Impfstoff jetzt in der Schweiz — Fragen wegen Virusmutation

Agenturen/red

22.12.2020

Die ersten Lieferungen des Pfizer/Biontec-Impfstoffes sind in der Schweiz eingetroffen. Sollte sich das mutierte Virus auch hier ausbreiten, dürften laut der Covid-Taskforce weitere Massnahmen nötig werden. Unterdessen meldet das BAG 4275 Neuinfektionen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 4275 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 129 neue Todesfälle und 171 Spitaleinweisungen.

Der erste Impfstoff gegen das Coronavirus ist am Dienstag in der Schweiz angekommen — just zum gleichen Zeitpunkt, zu welchem eine Mutation des Coronavirus Fragen aufwirft. Sollte sich dieses mutierte Virus in der Schweiz ausbreiten, dürften nach Aussage der Covid-Taskforce weitere Massnahmen nötig werden.

Am Dienstagmorgen nahm die Armeeapotheke die erste Lieferung mit 107'000 Dosen des Pfizer/Biontec-Impfstoffes gegen Covid-19 entgegen. Diese werden nun kontrolliert, umgepackt und gemäss den Bestellungen der Kantone in der Schweiz verteilt, wie Armee-Sprecher Stefan Hofer am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.



Am Mittwoch soll in den Kantonen dann die grösste Impfaktion in der Geschichte des Landes anrollen. Als erste Kantone wollen unter anderem Luzern und Appenzell Innerrhoden die ersten Injektionen verabreichen. Beide Kantone kündigten an, als erstes Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen zu impfen.

Das Ankommen des Impfstoffes ist eine gute Nachricht, wie Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, am Point de Presse zum Coronavirus auf Fachebene sagte. Grundsätzlich sei die Lage aber weiterhin angespannt, die Stabilität könne trügerisch sein, sagte er.

Mutation verschärft Lage

Zudem werfe die Mutation des Virus neue Fragen auf. Zwar scheine das mutierte Virus nicht stärker krank zu machen, aber die schiere Anzahl der Übertragungen sei ein Problem: Weil es sich offenbar schneller ausbreite, könne das Virus einen weiteren Anstieg der Spitaleintritte nach sich ziehen.

Gemäss Schätzungen erhöhe die Mutation die Reproduktionszahl (R-Wert) um 0,4, sagte Ackermann. Der R-Wert liegt in der Schweiz aber bereits über 1, wodurch das Wachstum der Ansteckungen exponentiell ist. Anders als bei früheren Massnahmen habe der R-Wert trotz zusätzlichen Massnahmen nicht unter 1 gebracht werden können, sagte Tanja Stadler, ebenfalls Mitglied der Taskforce.

Die Taskforce geht denn auch davon aus, dass die neue Virusvariante bereits in der Schweiz ist. Es konnte allerdings noch nicht nachgewiesen werden. Viele Labors würden nun sehr viele Proben von Infizierten sequenzieren, damit die neue Variante erfasst werden kann, hiess es.

Kantone erlassen weitere Massnahmen

Doch auch wenn das Impfen in der Bevölkerung bevorsteht, kommen die Kantone nicht umhin, ihre Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu verschärfen. Dieser Ansicht waren die Kantone Freiburg, Waadt, Neuenburg und Wallis, die ab Samstag Sport-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Restaurants und Bars schliessen. Sie beziehen sich dabei auch auf die aufgetretene Mutation.

Der Kanton Solothurn zieht zudem mit dem Kanton Aargau gleich und schliesst ab dem 27. Dezember bis zum 31. Januar die Einkaufsläden und die Märkte. Offen bleiben etwa Lebensmittelläden, Apotheken und Blumenläden.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wegen einer Coronavirus-Mutante wird derzeit in der Schweiz nach Einreisenden aus Grossbritannien und Südafrika gesucht. Diese sind zu einer zehntägigen Quarantäne verpflichtet.
  • Laut der Corona-Taskforce ist die Mutation bereits in der Schweiz. Sollte sie sich hierzulande ausbreiten, würden wohl weitere Massnahmen notwendig.
  • Das BAG meldet 4275 neue Fälle bei 32'461 Tests. Das entspricht einer Positivitätsrate von 13,2 Prozent. 129 Personen sind an Covid-19 gestorben, 171 Personen wurden hospitalisiert. 
  • Nach Genf und Jura verschärfen auch die Kantone Freiburg, Waadt, Neuenburg und Wallis die Massnahmen: Restaurants und Bars müssen ab Samstag schliessen.
  • Biontechs Corona-Impfstoff ist laut Firmenchef Ugur Sahin aller Voraussicht nach in der Lage, auch die jetzt in Grossbritannien aufgetauchte neue Mutation des Virus wirksam zu bekämpfen.
  • Wegen der neuen Variante des Coronavirus schränkt Deutschland den Reiseverkehr aus Grossbritannien und Südafrika weiter ein.

21.46 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Dienstag

21.27 Uhr: Lettland finanziert freiwillige Corona-Quarantäne in Hotels

Kaum Touristen, dafür nun aber Corona-Gäste: In Lettland sollen künftig Hotels zur Unterbringung von Menschen genutzt werden, die wegen einer Corona-Erkrankung oder als enge Kontaktperson in Quarantäne müssen. Auf Beschluss der Regierung in Riga wird der Staat 80 Prozent der Kosten für die Selbstisolierung von Privatpersonen in aufnahmebereiten Hotels übernehmen — mit einem Betrag von maximal 35 Euro pro Tag und für eine Quarantänedauer von zwei Wochen. Mit der freiwilligen Massnahme sollen in dem baltischen EU-Land die Infektionen im häuslichen Umfeld reduziert werden.

Lettland registriert seit dem Herbst einen klaren Anstieg der Zahl an Neuinfektionen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostseestaat aktuell schlechter als in Deutschland. Die neuen Corona-Fälle überstiegen am Dienstag mit 1004 zum dritten Mal die 1000er-Marke. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 32'000 bestätigte Coronavirus-Infektionen verzeichnet.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Janis Vitenbergs wollen sich bislang 30 Hotels an dem Programm beteiligen, mit dem auch die von der Corona-Pandemie stark betroffene Hotellerie unterstützt werden soll. In den ersten neuen Monaten des Jahres gab es in Lettland rund 57 Prozent weniger ausländische Touristen als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl an einheimischen Gästen ging von Januar bis September nach offiziellen Daten um 16 Prozent zurück.

21.01 Uhr: Tschechien verlängert abermals Notstand

Das tschechische Abgeordnetenhaus hat einer von der Regierung gewünschten Verlängerung des geltenden Notstands zugestimmt. Das berichtete der öffentlich-rechtliche TV-Nachrichtensender CT24 am Abend. Für den Antrag der vom liberal-populistischen Ministerpräsidenten Andrej Babis geführten Minderheitsregierung stimmten 55 der 104 anwesenden Parlamentarier. Andernfalls wäre der wegen der Corona-Pandemie verhängte Notstand am Mittwoch ausgelaufen.

Formell bedeutet der Parlamentsbeschluss eine Vorab-Zustimmung, dass die Regierung den Notstand wie von ihr geplant am Mittwoch bis maximal 22. Januar verlängern darf. Das Notstandsgesetz ist Voraussetzung für eine ganze Reihe von ausserordentlichen Massnahmen der Regierung, vor allem der zur Pandemiebekämpfung verfügten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit.

Gesundheitsminister Jan Blatny kündigte an, die bestehenden Regeln bereits für die Weihnachtsfeiertage zu verschärfen, da die Infektionszahlen in Tschechien zuletzt wieder angestiegen seien. «Wir befinden uns auf der höchsten Risikostufe», begründete der Minister den Antrag auf die Notstandsverlängerung.

20.43 Uhr: Spanien schnürt milliardenschweres Hilfspaket für Gastgewerbe

Die linke Regierung Spaniens hat für die von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffenen Bereiche Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel ein milliardenschweres Hilfspaket geschnürt. Auf einer Kabinettssitzung wurde ein Rettungsplan in Höhe von 4,22 Milliarden Euro (rund 4,57 Milliarden Franken) beschlossen. Regierungssprecherin María Jesús Montero sprach von einem «ehrgeizigen Plan» und einer «enormen Anstrengung». Vorgesehen seien unter anderem Mietzuschüsse und weitere Finanzspritzen, Nachlässe bei den Sozialabgaben, Erleichterungen bei den Steuerzahlungen sowie eine Verlängerung der Kurzarbeitsprogramme.

Madrid will ausserdem die Grossvermieter von Läden, die für zehn oder mehr Lokale Geld kassieren, zu Nachlässen von 50 Prozent zwingen, falls auf dem Verhandlungsweg keine Lösung zustande kommt. Die Massnahme soll bis zum Ende des Corona-Notstands Anfang Mai nächsten Jahres gelten. Davon werden nach amtlichen Schätzungen im ganzen Land knapp 200'000 Unternehmer profitieren.

