude zerstört und in modernem Stil wieder aufgebaut.

Der grösste Teil der Palastanlage ist der Öffentlichkeit nur nach einer Voranmeldung für eine Besuchertour zugänglich. Die Gebäude selbst dürfen nicht betreten werden. Eine der seltenen Gelegenheiten für das Volk, dem Palast näher zu kommen, bietet sich zu Neujahr, wenn die Monarchenfamilie ihr Volk von einem verglasten Balkon grüsst.



4.39 Uhr: Sehr viele Ausflügler am Pfingstwochenende

Am sonnigen Pfingstwochenende sind in der Schweiz viele Naherholungs- und Wandergebiete sehr gut besucht gewesen. Beliebt waren Ausflugsziele in den Bergen und an Seen, dies führte teilweise zu verstopften Strassen. Die Postautos waren sehr stark ausgelastet, vor allem auf den Linien, die zu den Ausgangspunkten von Wanderungen führen, wie es am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bei der Postauto-Medienstelle hiess.

Sehr wenige Fahrgäste trugen Masken: In der Deutsch- und in der Westschweiz würden weniger als fünf Prozent der Reisenden Masken tragen, sagte eine Mediensprecherin. Im Tessin dagegen, einem der am stärksten von der Pandemie betroffenen Kantone, würden zehn bis zwanzig Prozent der Fahrgäste Masken tragen, vor einem Monat seien es noch 50 Prozent gewesen.

Bei den SBB war die Auslastung der Züge unterschiedlich, bei einigen Strecken habe diese maximal 80 Prozent betragen, hiess es bei der Medienstelle.

Auffällig zeigte sich das Verkehrsaufkommen am Pfingstsonntag und -montag in den Kantonen Glarus und Zug, wo verschiedene Hauptstrassen in die Naherholungsgebiete überlastet waren und die Polizei deswegen Strassen sperren musste, wie der Verkehrsdienst Viasuisse auf Anfrage mitteilte. Unter anderem im Kanton Glarus waren die Parkplätze der jeweiligen beliebten Ausflugsziele komplett besetzt. Die Ausflügler hätten darauf teilweise mit «mangelndem Verständnis und aggressiv» reagiert, hiess es auf Anfrage bei der Kantonspolizei Glarus.

Es sei zu einer noch nie dagewesenen Verkehrsüberlastung gekommen – bei einem Rettungseinsatz wäre ein Durchkommen sämtlicher Rettungskräfte auf einigen Strassen unmöglich gewesen. Sehr gut besucht waren demnach unter anderem der Klöntaler- und der Walensee. Auch über den Klausenpass habe es viel Verkehr gegeben.

Im Kanton Zug waren sehr viele Ausflügler nicht nur mit dem Auto, sondern auch zu Fuss und mit dem Velo unterwegs, hiess es auf Anfrage bei der Kantonspolizei. Unter anderem am Zugerberg seien die Parkplätze wegen Verkehrsüberlastung besetzt gewesen.

Auch das Wandergebiet Alpstein im Appenzellerland verzeichnete mehr Besucher als an Jahren zuvor. Das Abstandhalten auf den Wandergebieten sei kein Problem gewesen, schwieriger sei dies hingegen in den zahlreichen Bergwirtschaften gewesen, sagte der Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden.

Tausende nutzten im Kanton Bern am Pfingstsonntag trotz Bise das schöne Wetter für Ausflüge ins Freie. Bereits am Sonntagmorgen stockte der Verkehr auf der Autobahn Richtung Interlaken. Auch am Autoverlad in Kandersteg herrschte reges Treiben. Die Wanderer machten sich auf zu beliebten Wanderzielen, wie etwa dem Lauenensee im Saanenland oder den Hügeln der Juraketten.

Velofahrer und Wanderer kreuzen sich auf dem Wanderweg zwischen Erlach und der Sankt Petersinsel, am Pfingstsonntag, 31. Mai 2020, in Erlach. 
Bild: Keystone/Alessandro della Valle

Nicht nur in den Bergen war viel Volk unterwegs, auch in den Städten genossen die Menschen die sommerliche Stimmung. So waren in Chur an diesen Wochenenden tendenziell wieder mehr Leute unterwegs, vor allem Freitag und Samstag, wie es auf Anfrage bei der Polizei hiess. Die Verhaltensregeln bezüglich Covid-19 seien jedoch problemlos eingehalten worden.

