Katastrophe in Crans-Montana VS Ermittler nennen erstmals Feuer-Ursache und Details zu Verletzten

Sven Ziegler

2.1.2026

Crans-Montana : le départ de l'incendie filmé par un téléphone

Crans-Montana : le départ de l'incendie filmé par un téléphone

Plus de 40 morts, 115 blessés : l'incendie du bar « Le Constellation » bouleverse la Suisse. Des témoignages, des vidéos et les premières informations fournies par les autorités permettent de reconstituer le déroulement des événements.

02.01.2026

Nach der tödlichen Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana haben die Walliser Behörden über den aktuellen Stand der Ermittlungen informiert. Bestätigt wurden neue Zahlen zu Opfern – und erste Hinweise zur möglichen Brandursache.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Walliser Behörden informieren am Freitagnachmittag zur Brandkatastrophe.
  • Nach Behördenangaben sind bei dem Feuer 40 Menschen ums Leben gekommen.
  • 119 wurden nach neustem Kenntnisstand verletzt, darunter 71 Schweizer, 14 französische und 11 italienische Staatsangehörige.
  • Die Identifizierung der Opfer ist komplex und dauert weiter an.
  • Als möglicher Brandauslöser werden Kerzen auf Champagnerflaschen untersucht.

Zwei Tage nach dem verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana haben die Walliser Behörden an einer Pressekonferenz neue Details bekannt gegeben. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren, viele Fragen sind jedoch noch offen.

Nach Behördenangaben sind bei dem Feuer 40 Menschen ums Leben gekommen. 119 wurden nach neustem Kenntnisstand verletzt, darunter 71 Schweizer, 14 französische und 11 italienische Staatsangehörige. Am Freitagabend waren noch nicht alle Verletzten identifiziert. Viele Menschen erlitten schwere Verbrennungen und kämpfen im Spital um ihr Leben.

Ein Grossteil der Todesopfer wurde im Innern der Bar gefunden. Ob alle Verstorbenen an den Folgen von Feuer und Rauch starben oder ob es auch andere Todesursachen gab, wird derzeit noch untersucht.

Identifizierung bleibt schwierig

Die Identifikation der Opfer gestaltet sich laut den Behörden weiterhin schwierig. Die Zahlen seien noch nicht definitiv und unterlägen einer «sich schnell ändernden Dynamik», erklärte Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud. Bislang konnten 113 der Verletzten identifiziert werden, darunter 71 Schweizerinnen und Schweizer sowie mehrere ausländische Staatsangehörige.

An der Identifizierung sind rund 30 Fachpersonen beteiligt, darunter auch Zahnärzte. Neben DNA-Analysen werden Zahnunterlagen, persönliche Gegenstände und Kleidungsstücke ausgewertet. Für jede verstorbene Person wird ein eigenes Dossier erstellt.

Lage in den Spitälern angespannt

Der Direktor der Spitäler Wallis, Eric Bonvin, sprach von einer «sehr belastenden Situation». Trotz des extremen Andrangs hätten die Spitäler jederzeit funktioniert. Viele Mitarbeitende hätten ihre Neujahrsferien abgebrochen, um zu helfen. Gleichzeitig brauche es in den Spitälern Ruhe und Diskretion.

Augenzeugenvideo zeigt Feuer-Tragödie in Crans-Montana

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In der «Le Constellation Bar» in Crans-Montana kam es an Silvester zu einem Brand. Mehrere Menschen sind ums Leben gekommen, bestätigt die Polizei.

01.01.2026

Zahlreiche Verletzte befinden sich in kritischem Zustand, mehrere Patientinnen und Patienten wurden intubiert oder in ein künstliches Koma versetzt. In den kommenden Tagen sollen rund 50 Schwerverletzte ins Ausland verlegt werden.

Kerzen als möglicher Auslöser

Zur Brandursache sagte Staatsanwältin Pilloud, man gehe derzeit davon aus, dass Kerzen auf Champagnerflaschen den Brand ausgelöst haben könnten. Diese seien zu nahe an der Decke gewesen. Bei den Kerzen habe es sich um handelsübliche Produkte gehandelt, die legal erhältlich sind. Ob deren Verwendung in Innenräumen zulässig war, wird untersucht.