Die Reisebeschränkungen infolge der Corona-Pandemie haben das vom Reiseverkehr stark abhängige Spanien besonders hart getroffen. Nach jüngsten Zahlen der Statistikbehörde INE gingen die Einnahmen des Tourismussektors — der gut zwölf Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts ausmacht — in den ersten zehn Monaten von 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 63 Milliarden auf rund 18,5 Milliarden Euro zurück. Seit Ausbruch der Pandemie wurden im Land mehr als 1,8 Millionen Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 gezählt, fast 50'000 Menschen starben mit Covid-19.

20.22 Uhr: Kein Einkaufstourismus mehr für Schweizer in Süddeutschland

Ab diesem Mittwoch ist Schluss mit Einkaufstourismus für Schweizer in Süddeutschland. Baden-Württemberg schränkt die sogenannte 24-Stunden-Regel für quarantänefreies Einreisen ein.

Die entsprechende Pressemitteilung der Landesregierung in Stuttgart über die geänderte Corona-Verordnung von Baden-Württemberg veröffentlichte der Schweizer Botschafter in Berlin, Paul Seger, auf Twitter.

Die Regelung ermöglicht weiterhin quarantänefreie Einreisen aus beruflichen, dienstlichen, geschäftlichen, schulischen, medizinischen oder familiär bedingten Gründen.

Allerdings beschränkt Baden-Württemberg mit einer Quarantänepflicht den kleinen Grenzverkehr. Die Verschärfung der Einreise-Quarantäne-Verordnung führt auch dazu, dass Baden-Württemberger in der Schweiz nicht Ski fahren.

Die Gefahr, dass durch Ein- und Rückreisen nach Baden-Württemberg zusätzliche Infektionsherde im Inland entstehen, sollr eingeschränkt werden, war am Dienstag in Stuttgart zu hören.

Baden-Württemberg vollzieht mit der Verschärfung der Einreise-Verordnung einen Schritt, den Bayern schon Ende November gegangen war.

Einkaufswagen im deutschen Grenzstädtchen Rheinfelden.
KEYSTONE/ANDREAS EGGENBERGER

20.11 Uhr: Zwei Kardinäle aus Umfeld des Papstes mit Corona infiziert

Papst Franziskus hat seine Planungen für Weihnachten nach zwei Corona-Fällen in seinem Umfeld angepasst. Seine traditionelle Weihnachtsbotschaft am 25. Dezember wird der Papst in diesem Jahr nicht von der Loggia des Petersdoms aus vortragen, wie der Vatikan. Stattdessen werde er die Ansprache in der Benediktionsaula des Petersdoms halten und dort auch den Papstsegen «Urbi et Orbi» («Der Stadt und dem Erdkreis») spenden.

Nach Vatikanangaben wurde der persönliche Almosenbeauftragte des Papstes, der polnische Kardinal Konrad Krajewski, positiv auf das neue Coronavirus getestet. Der 57-Jährige trifft sich regelmässig mit dem Papst. Auch der Kardinal Giuseppe Bertello hat sich mit dem Virus angesteckt, wie AFP aus Vatikankreisen erfuhr. Der 78-Jährige leitet die Verwaltung des Vatikanstaats.

Wegen der Corona-Beschränkungen in Italien hatte der 84-jährige Papst die Christmette an Heiligabend bereits auf 19.30 Uhr vorverlegt. In Italien gilt derzeit eine nächtliche Ausgangssperre ab 22.00 Uhr.

19.37 Uhr: Paris will Sperre für Reisende aus Grossbritannien lockern

Frankreich will seine coronabedingte Sperre für Reisende aus Grossbritannien lockern. Flugzeuge, Schiffe und der von London aus fahrende Eurostar-Zug könnten vom Mittwochmorgen an wieder verkehren, teilte der Beigeordnete Minister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari, via Twitter mit. Französische Staatsbürger, Menschen mit Wohnsitz in Frankreich und andere autorisierte Reisende müssten einen negativen Corona-Test haben.

«Gute Fortschritte heute und eine Einigung mit der französischen Regierung», berichtete der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Abend. Er kündigte Informationen für Transportunternehmen für den Abend an. Frankreich hatte am Sonntagabend wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus einen generellen Stopp für Reisende aus Grossbritannien beschlossen. Diese Notmassnahme wurde auf zunächst 48 Stunden begrenzt.

19.25 Uhr: Prinz Charles dankt Armeeangehörigen für Einsatz in der Coronakrise

In einer Weihnachtsbotschaft hat Prinz Charles (72) den Einsatz der britischen Armeeangehörigen in der Coronakrise gelobt. Sie hätten die Fähigkeit der Nation bewiesen, sich durch Widrigkeiten zu vereinen, sagte der britische Thronfolger. Er würdigte auch die Hingabe an die Pflicht und Opfer der Soldaten und deren Familien. Derzeit unterstützen knapp 1400 Armeeangehörige den Kampf gegen das Virus. Sie werden unter anderem bei Impfungen und Tests eingesetzt.

«Sie haben uns allen ein bemerkenswertes Beispiel gegeben, für das wir Ihnen grosse Dankbarkeit schulden», sagte Prinz Charles. Er hatte sich im Frühling selbst mit dem Coronavirus infiziert, aber kaum Symptome gezeigt. Niemand im Land sei von der Krankheit unberührt geblieben. Fachleute und Rettungskräfte hätten das ganze Jahr über an vorderster Front gestanden im Kampf gegen die Pandemie, stets Schulter an Schulter mit der Armee, die wieder einmal in einer Krise «unerschütterliche Unterstützung» für das Land gezeigt habe.

19.05 Uhr: Interpol: Terrorgruppen nutzen Coronavirus-Pandemie

Terrorgruppen nutzen nach Einschätzung von Interpol die Coronavirus-Pandemie, um Macht und Einfluss zu stärken. «Wie alle Kriminellen haben Terroristen versucht, von Covid-19 zu profitieren — um Geld zu machen, ihre Basis zu stärken und Spaltung anzuheizen», erklärte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock in einer Mitteilung.

Ein Bericht von Interpol solle Strafverfolgungsbehörden helfen, terroristische Bedrohungen zu erkennen. Interpol hatte schon zu Beginn des Monats deutlich vor Kriminalität im Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen gewarnt. «Während Regierungen die Markteinführung von Impfungen vorbereiten, planen kriminelle Organisationen, Lieferketten zu unterwandern oder zu stören», erklärte Stock damals.

Interpol ist mit 194 Mitgliedsländern die wichtigste Polizeiorganisation der Welt. Über Interpol tauschen Staaten unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus und melden Entwicklungen im Bereich der organisierten Kriminalität.

18.52 Uhr: Tausende Lastwagen stauen sich in England nahe dem Ärmelkanal

Wegen der geschlossenen Grenze zu Frankreich stauen sich Tausende Lastwagen in der Nähe des wichtigen Hafens Dover am Ärmelkanal. 2180 Fahrzeuge seien auf dem still gelegten Flughafen Manston geparkt worden, sagte eine Sprecherin der Kommunalverwaltung der südostenglischen Grafschaft Kent. Etwa 630 weitere Lastwagen parkten auf mehreren Spuren der Autobahn M20 zwischen London und dem Hafen Dover. Handelsverbände gingen sogar von 4000 Lastwagen aus, die derzeit auf Ausreise warten.

Die Grenze ist seit der Nacht zum Montag geschlossen. Damit reagierte Frankreich auf die rasche Ausbreitung einer in Grossbritannien entdeckten neuen Variante des Coronavirus.

Britische Medien berichteten, dass die Brummi-Fahrer über unmenschliche Zustände wie fehlende Sanitäranlagen klagten. Frische Lebensmittel im Millionenwert seien bereits verdorben, klagten Händler.

Wann es für die wartenden Fahrer weiter geht, war weiter unklar. Grossbritannien und Frankreich verhandeln über eine Lösung. Wie der Sender Sky News berichtet, sind sich beide Seiten einig, dass die Fahrer möglichst rasch auf das Coronavirus getestet werden sollen. Allerdings gibt es Differenzen bei den Details. So wolle die britische Regierung schnellere und letztlich ungenauere Tests einsetzen, Frankreich bestehe auf den gründlicheren PCR-Tests. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

18.31 Uhr: Flächentests in Graubünden zeigen deutliche Wirkung

Die grossangelegten Flächentests sowie Nachtests bei über 17'000 Personen im Kanton Graubünden haben nach Angaben der Behörden eine deutliche Wirkung gezeigt. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Südbünden sei um 73 Prozent zurückgegangen. 192 Personen hätten insgesamt frühzeitig isoliert werden können.

Die Flächen- und Nachtests fanden vom 10. bis 18. Dezember statt. Die Flächentests vom 11. bis 13. Dezember hatten in sechs Gemeinden in den Regionen Maloja, Bernina, Unterengadin und Münstertal eine stark überdurchschnittliche Positivitätsrate - den Anteil der Angesteckten unter den Getesteten - ergeben, wie der Kanton Graubünden am Dienstag mitteilte.

In der Folge habe man an drei Standorten bei 2092 Personen Nachtests angeordnet. Dabei hätten sich 42 Personen als Träger des Coronavirus erwiesen. Hauptziel der Aktion sei es gewesen, asymptomatische und präsymptomatische Personen frühzeitig aufzuspüren und zu isolieren.

