Crans-Montana: Gemeindepräsident tritt nicht zurück
Am Dienstag wird Gemeindepräsident Nicolas Feraud gefragt, ob er zurücktritt. Das verneint er klar.
06.01.2026
Gemeindepräsident Nicolas Féraud erklärt bei einer Pressekonferenz zur Brandkatastrophe, die Entflammbarkeit der Schaumstoffdecke sei nicht Teil der Kontrollen gewesen. Dem widerspricht der Walliser Sicherheitsdirektor nun deutlich.
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- Der Gemeindepräsident von Crans-Montana erklärte, die Kontrolle der Schaumstoffdecke sei nicht explizit vorgeschrieben gewesen.
- Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer widerspricht: Die Materialprüfung gehöre zur Grundlage jeder Kontrolle.
- Der offene Widerspruch verschärft den Druck auf die Gemeinde.
Nach dem tödlichen Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, bei dem in der Neujahrsnacht 40 Menschen ums Leben kamen und über 100 verletzt wurden, rückt die Frage nach der Verantwortung der Behörden weiter in den Fokus. Auslöser der Katastrophe waren brennbare Schaumstoffplatten, die als Schalldämmung an der Decke angebracht waren und Feuer fingen.
An der Medienkonferenz der Gemeinde erklärte Gemeindepräsident Nicolas Féraud, die Kontrolle der Entflammbarkeit dieser Deckenmaterialien sei nicht ausdrücklich Teil des kommunalen Pflichtenhefts gewesen. Entsprechend sei der verwendete Schaumstoff bei den periodischen Kontrollen nicht überprüft worden.
Diese Darstellung sorgt nun für deutlichen Widerspruch aus dem Kanton. Walliser Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer sagte gegenüber dem Westschweizer Fernsehen, die Überprüfung solcher Materialien gehöre sehr wohl zu den Grundlagen einer Brandschutzkontrolle. «Es gibt sehr vollständige und klare Checklisten. Die Kontrolle der Materialien – und eines Schaumstoffs wie dieses – gehört selbstverständlich dazu», erklärte Ganzer.
Kritik an der Kommunikation wächst
Er betonte zudem, dass die gesetzlichen Grundlagen im Wallis präzise seien und Versäumnisse dieser Art nicht vorkommen dürften. «Wenn alles eingehalten worden wäre, hätten wir am Ende keine 40 Toten», sagte der Sicherheitsdirektor. Zugleich hielt er fest, es sei nicht an ihm, die Arbeit einzelner Gemeindeverwaltungen abschliessend zu beurteilen. Was er aber klar feststelle, sei ein Versäumnis.
Der offene Widerspruch zwischen Gemeinde und Kanton verschärft die Kritik an der Kommunikation der lokalen Behörden. Bereits zuvor hatte Crans-Montana eingeräumt, dass der Betrieb «Le Constellation» zwischen 2020 und 2025 nicht mehr periodisch kontrolliert worden war – obwohl für öffentlich zugängliche Betriebe jährliche Brandschutzkontrollen vorgesehen sind.
Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen das Betreiberpaar laufen weiterhin. Im Zentrum stehen neben der Brandursache auch mögliche Sicherheitsmängel und die Rolle der zuständigen Kontrollstellen. Parallel dazu wächst der politische und rechtliche Druck auf die Gemeinde, ihre Verantwortung im Rahmen der Aufsicht über öffentlich zugängliche Betriebe aufzuarbeiten.
Brandschutzexperte: «Das hätte nicht passieren dürfen»
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