Laut Viasuisse blieb der Stau vor dem Gotthardtunnel dieses Jahr aus. Dichten Verkehr verzeichnete Viasuisse unter anderem im Kanton Obwalden in Richtung Luzern. In der Zentralschweiz war die Axenstrasse stark frequentiert und am Zürichsee war der Seedamm zwischen Pfäffikon ZH und Rapperswil SG mehrere Stunden verstopft. Im Tessin war der Verkehr im Val Verzasca intensiv, zudem sorgte dort eine Baustelle für Stau.

4.16 Uhr: Ein Meter Abstand zwischen Passagieren

Die Luftfahrtorganisation der Vereinten Nationen (ICAO) empfiehlt Temperaturmessungen und das Tragen von Masken. Zudem soll es Abstände von einem Meter zwischen den Passagieren als Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus im künftigen Flugverkehr geben. Die zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Internationalen Luftverkehrsvereinigung (IATA) erarbeiteten Empfehlungen wurden am Montag veröffentlicht.

Sie würden auf die grössten Veränderungen der Sicherheitsregeln im Flugverkehr seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 hinauslaufen. Die Vorschläge haben allerdings keinen verbindlichen Charakter. Die ICAO appelliert an Regierungen und Behörden, die Betreiber von Flughäfen sowie die Fluggesellschaften, weltweit einheitliche Regeln zum Schutz gegen das Coronavirus einzuführen, «über die Konsens besteht».

Laut ICAO sollten die Passagiere beim Eintreffen am Flughafen einen medizinischen Nachweis über ihre Gesundheit vorlegen und ihre Temperatur gemessen werden. Eine zweite Temperaturmessung solle am Ende der Reise erfolgen. Die Organisation empfiehlt ferner die möglichst weitgehende Verwendung elektronischer statt ausgedruckter Flugtickets. Generell wird zum Einsatz «kontaktloser» Technologien wie Gesichts- und Iris-Erkennung geraten. Auch bei den Sicherheitskontrollen an den Airports solle auf die möglichst weitgehende Vermeidung von physischem Kontakt geachtet werden.

Das Tragen von Atemschutzmasken innerhalb der Terminals und Flugzeuge solle vorgeschrieben werden, heisst es weiter in dem ICAO-Papier. Die Organisation empfiehlt zwar, dass an Bord ein Abstand zwischen den Reisenden von einem Meter gewahrt werden sollte. Allerdings plädiert die Organisation nicht ausdrücklich dafür, dass jeder zweite Sitz frei bleibt. Die Fluglinien warnen, dass eine solche Vorschrift die Wirtschaftlichkeit ihrer Verbindungen gefährden würde.

An Bord sollten sich die Passagiere laut ICAO so wenig wie möglich von ihren Sitzen wegbewegen. Das Schlangestehen vor den Toiletten solle unterbunden werden, hiess es weiter. Flugbegleiter sollten mit spezieller Schutzausrüstung wie medizinischen Masken, Schutzschirmen für das Gesicht und Handschuhen ausgestattet werden, schlägt die Organisation zudem vor.

4.38 Uhr: US-Vorwahlen in Krisenzeiten

Im Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten stehen an diesem Dienstag in mehreren Bundesstaaten Vorwahlen an – inmitten der Corona-Pandemie und der anhaltenden Proteste gegen Polizeigewalt im Land. Abgestimmt wird in Indiana, Maryland, Montana, New Mexico, Pennsylvania, Rhode Island und South Dakota sowie in der US-Hauptstadt Washington, die keinen Status als Bundesstaat hat. Ergebnisse werden nach deutscher Zeit frühestens am Mittwoch erwartet.



Mehrere der Bundesstaaten hätten die Vorwahlen ursprünglich schon eher abhalten sollen, verschoben die Abstimmung wegen der Corona-Krise jedoch auf diesen Termin. Somit ist auf einen Schlag ein grosser Batzen von insgesamt 479 Delegiertenstimmen zu verteilen – allein 186 davon in Pennsylvania.

Amtsinhaber Donald Trump will bei der Präsidentschaftswahl Anfang November für eine zweite Amtszeit antreten. Er ist als Kandidat der Republikaner bereits gesetzt. Bei den Demokraten wiederum steht der frühere US-Vizepräsident Joe Biden schon als designierter Kandidat fest – und somit als Trumps Herausforderer im Herbst. Seit dem Rückzug des linken Senators Bernie Sanders Anfang April ist Biden der einzig verbliebene Bewerber der Demokraten. Seine offizielle Kür als Präsidentschaftskandidat soll bei einem Nominierungsparteitag im August folgen.