18.15 Uhr: BAG warnt Briten und Südafrikaner

Wegen einer mutierten Coronavirus-Variante, die möglicherweise durch Reisende in die Schweiz gelangen könnte, wird derzeit nach Einreisenden aus Grossbritannien und Südafrika gesucht.

Das BAG spricht diese per Twitter zwar noch mit «Dear Guests» an, wird dann aber im Hinblick auf die «verpflichtende 10-Tages-Quarantäne» deutlich: «Verlassen sie nicht ihren Raum oder Unterkunft und vermeiden sie alle Kontakte». Sollte dem nicht Folge geleistet werden, drohe eine Busse von bis zu 10'000 Franken.

Ein geschlossener British-Airways-Schalter am Flughafen von Genf.
Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

17.56 Uhr: Tessin gibt grünes Licht für seine Skigebiete

Im Kanton Tessin darf vorerst Ski gefahren werden. Die zuständige Behörde hat den Skistationen die Betriebsbewilligung erteilt. Diese ist jedoch nicht unbegrenzt und kann je nach Entwicklung der epidemiologischen Lage widerrufen werden.

Skigebiete, die ihre Schutzkonzepte nicht einhalten, können sanktioniert werden, wie die Tessiner Staatskanzlei mitteilte. Zudem wird die Zahl der Gäste in den Skigebieten kontingentiert. Anpassungen wären auch möglich, sollten sich die Vorgaben des Bundes ändern.

In Einklang mit den Vorgaben des Bundes bleiben Restaurants und Bars geöffnet und an den Pisten geschlossen. Take-aways dürfen offen bleiben, jedoch ohne Möglichkeit zum Konsum direkt vor Ort.

Die Betreiber der Anlagen sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Schutzmassnahmen eingehalten werden. Die Polizei wird die Einhaltung überwachen, wie es in der Mitteilung heisst. Bei Verstössen kann die Betriebsbewilligung entzogen werden.

Der Kanton Tessin stösst damit zu den grossen Skigebieten in den Kantonen Graubünden, Wallis und Bern, die über die Festtage ebenfalls geöffnet sind. Demgegenüber stellen die Bergbahnen namentlich in der Zentral- und Ostschweiz den Betrieb wegen der Corona-Pandemie ein.

17.40 Uhr: Urner Regierungsrat erlässt Härtefallerlass

Der Urner Regierungsrat hat am Dienstag erstmals von seiner neuen Notrechtkompetenz Gebrauch gemacht und einen Härtefallerlass beschlossen. Insgesamt stehen 5,83 Millionen Franken den Unternehmen zur Verfügung, die durch die Coronapandemie in Schwierigkeiten geraten sind, wie die Standeskanzlei mitteilte.

Die Stimmberechtigten hatten im November eine Notrechtsklausel in der Verfassung gutgeheissen. Diese gibt dem Regierungsrat das Recht, in dringenden Fällen zeitlich befristetes Notrecht zu erlassen. Die Gültigkeit des Härtefallerlasses ist so auf Ende Juni 2021 beschränkt.

Gleichzeitig habe der Regierungsrat einen Bericht und Antrag an den Landrat überwiesen, in dem es um die weitere Geltung und Befristung des Härtefallerlasses gehe, teilte die Standeskanzlei weiter mit. Der Landrat werde dieses Geschäft so schnell wie möglich behandeln.

Der Urner Beitrag an das Härtefallprogramm beläuft sich auf 1,9 Millionen Franken. Diese Mittel stammen aus dem Wirtschaftsförderungsfonds und lösen Bundesmittel von 3,93 Millionen Franken aus.

Die Unternehmen können zwischen dem 4. Januar und dem 30. Juni 2021 Anträge für Finanzhilfe einreichen. Diese soll in erster Linie in Form von A-fonds-perdu-Beiträgen geleistet werden. Geholfen werden soll nur Unternehmen, die vor der Krise profitabel waren.

17 Uhr: Irland verschärft Corona-Regeln nach Weihnachten deutlich

Um eine Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante zu verhindern, verschärft Irland nach Weihnachten seine Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie deutlich. Die Beschränkungen kommen einer Ausgangssperre gleich.

Die Regierung handele «schnell und aggressiv» als Antwort auf steigende Infektionszahlen, sagte Ministerpräsident Micheal Martin am Dienstag. Die Massnahmen seien unter der Vermutung getroffen worden, dass sich die hoch ansteckende Virus-Mutation bereits in Irland ausbreite.

Restaurants und Pubs müssen vom 24. Dezember an schliessen. Nach Weihnachten sind nicht zwingend notwendige Reisen ausserhalb der eigenen Heimatregion (County) untersagt, von Neujahr an sind keine privaten Besuche mehr gestattet. Zu Hochzeiten und Beerdigungen sind deutlich weniger Teilnehmer zugelassen. Der öffentliche Nahverkehr wird auf ein Viertel heruntergefahren. Das Einreiseverbot für Flüge aus Grossbritannien wurde zunächst bis zum 31. Dezember verlängert.

15.50 Uhr: Gaststätten werden auch in der Westschweiz geschlossen

Auch die Westschweizer Kantone verschärfen die Massnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie wieder. Ab Samstagabend bleiben die Gaststätten in der Romandie geschlossen. Dies gilt mit Ausnahme des Kantons Waadt auch für die Skipisten.

15.10 Uhr: Kanton Solothurn verschärft Massnahmen

Weil die  epidemiologische nach wie vor bedrohlich sei, bleiben im Kanton Solothurn die Einkaufsläden und die Märkte vom 27. Dezember an geschlossen. Damit folgt Solothurn dem Aargau, wo die Einkaufsläden bereits geschlossen sind. Offen bleiben auch im Kanton Solothurn Lebensmittelläden sowie Geschäfte, die Güter des kurzfristigen und täglichen Bedarfs anbieten.

Ebenfalls Apotheken, Drogerien, Reparatur- und Heimwerkergeschäfte, Blumenläden sowie die Verkaufsstellen von Telekommunikationsanbietern bleiben offen, wie der Regierungsrat am Dienstag mitteilte. Die Verkaufsläden bleiben bis längstens 31. Januar zu, wie aus der vom Regierungsrat beschlossenen Verordnung hervorgeht.

Das Departement des Innern lehnte alle Gesuche der regionalen Skigebiete ab. Damit können die Skigebiete Balmberg, Grenchenberg, Hohe Winde und Holderbank ihren Betrieb nicht aufnehmen. Auf Antrag könnten die Gesuche bei einer markanten Verbesserung der Gesamtsituation erneut geprüft werden, hiess es.

15.02 Uhr: Medienkonferenz beendet

An dieser Stelle endet die heutige Medienkonferenz zur Impfstrategie des BAG und zur Corona-Situation in der Schweiz. Wir bedanken uns fürs Mitlesen und wünschen an dieser Stelle bereits frohe Festtage. 

 15.01 Uhr: Hat man die Wahl zwischen den Impfstoffen? 

Falls einmal mehrere Impfstoffe zur Verfügung stehen: Kann man dann auswählen, mit welchem man sich impfen lassen will? Berger sagt, das werde nicht so sein, weil das ein logistisches Problem wäre. Die mRNA-Impfstoffe müsse man kühlen. Der Modena-Impfstoff hingegen sei nicht so heikel bei der Aufbewahrung, deshalb sei er in bestimmten Settings besser einsetzbar.

Masserey ergänzt, falls es unterschiedliche Eigenschaften der Impfstoffe geben sollte, würden auch die Empfehlungen unterschiedlich ausfallen. Das sei aber alles reine Zukunftsmusik.

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt fuer Gesundheit BAG, rechts, und Christoph Berger, Praesident Eidgenoessische Kommission fuer Impffragen EKIF, aeussern sich an einem Point de Presse zur Covid 19 Impfstrategie des Bundes, am Dienstag 22. Dezember 2020, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit BAG (links) und Christoph Berger, Präsident Eidgenössische Kommission für Impffragen EKIF (rechts), äussern sich am Point de Presse zur Corona-Impfstrategie des Bundes. 
Bild: Keystone

14.59 Uhr: Massnahmen wirken auch gegen neue Variante

Ackermann meint, die Fallzahlen müssten generell durch Massnahmen rasch runter gebracht werden. Alle Massnahem würden sich auch die Ausbreitung der neuen Virus-Variante wirken. Bislang habe man diese in der Schweiz noch nicht nachgewiesen, es seien allerdings bereits viele Menschen aus Grossbritannien in der Schweiz.

14.58 Uhr: Mutiertes Virus bereits in Australien

Die neue Virus-Variante sei bereits in Dänemark, den Niederlanden, Italien und Australien nachgewiesen worden, weiss das BAG. Gerade in Dänemark sei es nicht verwunderlich, weil man dort besonders viele Sequenzierungen durchführe.

14.55 Uhr: Moderna-Impfstoff wohl der nächste

Wann werden die weiteren Impfstoffe zugelassen, die Swissmedic momentan prüft? Masserey sagt, man könne davon ausgehen, dass Moderna der nächste sei – dieser sei in den USA bereits zugelassen. Einen Zeitpunkt kann sie aber nicht nennen. Das liege alleine an Swissmedic. 

