«Nicht akzeptabel» Bundespräsident Guy Parmelin ungehalten über Vorgehen der EU

SDA

16.5.2026 - 17:43

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin ist «überrascht», dass die EU gleich zwei «heikle Fragen» innert kurzer Zeit auf den Tisch bringe, während das Vertragspaket im Parlament verhandelt werde.
Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin ist «überrascht», dass die EU gleich zwei «heikle Fragen» innert kurzer Zeit auf den Tisch bringe, während das Vertragspaket im Parlament verhandelt werde.
KEYSTONE/Urs Flueeler

Bundespräsident Guy Parmelin ist unzufrieden mit den beschlossenen Stahlzöllen der EU. In der «Samstagsrundschau» von Radio SRF bezeichnete der SVP-Bundesrat die verschärften Einfuhrregeln als «nicht akzeptabel».

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  • Bundespräsident Guy Parmelin kritisiert die neuen Stahlzölle der EU und nennt die verschärften Einfuhrregeln «nicht akzeptabel».
  • Er warnt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen davor, dass die Massnahmen wegen der engen Schweizer Einbindung in die Stahl-Lieferketten kontraproduktiv wirken könnten.
  • Zudem zeigt sich Parmelin überrascht über neue EU-Regeln zu Grenzgänger-Arbeitslosengeldern, die die Schweiz laut Seco jährlich bis zu 900 Millionen Franken kosten könnten.

Bundespräsident Guy Parmelin kritisiert die kürzlich von der Europäischen Union beschlossenen Stahlzölle deutlich. In der «Samstagsrundschau» von Radio SRF erklärte der SVP-Bundesrat, die verschärften Importbestimmungen seien «nicht akzeptabel».

Er habe die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor einem möglichen «Eigentor» gewarnt. Weil die Schweiz stark in die Stah-Lieferketten eingebunden sei – beispielsweise bei der Raumfahrt – könnten die Stahlzölle Parmelin zufolge kontraproduktiv sein.

Die EU plant, ab dem 1. Juli neue Stahlschutzmassnahmen einzuführen. Diese sehen unter anderem etwa halb so viele zollfreie Einfuhrmengen vor wie bis anhin – auch für Schweizer Produzenten. Der Bundesrat und die EU-Kommission müssten im Rahmen der Welthandelsorganisation neue Quoten verhandeln.

Parmelin «überrascht» über Vorgehen der EU

Weiter äusserte sich Parmelin zur neuen EU-Verordnung bezüglich der Arbeitslosengelder für Grenzgänger*innen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco schätzt die dadurch entstehenden Mehrkosten für die Schweiz auf jährlich bis zu 900 Millionen Franken.

«Ich kann nur sagen, das hilft nicht», so der Bundespräsident. Er sei «überrascht», dass die EU somit gleich zwei «heikle Fragen» innert kurzer Zeit auf den Tisch bringe, während das Vertragspaket im Parlament verhandelt werde. Er verwies auf den sogenannten Modus vivendi, den die Schweiz und die EU im Zusammenhang mit dem Vertragspaket aushandelten. Darin wurde vereinbart, dass mögliche Probleme während den Verhandlungen im Schweizer Parlament vermieden werden sollten, um den Ratifizierungsprozess nicht zu stören.

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