Untersucht werden zudem Umbauten im Lokal, verwendete Materialien, die Situation der Notausgänge, Feuerlöscher sowie die tatsächliche Belegung der Bar. Eine strafrechtliche Untersuchung – unter anderem wegen fahrlässiger Tötung – ist nicht ausgeschlossen.

Trauerzeremonie geplant

Der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard sprach von einer «kaum auszuhaltenden Zeit des Wartens» für die Angehörigen und dankte den Einsatzkräften sowie den unterstützenden Kantonen. Die Prognose für viele Verletzte sei weiterhin ernst.

Am Freitag, 9. Januar, soll in Crans-Montana eine grosse öffentliche Trauerzeremonie stattfinden. Sie soll Raum für Abschied und gemeinsames Gedenken bieten.

Die Pressekonferenz zum Nachlesen:

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    Neue Beiträge
  • Liveticker beendet
  • 16.27 Uhr

    Pressekonferenz geschlossen

    Damit ist die Pressekonferenz geschlossen. In Kürze folgt hier eine ausführliche Zusammenfassung.

  • 16.24 Uhr

    Starben Personen nur wegen des Brandes?

    Ein Journalist will wissen, ob die Verstorbenen ausschliesslich am Feuer und Rauch gestorben seien oder ob es beispielsweise auch Hinweise geben, dass Personen aufgrund der Panik zertrampelt worden seien. Das sei man derzeit noch am Untersuchen, sagt Polizeikommandant Frédéric Gisler. «Was ich sagen kann: Es handelt sich um rund 40 Tote. Ein Grossteil davon wurde in der Bar gefunden.»

  • 16.23 Uhr

    Keine speziellen Wunderkerzen

    Bei den Wunderkerzen habe es sich nicht um verbotenes Material gehandelt, sagt Pilloud weiter. «Man kann diese ganz normal im Laden kaufen», sagt sie. Ob diese auch in Innenräumen hätten verwendet werden dürfe, werde aktuell untersucht. 

  • 16.15 Uhr

    Gästezahl unbekannt

    Wie viele Personen sich in der Bar aufhielten, wisse man nicht, sagt Pilloud. Eine genaue Zahl könne man vielleicht nicht bekannt geben – denn es seien keine Eintrittslisten geführt worden, sagt sie.

  • 16.09 Uhr

    Feuerpolizei hatte keine Kenntnis über Unregelmässigkeiten

    Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer sagt, für die Kontrollen sei die Gemeinde Crans-Montana verantwortlich gewesen. Es gebe hierzu ein standardisiertes Verfahren, welches auch vom Kanton vorgegeben sei. «Ich weiss aber nicht, wann die Gemeinde die Kontrollen durchgeführt hat. Die kantonale Feuerpolizei wurde dabei nie über irgendwelche Unregelmässigkeiten in dieser Bar informiert», sagt Ganzer.

  • 16.06 Uhr

    Was hatte es mit den Schallelementen auf sich?

    Die Staatsanwältin wird gefragt, was es mit den Schallelementen auf sich habe, die an der Decke geklebt seien. Diese seien auf den Aufnahmen deutlich zu sehen.

    Die Staatsanwältin sagt, man sei derzeit am Ermitteln, ob diese regulär angebracht worden seien. Hierzu könne man keine Aussage aktuell machen. «Es ist uns wichtig, dass wir keine Hypothesen anstellen, auch aus Rücksicht auf die Familie.»

  • 16.05 Uhr

    Zahlen sind noch nicht definitiv

    «Die Zahlen sind noch nicht definitiv», betont Staatsanwältin Pilloud. Die Zahlen würden sich laufend verändern. Es gebe noch zahlreiche Opfer, die nicht final identifziert worden seien. Heute seien nur Zahlen von definitiv identifizierten Personen bekannt gegeben worden. Das werde auch in den kommenden Tagen so bleiben. Nicht immer seien daher alle Zahlen deckungsgleich, betont Pilloud. «Die Zahlen unterliegen einer sich schnell ändernden Dynamik.»

  • 16 Uhr

    Unbeteiligte im Spital

    Bonvin sagt, dass gewisse Journalisten und weitere Unbeteiligte versucht hätten, ins Spital zu gelangen. «Das geht natürlich nicht. Wir brauchen Ruhe im Spital, alles ist vertraulich.» 

