Kanada öffnet Grenze für Geimpfte +++ Deutschland vor Überangebot an Corona-Impfstoff  

Agenturen/red

19.7.2021

Agenturen/red

19.7.2021

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag innerhalb von 72 Stunden 1560 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG vier neue Todesfälle und 29 Spitaleinweisungen.

Mit einem Anteil von 77,6 Prozent aller neuen Ansteckungen ist die Delta-Variante die dominante Virus-Mutation. Am Montag vor einer Woche waren 822 neue Ansteckungen, zwei neue Todesfälle und acht Spitaleinweisungen gemeldet worden.

Ausweitung des Covid-Zertifikats gegen neue Massnahmen

Um bei weiterhin hohen Corona-Fallzahlen die Wiedereinführung von einschneidenden Massnahmen zu verhindern, könnte die Anwendung des Covid-Zertifikats ausgeweitet werden. Diese Überlegung stellt der Präsident der Eidgenössischen Impfkommission an. Ungeimpfte müssten sich dann häufiger testen lassen, wenn sie etwa an kleineren Veranstaltungen teilnehmen wollen.

Kritik: Regierung hört zu wenig auf Wissenschaft

Bundeskanzler Walter Thurnherr kommt in einer Bilanz zur Corona-Krise zu dem Schluss, in der Schweiz arbeiteten Regierung und Wissenschaft zu schlecht zusammen. «Der Austausch muss intensiver und institutionalisierter werden», sagte Thurnherr im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». In der Pandemie sei die Wissenschafts-Taskforce des Bundes erst am 30. März 2020 mandatiert worden – «das war eindeutig zu spät», so Thurnherr.

Die Schweizer Politik funktioniere «im Wesentlichen mehrheits-, nicht evidenzbasiert», sagte Thurnherr weiter. «Wir richten uns nach dem politischen Kompromiss aus, nach der Mehrheit. Die Wissenschaft lebt nach einem anderen Ansatz, denn dem Virus ist es grundsätzlich egal, ob jemand links oder rechts wählt», so Thurnherr. Die Politik habe bisher nur auf die Wissenschaft zurückgegriffen, wenn damit die eigenen Argumente gestützt wurden.

Ende der Corona-Regeln in England

Mit dem «Freedom Day» beendet England am heutigen Montag fast alle verbliebenen Corona-Massnahmen. Maskenpflicht und Abstandsregeln fallen weg, Nachtclubs dürfen öffnen, und für Veranstaltungen gibt es keine Begrenzungen mehr. Premierminister Boris Johnson appelliert stattdessen an den gesunden Menschenverstand.

Er selbst befindet sich zurzeit in Isolation, da sein Gesundheitsminister Sajid Javid an Covid-19 erkrankt ist. Die Regierung geht von deutlich steigenden Neuinfektionen, Spitaleinweisungen und Todesfällen im Zuge der Öffnung aus. Die anderen britischen Landesteile entscheiden selbst über ihre Gesundheitspolitik.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste im Überblick

  • Am Montagnachmittag hat sich das BAG in Bern mit Kuchen bei den Bürgern bedankt.
  • Das BAG meldet am Montag innert 72 Stunden 1560 neue Coronavirus-Ansteckungen bei 80'187 Tests. Im gleichen Zeitraum starben vier Personen an den Folgen von Covid-19, 29 wurden hospitalisiert.
  • Mit dem «Freedom Day» beendet England am heutigen Montag fast alle verbliebenen Corona-Massnahmen – trotz dramatisch steigender Infektionszahlen.
  • Zum Dank an die Impfwilligen in der Schweiz verteilt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) heute Kuchen an Passantinnen und Passanten auf dem Berner Bundesplatz.
  • In einem Impfzentrum im Südwesten Frankreichs hat es gebrannt. Das Feuer in Urrugne wurde vermutlich absichtlich gelegt.
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  • 21.01 Uhr
    US-Behörde warnt wegen Corona-Welle vor Reisen nach Grossbritannien

    Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt angesichts der starken Zunahme der Coronavirus-Infektionen in Grossbritannien vor Reisen in das Land. Der Reisehinweis wurde am Montag auf die Stufe vier von vier angehoben («Vermeiden Sie Reisen»). Angesichts der Infektionslage bestehe selbst für vollständig geimpfte Reisende das Risiko, sich zu infizieren und Varianten des Coronavirus weiterzuverbreiten, hiess es.

    Die CDC-Mitteilung kam just an dem Tag, an dem die Regierung in Grossbritannien fast alle verpflichtenden Corona-Massnahmen für den Landesteil England aufhob. Wegen der hochansteckenden Delta-Variante ist die Zahl der Infektionen dort zuletzt stark angestiegen. Fast täglich werden in Grossbritannien mehr als 50’000 neue Fälle registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 399 angegeben (Stand: 14. Juli) – sie ist damit fast so hoch wie zum Höhepunkt der zweiten Welle zum Jahreswechsel.

  • 20.43 Uhr
    Kanada öffnet Grenze für Corona-Geimpfte

    Nach mehr als einem Jahr weitgehender Einreisebeschränkungen öffnet Kanada seine Grenze für geimpfte US-Amerikaner. Ab dem 9. August werde US-Bürgern und Menschen mit Wohnsitz in den Vereinigten Staaten die Einreise erlaubt, sofern diese mindestens zwei Wochen zuvor vollständig gegen Covid-19 geimpft worden seien, teilte die kanadische Gesundheitsbehörde am Montag mit. Ab dem 7. September sollen auch alle Staatsbürger anderer Länder einreisen dürfen, sofern sie durch Vakzine vor der Krankheit geschützt sind. Besucher müssten dann zuvor auf einem Internetportal Reisedaten hinterlegen – eine Quarantäne soll jedoch nicht nötig werden.

    Die Impfkampagne in Kanada hatte zwar im Vergleich mit jener in den Vereinigten Staaten etwas schleppend begonnen, dann aber Fahrt aufgenommen. Etwa 69 Prozent der 38 Millionen Kanadierinnen und Kanadier haben bislang zumindest eine Dosis verabreicht bekommen, knapp 44 Prozent sind vollständig geimpft. Die Impfskepsis in Kanada scheint dabei niedriger als etwa in den USA zu sein. Die Grenzöffnung hatte Kanadas Premier Justin Trudeau angesichts der Fortschritte bereits vergangene Woche in Aussicht gestellt.

