Höchstwerte überschrittenBund und Kantone untersuchen rund 1200 Lebensmittel auf PFAS
SDA
17.11.2025 - 18:50
Die Konzentration von PFAS in Eiern hängt auch mit der Haltungsform zusammen. (Symbolbild)
Keystone
Der Bund und die Kantone haben 2025 fast 1200 Lebensmittel tierischen Ursprungs auf PFAS untersucht, sogenannte Ewigkeitschemikalien. Die Behörden stiessen mehrmals auf Werte oberhalb der Höchstgrenze.
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Keystone-SDA, Redaktion blue News
17.11.2025, 18:50
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Bund und Kantone fanden 2025 bei rund 1200 untersuchten tierischen Lebensmitteln in sieben Proben PFAS-Werte über den zulässigen Höchstwerten. Das entspricht 0,8 Prozent der Fleisch-, Fisch- und Eierproben.
Auch bei Milch und Milchprodukten wurden PFAS nachgewiesen, wobei drei Proben den EU-Richtwert vo 2 Prozent überschritten.
Trotz einzelner Überschreitungen halten die meisten Produkte die Grenzwerte ein, doch weitere Kontrollen sind geplant, da PFAS schwer abbaubar sind und ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Bei den Untersuchungen von 1200 Lebensmitteln wiesen fünf Proben von Rindfleisch sowie je eine von Eiern und Fisch PFAS-Konzentrationen über dem zulässigen Höchstwert auf. Das entspricht 0,8 Prozent der untersuchten Fleisch-, Fisch- und Eierproben in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Montag in einem gemeinsamen Communiqué mit dem Verband der Kantonschemiker mitteilte.
Zusätzlich untersuchten die Fachstellen knapp 300 Proben von Milch und Milchprodukten. Für diese gibt es keine gesetzlichen Höchstwerte. In allen Produkten fanden sich per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). Zwei Milchproben und eine Joghurtprobe überschritten den von der EU in einer Empfehlung festgelegten Richtwert. Das entspricht 2 Prozent.
Was sind PFAS?
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen sind eine Gruppe schwer abbaubarer Chemikalien, die seit Jahrzehnten industriell hergestellt werden. Sie lassen sich in der Nahrungskette nachweisen. Für Menschen bilden sie ein potenzielles Gesundheitsrisiko. Zu den PFAS gehören Perfluoroctansäure (PFOA), Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), Perfluornonansäure (PFNA), Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) und Tausende weitere Substanzen.
Bei den nicht konformen Proben ordneten die Kantonschemikerinnen und -chemiker Massnahmen an, damit die Werte eingehalten werden. Allgemein hielten BLV und Kantonschemikerverband fest, dass die Lebensmittel auf dem Schweizer Markt die geltenden Grenzwerte grösstenteils einhalten.
Die Art des Futter hat vermutlich Einfluss
Untersucht wurden beim Fleisch alle Sorten. Dabei wiesen Rind- und Schaffleisch sowie Wildbret eine höhere Belastung mit PFOS auf. Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) gehört zur PFAS-Gruppe. Die Aufsichtsorgane orten den möglichen Grund in der Fütterung vorrangig mit Gras und Heu. Hier seien weitere Abklärungen nötig.
Auch in den Eiern waren PFOS am häufigsten. Die Chemikalien gelangen vor allem durch Futter oder Wasser sowie kontaminierte Böden und Gras in die Eier. Dabei gibt es Hinweise auf die Hühnerhaltung: Je grösser der Auslauf, desto mehr PFAS.
Der Kantonschemikerverband kündigte weitere Kontrollen an. Aufgrund lokaler Belastungen rechnet er auch in Zukunft mit gewissen Höchstwertüberschreitungen.
Behörden erarbeiten neue Regeln im Umgang mit Ewigkeitschemikalien
PFAS sind schwer abbaubare Chemikalien, die über Jahrzehnte industriell genutzt wurden, z.B. in Löschschaum oder Regenjacken. PFAS können aus belastetem Boden oder Futtermittel in die Nahrungskette gelangen.