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Wohnungsbesichtigng in Zürich: Wr zügeln muss, wird für die Miete tiefer in die Tasche greifen müssen.
KEYSTONE
«In den nächsten Jahren» wird es weiter steigende Angebotsmieten geben, prophezeit der Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen: Weil die Nachfrage so hoch ist, drohen drei bis fünf Prozent höhere Kosten.
Die Angebotsmieten dürften laut Angaben des Bundes «in den nächsten Jahren» um drei bis zu fünf Prozent pro Jahr steigen. «Die Nachfrage nach Wohnraum ist nach wie vor grösser als das Angebot», sagte Martin Tschirren, Direktor des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO), der «NZZ am Sonntag».
Sollte es also zu keinem wirtschaftlichen Einbruch kommen, müsse mit einer Erhöhung gerechnet werden. «Davon betroffen sind die Haushalte, die neu auf den Wohnungsmarkt kommen, oder diejenigen, die umziehen müssen oder wollen.»
Es könne aber auch Familien treffen, «wenn sie wachsen», warnt Tschirren: «Sie bezahlen in gewissem Sinn den Preis für diese Verknappung.» In Zürich sei die Lage schon lange prekär, doch das Problem weite sich inzwischen auch auf das Umland aus: «Die Knappheit erfasst vermehrt auch Agglomerationsgemeinden und kleinere Städte.»
In Zürich wurde «in den letzten zwei Jahren so viel gebaut wie schon lange nicht mehr», doch man zahle dort den «Preis einer attraktiven, boomenden Stadt»: Die Nachfrage könne nicht gedeckt werden, während gleichzeitig heutzutage weniger Menschen eine Wohnung teilten.
Das Wohnthema werde stark politisiert, ergänzt Tschirren. Dies führe zunehmend zu Spannungen zwischen Mieter- und Vermieter-Organisationen. Eine Ursache sei, dass der Wohnungsmarkt vermehrt als Kapitalanlage diene. Auch die Zuwanderung spiele eine Rolle.
Hinzu komme, dass Bauland knapp geworden sei. Früher habe man das Problem der steigenden Nachfrage durch Einzonungen lösen können. Das sei heute nicht mehr möglich, erklärte Tschirren.
«Auch in touristischen Bergregionen nimmt die Anspannung zu», mahnt Tschirren weiter. Die Folgen seien «teilweise dramatisch». Es sei aber nicht überall schlecht: «Im Jurabogen, im Kanton Solothurn oder im Oberaargau ist die Chance grösser, eine Wohnung zu finden», heisst es in der «NZZ am Sonntag».