Problem in TourismusregionenJetzt kämpfen auch Bergbahnen mit respektlosen Passagieren
Dominik Müller
17.3.2026
Die Jungfraubahnen bitten ihre Passagiere neu auf Bildschirmen, respektvoll zu bleiben.
Archivbild: Keystone
Bergbahn-Personal erlebt im Freizeitverkehr immer häufiger Beschimpfungen, Drohungen und respektloses Verhalten. Nun fordern Gewerkschaft und Branche konkrete Massnahmen.
Was bis anhin vor allem in Zügen als Problem bekannt war, greift inzwischen auf Bergbahnen über. «Unsere Leute werden im Freizeitverkehr geschubst und beschimpft – es ist kaum vorstellbar», sagt Matthias Hartwich, Präsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV), zu SRF.
Auch Lukas Mathyer, Teamleiter der Zugbegleiter*innen bei den Jungfraubahnen, kennt die Entwicklung aus dem Alltag. «Der Ton wird rauer – vor allem seit der Coronapandemie ist der Respekt kleiner geworden», wird er im Bericht zitiert. Gerade in touristischen Regionen prallen viele Kulturen aufeinander – Konflikte seien fast vorprogrammiert.
Oft reiche eine Kleinigkeit, damit die Situation kippt. «Meist haben die Kundinnen und Kunden das Gefühl, im Recht zu sein – und schon wird die Situation heikel», so Mathyer.
Filmaufnahmen als neues Problem
Neu komme ein zusätzlicher Druck dazu: Immer häufiger drohen Fahrgäste, das Personal zu filmen und die Aufnahmen online zu stellen. Mathyer bezeichnet diese Entwicklung als «unangenehm» und eine «Verletzung unserer Persönlichkeitsrechte».
Die Jungfraubahnen reagieren und appellieren auf Bildschirmen an die Gäste, respektvoll zu bleiben und auf Filmaufnahmen zu verzichten. Immerhin: Körperliche Gewalt sei bei den Jungfraubahnen bisher ausgeblieben. Doch auch verbale Angriffe hinterlassen Spuren. «Ich musste lernen, damit umzugehen», sagt Mathyer zu SRF. «Die Leute beschimpfen nicht mich persönlich, sondern meine Rolle.»
Runder Tisch mit Behörden
Seit diesem Winter setzt das Unternehmen auch auf Schulungen für den Umgang mit schwierigen Situationen. Die Gewerkschaft SEV fordert zudem, dass Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter auch tagsüber nie alleine unterwegs sind.
Noch vor dem Sommer soll ein runder Tisch mit Branche und Behörden stattfinden – das Bundesamt für Verkehr hat bereits zugesagt.
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