Die restlichen Vorwahlen, die sich noch bis in den Sommer hinziehen, gelten eher als Formalität. Allerdings muss Biden noch einige Delegiertenstimmen für den Parteitag sammeln. Für eine Nominierung braucht er dort mindestens 1'991 reguläre Delegierte auf seiner Seite. Diese Schwelle hat er noch nicht erreicht. Nach Berechnungen des US-Senders CNN hat Biden bislang 1'553 Delegiertenstimmen zusammen. Ob ihm der Sprung über die 1'991 bei den Abstimmungen an diesem Dienstag gelingt, ist fraglich.

Biden kann bei den Abstimmungen nicht jeweils alle verfügbaren Delegiertenstimmen einfahren. Denn Sanders hatte bei der Bekanntgabe seines Rückzugs angekündigt, bei den restlichen Vorwahlen auf den Wahlzetteln zu bleiben, um weiter Delegiertenstimmen zu sammeln und sich so zumindest noch inhaltlichen Einfluss beim Parteitag zu sichern, wo auch über den programmatischen Kurs debattiert wird.

3.51 Uhr: Mehr als 10’000 Corona-Tote in Mexiko

Mexiko hat seine Wirtschaft weiter geöffnet und zugleich bei der Zahl der Todesopfer infolge der Corona-Pandemie die 10’000er-Marke überschritten. Wie das Gesundheitsministerium am Montagabend (Ortszeit) informierte, stieg die Zahl der Corona-Toten im Vergleich zum Vortag um 237 auf 10’167, die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei 93’435. Das waren 2'771 mehr als am Sonntag. Der erste Fall in Mexiko war im März registriert worden. Inzwischen hat das Land mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl (130 Millionen Einwohner) in Lateinamerika auch die zweithöchste Zahl der Todesopfer in der Corona-Pandemie nach Brasilien (mehr als 30’000).

Trotz der steigenden Opferzahlen infolge der Pandemie begann in Mexiko am Montag die sogenannte neue Normalität: Je nach Region und Situation in der Corona-Krise können weitere wirtschaftliche Aktivitäten zusätzlich zu den als für essenziell befundenen beginnen. «Dies ist ein sehr besonderer Tag», hatte Präsident Andrés Manuel López Obrador am Morgen gesagt. Er hält den Prozess der Normalisierung für die Re-Aktivierung der Wirtschaft für notwendig.

López Obrador selbst nutzte den Tag, um eine einwöchige Reise in den Südosten des Landes zu beginnen, wo die Touristenhochburg Cancún liegt. Der Tourismus in der Region kann wieder hochfahren, die Strände und Hotels werden ab dem 8. Juni erneut Gäste empfangen. Bau-, Bergbau-, Automobil- und Luftfahrtindustrie waren bereits vor zwei Wochen zu wesentlichen Tätigkeiten erklärt worden. Dennoch dürfen Volkswagen und Audi ihre Autoproduktion in Puebla nach dem coronabedingten Stopp nach dem Willen der lokalen Regierung erst am 15. Juni wieder aufnehmen.

3.37 Uhr: Weltweiter Verkauf von Smartphones sinkt um ein Fünftel

Der weltweite Verkauf von Smartphones ist als Folge der Coronavirus-Krise im ersten Jahresquartal markant zurückgegangen. Laut einer Studie der US-Marktforschungsfirma Gartner wurden 20,5 Prozent weniger Smartphones verkauft als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Ursachen waren die Ausgangsbeschränkungen und Ladenschliessungen, die Zurückhaltung von Verbrauchern wie auch die vorübergehende Stilllegung von Fabriken für die Produktion von Smartphones in China, hiess es zur Publikation der Untersuchung am Montag (Ortszeit) weiter.

Samsung blieb der Untersuchung zufolge im ersten Quartal der Marktführer mit einem Anteil von 18,5 Prozent an den Smartphone-Verkäufen. Die Umsätze des südkoreanischen Konzerns mit Smartphones gingen allerdings um mehr als 22 Prozent zurück, hiess es. Der chinesische Huawei-Konzern blieb laut Gartner mit einem Marktanteil von 14,2 Prozent an zweiter Stelle, bei einem Umsatzrückgang von 27 Prozent.

An dritter Stelle lag weiterhin Apple mit einem Marktanteil von 13,7 Prozent. Die Smartphone-Umsätze des US-Unternehmens sanken der Untersuchung zufolge deutlich geringer als bei den Konkurrenten, nämlich um nur acht Prozent.

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