  • 15.59 Uhr

    «Es braucht eine gewisse Ruhe»

    Eric Bonvin, Direktor der Spitäler Wallis, übernimmt das Wort. Er spricht von «schwierigen Momenten für alle.» Die Spitäler hätten gut funktioniert, trotz der hohen Belastung. «Die Situation ist schwierig. Wir haben einen extremen Andrang, aber im Spital braucht es gleichzeitig auch eine gewisse Ruhe. Das ist aktuell nicht immer einfach.» 

    Das Drama in Crans-Montana habe sich zu einem Zeitpunkt abgespielt, als zahlreiche Angestellte noch in den Neujahrsferien gewesen seien. Viele hätten ihre Ferien unter- oder abgebrochen und seien helfen gekommen, die Notaufnahme sei gut gewappnet gewesen und habe jederzeit funktioniert.

  • 15.52 Uhr

    Zahlreiche Patienten im künstlichen Koma

    Weiter geht es mit Freddy-Michel Roten. Er ist Direktor der Walliser Rettungsorganisationen. Es habe mehr Opfer als verfügbare Mittel gegeben, weswegen man eine Triage durchgeführt habe. Zahlreiche Patienten seien in ein künstliches Koma versetzt oder intubiert worden. 

    40 Ambulanzen seien eingesetzt worden, darunter auch ausserkantonale Ambulanzen, die kurzfristig aufgeboten worden seien. 13 Helikopter und zahlreiche Katastrophenfahrzeuge seien ebenfalls vor Ort gewesen, bei den Helikoptern habe man auch auf Unterstützung aus dem Ausland zurückgreifen können. 

    In den kommenden Tagen würden zahlreiche Überführungen durchgeführt. Man plane, etwa 50 Patienten ins Ausland zu verlegen, das solle bis Sonntag passieren. 

  • 15.50 Uhr

    Komplexe Organisation stellt richtigen Ablauf sicher

    Ganzer spricht jetzt über die aktuelle Organisation. Es seien zahlreiche Stellen und Behörden involviert, um einen optimalen Ablauf sicherzustelen. So seien Flüge ins Ausland organisiert worden, zudem habe man die Einsatzkräfte der Feuerwehr, Spitalmitarbeiter und Anwohner psychologisch unterstützt. «Das werden wir auch weiterhin tun. Wir lassen niemanden allein», sagt er.

  • 15.44 Uhr

    Entschuldigungen an die Angehörigen

    Lengen betont, er wisse, dass die Wartezeit für die Angehörigen schlimm sei. «Wir sind mit Hochdruck an der Identifikation dran und arbeiten ohne Pause.» Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer ergänzt, es handle sich um «ein Ereignis, welches der Kanton Wallis so noch nie erlebt habe.»

  • 15.42 Uhr

    Zahnärzte an Identifikation beteiligt

    Als Nächstes übernimmt Chefinspektor Pierre-Antoine Lengen. Er erklärt, wie die Identifikation abläuft.  Dabei kämen unter anderem auch Zahnärzte zum Einsatz. «Wir müssen den Familien dann die richtigen Körper zurückgeben», sagte Lengen.

    An der Identifizierung seien rund 30 Personen beteiligt. Neben Zahnunterlagen, DNA und Kleidern würden auch persönliche Gegenstände untersucht, die die Opfer bei sich getragen hätten. Für jede verstorbene Person werde zudem ein eigenes Dossier erstellt, sagt Lengen weiter. «Wir können uns keine Fehler erlauben», sagt er weiter. 

  • 15.38 Uhr

    Strafrechtliche Konsequenzen nicht ausgeschlossen

    Die Ermittlungen zur Brandursache und zu möglichen Verantwortlichkeiten laufen weiter. Bereits seien unter anderem die Betreiber der Bar befragt worden. Untersucht werde auch, welche Umbauten in der Bar vorgenommen wurden und «welche Materialien dabei verwendet wurden».

    Zudem prüfen die Ermittler die Situation der Notausgänge, der Feuerlöscher sowie die Belegung der Bar. Noch sei offen, ob es zu strafrechtlichen Konsequenzen komme. Möglich sei jedoch die Eröffnung einer Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung.