  • 20.15 Uhr
    Grossbritannien will im Herbst Impfnachweise für Nachtclubs verlangen

    Die britische Regierung will in England ab dem Herbst verpflichtende Corona-Impfnachweise für Nachtclubs und andere Grossveranstaltungen verlangen. «Manche der grössten Vergnügen und Möglichkeiten des Lebens werden zunehmend von Impfungen abhängig sein», sagte Premierminister Boris Johnson am Montag in London. Bis Ende September hätten alle Erwachsenen in Großbritannien die Möglichkeit, sich vollständig gegen Corona impfen zu lassen.

    Bis dahin sind jedoch für Clubs und andere Grossveranstaltungen, die seit Montag wieder öffnen beziehungsweise stattfinden dürfen, keine solchen Nachweise erforderlich. Nachtclubs werden lediglich dazu ermutigt, den sogenannten NHS Covid Pass beim Eintritt zu verlangen

  • 19.31 Uhr
    Britische Regierung: Impfung für Jugendliche nur bei Vorerkrankungen

    In Grossbritannien sollen Jugendliche nur unter bestimmten Bedingungen gegen Corona geimpft werden. Nach aktueller Datenlage gebe es keine generelle Impfempfehlung für unter 18-Jährige, erklärte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Montag in London.

    Die Regierung folgt damit der aktuellen Einschätzung der britischen Impfkommission. Jugendliche mit Vorerkrankungen wie etwa Autoimmunkrankheiten sollten der Empfehlung zufolge eine Corona-Impfung bekommen, genauso wie 12- bis 17-Jährige, die mit besonders gefährdeten Menschen in einem Haushalt leben. Die Einschätzung könne sich jedoch ändern, wenn mehr Daten aus laufenden Studien vorlägen, so die Regierung.

  • 19.22 Uhr
    Empörung über «gelben Stern» bei Protestaktionen in Frankreich

    Bei Demonstrationen gegen Corona-Massnahmen trugen Teilnehmer das Symbol, mit dem Nazis Juden zwangen, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Der Historiker Klarsfeld spricht von einem abscheulichen Vergleich, ein Holocaust-Überlebender von einer Schande.

    In Frankreich ist eine Diskussion darüber entbrannt, dass einige Teilnehmer bei Demonstrationen gegen Corona-Massnahmen der Regierung am Samstag den Davidstern getragen haben. Der Historiker und frühere Nazi-Jäger Serge Klarsfeld sagte am Montag der Nachrichtenagentur AP, dies sei ein abscheulicher Vergleich: «Der gelbe Stern war ein Symbol des Todes, das Juden von der Gesellschaft ausschloss und sie für Vernichtung kennzeichnete, während Impfstoffe Leben retten.»

  • 19.15 Uhr
    Deutschland steuert auf Überangebot an Corona-Impfstoff zu

    Stockende Terminvergaben wegen mangelndem Impfstoff – das ist noch gar nicht so lange her. Heute stehen Bund und Länder vor einem anderen Problem: Möglichst wenig Impfstoff soll verfallen.

    Die Verfügbarkeit an Impfstoffen werde die Nachfrage schon bald «deutlich» übersteigen, stellten die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern am Montag in einem Beschluss nach einer Videoschalte fest. Der Beschluss lag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. «Ein Rückgang der Nachfrage ist sowohl in den Impfzentren als auch in den Arztpraxen und bei den Betriebsärzten zu verzeichnen.»

    Für den Erfolg der Impfkampagne sei aber eine möglichst hohe Impfquote entscheidend. 46,4 Prozent der Menschen in Deutschland sind mittlerweile vollständig geimpft. 59,9 Prozent haben mindestens eine Dosis. «Bund und Länder werden ihre Bemühungen noch einmal verstärken, um gezielt diejenigen Menschen mit einem Impfangebot zu erreichen, die sich bisher nicht für eine Impfung entschieden haben», so die Gesundheitsministerkonferenz. Wie bereits angekündigt soll die laufende Impfkampagne verstärkt werden. Mobile Teams würden etwa auf Marktplätze, nahe Kirchen, Supermärkten, Einkaufshäusern sowie Kultur-, Sport- und Freizeitaktivitäten zusätzliche niedrigschwellige Angebote machen. Die Logistik rund um die Impfstofflieferungen soll flexibler werden.

    Eine Mitarbeiterin des Impfteams in Koblenz überprüft vor Beginn der Corona-Impfungen eine Spritze mit dem Impfstoff gegen Covid-19.
    Bild: dpa
  • 18.57 Uhr
    Komponist Webber sagt Start von Musical «Cinderella» ab – Coronafall

    Andrew Lloyd Webber hat den für diese Woche geplanten Start seines neuen Musicals «Cinderella» in London abgesagt. Grund sei ein positiver Coronavirus-Fall bei einem Statisten, der am vergangenen Wochenende festgestellt wurde, teilte der britische Komponist am Montag per Twitter mit. Er habe sich wegen der Regeln zur Selbstisolation für Kontaktpersonen in England zu der «herzzerreissenden Entscheidung» gezwungen gesehen, so Webber. Obwohl alle Kontaktpersonen innerhalb des Ensembles daraufhin negativ getestet worden seien, müssten sie nun in Selbstisolation.

    In England wurden am Montag fast alle Corona-Massnahmen aufgehoben. Webber und viele andere Theaterbetreiber im Londoner West End und darüber hinaus hatten diesen Tag sehnsüchtig herbeigesehnt. Für ihn sei der «Freedom Day» nun aber zum «Closure Day» (Tag der Schliessung) geworden, erklärte Webber. Die Entscheidung, die wegen des «groben Instruments» der Regierung in Form der Regeln zur Selbstisolation habe getroffen werden müsse, werde die «Leben und Lebensunterhalte» Hunderter Menschen betreffen und Tausende enttäuschen, die bereits Tickets für die Show gekauft hätten, so der Komponist weiter. Das Musical soll im Gillian Lynne Theatre gezeigt werden.

