Beschliesst der Bundesrat heute Lockerungen? 

dor

3.2.2021

Bundesrat Ueli Maurer, Bundespraesident Guy Parmelin und Bundesrat Alain Berset, von links, sprechen an einer Medienkonferenz zu Covid 19 Massnahmen, am Mittwoch, 27. Januar 2021, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Bundesrat Ueli Maurer, Bundespräsident Guy Parmelin und Bundesrat Alain Berset (von links), sprechen Ende Januar an einer Medienkonferenz zu Covid-19-Massnahmen. (Archiv)
Bild: Keystone

In seiner heutigen Sitzung wird der Bundesrat wieder die aktuelle Pandemie-Situation bewerten. Weil die Fallzahlen in der Schweiz zuletzt sanken, sind auch Lockerungen denkbar. Laut Insidern sei damit aber nicht zu rechnen. 

Der Bundesrat wird in seiner heutigen Sitzung die Corona-Lage in der Schweiz beurteilen. Dabei wird es auch um die Frage gehen, wie lange die Schliessung von Restaurants und Geschäften dauern soll. Werden die Mitte Januar eingeführten verschärften Massnahmen wie geplant Ende Februar aufgehoben oder verlängert?

Mit Entscheidungen zu Lockerungen ist heute allerdings nicht zu rechnen, meint die «Aargauer Zeitung». Dafür sei es noch zu früh, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Bundesratskreise. Die Landesregierung wolle zuerst die weitere Entwicklung der Kennzahlen wie Inzidenzen, Hospitalisierungen und insbesondere R-Wert abwarten.

Einschätzung wohl erst in zwei Wochen möglich

Auch der «Tages-Anzeiger» meldet, dass es aus Sicht von Gesundheitsminister Alain Berset zu früh sei für konkrete Ausstiegspläne. Berset argumentiere mit der noch unübersichtlichen Lage, will die Zeitung von mit einem klassifizierten Dokument vertrauten Personen erfahren haben.

Die Ansteckungszahlen könnten aufgrund der mutierten Corona-Varianten stark ansteigen, ebenso sei aber ein günstiger Verlauf mit weiterhin abnehmenden Infektionszahlen denkbar, hiess es weiter. Eine Einschätzung, ob Lockerungen überhaupt ins Auge gefasst werden könnten, sei deshalb frühestens in 14 Tagen möglich.

Druck auf Politik wächst

Der Epidemiologe Marcel Tanner, der bis Ende Januar die Public-Health-Gruppe der Corona-Taskforce des Bundes leitete, warnt im «Blick» vor einer verfrühten Öffnung. Jetzt sei «sicher noch nicht der Moment, um über Lockerungen zu reden». Um allfällige – und schrittweise – Lockerungen ins Auge zu fassen, braucht es laut Tanner Fallzahlen «im tiefen dreistelligen Bereich». Des Weiteren müssten alle zu den Risikogruppen gehörenden Personen, die geimpft werden wollen, geimpft sein, um so vor allem auch eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Der Druck der Politik und Wirtschaft wächst. Die SVP und der Gewerbeverband fordern laut «Tages-Anzeiger», dass der Bundesrat den Lockdown möglichst rasch aufhebt und eine Ausstiegsstrategie präsentiert. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse wiederum habe den Bundesrat in einem Brief aufgefordert, die wirtschaftlichen Schäden «nun möglichst gering zu halten».

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