Bussen-FlutBirsfelder Blitzer bringt Staatsanwälte ins Schwitzen
Sven Ziegler
10.4.2026
Zahlreiche Verbotschilder warnen vor der Durchfahrt.
KEYSTONE
Die automatische Durchfahrtskontrolle in Birsfelden sorgt für weniger Verkehr – aber für mehr Arbeit bei der Justiz. Hunderte Autofahrende wehren sich gegen ihre Busse. Die Staatsanwaltschaft steht vor einer wachsenden Belastung.
Was als Massnahme zur Verkehrsberuhigung gedacht war, entwickelt sich zunehmend zu einer Belastung für die Justiz. Wie die «bz Basel» berichtet, sind bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft mittlerweile über 800 Fälle im Zusammenhang mit der automatischen Durchfahrtskontrolle in Birsfelden eingegangen.
Die Gemeinde Birsfelden bewertet das System weiterhin positiv. Ziel sei es nie gewesen, möglichst viele Bussgelder einzunehmen, betont Gemeindepräsident Christof Hiltmann. Vielmehr gehe es darum, die Quartierstrassen zu entlasten und den Verkehr zu reduzieren.
Tatsächlich zeigt sich laut Gemeinde eine deutliche Wirkung: Während zu Beginn bis zu 1000 Bussen pro Tag ausgestellt wurden, liegt die Zahl inzwischen nur noch bei 20 bis 30 täglich.
Staatsanwaltschaft arbeitet am Limit
Für die Staatsanwaltschaft bedeutet die Entwicklung jedoch einen erheblichen Mehraufwand. Mediensprecherin Marilena Baiatu erklärt gegenüber der «bz Basel», man spüre die zusätzliche Belastung deutlich. Jeder einzelne Fall müsse geprüft werden, wie es im Strafbefehlsverfahren vorgesehen ist.
Ein Teil der Fälle ist bereits weiterverarbeitet. In mehreren hundert Fällen wurden Strafbefehle ausgestellt, einzelne Betroffene haben Einsprache erhoben. Wird daran festgehalten, landen die Verfahren vor Gericht. Erste Fälle sind dort bereits hängig.
Hunderte Verfahren noch offen
Trotz erster Abschlüsse bleibt ein grosser Rückstand. Mehr als 400 Verfahren sind noch pendent. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass weitere Fälle folgen werden, da viele zeitverzögert eingehen.
Damit wächst die Sorge, dass der Aufwand weiter zunimmt und die Bearbeitung anderer Fälle zusätzlich belastet.
Eine definitive Klärung steht jedoch noch aus – entscheiden können letztlich nur die Gerichte. Die Gemeinde hält derweil an ihrer Einschätzung fest und sieht sich durch eigene Abklärungen abgesichert.
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