Baume-Schneider spart rund 65 Mio. FrankenDiese Medikamente werden ab Dezember günstiger
SDA
6.11.2025 - 10:43
Der Bund hat im laufenden Jahr bei rund 300 Medikamenten eine Preissenkung angeordnet. (Themenbild)
Keystone
Der Bund hat im laufenden Jahr die Preise von knapp 300 Medikamenten um durchschnittlich zwölf Prozent gesenkt. Das spart rund 65 Millionen Franken ein. Für die gesamte dreijährige Überprüfungsperiode dürfte der Spareffekt mindestens 335 Millionen Franken betragen.
Keystone-SDA
06.11.2025, 10:43
06.11.2025, 13:02
SDA
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) unter Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider (SP) überprüft seit 2017 jedes Jahr die Preise eines Drittels aller von den Krankenkassen vergüteten Medikamente.
Entscheidend sind dabei drei Kriterien: Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Ziel der jährlichen Kontrolle: die Kosten im Gesundheitswesen zu dämpfen.
In der aktuellen Überprüfung standen Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Infektionskrankheiten im Fokus. Bei rund der Hälfte der geprüften Originalpräparate ordnete das BAG Preissenkungen an. Die andere Hälfte blieb unangetastet – dort seien die Preise im internationalen Vergleich weiterhin angemessen, teilte das Amt am Donnerstag mit.
Generika müssen stärker runter
Deutlich stärker trifft es die Generika: Bei 70 Prozent der überprüften Präparate müssen die Preise sinken – und zwar ab dem 1. Dezember. Die noch ausstehenden Prüfungen will das BAG in den kommenden Monaten abschliessen.
Ausnahmen wegen Engpässen
Wegen anhaltender globaler Lieferprobleme verzichtet das BAG zunehmend auf Preissenkungen, um die Versorgung zu sichern. 2025 wurden bisher bei 55 Arzneimitteln Ausnahmen gewährt, vor allem bei Antiinfektiva, also Medikamenten gegen Infektionskrankheiten.
Unternehmen können ausserdem beantragen, auf Preissenkungen zu verzichten, wenn ein Rückzug aus dem Markt droht. Das BAG prüft solche Anträge im Einzelfall.
Künftig sollen besonders günstige Medikamente ganz von der Wirtschaftlichkeitsprüfung ausgenommen werden. Das Parlament hat die entsprechende Gesetzesänderung bereits verabschiedet, derzeit werden die Verordnungen ausgearbeitet. In Kraft treten soll die Neuerung Anfang 2027.
Eine elektronische Gesundheitsakte für alle ab 2030
Das elektronische Patientendossier wird aufgegeben. Der Bundesrat hat am Mittwoch beschlossen, sie durch eine elektronische Gesundheitsakte zu ersetzen. Diese soll der Bevölkerung ab 2030 automatisch zur Verfügung stehen. Das derzeitige elektronische Patientendossier (EPD) ist zu komplex. Seine Nutzung liegt unter den Erwartungen. Zu viele Leistungserbringer sind nicht angeschlossen, und der technische Rückstand ist inakzeptabel. Die aktuelle Situation sei unbefriedigend, betonte Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider.
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STORY: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend wieder verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im November um 0,3 auf 88,1 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Ökonomen hatten hingegen mit einem Mini-Anstieg auf 88,5 Zähler gerechnet. «Die Unternehmen haben doch länger erwartet, dass im kommenden Jahr durch das viele Geld, das die Politik sich leiht und unter die Leute bringt, dass da ein Aufschwung kommt, und man hat ausserdem erwartet, dass die neue Bundesregierung Reformen verabschiedet im Herbst über die Schulden hinaus. Und jetzt gibt es doch eine gewisse Skepsis, ob das was wird. Erstmal sieht man, dass nach den Plänen, die wir derzeit haben, das zusätzlich aufgenommene Geld teilweise gar nicht in zusätzliche Investitionen fliesst, sondern Haushaltslöcher stopft. Das ist nicht gut. Und die Reformen bleiben aus oder weisen sogar in die falsche Richtung, wenn wir etwa an die Rentenreform denken, die treibt ja die Kosten für künftige Bundeshaushalte in die Höhe. Das heisst, höhere Steuern, möglicherweise auch höhere Beitragssätze in der Rentenversicherung, und da sagt die Wirtschaft, das hilft uns nicht.» Mit Blick auf den Streit um die Rentenreform forderte Fuest die Beteiligten auf, noch mal nachzudenken. «Die Renten müssen dauerhaft langsamer steigen als die Löhne. Das gilt auch für die Pensionen, da haben wir ähnliche Probleme, und entsprechend sollte sich die Politik verhalten, aber derzeit weitet die Politik eher die Rentenleistung aus und sie steuert damit in die falsche Richtung. Deshalb haben wir eben gefordert, das gesamte Paket nochmal zurückzuziehen. Es soll ja eine Rentenkommission geben, die sollte man mal anhören und dann solide entscheiden.» Nach einem Schrumpfen im Frühjahr und einer Stagnation im Sommer dürfte die deutsche Wirtschaft im laufenden Schlussquartal 2025 nach Einschätzung der Bundesbank wieder leicht wachsen. Ein spürbares Anziehen der Konjunktur erwarten Fachleute aber erst für das kommende Jahr.
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