Die Sparmassnahmen gehen auch am Bundesamt für Gesundheit (BAG) nicht vorbei. Vor einem Jahr wurde vom Parlament beschlossen, dem Bereich elf Millionen Franken zu streichen. Stellenabbau und Abbau von Bereichen reichen wohl nicht aus, deshalb kommt es jetzt zu weiteren Anstrengungen.
Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, hat die Amtsleitung die 770 Mitarbeitenden schriftlich aufgefordert, «gemeinsam zu sparen». BAG-Chefin Anne Lévy hat dafür konkrete Vorschläge: «Löschen Sie alte Mails, leeren Sie den Papierkorb und archivieren Sie, was nicht mehr aktiv benötigt wird.» Auch nicht genutzte Software soll deinstalliert werden und die Beamten sollen ihr Postfach aufräumen.
Diese doch recht ungewöhnlichen Massnahmen sorgen für reichlich Diskussionen im Amt. Das Einsparpotential wird von kaum jemanden gesehen, so der «Tages-Anzeiger». Es wird sich über die «kleinliche Bevormundung» geärgert.
Speicherkapazität wird überschritten
Jan Bieser, Professor für Digitalisierung und Nachhaltigkeit an der Berner Fachhochschule, verteidigt aber die Massnahmen im «Tages-Anzeiger» und spricht von Multiplikationseffekten: «Schickt man eine E-Mail mit einem Bildanhang an 20 Personen, kann es sein, dass die Datei auf allen Geräten lokal gespeichert und zusätzlich mehrfach in der Cloud gesichert wird.».
Und hier liegt dann auch für den IT-Dienstleister des Amtes das Problem. Überschreiten die Mitarbeitenden ihre Speicherkapazität von einem Gigabyte, fallen zusätzliche Kosten an: bis zu 120 Franken pro Person und Jahr. Daraus errechnet sich dann ein Wert von 100‘000 Franken, die durch die angeforderten Massnahmen eingespart werden könnten.