  • 18.05 Uhr
    Aktien geraten weltweit unter Druck – Corona-Sorgen belasten

    Am Schweizer Aktienmarkt stieg zum Wochenstart die Nervosität der Investoren, und die Kurse begaben sich auf Talfahrt. Der Leitindex SMI büsste trotz einer leichten Erholung gegen Handelsende – das Tagestief des SMI lag unter 11'800 Punkten – klar an Terrain ein. Dagegen zog die Volatilität deutlich an und notierte so hoch wie zuletzt vor rund zwei Monaten.

    Zum Handelsende verzeichnete der SMI ein Minus von 1,4 Prozent auf 11'862 Punkte. Auch andere europäische Bösen standen deutlich unter Druck. Der deutsche Dax büsste 2,6 Prozent ein und der FTSE in London 2,3 Prozent. In den USA lag der Leitindex Dow Jones Industrial bei Börsenschluss in Europa gut 2 Prozent im Minus.

    Auslöser für den Taucher war laut Händlern die Furcht der Investoren vor der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in vielen Ländern der Welt. Dazu komme das Dauerbrenner-Thema Inflation. Investoren zweifelten zudem zunehmend, ob die wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr noch anhalten werde oder nicht bereits den Zenit überschritten habe. Nun hoffen die Anleger, dass die Europäische Zentralbank an der Sitzung am kommenden Donnerstag klarmacht, dass die Geldpolitik weiterhin ultralocker bleibt.

  • 17.12 Uhr
    Auch Geimpfte müssen bei Ankunft auf Island Corona-Test vorlegen

    Bei der Einreise auf Island müssen künftig auch geimpfte und genesene Touristen einen negativen Corona-Test vorlegen. Wie die isländische Regierung am Montag mitteilte, wird die Massnahme zum Start der kommenden Woche in Kraft treten. Ab dann muss man einen PCR- oder Schnelltest vorlegen, der höchstens 72 Stunden alt ist.

    Grund dafür ist eine Zunahme der Neuinfektionen auf der Nordatlantik-Insel, die ansonsten vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen ist. Ohne Impfung muss man weiterhin einen maximal 72 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen und nach Ankunft zwei weitere Tests machen, zwischen denen eine fünftägige Quarantänezeit liegt.

  • 16.51 Uhr
    BAG verteilt Kuchen für Bevölkerung und Impfung für Spontane

    Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Montag auf dem Berner Bundesplatz Kuchen serviert. Es wollte sich damit bei den Geimpften bedanken und Spontanen die Möglichkeit geben, sich impfen zu lassen. Aus diesem Grund war auch ein Impftruck vorgefahren.

    Angeschnitten wurde der rosa Kuchen in Dreiviertel-Form von Virginie Masserey, Leiterin Infektionskontrolle beim BAG, Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, Pierre-Alain Schnegg, Gesundheitsdirektor des Kantons Bern und Gregor Kaczala, Impfchef des Kanton Bern.

    Die Dreiviertel-Form symbolisiert die rund zwei Drittel der Bevölkerung ab 16 Jahren, die mindestens eine Impfung erhalten haben. Damit sei das BAG zufrieden und das müsse gefeiert werden, sagte Mathys vor Ort. Trotzdem müsse die Zahl noch weiter steigen, sagte er. Die Impfbereitschaft sei zwar etwas zurück gegangen, das könne auch wegen der Ferien sein. Sie sei aber nicht auf null gesunken, die Leute wollten und würden sich noch impfen lassen.

    Vor Ort habe es auch die eine oder andere kritische Frage gegeben, sagte Mathys. Die Kritischen seien aber mit einem Stück Kuchen kaum zu gewinnen. Dafür brauche es Argumente und Fakten. Es sei aber auch nicht das Ziel gewesen, die Kritischen zu gewinnen. Mit dem Truck habe man eine niederschwellige Möglichkeit für eine Impfung bieten wollen. Das Angebot sei offenbar gut genutzt worden, sagte Mathys, es habe bereits am Morgen eine Warteschlange gegeben.

    Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewaeltigung und internationale Zusammenarbeit BAG, Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle BAG, Pierre Alain Schnegg, Regierungsrat Kanton Bern und Gregor Kaczala, Impfchef des Kanton Bern, von links, schneiden einen Kuchen an und verteilen ihn an Passanten, am Montag, 19. Juli 2021, auf dem Bundesplatz in Bern. Das BAG informiert dass die Impfkampagne voranschreite und zudem koennen sich Personen spontan gegen das Covid 19 impfen lassen. (KEYSTONE/Peter Schneider)
    Von links: Patrick Mathys, Virginie Masserey, Pierre Alain Schnegg und Gregor Kaczala in Bern.
    Bild: Keystone
  • 16.26 Uhr
    Edöb: Bevölkerung soll «Covid-Zertifikat Light» wählen

    Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (Edöb) empfiehlt der Bevölkerung, künftig bei Veranstaltungen das «Covid-Zertifikat Light» zu verwenden. Dieses kann mit der neusten Version der «Covid Certificate App» generiert werden und enthält keine Gesundheitsdaten.

    Im Zertifikat Light seien einzig jene Angaben enthalten, die zur Identifikation notwendig sind und eine elektronische Signatur enthalten, teilte der Edöb am Montag mit. Dadurch könne das Risiko eliminiert werden, dass Gesundheitsdaten wie etwa der verwendete Impfstoff unberechtigerweise ausgelesen werden.

    Ein solch unberechtigtes Auslesen könne passieren, wenn das Zertifikat beispielsweise beim Eingang zu einer Veranstaltung mit einer anderen als der vom Bund zur Verfügung gestellten App kontrolliert wird.

    Das «Zertifikat light» sei ebenfalls fälschungssicher, könne aber nur in der Schweiz verwendet werden und müsse jeweils nach 48 Stunden erneuert werden. Diese kurze Gültigkeitsdauer sei gewählt worden, damit keine Rückschlüsse darauf möglich seien, ob das Zertifikat basierend auf einem Test, einer Impfung oder einer Genesung ausgestellt wurde.

