Anleger sollen vollen Durchblick erst später erhalten

ot, sda

21.7.2021 - 15:30

Kurs des Swiss Marketindex SMI an an der Börse. (Symbolbild)
KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Nach der Finanzkrise soll der Anlegerschutz durch Basisinformationsblätter verbessert werden. Investoren werden womöglich aber länger auf die Information warten müssen – das Finanzdepartement hat eine entsprechende Verlängerung beantragt.

ot, sda

21.7.2021 - 15:30

Die Basisinformationsblätter für Anleger zu komplexen Finanzprodukten sollen für Finanzdienstleister später zur Pflicht werden als ursprünglich geplant. Das Finanzdepartement hat dem Bundesrat eine Verlängerung der Übergangsfrist um ein halbes Jahr bis Anfang Juli 2022 beantragt.

Seit Anfang 2020 gelten neue Gesetze für Finanzdienstleister und Finanzinstitute. Auf diesem Weg will der Bundesrat nach der Finanzkrise von 2008 den Anlegerschutz verbessern. Viele Menschen hatten ihr Vermögen verloren, weil sie die Risiken von Finanzprodukten nicht kannten.

Übergangsfrist bis Juli 2022 beantragt

Abhilfe schaffen sollen nun sogenannte Basisinformationsblätter. Diese sollen es den Anlegern ermöglichen, die Produkte zu vergleichen und einen Entscheid zu treffen. Ein Basisinformationsblatt darf nicht mehr als drei Seiten umfassen und muss unter anderem Angaben zum Risikoprofil des Produkts enthalten.

Doch nun wird die Pflicht, diese Informationsblätter anzubieten, hinausgezögert: Das Finanzdepartement hat beim Bundesrat eine Verlängerung der Übergangsfrist bis Juli 2022 beantragt, wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde. 

Finanzdepartement will eine Gleichbehandlung erreichen

Grund für die Verschiebung ist ein späteres Inkrafttreten ähnlicher Vorgaben in der EU, wie das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) am Mittwoch mitteilte. Im Frühsommer hatte die EU-Kommission dem EU-Rat und dem EU-Parlament vorgeschlagen, die heute gängigen Dokumente sechs Monate später als ursprünglich geplant abzulösen.

Das Finanzdepartement will eine Gleichbehandlung erreichen und unverhältnismässigen Aufwand für die Betroffenen vermeiden, wie es in der Mitteilung heisst. Zudem sollen Anlegerinnen und Anleger nicht mit einer unterschiedlichen Praxis verwirrt werden.

Für eine Verlängerung der Übergangsfrist sind Anpassungen von Verordnungen nötig. Der Bundesrat soll darüber voraussichtlich im November 2021 entscheiden.