Bern steigt aus interkantonaler Polizeischule aus

SDA/phi

4.5.2021

Besuchstag der Interkantonalen Polizeischule IPH am Samstag, 5. Mai 2018, in Hitzkirch. (KEYSTONE/Alexandra Wey)
Gewollte Gaffer: Besuchstag der Interkantonalen Polizeischule, in Hitzkirch am 5. Mai 2018. 
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Für die Kapo Bern ist der Fall klar: Die interkantonale Polizeischule in Hitzkirch LU erfüllt nicht die Erwartungen. Deshalb wollen die Berner nun aus dem gemeinsamen Projekt aussteigen und wieder selbst ausbilden.

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4.5.2021

Der Kanton Bern will aus der Trägerschaft der interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch LU aussteigen und ab 2036 wieder eine eigene Polizeischule führen. Die Berner Regierung verspricht sich davon mehr Praxisnähe und Einsparungen von jährlich rund 2,3 Millionen Franken.

Der Regierungsrat empfiehlt dem Kantonsparlament eine vorsorgliche Kündigung des entsprechenden Konkordates auf Ende 2035, wie er am Dienstag mitteilte. Im luzernischen Hitzkirch werden seit 2004 die deutschsprachigen Polizeikorps der elf beteiligten Kantone (AG, BE, BL, BS, LU, NW, OW, SO, SZ, UR, ZG) ausgebildet.

Die Erwartungen des Kantons Bern an die gemeinsame Polizeischule – etwa die verstärkte Nutzung von Synergien – seien nicht voll erfüllt worden. Auch seien Mitspracherecht und Einflussmöglichkeiten gering, während insbesondere der Kanton Bern hohe Beiträge zu tragen habe. Mit rund einem Drittel der Kosten ist Bern der grösste Zahler.

Keine «Kasernierung»

Die Berner Regierung sieht in der Führung einer kantonseigenen Schule nicht nur finanzielle Vorteile. Sie erhofft sie sich auch praxisbezogenere Ausbildung und mehr Ausbildungseffizienz. Die kantonsspezifischen Besonderheiten mussten die Berner Polizistinnen und Polizisten bisher im Praktikumsjahr nachholen.

GESTELLTE SZENE --- Polizisten des Ordnungsdienstes praesentieren am Besuchstag der Interkantonalen Polizeischule IPH wie ein unbewilligter Demonstrationszug gestoppt wird am Samstag, 20. Mai 2017 in Hitzkirch im Kanton Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Eine Demonstration am Besuchstag am 20. Mai 2017.
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Die eigene Polizeischule könnte im bereits bestehenden Ausbildungszentrum in Ittigen BE aufgebaut werden. Die geografische Nähe würde die Schule auch für Aspirantinnen und Aspiranten mit familiären Pflichten attraktiver machen. Sie müssten nicht mehr für die Dauer der Ausbildung auf dem Gelände «kaserniert» werden.

100 Rekruten pro Jahr

Die Berner Kantonspolizei hat einen jährlichen Rekrutierungsbedarf von über 100 Personen deutscher Muttersprache. Die französischsprachigen Polizeiaspirantinnen und -aspiranten werden bereits jetzt eigenständig vom Kanton Bern in Biel ausgebildet.

Über die Kündigung des Konkordates zum Betrieb der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch (IPH) entscheidet das Berner Kantonsparlament frühestens in der Herbstsession 2021. Der Grosse Rat hatte die Regierung 2018 zur Überprüfung des Engagements aufgefordert. Der Regierungsrat gab in der Folge eine externe Analyse in Auftrag.

Die Ankündigung eines Ausstiegs per Ende 2035 erfolge bewusst «sehr frühzeitig und transparent», schreibt die Berner Regierung weiter. Der Kanton Bern wolle sich weiterhin aktiv in der IPH einbringen und die Weiterentwicklung zusammen mit den beteiligten Kantonen unterstützen.