Jedes fünfte Kind betroffenBund nimmt Junkfood-Werbung ins Visier
SDA
26.5.2026 - 14:20
Frühe Muster von Essverhalten beeinflussen laut dem Bund die Ernährung in späteren Lebensphasen nachhaltig. Daher sollen Kinder und Jugendliche von Anfang an ein gesundes Ernährungsverhalten entwickeln können. Besonders anfällig sind Kinder auf verführerische Werbung. (Archivbild)
Keystone
Der Bund will Kinder besser vor Werbung für ungesunde Lebensmittel schützen. Chips, Schokolade oder Süssgetränke sollen künftig deutlich weniger gezielt bei unter 13-Jährigen beworben werden. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit setzt dabei zunächst auf eine freiwillige Selbstregulierung der Branche.
Keystone-SDA
26.05.2026, 14:20
26.05.2026, 14:44
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Der Bund will Werbung für ungesunde Lebensmittel bei Kindern unter 13 Jahren einschränken.
Betroffen wären unter anderem Chips, Schokolade und Süssgetränke.
Ziel ist eine branchenweite Selbstregulierung unter Aufsicht des Bundes.
Der Bund möchte Werbung für zu süsse, fettige und ungesunde Produkte, die sich speziell an Kinder unter 13 Jahren richten, verbannen. Reklame zum Beispiel für Chips, Schokolade oder Süssgetränke soll von Schulen ferngehalten werden. Ziel ist eine Selbstregulierung.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) präsentierte Vertretern der Lebensmittel- und Werbeindustrie am Dienstag in Bern einen Vorschlag für eine Selbstregulierung, wie dieses mitteilte.
Die Bedingungen sind folgende: Die Selbstregulierung muss über die gesamte Branche erfolgen und alle relevanten On- und Offline-Werbekanäle abdecken, über die Kinder unter 13 Jahren zahlreich und gezielt erreicht werden. Dazu gehören Fernsehen, Internet, Social Media, Online-Games oder Plakate in der Nähe von Schulen.
Die Werbereduktion muss zudem wissenschaftlich fundiert anhand des Nährwertprofils der Weltgesundheitsorganisation (WHO/Europa) erfolgen. Schliesslich soll die Selbstregulierung durch den Bund kontrolliert werden.
Die Lebensmittel- und Werbebranche hat bis Mitte Juli Zeit, um ihre Teilnahme an der Selbstregulierung zu bestätigen und sich zu den geforderten Kriterien zu bekennen.
Jedes fünfte Kind zu schwer
Werbung für Süssigkeiten, Snacks und Süssgetränke beeinflusse das Essverhalten von Kindern und fördere den Verzehr kalorienreicher Lebensmittel und Getränke, argumentiert das Bundesamt.
Gleichzeitig leide in der Schweiz eines von fünf Kindern an Übergewicht oder Fettleibigkeit. Dies steigere erheblich das Risiko, dass nicht-übertragbare Krankheiten wie Diabetes Typ 2, sogenannter Alterszucker, oder Herzkreislauferkrankungen entstehen.
Frühe Muster von Essverhalten beeinflussen laut Bund die Ernährung in späteren Lebensphasen nachhaltig. Daher sollen Kinder und Jugendliche von Anfang an ein gesundes Ernährungsverhalten entwickeln können.
An Kinder gerichtete Werbung für zu süsse, zu fetthaltige und zu salzige Esswaren beeinflusse nachweislich das Konsumverhalten und trage zu einer ungesunden Ernährungsweise bei. Kinder brauchen demnach einen besonderen Schutz, da sie für die Werbung sehr empfänglich seien.