Und: Im Januar sollen bereits die nächsten beiden Ladungen mit Impfdosen von Biontech und Pfizer in der Schweiz eintreffen. 

14.52: Wie will man Skeptische von der Impfung überzeugen? 

Ein Journalist merkt an, laut einer Umfrage wollten sich offenbar viele Ältere nicht impfen lassen.  Berger meint dazu, viele seien wohl zögerlich, weil sie noch nicht gut informiert seien. Es sei deshalb eine Frage der guten und transparenten Information, um auch diese Personen zu informieren und zu überzeugen.

14.53 Uhr: Keine Corona-Zahlen über Weihnachten

Masserey vom BAG sagt, über Weihnachten würden wie auch an Wochenenden keine Fallzahlen kommuniziert. Dies vor allem deshalb, weil die Zahlen keinen Wert hätten, da sich die Leute weniger testen lassen würden, was die Zahlen verfälsche.

14.51 Uhr: Wer hat das höchste Corona-Risiko? 

Ein Journalist kommt auf die Liste mit Vorerkankungen zu sprechen – weil die Personen mit dem höchsten Risiko bei der Impfung priorisiert werden. In der Impfempfehlung vom BAG sei eine solche Liste vorhanden, sagt Berger. Betroffene sollen sich bei ihrem Arzt melden – oder die Ärzte melden sich bei ihnen. Berger spricht etwa von Personen, die auf eine Organspende warten.

Und was ist mit Personen, die unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden? Es sei Sache der Ärzteschaft und der kantonalen Impfstellen, zu entscheiden, wo die Grenze genau liege und wer wirklich zur Hochrisikogruppe gehöre.

14.48 Uhr: Suche nach Touristen aus Grossbritannien und Südafrika

Mathys erklärt, entsprechende Fluglisten von Touristen aus Grossbritannien und Südafrika seien grösstenteils schon aufgearbeitet und an die Behörden der Kantone weiter gegeben. Noch einige Touristen aus Grossbritannien würden allerdings gesucht. Zudem würden die infrage kommenden Touristen auch Mitteilungen auf ihre Sim-Karten bekommen. Hauri ergänzt, dass sich bereits viele Personen aus Grossbritannien und Südafrika von sich aus bei den entsprechenden Stellen in den Kantonen gemeldet hätten.

14.47 Uhr: Gewöhnliche Allergien hindern nicht an Impfung

Welche Allergien muss man haben, damit man auf eine Impfung gegen das Coronavirus verzichten muss? Es handle sich um Allergien gegen bestimme Impfstoff-Bestandteile und nicht einfach um herkömmliche Allergien, sagt Berger. 

14.45 Uhr: BAG begrüsst Entscheid der Romandie

Ein Journalist will wissen, was Masserey von dem Entscheid der Romandie, die Beizen wieder zu schliessen, hält. Sie begrüsse diesen Entscheid, die Romandie passe sich dem restlichen Land an, was die Schliessung der Restaurants anbelange. Das sei sinnvoll, da die epidemiologische Lage dort nicht ideal sei und die Spitäler sich füllten.

14.43: Zur Suche nach der neuen Virus-Variante

Eine Journalistin will von Frau Stadler wissen, ob die die Schweiz wegen der neuen Virus-Variante mehr sequenzieren werde. Stadler meint, bislang habe man nur ein Prozent sequenziert, nun würden viel Labore aktiv. Man hoffe so, über die Feiertage mehr Informationen zu bekommen, ob die Virus-Variante in der Schweiz angekommen sei.

14.42 Uhr: Neue Massnahmen gegen Virus-Mutation?

Auf die Frage, welche neuen Massnahmen es brauche, antwortet Ackermann, man sei im Kontakt mit den Behörden und tausche sich regelmässig aus – auch über allfällige neue Massnahmen.

14.40 Uhr: Aktuelle Massnahmen nicht ausreichend

Ein Journalist möchte wissen, ob die Corona-Mutation den R-Wert hierzulande so verändert, dass es neue Massnahmen brauche. Martin Ackermann von der Taskforce wiederholt, dass die neue Variante den R-Wert um 0,4 erhöhe. Man gehe davon aus, dass die aktuellen Massnahmen nicht ausreichen würden, um die Verbreitung des mutierten Virus zu stoppen.

14.35 Uhr: Zivilschutz im Grossaufgebot

Christoph Flury, Vizedirektor, Bundesamt für Bevölkerungsschutz, meint, der Zivilschutz befinde sich erneut im Grosseinsatz. Das nationale Grossaufgebot sei zunächst bis zum 31. März 2020 geplant. Der Zivilschutz sei dabei ein unverzichtbares Element im Kampf gegen die Pandemie. Bei der Einberufung nehme man aber Rücksicht sowohl auf die einberufenen Zivilschutzangehörigen als auch auf die Wirtschaft und berufe nur ein, wenn es unbedingt nötig sei.

Der Zuivilschutz sei auch im nächsten Jahr beim Aufbau von Impfzentren und mobilen Impf-Equipen gefordert. Die Tausenden Zivilschutzangehörigen würden hohe Anerkennung verdienen.

14.33 Uhr: Mutation laut Taskforce wahrscheinlich schon hier

Was bedeutet das alles für die Schweiz? Bis am 10. Dezember habe die Variante hier noch nicht festgestellt werden können, weiss Stadler. Von 30'000 Fällen analysiere man jedoch nur ein Prozent. Man müsse damit rechnen, dass bei jedem zweiten Flug aus Grossbritannien eine mit der neuen Variante infizierte Person gewesen sei. Laut Stadler sind letzte Woche rund 90 Flieger aus Grossbritannien in der Schweiz gelandet.

Gemäss britischen Forschern sei die Reproduktionszahl bei der britischen Corona-Variante um 0,4 höher als bei den bisherigen Varianten. Diese neuen Infekionen kämen zu den ohnehin schon hohen Fallzahlen hinzu, sagt Stadler. Eine deutliche Reduktion der Kontakte sowie striktes Contact Tracing sei nun unerlässlich. Auch müsse dafür gesorgt werden, dass die neue Variante so selten wie möglich in die Schweiz gelange.

14.31 Uhr: Das sagt die Taskforce zur Corona-Mutation

Nun informiert Tanja Stadler von der wissenschaftlichen Taskforce über die Corona-Mutation aus Grossbritannien. Die Forschung kenne bereits Tausende von Varianten des Coronavirus, allein in der Schweiz habe man bereits Hunderte gesehen. Die Tatsache, dass es Mutationen gebe, sei nicht besorgniserregend. Es gelte, drei Punkte zu beobachten: Wie schnell verbreitet sich die neue Variante? Wie schnell verbreitet sie sich? Was bedeute das für die Impfung?

Stadler sagt, es gebe vieles, was man über die Varianten aus Grossbritannien und Südafrika noch nicht wisse. Hinweise würden aber darauf hindeuten, dass sie sich schneller ausbreiteten. Bei der britischen Variante gebe es vorläufig keine Anhaltspunkte, die auf eine erhöhte Gefahr sprächen. Britische Wissenschaftler sehen laut Stadler keinen Grund zur Besorgnis, was die Impfung anbelangt. Sinnvoll sei es hier aber, die Fallzahlen möglichst tief zu halten, denn tiefe Zahlen bedeuteten weniger Mutationen.

14.19 Uhr: Bericht aus den Kantonen

Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, meint, die epidemiologische Lage sei auch aus Sicht der Kantone weiterhin zu hoch. Befürchtet werde, dass sich das Virus nach der Mutation noch schneller verbreite. Das würde auch einen Anstieg der Hospitalisationen nach sich ziehen, auch wenn das Virus womöglich nicht gefährlicher sei. Für die Feiertage sei deshalb Zurückhaltung gefordert. Das auch beim Skisport und beim Besuch in Alters-und Pflegeheimen, wo das noch möglich sei. Das Contact Tracing und auch die Tests liefen auf Hochtouren – die Testzentren seien gut ausgelastet.

Man könne konkret bald mit dem Impfen beginnen, aber es dürfe keinen Wettbewerb zwischen den Kantonen geben. Es handle sich nicht um ein Rennen, wo es um Sekunden gehen würde. Wichtig sei, dass genug Impfstoff zur Verfügung stehe, um die gefährdeten Personengruppen zu impfen. Darauf würden sich die Kantone derzeit vorbereiten. Hauri ruft ausserdem dazu auf, sich ein elektronisches Impfbüchlein zuzulegen.

14.16 Uhr: Kampagne soll Bevölkerung aufklären

Masserey sagt, Kantone und Bevölkerung seien dazu angehalten, die Priorisierung der verletzlichen Personen einzuhalten. Auch in Altersheimen sollen sämtliche Bewohner plus Personal geimpft werden. Die Impfung werde für die Gesamtbevölkerung erst dann geöffnet, wenn die verletzlichen Personen geimpft seien und genug Impfstoffe zur Verfügung stünden. Der Entscheid, sich impfen zu lassen oder nicht, liege bei jedem Einzelnen, jeder Einzelnen.

