Schüler erheben VorwürfeBietet eine Schweizer Fahrlehrerschule nutzlose Zertifikate an?
Jan-Niklas Jäger
28.1.2026
Ein Fahrlehrer gibt einer jungen Frau Fahrunterricht. Gegen eine Schweizer Fahrlehrerschule sind nun schwere Vorwürfe erhoben worden. (Symbolbild)
Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Die Smile Fahrlehrerausbildung AG bietet Kurse in der ganzen Schweiz an. Der Haken: Wer Zeit und Geld in die Ausbildung investiert, steht am Ende mit einem Zertifikat da, dass von den Behörden gar nicht anerkannt wird.
Auf dem Papier sieht die Sache ganz einfach aus: Die Smile Fahrlehrerausbildung AG hat ein breitgefächertes Angebot an Kursen für angehende Fahrlehrer*innen in der Schweiz. Am Ende der Ausbildung, so sollte man meinen, können Absolvent*innen sich auf die Suche nach einem Job als Fahrlehrer*innen machen.
Wenn da nicht noch eine letzte Hürde wäre, die zu bezwingen Smile nicht – mehr – in der Lage ist: Die Qualitätssicherungskommission. Die nämlich hat etwas an den Modulzertifikaten des Anbieters auszusetzen: Sie entsprechen nicht mehr den neuen Standards der Qualitätsanforderungen an die Ausbildung. In anderen Worten: Sie sind ungültig.
Qualitätsforderungen 2025 angehoben
Das war nicht immer so: In der Vergangenheit bot Smile ausschliesslich Kurse an, mit denen man später das Ziel einer Tätigkeit als Fahrlehrer*in verwirklichen konnte. Doch das änderte sich am 1. Januar 2025, als die Qualitätsanforderungen an Fahrlehrerschulen angehoben wurden. Verschiedene Angebote verloren ihren Nutzen, manche sind seitdem wieder anerkannt worden, andere nicht.
Sieben Absolvent*innen von Smile haben gegenüber dem SRF-«Kassensturz» angegeben, von der Firma nicht über Probleme bei der Anerkennung ihrer Zertifikate informiert worden zu sein. Eine Darstellung, die Smile selbst «entschieden und in aller Form» zurückweist.
Schüler*innen würden transparent informiert werden, darüber hinaus sei die Schule nicht über den Entzug ihrer Zertifizierung in Kenntnis gesetzt worden. Ein entsprechender Brief aus dem Jahr 2024 sei nie angekommen. «Ein Zustellnachweis konnte bis heute nicht erbracht werden», heisst es in einem Statement auf der Homepage des Unternehmens.
Branchenverband fordert «rechtliche Konsequenzen»
Der Branchenverband L-drive widerspricht wiederum dieser Behauptung: Smile sei «wie alle anderen Modulanbieter mehrfach, per Mail und in eingeschriebenen Brief über die neuen Qualitätsforderungen informiert» worden, so Verbandspräsident Michael Gehrken gegenüber «Kassensturz».
Hinsichtlich der vermeintlich ausgebliebenen Hinweise an Schüler*innen, dass ihre Zertifikate nicht anerkannt werden könnten, ist Gehrken «ganz klar der Auffassung, dass das nicht geht. Das muss rechtliche Konsequenzen haben.»
Auf ihrer Homepage bietet die Smile Fahrlehrerausbildung AG Kurse ab 9500 Franken an, laut «Kassensturz» gehen die Angebote «bis zu 28'000 Franken». Wenn die Firma die Probleme mit ihren Zertifikaten ihren Schüler*innen wirklich vorenthalten haben sollte, hätte sie damit ihre Aufklärungspflicht verletzt, wie Roger Rudolph, Arbeitsrecht-Professor an der Uni Zürich, erklärt. Betroffenen stünde juristisch der zivilrechtliche Weg offen.