  • 15.35 Uhr

    Kerzen auf Champagnerflaschen als Brandauslöser?

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    Nach dem tödlichen Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS rückt nun auch früheres Werbematerial des Lokals in den Fokus. Ein Video zeigt Feuereffekte mit Champagnerflaschen.

    01.01.2026

    Nun ergreift Staatsanwältin Beatrice Pilloud das Wort. Sie spricht über den Unfallhergang. Dabei geht es auch um die Videos, die in den sozialen Medien kursieren. Man vermute aktuell, so Pilloud, dass das Feuer durch Kerzen auf Champagnerflaschen ausgebrochen sei. Diese seien zu nahe an der Decke gewesen. 

  • 15.33 Uhr

    113 Verletze identifiziert – 71 sind Schweizer

    Nun gibt Polizeikommandant Frédéric Gisler neue Zahlen bekannt: Von den 119 verletzten Opfern sind 113 identifiziert, darunter befinden sich 71 Schweizer, 14 Franzosen, 11 Italiener, 4 Serben, 1 Bosnier, 1 Belgier, 1 Luxemburger und 1 Portugiese. 

  • Grosse Abschiedszeremonie am 9. Januar

    Am nächsten Freitag findet eine grosse Trauerzeremonie in Crans-Montana statt. Das gibt Staatsratspräsident Reynard bekannt. «Es ist eine Gelegenheit, zu trauern und Abschied zu nehmen», sagt Reynard. 

  • 15.26 Uhr

    «Die Prognose ist ernst»

    Der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard wandte sich erneut an die Angehörigen der Opfer. Er entschuldigte sich für «die kaum auszuhaltende Zeit des Wartens und der Unklarheit». Zugleich betonte Reynard: «Unsere Teams leisten seit dem Beginn das Maximum.»

    Der Regierungsrat dankte zudem den anderen Kantonen für ihre Unterstützung. So habe unter anderem die Universitätsklinik Lausanne mehr als 20 Patienten aufgenommen.

    Man dürfe nicht vergessen, sagt Reynard, dass zahlreiche Menschen noch immer um ihr Leben kämpfen würden. «Die Lage ist angespannt, die Prognose bei vielen Überlebenden ernst», sagt Reynard.

  • 15.22 Uhr

    Zahlreiche Sprecher

    Am Freitag werden zahlreiche Personen zu den Medien sprechen. Auf der Liste stehen:

    Eric Bonvin, Direktor der Spitäler Wallis, Staatsratspräsident Mathias Reynard, Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud, Polizeikommandant Frédéric Gisler, Chefinspektor Pierre-Antoine Lengen, Staatsrat und Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer und Fredy-Michel Roten, Direktor der Walliser Rettungsorganisationen

  • 15.17 Uhr

    Jetzt informieren die Behörden

    Mit leichter Verzögerung beginnt die Pressekonferenz. blue News tickert und streamt live. 

  • Pressekonferenz für 15 Uhr angesetzt

    Für 15 Uhr ist eine weitere Pressekonferenz angesetzt. blue News berichtet im Ticker und Stream.

Nach der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana setzen die Walliser Behörden ihre Informationsarbeit fort. Für Freitagnachmittag ist eine weitere Medienkonferenz angekündigt. Erwartet werden Updates zur Opferbilanz, zur Lage in den Spitälern sowie zum Stand der Ermittlungen.

Beim Brand in der Silvesternacht kamen nach bisherigem Stand mehr als 40 Menschen ums Leben, rund 115 weitere wurden verletzt, viele davon schwer. Zahlreiche Betroffene befinden sich weiterhin in kritischem Zustand. Die Identifizierung der Opfer gestaltet sich schwierig.

Die Ermittlungsbehörden prüfen mehrere Hypothesen zur Brandursache. Als möglicher Auslöser werden unter anderem Wunderkerzen diskutiert, die eine Schaumstoffdecke entzündet haben könnten. Bestätigt ist bislang, dass sich das Feuer extrem schnell ausbreitete und es zu einem sogenannten Flashover kam.

blue News berichtet laufend über neue Erkenntnisse der Behörden.