Der Hauptauftrag der Impfkampagne des BAG sei es, jeder Person die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen, damit sie eigenständig entscheiden könne, ob sie sich impfen lassen wolle, sagt Adrian Kammer vom BAG. Man wolle damit aber auch Vertrauen schaffen und Vorurteile abbauen. Das Herz der Kampagne sei die folgende Website: www.bag-coronavirus.ch/impfung. Hier könne man sich alle nötigen Infos besorgen, so Kammer.

14.09 Uhr: Zum Impfstoff

Als nächstes spricht Christoph Berger, Präsident Eidgenössische Kommission für Impffragen. Berger erklärt die Impfstrategie und meint, der Impfstoff sei hochwirksam. 95 Prozent der Geimpften seien vor dem Coronavirus geschützt. Unerwünschte Impferscheinungen seien im Vergleich wenige beobachtet worden. Die strategischen Ziele seien, die Krankheitslast, vor allem bei schweren und tödlichen Fällen zu verhindern, das Gesundheitssystem zu entlasten und auch die sozialen Folgen zu reduzieren.

Zunächst geimpft werden sollen gefährdete Personen, Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Personen, enge Kontakte von besonders Gefährdeten und Personen in in Gemeinschaftseinrichtungen mit einem erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko.

In der Schweiz könnten Personen ab dem Alter von 16 Jahren geimpft werden. Geimpft werden sollten auch Personen, die bereits an Covid erkrankt seien. Nicht erfolgen sollte die Impfung, wenn man akut erkrankt sei oder allergisch gegen den Impfstoff reagiere.

14.01 Uhr: Medienkonferenz beginnt

Virginie Masserey vom BAG ergreift als Erste das Wort. Die Anzahl der Corona-Fälle stagniere auf hohem Niveau und sei zuletzt gar leicht gestiegen. Der R-Wert liege schweizweit momentan bei 1,05 und liege damit immer noch über der kritischen Grenze 1.

Nun kommt Masserey auf die nationale Impfstrategie zu sprechen. Der am Samstag zugelassene Impfstoff von Biontech und Pfizer habe eine hohe Sicherheit. 107'000 Tausend Dosen seien der Armeeapotheke übergeben worden. Die Impfung auf nationaler Ebene werde am 4. Januar gestartet. Das Ziel: Fälle mit schweren Verläufen sowie Todesfälle zu reduzieren. Deshalb gehe es als Erstes darum, besonders gefährdete Personen zu impfen. Vor dem 4. Januar werden in einzelnen Kantone bereits Testläufe durchgeführt. 

Die Medienkonferenz beginnt. 
Screenshot

13.52 Uhr: Erste Impfdosen in der Schweiz eingetroffen

In der Schweiz ist am Dienstag eine erste Lieferung des Pfizer/Biontec-Impfstoffes gegen Covid-19 eingetroffen. Laut Angaben der Schweizer Armee wurden am Morgen 107'000 Dosen auf dem Landweg geliefert.

13.45 Uhr: Um 14 Uhr informieren die Experten des Bundes

Auch heute findet wieder eine Medienkonferenz zur Corona-Situation in der Schweiz statt. Sprechen werden: 
- Susanne Kuster, Stellvertretende Direktorin, Bundesamt für Justiz
- Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit 
- Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit
- Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes
- Christoph Berger, Präsident, Eidgenössische Kommission für Impffragen 
- Christoph Flury, Vizedirektor, Bundesamt für Bevölkerungsschutz 
- Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte
- Adrian Kammer, Leiter Sektion Gesundheitsinformationen und Kampagnen, BAG
- Dora Makausz, Leiterin Ressort Querschnittleistungen, SECO
- Tanja Stadler, Mitglied der der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes

13.40 Uhr: 4275 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Dienstag 4275  Coronavirus-Ansteckungen bei 32'461 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 13,2 Prozent. 129 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 171 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

12.40 Uhr: Luzerner Gastronomen gehen auf die Strasse

Knapp 500 Personen aus dem Gastrogewerbe sind am Dienstag in Luzern mit Pfeifen, Pfannen und Kellen bewaffnet einem Aufruf des Branchenverbandes gefolgt, um für mehr staatliche Hilfe in der Coronakrise zu demonstrieren. «Wir löffeln diese Suppe nicht alleine aus», hiess es auf einem Transparent.

Mit viel Lärm machten die Demonstrierenden ihrem Ärger Luft und auf ihre Anliegen aufmerksam. Neben Transparenten mit Aufschriften wie «25, Koch, Zukunft ungewiss», «Wer befiehlt, zahlt» oder «Helfen jetzt!» trugen sie auf ihrem Umzug eine Bombenattrappe mit, mit der Aufschrift: «Die Gastrobombe tickt».

Der Verband Gastro Luzern hatte zur Kundgebung aufgerufen, die auf dem Mühlenplatz startete. Seiner Ansicht nach sind die Härtefallhilfe von Bund und Kanton ungenügend. Das Luzerner Härtefallprogramm beläuft sich auf 25 Millionen Franken. Davon stammen 8,58 Millionen Franken vom Bund.

Fast 500 Personen aus dem Gastrogewerbe gingen in der Stadt Luzern für bessere Coronahilfen auf die Strasse.
Fast 500 Personen aus dem Gastgewerbe gingen in der Stadt Luzern für bessere Corona-Hilfen auf die Strasse.
Bild: Keystone

12.35 Uhr: Zugang von Andermatt UR nach Sedrun GR beschränkt

Weil das Skigebiet in Andermatt UR geschlossen ist, könnten Skifahrer in Versuchung geraten, über den Oberalp auf die Skilifte in Sedrun und Disentis GR auszuweichen. Ins Bündner Skigebiet vorgelassen wird aber nur, wer eine Reservierung vorweisen kann. Uri ruft zudem dazu auf, auf Tagesausflüge nach Andermatt zu verzichten.

Seit dem heutigen Dienstag stehen in Andermatt wie in der ganzen Zentralschweiz die Lifte und Bahnen still. In Graubünden läuft dagegen der Skibetrieb weiter.

Es sei möglich, ab Andermatt mit der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) in die Skigebiete Sedrun und Disentis zu gelangen, teilte der Urner Covid-19-Sonderstab mit. Die Zahl der Schneesportlerinnen und -sportler werde dort aber aus Sicherheitsgründen beschränkt.

Wer mit der MGB von Uri über den Oberalp in die Skigebiete von Sedrun und Disentis fahren will, muss sich deswegen ab dem 26. Dezember anmelden. Reservationen können unter www.andermatt-sedrun-disentis.ch vorgenommen werden.

12.21 Uhr: Kantone wollen Koordination in Krisen verbessern 

Die Kantone wollen die Koordination während Krisen zwischen Bund und Kantonen verbessern. Sie fordern auf politischer Ebene ein Führungsorgan, das paritätisch zusammengesetzt wird. Dieses soll vor allem darauf achten, dass Entwicklungen besser antizipiert werden.

Insbesondere verlangt die Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) vom Bund, dass die Kantone früher in mögliche Entscheide miteinbezogen werden. Zum Teil hatten diese nur wenige Stunden Zeit, um eine Einschätzung und Meinung zu einer geplanten Massnahme abzugeben.

Es sei den Kantonen bewusst, dass der Zeitdruck gross war, sagte KdK-Präsident Christian Rathgeb am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Allerdings seien die Kantone für die Umsetzung zuständig, weswegen die Regierungspräsidenten entsprechend frühzeitig abgeholt werden müssten.

12.15 Uhr: Innerrhoden beteiligt sich an Impf-Testlauf

Appenzell Innerrhoden beteiligt sich an einem Testlauf für die Covid-19-Impfungen. Geplant ist, dass am Mittwoch im Alters- und Pflegezentrum in Appenzell die ersten Bewohnerinnen und Bewohner geimpft werden können.

Nach der raschen Zulassung des ersten Impfstoffs gegen das Coronavirus wappnen sich die Kantone für eine nie dagewesene Impfkampagne. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) habe am vergangenen Wochenende überraschend in Aussicht gestellt, dass der Covid-19-Impfstoff bereits vor Weihnachten erhältlich sein wird, heisst es in einer Mitteilung des Kantons Appenzell Innerrhoden vom Dienstag.

«Wir haben uns auf den Aufruf des Bundes gemeldet», sagte der stellvertretende Innerrhoder Kantonsarzt Markus Köppel auf Anfrage von Keystone-SDA. Innerrhoden sei mit einem Impfzentrum beim Spital Appenzell und einer mobilen Impf-Equipe bereit für die Impfungen.

12.06 Uhr: Neue Variante wohl schon in Deutschland

Die gefürchtete Variante des Coronavirus aus Grossbritannien dürfte nach Einschätzung des staatlichen Robert Koch-Instituts Deutschland bereits erreicht haben. «Die Wahrscheinlichkeit, dass sie schon in Deutschland ist, aber bisher unerkannt, schätze ich schon als sehr, sehr hoch ein», sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin.