  • 16.02 Uhr
    Griechenland impft künftig Kinder ab zwölf Jahren

    In Griechenland sollen Eltern ihre Kinder bald ab dem Alter von zwölf Jahren impfen lassen können. Die Impfung sei jedoch nicht obligatorisch, sagte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Montag bei einem Besuch auf der Halbinsel Peloponnes. Die Regierung richte sich bei der Ausweitung auf Impfungen für Kinder strikt nach den Empfehlungen der griechischen Impfkommission, berichtete die griechische Tageszeitung «Kathimerini». Bisher dürfen sich die Menschen in Griechenland ab dem Alter von 16 impfen lassen.

    Griechenland treibt seine Impfkampagne seit Wochen verstärkt voran, unter anderem mit einer Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegesektor. Lassen sie sich nicht impfen, werden sie ohne Gehalt von ihrer Arbeit freigestellt.

    Auch beim Militär gibt es mittlerweile Impfpflicht. Ziel sei es, dass bis Anfang September mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung geimpft seien, heisst es seitens der Regierung. Die Delta-Variante habe Corona deutlich gefährlicher gemacht, lautet die Begründung. Auch gebe es Sorgen vor dem Herbst, wenn die Menschen sich wieder verstärkt in Innenräumen aufhalten.

  • 15.35 Uhr 
    Bund eröffnet Ausschreibung für Covid-19-Arzneimittel

    Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Montag in Zusammenarbeit mit Innosuisse die Ausschreibung zum eidgenössischen Programm zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Herstellung von Covid-19-Arzneimitteln lanciert. Zulässige Unternehmen, Hochschulen und Spitäler können ihre Projekte bis zum 16. August auf der Website von Innosuisse einreichen.

    Der Bundesrat beschloss am 19. Mai, ein Programm zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Herstellung von Covid-19-Arzneimitteln einzuführen, wie dass BAG am Montag mitteilte. Das Ziel ist, einen Beitrag zur sicheren und raschen Versorgung mit innovativen Covid-19-Arzneimitteln zu leisten. Diese Medikamente sollten spätestens bis Ende 2022 erhältlich sein.

    Das BAG arbeitet bei der Umsetzung des Programms mit Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, zusammen. Es entscheidet über die Finanzierungsbeiträge. Innosuisse ist im Auftrag des BAG für den technischen Teil zuständig und leitet den Expertenpool für die Evaluation der Projekte. Das BAG wird seine Entscheide Ende Oktober 2021 bekannt geben. Das Programm wird mit 50 Millionen Franken finanziert und ist bis Ende 2022 befristet.

  • 15.17 Uhr 
    Toyota verzichtet auf Olympia-Werbung

    Kurz vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Japan hat der Sponsor Toyota eine Werbekampagne mit Bezug auf das Sportereignis gestoppt. Toyota werde auch keine Vertreter zur Eröffnungszeremonie entsenden, sagte eine Sprecherin am Montag. Hauptgrund dafür sei, dass keine Zuschauer zugelassen sind. Die Mehrheit der Japaner ist einer Umfrage zufolge wegen der Corona-Pandemie dagegen, die Olympischen Spiele jetzt abzuhalten.

    Toyota hatte eine Kampagne mit dem Titel «Start Your Impossible» zu den Olympischen Spielen geplant. Die Sprecherin des Konzerns wollte nicht sagen, wann die Entscheidung fiel, darauf zu verzichten.

    Bei der Eröffnungszeremonie am Freitag werden japanischen Medien zufolge weniger als tausend offizielle Vertreter und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vertreten sein. Toyota sponsert die Spiele mit 500 Millionen Dollar (459 Millionen Franken) und ist damit einer der grössten Werbepartner. Insgesamt geben rund 60 Unternehmen rund 3,3 Milliarden Dollar.

    Am Wochenende waren die ersten Corona-Infektionen bei Sportlern festgestellt worden; insgesamt wurden mehr als 50 Coronafälle in Zusammenhang mit den Olympischen Spielen registriert. In einer Umfrage der Zeitung «Asahi Shimbun» sagten 55 Prozent der Befragten, sie seien gegen die Spiele in ihrem Land in diesem Sommer. 33 Prozent sagten, sie seien dafür.

    A staff member, right, scans an accreditation card information into a smartphone in a Toyota Motor Corp. Mirai fuel cell electric vehicle (FCEV) after using an smartphone app during a demonstration of the transport operation support system for the personnel at the Tokyo 2020 Games, in Tokyo, Thursday, July 1, 2021. (Kiyoshi Ota/Pool Photo via AP)
    A staff member, right, scans an accreditation card information into a smartphone in a Toyota Motor Corp. Mirai fuel cell electric vehicle (FCEV) after using an smartphone app during a demonstration of the transport operation support system for the personnel at the Tokyo 2020 Games, in Tokyo, Thursday, July 1, 2021. (Kiyoshi Ota/Pool Photo via AP)
    KEYSTONE
  • 14.22 Uhr
    Beschränkungen in Moskau werden zurückgenommen

    Trotz Tausender neuer Corona-Fälle nimmt die russische Hauptstadt Moskau Beschränkungen zurück. Seit Montag können in Europas grösster Metropole mit schätzungsweise 15 Millionen Einwohnern auch Ungeimpfte wieder in Bars und Restaurants gehen.

    Das war zuvor nur möglich mit einem negativen PCR-Test und für Menschen nach einer Impfung mit einem QR-Code. Gaststätten beschwerten sich über ausbleibende Kundschaft. In Parks im Zentrum sammelte sich regelmässig Müll an, weil dort viele etwa Fastfood verspeisten.

    Bürgermeister Sergej Sobjanin begründete die Lockerungen mit der besser werdende Corona-Lage in Moskau. Am Montag meldeten die Behörden 4000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Zuletzt waren es zu Spitzenzeiten mehr als 9000. 103 Menschen starben demnach mit dem Virus innerhalb von 24 Stunden. Landesweit wurden 764 Todesfälle gemeldet, ebenfalls weniger als zuletzt. Insgesamt gab es laut offizieller Statistik mehr als 24'600 Neuinfektionen.

