«Es war ein Massaker»Basler Traditionsverlag streicht 76 Stellen – Betroffene kritisieren Chefs scharf
Dominik Müller
30.3.2026
Der Basler Karger-Verlag hat den Abbau von 76 Stellen verkündet.
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Beim Traditionsverlag Karger verlieren Dutzende Angestellte ihre Stelle. Die Geschäftsleitung spricht von Neuausrichtung, Betroffene kritisieren hingegen die Art der Kommunikation.
Beim Basler Wissenschaftsverlag Karger verlieren 76 Mitarbeitende ihren Job – rund zwei Drittel der Belegschaft. Die Kündigungen wurden Ende März ausgesprochen, mit Fristen von einem bis sechs Monaten, wie die «Basler Zeitung» berichtet. Das geht aus einem Schreiben zum Konsultationsverfahren der S. Karger AG an das Basler Amt für Wirtschaft und Arbeit hervor, das der Zeitung vorliegt.
Die Geschäftsleitung spricht demnach von einer «notwendigen strategischen Neuausrichtung» und streiche wenig rentable Bereiche. Besonders betroffen sind Kundenservice, Vertrieb, IT und Marketing. Die Finanzabteilung bleibt weitgehend verschont.
Der 1890 gegründete Traditionsverlag, einer der grössten Schweizer Herausgeber von medizinischen Fachpublikationen, gehört seit drei Monaten zur Oxford University Press (OUP). Mit der Übernahme trat auch Verwaltungsratspräsidentin Gabriela Karger zurück.
Kritik am Ablauf der Kündigungen
Für Unmut sorgt gemäss Bericht vor allem die Art der Kommunikation. «Gerade einmal 15 Minuten bekam jeder Mitarbeitende, um seine Kündigung erklärt zu bekommen», wird ein Betroffener zitiert. Sein Fazit: «Es war ein Massaker.»
Mehrere Angestellte berichten, Vorgesetzte hätten die Kündigungen «Schritt für Schritt» von einem Skript abgelesen. Gleichzeitig hätten Entscheidungsträger vor Ort «mit Kaffee und Gipfeli» zusammengesessen – was zusätzlichen Ärger auslöste.
Frust über Abfindung
Nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahren beschloss die Leitung Abfindungen von einem Monatslohn sowie einzelne Zusatzmassnahmen wie Workshops und verlängerte Fristen. Für ältere Mitarbeitende gibt es Beiträge an die Pensionskasse.
Für viele reicht das nicht: «Es ist das absolute Minimum», sagt ein Betroffener zur «Basler Zeitung». Besonders hart sei der Bruch mit der Firmenkultur: «Wir hatten uns an den warmen Mantel eines Familienunternehmens gewöhnt. […] Die Leute hier sind emotional ausgelaugt.»
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