Er verwies darauf, dass die Variante B.1.1.7 in Grossbritannien bereits im September erstmals nachgewiesen wurde, zudem gebe es bereits Nachweise in Nachbarländern wie den Niederlanden und Dänemark. Ein Labornachweis in Deutschland sei ihm aber nicht bekannt, sagte Wieler.

11.45 Uhr: BAG meldet Fallzahlen künftig erst nachmittags

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gibt auf Twitter bekannt, dass die täglichen Corona-Zahlen in Zukunft erst am Nachmittag veröffentlicht werden. Bislang kamen sie am Vormittag. Als Ursache für die Umstellung werden die «neu angebotenen Indikatoren und deren Synchronisation» genannt.

Aufnahme eines Schnelltestzentrums in St. Antonino, am Montag, 21. Dezember 2020. Im Schnelltestzentrum in St. Antonino werden taeglich momentan im Schnitt 25 Tests durchgefuehrt. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)
Aufnahme eines Schnelltest-Zentrums in S. Antonino TI am Montag, 21. Dezember 2020. 
Bild: Keystone

10.47 Uhr: Restaurants in Neuenburg ab Samstag wieder zu

Nach Genf und Jura verschärft auch der Kanton Neuenburg seine Massnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie wieder. Die Restaurants bleiben ab Samstag 23:00 Uhr geschlossen.

Der Kanton Neuenburg will damit der Entwicklung der Pandemie Rechnung tragen und die geltenden Regeln mit denjenigen in den anderen Westschweizer Kantonen harmonisieren. Das teilte die Neuenburger Staatskanzlei am Dienstag mit.

Am Montag hatte bereits der Kanton Genf angekündigt, dass die Restaurants, Bars, Sport-, Freizeit- und Kultureinrichtungen ab Mittwoch um 23:00 Uhr wieder schliessen. Auch der Kanton Jura hat den Schwellenwert von 1 bereits überschritten und wird ab Dienstag auf das Bundesregime umstellen.

Im Kanton Neuenburg müssen die Beizen ab Samstag schliessen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

10.27 Uhr: 8 Prozent der Zürcher Schulkinder haben Antikörper

Die Universität Zürich hat zwischen Ende Oktober und Mitte November Schulkinder auf Antikörper gegen das Coronavirus untersucht. Demnach hatten 8 Prozent der 2500 getesteten Kinder eine Virusinfektion durchgemacht, wie die Uni Zürich am Dienstag mitteilte.

Die Forschenden entnahmen angesichts der stark steigenden Fallzahlen im Dezember bei 641 Kindern Nasen-Rachen-Abstriche. Damit wollten sie herausfinden, wie viele Schüler trotz akuter Infektion zur Schule gehen. Resultat: Nur ein Kind lieferte einen positiven PCR-Test.

Ebenfalls zeigte sich, dass nur in sieben Klassen mehr als drei Fälle auftraten. Und nur in drei dieser Klassen kamen die Fälle zur gleichen Zeit vor. Die Forschenden um die Zürcher Epidemiologin Susi Kriemler schliessen daraus, dass die aktuellen Schutzkonzepte und Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus an Schulen zu greifen scheinen.

Schuelerinnen und Schueler waehrend der Eroeffnungsfeier, am ersten Tag nach den Sommerferien im Kanton Zuerich, waehrend der Coronavirus-Pandemie, aufgenommen am Montag, 17. August 2020, im Gymnasium Freudenberg in Zuerich. (KEYSTONE/Alexandra Wey)
Schülerinnen und Schüler bei der Eröffnungsfeier ihrer Schule am ersten Tag nach den Sommerferien im Kanton Zürich: Inzwischen sind bei 8 Prozent bereits Antikörper nachgewiesen worden. (Archiv)
Keystone

10 Uhr: Zürcher Sport erhält weitere Million aus Lotteriefonds

Der Zürcher Sport wird auch in der zweiten Welle der Corona-Pandemie unterstützt: Wie der Regierungsrat am Dienstag mitteilte, sollen Vereine und Verbände eine weitere Million aus dem Lotteriefonds erhalten. Das Hilfspaket richtet sich an Organisationen, deren finanzielle Situation wegen der coronabedingten Einschränkungen stark belastet ist. Der Fokus liege bei Vereinen mit hohem Kinder- und Jugendanteil und bei Organisationen, die sich vor allem aus Veranstaltungen und ehrenamtlichen Aktionen finanzieren.

Auch in der zweiten Welle unterstützt der Kanton den Zürcher Sport. Der Regierungsrat hat eine weitere Million aus dem Lotteriefonds genehmigt. (Symbolbild)
Auch in der zweiten Welle unterstützt der Kanton den Zürcher Sport. Der Regierungsrat hat eine weitere Million aus dem Lotteriefonds genehmigt. (Symbolbild)
Bild: Keystone

9.47 Uhr: Deutsche Sieben-Tage-Inzidenz auf Höchststand

Die Zahl der Todesfälle und der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland bleibt auf hohem Niveau. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 19'528 neue Fälle und 731 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Dienstag bekannt gab. Am Dienstag der Vorwoche waren 14'432 Neuinfektionen und 500 Todesfälle gemeldet worden – allerdings fehlten damals Daten aus Sachsen, die später nachgemeldet wurden. Den Höchstwert mit 33'777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Der bisherige Höchststand bei den Todesfällen war am vergangenen Mittwoch mit 952 erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Dienstag mit 197,6 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 426,8, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgen Thüringen mit einem Wert von 299,4 und Bayern mit 215,9. Der niedrigste Wert wird in Schleswig-Holstein mit 93,6 verzeichnet.

9.30 Uhr: 2020 tödlichstes Jahr der US-Geschichte

2020 wird mit mehr als drei Millionen Sterbefällen als das tödlichste Jahr in die US-Geschichte eingehen. Das ergeben Berechnungen vorläufiger Daten der Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC), die am Dienstag vorgelegt wurden. Die Corona-Pandemie mit mehr als 300'000 Toten ist der Hauptantreiber zu diesem Rekord, aber nicht allein: Insgesamt starben in diesem Jahr in den USA mindestens 400'000 Menschen mehr als 2019.

Der vorläufigen Statistik zufolge wird es 2020 mehr als 3,2 Millionen Sterbefälle in den USA geben, was einen Anstieg von 15 Prozent bedeuten würde. Die Zahl der Toten steigt angesichts der Corona-Pandemie noch in den letzten Tagen des Jahres weiter.

Seit 1918 hat es seinen solchen prozentualen Anstieg nicht mehr gegeben. Damals fielen Zehntausende US-Soldaten auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs und Hunderttausende starben an einer Pandemie: der Spanischen Grippe. Die Zahl der Toten stieg damals um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr 1917.

Funeral director Tom Cheeseman loads a body into his van after making a house call, Friday, April 3, 2020, in the Brooklyn borough of New York. The Associated Press spent a day on the road with Cheeseman, who is overwhelmed by demand due to the coronavirus outbreak. Cheeseman is picking up as many as 10 bodies per day. Most bodies come from homes and hospitals. âÄœWe took a sworn oath to protect the dead, this is what we do,âĝ he said. (AP Photo/John Minchillo)
In New York lädt ein Bestatter im April ein Corona-Opfer in sein Fahrzeug. (Archiv
Bild: Keystone

9.13 Uhr: Mehr als 190'000 neue Fälle in den USA

In den USA haben sich mehr als 190'000 Menschen binnen 24 Stunden mit dem Coronavirus infiziert. Für Montag wurden 190'519 Neuinfektionen gemeldet, etwas mehr als am Vortag. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Dienstagmorgen (MEZ) hervor. Der bislang höchste Wert war am Freitag mit 249'709 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet worden.

Die Zahl der erfassten infizierten Toten binnen 24 Stunden lag am Montag bei 1696 nach 1509 am Vortag. Der Höchstwert war am Mittwoch vergangener Woche mit 3668 Toten registriert worden.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 18 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 319'300 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Der amtierende US-Vizepräsident Mike Pence (links) erhält eine Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Pfizer-Biontech im Eisenhower Executive Office Building auf dem Gelände des Weissen Hauses. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa

9.06 Uhr: Online-Shopping lässt Karton-Berge wachsen 

Das vermehrte Online-Shopping während der Corona-Pandemie lässt die Kartonberge an den Strassenrändern wachsen. Im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten sind es bis zu 30 Prozent mehr Kartonbeigen, welche die Entsorgungsdienste einsammeln.

In der Stadt Winterthur – und in anderen Städten wohl auch – sind die Kartonberge aber oft nicht korrekt bereitgestellt. Die Stadt Winterthur nennt das, was sich derzeit an den Strassenrändern anhäuft, gar ein «Chaos».

Die Mitarbeitenden der Entsorgung hätten immer wieder damit zu kämpfen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung vom Dienstag. Diese Kartonberge ins Fahrzeug zu laden, sei mit einem erheblichen zeitlichen Mehraufwand verbunden und dazu auch noch körperlich anstrengend.