    Russische Forscher haben im Kampf gegen die Pandemie mehrere Impfstoffe entwickelt. Viele Menschen in Russland sind skeptisch und lehnen eine Immunisierung ab. In mehreren Regionen gibt es eine Impfpflicht für Angestellte bestimmter Berufe. In Moskau bildeten sich zuletzt mitunter lange Warteschlangen vor den Impfstationen.

    epa09344431 A health worker escorts a Covid-19 patient to the hospital complex in the Kommunarka settlement in Moscow, Russia, 14 July 2021. Russia is facing a third wave of Covid-19 infections amid the ongoing coronavirus pandemic. EPA/MAXIM SHIPENKOV
    Eine Covid-Patientin wird Mitte Juli in ein Spital in Moskau gebracht. 
    Bild: Keystone
  • 13.30 Uhr
    BAG meldet 1560 neue Fälle über das Wochenende

    In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag innerhalb von 72 Stunden 1560 neue Coronavirus-Ansteckungen bei 80‘187 Tests gemeldet worden. Im gleichen Zeitraum registrierte das BAG vier neue Todesfälle und 29 Spitaleinweisungen.

    Mit einem Anteil von 77,6 Prozent aller neuen Ansteckungen ist die Delta-Variante die dominante Virus-Mutation. Am Montag vor einer Woche waren 822 neue Ansteckungen, zwei neue Todesfälle und acht Spitaleinweisungen gemeldet worden.

    Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen zwei Wochen 65,7 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,44.

    Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt zur Zeit 70,1 Prozent. 2,9 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten besetzt.

    Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 8'444'375 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Damit wurden 8'425'758 Dosen verabreicht. 43,27 Prozent sind bereits vollständig geimpft.

    Die Standortleiterin hält in einem Corona-Testcenter in Kassel einen Corona-Teststab.
    Corona-Test. (Symbolbild)
    Swen Pförtner/dpa
  • 12.55 Uhr 
    Ausweitung des Covid-Zertifikats gegen neue Massnahmen

    Um bei weiterhin hohen Corona-Fallzahlen die Wiedereinführung von einschneidenden Massnahmen zu verhindern, könnte die Anwendung des Covid-Zertifikats ausgeweitet werden. Diese Überlegung stellt der Präsident der Eidgenössischen Impfkommission an. Ungeimpfte müssten sich dann häufiger testen lassen, wenn sie etwa an kleineren Veranstaltungen teilnehmen wollen.

    Er könne sich vorstellen, dass das Covid-Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestete nicht mehr nur bei Grossveranstaltungen, sondern auch bei kleineren Veranstaltungen vorgewiesen werden muss, wenn die Zahlen «entsprechend hoch bleiben», sagte Christoph Berger am Montag im Schweizer Radio SRF sagte. Man könne das Zertifikat auch in Betrieben einsetzen. Dadurch könne dann das repetitive Testen ersetzt werden. Das sei ganz im Sinne des Arbeitgebers, glaubt Berger.

    Christoph Berger, Praesident Eidgenoessische Kommission für Impffragen EKIF, legt seine Maske ab, waehrend einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am Dienstag, 5. Januar 2021 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
    Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen EKIF bringt eine Ausweitung des Covid-Zertifikats ins Spiel, um eine Ausweitung von Massnahmen zu verhindern. (Archiv)
    Bild: Keystone

    Für die Ungeimpften kann dies aufwändig und teuer werden, wenn sie sich etwa vor jeder Veranstaltung testen lassen müssten. Er sehe das aber eher als Erleichterung für Geimpfte und nicht als Nachteil für Ungeimpfte, sagte Berger. «Diese Pandemie macht uns eine Einschränkung der Freiheiten und die Impfung ist ein Mittel, dass wir möglichst wenig andere Massnahmen brauchen», sagte Berger. Man müsse das in diesem Zusammenhang sehen. Wenn viele zur Impfung gehen, bräuchte es auch diese Überlegungen nicht mehr, sagte er.

  • 11.57 Uhr
    Zürcher 1.-August-Feiern mit reduziertem Programm

    Auch in diesem Jahr fällt die Bundesfeier wegen des Coronavirus vielerorts aus. Einige Gemeinden und Städte wollen sich den Anlass aber nicht noch einmal nehmen lassen. Trotz Pandemie stellen sie eine 1.-August-Feier auf die Beine, mit reduziertem Angebot und Sicherheitsmassnahmen wie einem Tanzverbot.

    Abgesagt wird die Feier zum zweiten Mal abzusagen etwa in Wald im Oberland. Mit den Corona-Vorschriften sei eine Veranstaltung «in würdigem Rahmen» nicht möglich, hiess es hier. Das unbeständige Wetter könnte eine Feier unter freiem Himmel zudem ohnehin verunmöglichen. Auch die Feier in Andelfingen im Weinland oder jene beim Schloss Hegi in Winterthur sind abgesagt, weil die Schutzmassnahmen zu aufwändig gewesen wären. 

    Andernorts, etwa in Winterthur Wülflingen wollen die Organisatoren nicht den ganzen Anlass streichen. Sie sagten zwar die Feier mit Reden und Musik ab, das Höhenfeuer wird aber angezündet. Auch Thalwil passtesich an: Nach einer Rede von Alt-National- und Ständerätin Vreni Spoerry (FDP) spielt dort die Harmonie Thalwil, allerdings «in einer Kleinformation». Das Blasorchester wird also mit deutlich weniger Musikerinnen und Musikern auftreten.

    Auch die Stadt Zürich will sich die Bundesfeier nicht ein zweites Mal nehmen lassen. Wie immer wird der Tag mit Kirchenglocken und Salutschüssen begonnen. Bei der Feier in der Stadthausanlage spricht dann Regierungsrätin Silvia Steiner (Mitte). Für einmal wird es jedoch keinen Umzug und kein Fest mit Musik geben.

    Keine abgespeckte Version war hingegen beim Rheinfall-Feuerwerk möglich, das «in normalen Jahren» jeweils am 31. Juli durchgeführt wird. Es musste erneut abgesagt werden, weil sich zu viele Besucherinnen und Besucher ans Schaffhauser und Zürcher Ufer und auf die Eisenbahnbrücke gedrängt hätten.

    Die Pandemie ist noch nicht ausgestanden. Sie macht Bundesfeiern auch in diesem Jahr schwierig. Viele Zürcher Gemeinden bieten deshalb eine
    Die Pandemie ist noch nicht ausgestanden. Sie macht Bundesfeiern auch in diesem Jahr schwierig. Viele Zürcher Gemeinden bieten deshalb eine «abgespeckte» Version an. (Archiv)
    Bild: Keystone
  • 11.22 Uhr
    Flughafen Zürich verzeichnet so viele Passagiere wie lange nicht

    Am vergangenen Wochenende bescherten die Sommerferien dem Flughafen Zürich so viele Passagiere wie schon lange nicht mehr: Je rund 56'000 Personen sind am Samstag und Sonntag über den Flughafen Zürich gereist. Diese Zahl der Passagiere entspricht  rund der Hälfte der Passagiere, die an Spitzentagen in den Sommerferien 2019 verzeichnet wurden, wie eine Sprecherin der Flughafen Zürich AG auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

    Im Vergleich zu den Sommerferien 2020, in denen das Reisen aufgrund der Corona-Pandemie noch stärker eingeschränkt war als dieses Jahr, hat das Passagieraufkommen aber deutlich zugenommen. An Spitzentagen in den Sommerferien 2020 wurden lediglich rund 32'000 Passagierinnen und Passagiere gezählt.

    Für die kommenden Tage rechnet der Flughafen Zürich mit 32'000 bis 42'000 Passagieren täglich, Samstag und Sonntag werden wieder jeweils rund 55'000 erwartet. Mit den Kantonen Zürich und Aargau sind am vergangenen Wochenende die letzten Kantone in die Schulsommerferien gestartet.

  • 11.12 Uhr
    Rekruten dürfen wieder in den Ausgang

    Ab dieser Woche dürfen die Rekrutinnen und Rekruten und Kader wieder einmal pro Woche in den Ausgang «ins zivile Umfeld». Auch die Fahrt nach Hause am Wochenende wird wieder gewährt. Der Ausgang ausserhalb der Waffenplätze werde allen Armee-Angehörigen der Rekrutenschulen gewährt, auch den Nicht-Geimpften, teilte die Armee am Montag mit. Von den Lockerungen ausgenommen seien nur positiv Getestete oder Personen, die sich in Isolation oder Quarantäne befänden.

    45 Prozent der Rekrutinnen, Rekruten und Kader der Sommer-RS hätten das freiwillige Angebot für eine Corona-Impfung angenommen, hiess es weiter. Ein weiteres Viertel habe sich schon vorher impfen lassen. Die zweite Dosis werden die Soldaten in der sechsten RS-Woche erhalten.

    Bis dahin werden alle Armeeangehörigen wöchentlich auf Covid-19 getestet. Ab der siebten RS-Woche gilt das nur noch für Personen, die weder geimpft noch genesen sind.

  • 10.43 Uhr
    Behörden verlängern Lockdown in Melbourne

    Wegen weiterhin steigender Infektionszahlen haben die australischen Behörden den Corona-Lockdown in der Metropole Melbourne verlängert. Anders als geplant würden die Restriktionen nicht am Dienstag um Mitternacht enden, sondern würden fortgesetzt, sagte der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, am Montag. Zur Dauer der Verlängerung äusserte er sich zunächst nicht.

    Als Reaktion auf einen Corona-Ausbruch hatten die Behörden in Melbourne ursprünglich einen fünftägigen Lockdown verhängt – in der Hoffnung, dass die Zahl der Neuinfektionen bis zum Ende der Beschränkungen wieder auf null zurückgehen würde. Dieses Ziel wurde nicht erreicht: Am Montag meldeten die Behörden im Bundesstaat Victoria 13 weitere Ansteckungsfälle.

    Auch die Millionen-Metropole Sydney befindet sich derzeit im Lockdown. Dort wurden am Montag 98 Neuinfektionen registriert. Insgesamt sind in Australien zwölf Millionen Menschen von Corona-Beschränkungen betroffen.

  • 9.55 Uhr
    Impfgegner randalieren auf Zypern

    Eine Demonstration gegen Corona-Massnahmen und -Impfungen ist am Sonntagabend auf Zypern eskaliert. Ein wütender Mob drang in die Räume des zyprischen Fernsehsenders Sigma ein und zerstörte das Mobiliar. Vor dem Medienhaus wurden Autos der Mitarbeiter des Senders angezündet, es flogen Steine und Brandsätze, mindestens zwölf Polizisten wurden verletzt, zwei von ihnen schwer, wie zyprische Medien am Montag berichteten. Bis zum Montagmorgen gab es fünf Festnahmen. Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades sprach von einem «Schlag gegen die Demokratie».

    Die Attacke auf den Sender fand am Abend während der Live-Übertragung der Nachrichtensendung statt. «Draussen brennt es und es sind Menschen ins Gebäude eingedrungen. Wenn die Polizei uns hört, bitte tun Sie etwas!», sagte der sichtlich schockierte und verängstigte Moderator.

    Rund 2000 Demonstranten waren am Nachmittag zunächst vor den Präsidialpalast in Nikosia gezogen und hatten den Rücktritt des Präsidenten gefordert. Am späten Abend gelangten sie dann vor das Medienhaus. Bei den Demonstranten handelt es sich Medienberichten zufolge um eine Mischung aus religiösen Eiferern und Impfgegnern, aber auch Randalierern aus der links- und rechtsextremen Szene.