Die Stadt Winterthur bittet ihre Einwohnerinnen und Einwohner deshalb, die Überbleibsel ihrer Online-Shoppingtouren ordentlich zu stapeln. Entweder der Kanton wird zusammengedrückt und mit einer Schnur umwickelt oder der Karton wird in eine oben offene Kartonschachtel gestellt, und ebenfalls verschnürt.

Was vom Online-Shopping übrig bleibt: Die Menge an Karton hat seit Beginn der Corona-Pandemie stark zugenommen. (Symbolbild)
Was vom Online-Shopping übrig bleibt: Die Menge an Karton hat seit Beginn der Corona-Pandemie stark zugenommen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

8.35 Uhr: Spitäler rechnen mit hohem Schaden

Die Schweizer Spitäler und Kliniken schätzen den finanziellen Schaden durch die Corona-Pandemie für das 2020 auf 1,7 bis 2,1 Milliarden Franken. Rund eine Milliarde Franken fehlen wegen des vom Bundesrat erlassenen Verbots von Wahleingriffen in der ersten Welle von März bis April.

Dies zeigt eine Auswertung des Vereins Spitalbenchmark in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen PwC, über welche Radio SRF am Dienstag berichtete. Auch die Mehrkosten durch die Covid-19-Patienten und die dafür nötigen Schutzmassnahmen schlugen demnach stark zu Buche.

Es ist bereits die dritte Erhebung von Spitalbenchmark und PwC. Im August lag Schadensschätzung für das Jahr 2020 bei 1,7 bis 2,6 Milliarden Franken, im Mai bei 1,5 bis 1,8 Milliarden Franken. Die Daten von Mai stammten noch aus Stichproben bei 13 Spitälern, drei Psychiatrien und einer Rehabilitationsklinik. Die aktuellen sowie die Zahlen aus August wurden berechnet mit Angaben von 94 Akutspitälern, 32 Psychiatrien sowie 35 Rehabilitationseinrichtungen.

Doctor Nicolas Beysard is pictured in a corridor equipped with hospital beds to prevent the arrival of a large number of patient with COVID-19 in the emergency room unit of the University Hospital (CHUV) during the state of emergency of the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in Lausanne, Switzerland, Tuesday, March 31, 2020. Countries around the world are taking increased measures to stem the widespread of the SARS-CoV-2 coronavirus which causes the Covid-19 disease. (KEYSTONE/POOL/Laurent Gillieron)
Gang mit Betten im Universitätsspital in Lausanne (CHUV) im März. (Archiv)
Keystone

7.50 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Israel übersteigt 3500 

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in Israel hat erstmals seit Oktober wieder 3500 überstiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, binnen 24 Stunden seien 3594 neue Fälle gemeldet worden. Insgesamt wurden in dem Neun-Millionen-Einwohner-Land seit Beginn der Pandemie 380'095 Ansteckungen registriert. Die Zahl der Toten liegt bei 3111.

Israel hat angesichts der Ausbreitung einer neuen, möglicherweise besonders ansteckenden Variante des Coronavirus seine Einreisebeschränkungen verschärft. Das Corona-Kabinett entschied am Montag, Ausländern aus allen Ländern die Einreise zu verbieten. Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, es gebe Ausnahmen von dieser Regel, wie etwa bei Diplomaten.

Ausländer konnten Israel seit Beginn der Pandemie ohnehin nur eingeschränkt besuchen. Israelis müssen ab Mittwoch um 22:00 Uhr Ortszeit (21:00 Uhr MEZ) nach ihrer Einreise zur Quarantäne in sogenannte Corona-Hotels, wie die Regierung am Montagabend entschied. Dort müssen sie mindestens zehn Tage bleiben, wenn zwei Corona-Tests negativ ausfallen. Ohne Tests müssen sie sogar 14 Tage dort bleiben.

An ultra-Orthodox Jewish man receives a COVID-19 vaccine at a medical center in Jerusalem, Monday, Dec. 21, 2020. (AP Photo/Mahmoud Illean)
Impfung gegen das Coronavirus am 21. Dezember in Jerusalem. 
Bild: Keystone

7.18 Uhr: Lateinamerikanische Länder verschärfen Massnahmen

Angesichts hoher Corona-Zahlen und einer neuen Variante des Virus haben weitere lateinamerikanische Länder wie Paraguay die Einreise von Besuchern aus Grossbritannien gestoppt, andere ihre Corona-Massnahmen erneut verschärft. So kündigte Ecuadors Präsident Lenín Moreno im ecuadorianischen Fernsehen am Montag (Ortszeit) einen neuerlichen Lockdown für 30 Tage und eine Ausgangssperre von 22 Uhr bis 4 Uhr an.

Die peruanische Regierung weitete die Ausgangssperre in der Hauptstadt Lima aus und sperrte die Strände. Uruguay machte seine Grenzen zu Wasser, zu Lande und in der Luft mit Ausnahmen für humanitäre Hilfe und Frachttransporte dicht. Am Sonntag hatten bereits Argentinien, Kolumbien, Chile und Peru Flüge nach und aus dem Vereinigten Königreich ausgesetzt.

6 Uhr: Virus wird durch Mutation wohl nicht gefährlicher

Der Coronavirus-Experte Volker Thiel geht eher nicht davon aus, dass das Coronavirus durch die neuen Mutationen gefährlicher wird. «Ein Virus hat nicht den Zweck oder den Sinn, uns krankzumachen. Ein Virus will sich verbreiten. Das ist der Druck, auf den das Virus reagiert», sagte der Leiter Virologie am Institut für Virologie und Immunologie an der Universität Bern, in der SRF-Sendung «10vor10». Die neuen Mutationen würden es dem Virus ermöglichen, sich besser auszubreiten. Dass Viren sich verändern, sei normal, sagte er weiter.

Aussergewöhnlich an der neu entdeckten Virusmutation sei hingegen, dass es um mehrere Mutationen handle, erklärte Thiel, der mit seinem Team an Mutationen der Coronaviren forscht. «Wir haben mehrere Mutationen, die zwar einzeln vorher bereits aufgefallen sind, aber nun zusammen auftreten», sagt Thiel, der Mitglied der Covid-19-Taskforce des Bundes ist. Das habe die Kollegen in England und Südafrika besorgt. Man habe gesehen, dass diese beiden Varianten in den zwei Regionen rasch andere Varianten verdrängen und sich sehr gut verbreiten können.

This undated electron microscope image made available by the U.S. National Institutes of Health in February 2020 shows the Novel Coronavirus SARS-CoV-2, orange, emerging from the surface of cells, green, cultured in the lab. Also known as 2019-nCoV, the virus causes COVID-19. The sample was isolated from a patient in the U.S. (NIAID-RML via AP)
Das Coronavirus SARS-CoV-2 (rot) unter dem Elektronenmikroskop: In Grossbritannien verbreitet sich derzeit eine mutierte Variante des Erregers.
Bild: Bild: NIAID-RML via AP

5.50 Uhr: Steuereinnahmen Deutschlands sinken

Die Steuereinnahmen vom Deutschen Bund und den einzelnen Bundesländern sind auch im November deutlich gesunken. «Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise belasteten weiterhin das Steueraufkommen», heisst es im Monatsbericht des deutschen Finanzministeriums, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Die Steuereinnahmen Deutschlands fielen demnach um 7,0 Prozent auf 47,5 Milliarden Euro. Im Zeitraum Januar bis November 2020 belief sich das Minus beim deutschen Fiskus demnach auf acht Prozent – bei Einnahmen von 589 Milliarden Euro. Die Einnahmen aus der Lohnsteuer sanken im November um 5,7 Prozent binnen Jahresfrist. «Hierzu trug unter anderem auch der Anstieg der Kurzarbeiterzahlen aufgrund des Teil-Lockdowns bei.»

In den ersten elf Monaten wies der deutsche Haushalt zudem ein Finanzierungsdefizit von 133,6 Milliarden Euro aus. Denn neben den geringeren Einnahmen schlagen sich die Coronavirus-Hilfen auch in deutlich höheren Ausgaben nieder. Allerdings spart der Deutsche Bund wegen der niedrigen Zinsen derzeit an anderer Front: Die Zinsausgaben lagen bis einschliesslich November bei 4,9 Milliarden Euro und damit rund 59 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

Trotz der starken Aufholjagd der Konjunktur im Sommerquartal und dem Rekordwachstum von 8,5 Prozent sieht das Finanzministerium Risiken für die weitere Entwicklung. «Aufgrund des derzeitigen Pandemiegeschehens und der notwendigen Eindämmungsmassnahmen ist für das Abschlussquartal mit einer deutlich schwächeren konjunkturellen Entwicklung zu rechnen», schrieben die Ministeriums-Experten. Viele Ökonomen erwarten wegen des Coronavirus-Lockdowns einen Rückgang des Bruttoinlandproduktes Ende 2020.

5 Uhr: Biontech: Vakzin wirkt wohl auch gegen neue Variante

Der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech ist laut Firmenchef Ugur Sahin aller Voraussicht nach in der Lage, auch die jetzt in Grossbritannien aufgetauchte neue Mutation des Virus wirksam zu bekämpfen. Aus wissenschaftlicher Sicht sei die Wahrscheinlichkeit dafür hoch, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert.»