    A Greek Orthodox priest speaks to demonstrators during a protest against government safety measures during the coronavirus pandemic, outside the presidential palace in Nicosia, Cyprus, Monday, July 18, 2021. (AP Photo/Petros Karadjias)
    Demonstranten am 18. Juli vor dem Präsidentenpalast in Nikosia. 
    Bild: Keystone
  • 9.25 Uhr
    BAG unterschätzte Bedeutung von Aerosolen

    Das Coronavirus wird vor allem auch durch sogenannte Aerosole über die Luft übertragen. Hierin sind sich die Wissenschaft und wichtige Behörden weltweit sehr einig. Dennoch heisst es auf der Website des BAG bis heute: «Eine Übertragung durch feinste Tröpfchen (Aerosole) über weitere Distanzen ist möglich, kommt aber nicht häufig vor.»

    Warum die Information auf der BAG-Website bislang nicht auf den neuesten Stand gebracht wurde, ist laut der NZZ nicht bekannt. Allerdings wolle das BAG den Zustand ändern: «Wir haben eine wissenschaftliche Neubegutachtung durchgeführt und die Anpassungen anderer Organisationen geprüft. Deshalb werden wir unsere Texte entsprechend anpassen», teilte das Amt gemäss der NZZ mit. 

    Gaeste verfolgen das Europameisterschaft Fussballspiel Wales gegen die Schweiz im Restaurant Spritzwerk, aufgenommen am Samstag, 12. Juni 2021 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)..
    Vor allem in Innenräumen können Aerosole zum grossen Problem werden: Gäste verfolgen das Europameisterschaft-Fussballspiel Wales gegen die Schweiz in einem Restaurant in Zürich. (Symbolbild)
    Bild: Keystone
  • 8.23 Uhr 
    BAG bedankt sich mit Kuchen für Impfbereitschaft 

    Im Zuge der Aktion «Mehr als ein halber Grund zum Feiern» serviert das Bundesamt für Gesundheit BAG heute ab 13:30 Uhr auf dem Bundesplatz Kuchen. Das BAG macht damit auf die Fortschritte der Impfkampagne aufmerksam. Bereits zwei von drei Erwachsenen ab 16 Jahre hätten bereits eine Impfung erhalten. Zugleich sollen weitere Personen zur Impfung bewegt werden: Ohne Voranmeldung kann man sich zwischen 10 und 16 Uhr im Impftruck des Kantons Bern impfen lassen. 

  • 7.53 Uhr
    Freiwillige sammeln in Myanmar Corona-Tote ein

    Wegen der rasch steigenden Zahl an Corona-Toten in Myanmar gehen Freiwillige dort von Haus zu Haus und holen die Leichname ab. «Wir betreiben unseren Dienst ohne Pause», sagte Helferin Than Than Soe der Nachrichtenagentur AFP in Yangon. Jeden Tag sammle ihr Team zwischen 30 und 40 Leichen ein. «Ich denke, anderen Teams wird es ähnlich gehen wie uns.»

    Die Corona-Fallzahlen in dem südostasiatischen Land steigen landesweit an. Die Behörden meldeten am Wochenende fast 5500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Anfang Mai waren es nur rund 50 neue Fälle pro Tag gewesen. Beobachter schätzen die tatsächliche Infektionsrate deutlich höher ein.

    Wegen eines seit Monaten andauernden Streiks aus Protest gegen den Putsch der Militärjunta im Februar sind die Spitäler wie leergefegt. Viele Patienten meiden die vom Militär betriebenen Spitäler aus Wut über die Machthaber und Furcht, mit der Junta in Verbindung gebracht zu werden.

    People wearing face masks wait while caskets with bodies are queued outside a crematorium at the Yay Way cemetery in Yangon, Myanmar, Wednesday July 14, 2021. The number of people dying in Myanmar's biggest city, Yangon, which is facing a coronavirus surge and a shortage of oxygen to treat patients, has been climbing so quickly that charity groups said Wednesday they are almost overwhelmed. (AP Photo)
    In Rangun, Myanmar, stehen Menschen mit dem Leichnam eines Covid-Opfers am 14. Juli vor einem Krematorium an. 
    Bild: Keystone
  • 7.05 Uhr 
    Kritik: Regierung hört zu wenig auf Wissenschaft

    Bundeskanzler Walter Thurnherr kommt in einer Bilanz zur Corona-Krise zu dem Schluss, in der Schweiz arbeiteten Regierung und Wissenschaft zu schlecht zusammen. «Der Austausch muss intensiver und institutionalisierter werden», sagte Thurnherr im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». In der Pandemie sei die Wissenschafts-Taskforce des Bundes erst am 30. März 2020 mandatiert worden – «das war eindeutig zu spät», so Thurnherr.

    Die Schweizer Politik funktioniere «im Wesentlichen mehrheits-, nicht evidenzbasiert», sagte Thurnherr weiter. «Wir richten uns nach dem politischen Kompromiss aus, nach der Mehrheit. Die Wissenschaft lebt nach einem anderen Ansatz, denn dem Virus ist es grundsätzlich egal, ob jemand links oder rechts wählt», so Thurnherr. Die Politik habe bisher nur auf die Wissenschaft zurückgegriffen, wenn damit die eigenen Argumente gestützt wurden.

    Dem wohl mächtigsten Beamten der Schweiz zufolge sind die Gräben hierzulande seit Beginn der Pandemie tiefer geworden. Auch die Debattenkultur habe gelitten, sagte er.

    Thurnherr warnte zudem vor der grossen Gefahr, dass «wir nach überstandener Krise nichts mehr von der Krise wissen wollen und so tun, als sei alles super gelaufen. So gut waren wir nämlich nicht, wir hätten auch einige Dinge besser machen können». Als Beispiele nannte Thurnherr eine bessere Vorbereitung: «Denken Sie nur an die Masken oder an die Datenaufbereitung zu Beginn der Krise.» Die Schweiz hätte ihm zufolge auch «früher reagieren können». Und: «Wir hätten beim Testen oder beim Impfen besser sein können. Wir hätten bei der zweiten Welle früher einschreiten können», sagte der Bundeskanzler.