Biontech-Impfstoff wirkt wahrscheinlich auch gegen Mutation

Biontech-Impfstoff wirkt wahrscheinlich auch gegen Mutation

Auch wenn das Coronavirus mutiert ist, kann es nach Einschätzung des Impfstoff-Herstellers aller Voraussicht nach wirksam bekämpft werden. Firmenchef Sahin fasst neue Produktionsstätten für das Vakzin ins Auge, damit bestellte Dosen früher geliefert werden können.

22.12.2020

Das Virus sei jetzt etwas stärker mutiert, sagte Sahin. «Wir müssen das jetzt experimentell testen. Das wird etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Wirkungsmechanismus dadurch nicht signifikant beeinträchtigt wird.» Der Biontech-Impfstoff auf Basis des Botenmoleküls mRNA könne prinzipiell schnell an neue Varianten des Virus angepasst werden.

ARCHIV - 27.11.2019, Rheinland-Pfalz, Mainz: Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Biontech. Sahin hat sich noch nicht mit dem von seinem Unternehmen entwickelten Corona-Impfstoff impfen lassen. Für seine Mitarbeiter und ihn gälten keine Ausnahmen.
Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Biontech. (Archivbild)
Bild: Keystone/dpa/Andreas Arnold


4.48 Uhr: Deutschland stoppt weitgehend Einreisen aus Grossbritannien und Südafrika

Wegen der neuen Variante des Coronavirus schränkt Deutschland den Reiseverkehr aus Grossbritannien und Südafrika weiter ein. Die Passagierbeförderung von dort per Flugzeug, Schiff, Bahn oder Bus nach Deutschland ist Transportunternehmen von diesem Dienstag an weitgehend verboten, wie eine am Montag im Bundesanzeiger veröffentlichte Verordnung des Gesundheitsministeriums festlegt. Sie gilt bis 6. Januar. Ressortchef Jens Spahn (CDU) erklärte am Abend auf Twitter, dies erfolge «als Vorsichtsmassnahme», bis man mehr über die berichteten Coronavirus-Mutationen in beiden Ländern wisse.

Als erste Schutzvorkehrung hatte das Verkehrsministerium schon ab Montag fast alle Flüge aus Grossbritannien nach Deutschland vorerst bis 31. Dezember untersagt. Die Bundesregierung hatte am Wochenende weitere Beschränkungen auch für Einreisen aus Südafrika angekündigt.

Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland dürfen der neuen Verordnung zufolge von Verkehrsunternehmen ab 1. Januar aus Grossbritannien und Südafrika befördert werden. Dafür geplante Flüge sind aber beim Bundesinnenministerium oder einer seiner Behörden drei Tage vorher anzuzeigen und zu genehmigen. Ausgenommen vom generellen Beförderungsverbot sind demnach unter anderem reine Frachttransporte, Rückführungen von Flugzeugen, Schiffen und Crews sowie Transporte mit medizinischem Personal oder aus humanitären Gründen.

Die Verordnung schreibt auch Einreise-Verpflichtungen fest. Wer von diesem Dienstag an nach Deutschland kommt und sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in Grossbritannien oder Südafrika aufgehalten hat, muss ein negatives Corona-Testergebnis dabei haben. Ein vorheriger Test im Ausland darf höchstens 48 Stunden zurückliegen, sonst muss ein Test bei der Einreise nach Deutschland gemacht werden. Bei einer direkten Einreise aus Grossbritannien und Südafrika muss ein negatives Testergebnis bei der Einreisekontrolle vorgelegt werden. Für Einreisen aus Corona-Risikogebieten mit hohen Infektionszahlen gilt generell eine Quarantänepflicht bei der Rückkehr nach Deutschland.



4.36 Uhr: EU-Kommissarin: Wachsam trotz Vakzin-Zulassung

Nach der Genehmigung des ersten Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union hat EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides vor verfrühtem Leichtsinn im Kampf gegen das Virus gewarnt. «Das ist nicht der Zeitpunkt, den Sieg zu erklären», sagte Kyriakides der Deutschen Presse-Agentur und anderen Medien in Brüssel. So weit sei es erst, wenn die Pandemie besiegt sei. Dennoch sei es ein wichtiger Tag für die Europäer.

Die EU-Kommission hat dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am Montag die bedingte Marktzulassung erteilt. In Deutschland soll das Impfen schon am Sonntag beginnen.

Kyriakides betonte nun, dass die Genehmigung eines Impfstoffs – egal wie wirksam er auch sein möge – keine Wunderwaffe sei. «Wir müssen weiter wachsam bleiben.» Es sei entscheidend, die Übertragung des Coronavirus weiter zu bremsen. Zudem betonte die Zyprerin, dass der Impfstoff an sich keine Leben rette, sondern das Impfen. Nur, wenn sich eine ausreichende Zahl an Menschen impfen lasse, könne die Pandemie beendet werden.

4.31 Uhr: Malaysia sichert sich AstraZeneca-Vakzinkandidat

Malaysia hat sich nach Angaben von Premierminister Muhyiddin Yassin 6,4 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs des schwedisch-britischen Pharmaherstellers AstraZeneca gesichert. Für zusätzliche Impfdosen stehe die Regierung in Verhandlungen mit den chinesischen Biotech-Unternehmen Sinovac und CanSino sowie dem russischen Gamaleya-Institut.

Dies sagte Muhyiddin heute bei einer Fernsehansprache. Malaysia rechne damit, genügend Dosen zur Coronavirus-Impfung für mehr als 80 Prozent der Bevölkerung beschaffen zu können.

3.50 Uhr: Drosten nun doch besorgt über Virusmutation

Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, zeigt sich besorgt über die in Grossbritannien gemeldete Mutation des Coronavirus. «Das sieht leider nicht gut aus», schrieb er mit Blick auf die Veröffentlichung von britischen Regierungsdaten in der Nacht auf Dienstag auf Twitter. Die Unterlagen der britischen Gesundheitsbehörde unterstrichen die Annahme, dass die Virusmutation deutlich ansteckender ist als bisher aufgetretene Varianten.

Noch am Montag hatte Drosten angesichts der Mutation wenig Grund zur Beunruhigung gesehen: «Ich bin darüber nicht so sehr besorgt im Moment. Ich bin allerdings auch – genau wie jeder andere – in einer etwas unklaren Informationslage», sagte der Virologe im Deutschlandfunk. Er ging davon aus, dass das mutierte Virus auch bereits in Deutschland anzutreffen ist: «Es ist schon in Italien, in Holland, in Belgien, in Dänemark, sogar in Australien, warum sollte es nicht in Deutschland sein.»

Mit Blick auf erhöhte Infektionszahlen sei die Frage, ob überhaupt die neue Virus-Variante daran Schuld habe, «oder ist das so, dass einfach lokal (...) Übertragungsmechanismen zum Tragen gekommen sind, die auch jedes andere Virus hochgespült hätte».

Die kürzlich entdeckte Variante sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form, hatte Premierminister Boris Johnson am Samstag gesagt. Drosten hatte am Montag Zweifel an der wissenschaftlichen Gewissheit dieses Wertes geäussert: «Diese Zahl ist einfach so genannt worden.» Politiker würden solche Zahlen nennen, Medien nähmen diese auf. «Plötzlich steht so ein Wert im Raum – 70 Prozent – und keiner weiss, überhaupt was damit gemeint ist.»

3 Uhr: US-Repräsentantenhaus stimmt für Corona-Hilfspaket

Das US-Repräsentantenhaus hat einem weiteren Corona-Hilfspaket im Umfang von fast 900 Milliarden Dollar mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Dafür stimmten 359 Abgeordnete, dagegen 53. Am Sonntag hatten sich Demokraten und Republikaner nach monatelangem Streit auf das dringend benötigte Hilfspaket verständigt. Die Verhandlungen waren gekoppelt an Gespräche über einen neuen Bundeshaushalt im Umfang von 1,4 Billionen Dollar. Er regelt die Finanzierung des Bundes bis September.

Vorgesehen ist im Rahmen des Hilfspakets Unterstützung für Arbeitslose und für krisengeschüttelte Unternehmen, ausserdem Geld für Schulen, das Gesundheitswesen und Mieter, denen eine Zwangsräumung droht. Auch Mittel für die Impfung der Bevölkerung gegen Covid-19 sind in dem Paket enthalten.

Der US-Senat wollte wenig später über die Vorlage abstimmen. Insgesamt umfasst sie 5593 Seiten – so viele wie kein anderes Gesetz je zuvor. Der Senat wollte auch über einen kurzfristigen Zwischenhaushalt abstimmen, um Trump Zeit zur Unterzeichnung des Gesetzespakets zu geben und so eine Schliessung von Bundesbehörden zu verhindern.

Der Druck auf beide Parteien war hoch: Für mehr als zehn Millionen Menschen läuft am 26. Dezember die Arbeitslosenhilfe aus, etliche Unternehmen kämpfen ums Überleben, und es ist ausserdem Geld für die Verteilung der Corona-Impfdosen im Land nötig.

Zurück zur Startseite