    Bundeskanzler Walter Thurnherr. (Archivbild)
    Bild: Keystone/Peter Klaunzer
  • 5.30 Uhr
    Ende der Corona-Regeln in England

    Mit dem «Freedom Day» beendet England am heutigen Montag fast alle verbliebenen Corona-Massnahmen. Maskenpflicht und Abstandsregeln fallen weg, Nachtclubs dürfen öffnen, und für Veranstaltungen gibt es keine Begrenzungen mehr. Premierminister Boris Johnson appelliert stattdessen an den gesunden Menschenverstand.

    Er selbst befindet sich zurzeit in Isolation, da sein Gesundheitsminister Sajid Javid an Covid-19 erkrankt ist. Die Regierung geht von deutlich steigenden Neuinfektionen, Spitaleinweisungen und Todesfällen im Zuge der Öffnung aus. Die anderen britischen Landesteile entscheiden selbst über ihre Gesundheitspolitik.

    Experten zweifeln daran, ob der Schutz durch die Impfungen ausreichen wird, um einer grossen Infektionswelle standzuhalten. Dem Epidemiologen Neil Ferguson vom Imperial College in London zufolge ist es «beinahe unausweichlich», dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen die Marke von 100’000 bald überschreitet.

  • 5.15 Uhr
    Corona-Skeptiker wollen weiter politisch mitmischen

    Der «Blick» fragt auf seiner Titelseite «Wie viel Einfluss haben Corona-Skeptiker?». Die Demos werden kleiner, nicht aber der Aktivismus, schreibt die Zeitung. Die Bewegung wolle auch in Zukunft politisch mitmischen, denn die Wut und das Misstrauen gegen Politik und Wissenschaft werde nicht verfliegen. «Spätestens die Wahlen 2023 werden zum Knackpunkt», meint Politologe Claude Longchamp.

  • 4.47 Uhr
    Australien entzieht Kolumnistin nach Corona-Verstoss Visum

    Australien hat der rechtsgerichteten britischen Kolumnistin Katie Hopkins wegen eines mutmasslichen Verstosses gegen die Corona-Regeln ihr Visum entzogen. Hopkins hatte laut Berichten auf Instagram damit geprahlt, sie öffne Essenslieferanten die Tür zu ihrem Hotelzimmer ohne Maske. Hopkins war für die Teilnahme an einer Reality-TV-Show nach Sydney geflogen. Für die meisten Einreisenden gelten in Australien strenge Corona-Beschränkungen: Sie müssen 14 Tage in Quarantäne. «Sie ist eindeutig niemand, den wir auch nur eine Sekunde länger im Land behalten wollen als wir müssen», sagte die australische Innenministerin Karen Andrews dem öffentlich-rechtlichen Sender ABC. Dass Hopkins sich damit gebrüstet habe, die Quarantäne zu brechen, sei «entsetzlich». «Es war ein Schlag ins Gesicht all jener Australier, die sich derzeit im Lockdown befinden.»

    Um die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus einzudämmen, wurde in Australien für rund zwölf Millionen Menschen ein Lockdown verhängt. Canberra hat zudem die Zahl der Einreisen begrenzt. Zehntausende Australier sitzen deshalb im Ausland fest.

    Die britische Kolumnistin Hopkins ist seit Langem umstritten. Sie vertritt häufig rassistische sowie islam- und migrationsfeindliche Ansichten und spricht sich regelmässig gegen Corona-Beschränkungen aus.

  • 3.20 Uhr
    Slowakei verschärft Quarantänevorschriften weiter

    Die Regierung in Bratislava hat ihre schon bisher strengen Quarantänevorschriften für Einreisende weiter verschärft. Ab dem heutigen Montagmorgen dürfen nur noch vollständig gegen Covid-19 geimpfte Personen in das EU-Land einreisen, ohne eine Quarantäne antreten zu müssen.

  • 0.40 Uhr
    USA wegen steigender Fallzahlen besorgt

    Die wieder steigenden Corona-Fallzahlen in jedem US-Staat bereiten dem obersten Gesundheitsbeamten der Regierung grosse Sorge. Er sei beunruhigt über das, was den USA bevorstehe, sagte Dr. Vivek Murthy in einem am Wochenende ausgestrahlten Interview der CNN-Sendung «State of the Union». Fast alle Todesfälle in Verbindung mit dem Virus würden unter Millionen Menschen verzeichnet, die sich nicht hätten impfen lassen, obwohl Vakzine weithin verfügbar seien. «Wenn man geimpft ist, ist man sehr gut vor Klinikeinweisungen und Tod geschützt, leider trifft das nicht zu, wenn man nicht geimpft ist.»

    Die Zahl neuer Corona-Fälle stieg vergangene Woche erstmals seit dem Spätherbst 2020 landesweit um 17'000 in einem Zwei-Wochen-Zeitraum. Traditionell folgt auf eine Zunahme der Erkrankungen eine erhöhte Todesrate. Das Aufkommen der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus verschärfe das Problem, sagte Murthy.

    Zwar sei die Zahl der Neu-Infektionen und der Spitaleinweisungen noch immer weit unter dem Niveau der Hochphase der Pandemie zu Beginn des Jahres. Doch zeige die sich verschlimmernde Situation eine Notwendigkeit auf, mehr Bürger von Impfungen zu überzeugen. «Es ist unser schnellster, effektivster Weg aus dieser Pandemie.»

  • 0 Uhr
    Brand in Impfzentrum in Südwestfrankreich

    In einem Impfzentrum im Südwesten Frankreichs hat es gebrannt. Das Feuer in Urrugne wurde vermutlich absichtlich gelegt, berichtete der französische Sender «France Bleu» unter Verweis auf den zuständigen Staatsanwalt am Sonntag. Demnach stand ein Teil des Zeltes des Impfzentrums in der Nacht auf Sonntag in Flammen. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin verurteilte den Vorfall auf Twitter. Die Verantwortlichen müssten hart bestraft werden.

    Erst am Vortag war Frankreichs Premierminister Jean Castex in den Südwesten gereist und hatte ein Impfzentrum etwa 20 Kilometer vom späteren Brandort entfernt besucht. Dem Sender France Info zufolge hatte es bereits in der Nacht auf Samstag einen Anschlag auf ein Impfzentrum gegeben. Die Einrichtung im südöstlichen Lans-en-Vercors sei verwüstet worden.