1442 Neuinfektionen +++ Zertifikatspflicht bleibt vorerst bestehen

Agenturen/red

20.10.2021

Eine Lockerung der Zertifikatspflicht ist für den Bundesrat vorerst noch kein Thema, er will aber den Zugang zum Covid-Zertifikat für Genesene erleichtern. Unterdessen meldet das BAG 1442 Neuinfektionen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Agenturen/red

20.10.2021

Der Bundesrat will Genesenen den Zugang zum Covid-Zertifikat erleichtern. Bisher für Genesene ausgestellte Zertifikate sollen nicht mehr ein halbes, sondern neu ein ganzes Jahr gelten. Diese und weitere Neuerungen werden aber nur im Inland gelten.

Konkret plant der Bundesrat, dass die bisher für Genesene ausgestellten Covid-Zertifikate statt 180 Tage neu 365 Tage gelten. Die verfügbaren Daten belegten eine ausreichende Schutzwirkung vor schweren Erkrankungen und Spitaleinweisungen, schreibt er dazu.



Zertifikat auch mit Antikörpertest

Da in der EU Zertifikate für Genesene mit wenigen Ausnahmen nur 180 Tage gültig sind, soll das auf ein Jahr verlängerte Zertifikat nur in der Schweiz benutzt werden können. Der Bundesrat plant mit dem von ihm zur Diskussion gestellten «Schweizer Covid-Zertifikat» aber noch weitere Öffnungen, wie er am Mittwoch mitteilte.

Wer von Covid-19 genesen ist, muss dies für ein Zertifikat heute mit einem PCR-Test belegen. Neu soll auch ein aktueller und positiver serologischer Antikörpertest zu einem Zertifikat führen. Dieser Test soll kosten, das so erhaltene Zertifikat neunzig Tage gültig sein, aber nur in der Schweiz.

Auch für Touristen plant der Bundesrat Erleichterungen. Ein nur in der Schweiz gültiges Zertifikat schlägt der Bundesrat auch für Personen vor, die mit einem nur von der WHO zugelassenen Impfstoff immunisiert sind. Zurzeit sind dies die chinesischen Impfstoffe Sinovac und Sinopharm. Doch das Zertifikat wäre nur dreissig Tage gültig. Der Bundesrat will so Wirtschaft und Tourismus unterstützen.



Zertifikat auch mit Impfstoffen aus China

Heute erhalten Touristen das in der Schweiz und in der EU gültige Zertifikat, wenn sie mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff geimpft sind. Das sind die in der Schweiz verwendeten Impfstoffe von Pfizer/Biontech, Moderna und Johnson&Johnson sowie Astrazeneca. Der russische Impfstoff Sputnik V ist in der EU noch in Prüfung.

Zugang zum maschinenlesbaren Schweizer Zertifikat sollen schliesslich auch Menschen haben, die sich aus medizinischen Gründen nicht gegen Covid-19 impfen lassen können. Für sie soll das Zertifikat ein Jahr lang gültig sein. Zugang zu Betrieben, Einrichtungen und Veranstaltungen haben diese Personen schon.

Die vom Bundesrat vorgeschlagene Öffnung des Zertifikats für weitere Personen sei in der jetzigen Phase der Pandemie vertretbar, sagte Gesundheitsminister Alain Berset in Bern vor den Medien. Es gehe um Personen mit einer «gewissen Immunität».

Mit den vorgeschlagenen Erleichterungen will der Bundesrat Anliegen des Parlaments aus der Herbstsession aufnehmen. Die Konsultation dazu läuft bis am 26. Oktober. Am 3. November will der Bundesrat definitiv entscheiden.

Keine Lockerung der Zertifikatspflicht

Eine Lockerung der Zertifikatspflicht, die von Parteivertreterinnen und —vertretern verschiedener Couleur verschiedentlich gefordert worden ist, ist für den Bundesrat noch kein Thema. Er diskutierte darüber, kam aber zum Schluss, dass die Risiken für das Gesundheitsweisen noch zu hoch seien, wie er mitteilte.

Der Bundesrat will Genesenen den Zugang zum Zertifikat erleichtern. (Archivbild)
Der Bundesrat will Genesenen den Zugang zum Zertifikat erleichtern. (Archivbild)
Bild: Keystone/Alessandro della Valle

«Das Merkmal dieser Pandemie ist die Ungewissheit», sagte Berset dazu. «Wir wissen nicht, was kommt.» Das Drei-Phasen-Modell sei noch immer gültig. In der geltenden Phase drei werde nur noch interveniert, wenn die Gefahr bestehe, dass das Gesundheitssystem überlastet werden könnte.

Der Bundesrat bleibt dabei, die Zertifikatspflicht unabhängig von der Durchimpfungsrate zu lockern. Er geht davon aus, dass in den nächsten Wochen die Fallzahlen nach dem Ferienende und vermehrten Zusammenkünften in Innenräumen wieder steigen dürften.

1442 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch innerhalb von 24 Stunden 1442 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG fünf neue Todesfälle und 34 Spitaleinweisungen.

Am Mittwoch vor einer Woche hatte das BAG 1048 neue Infektionen registriert. Zudem gab es elf neue Todesfälle sowie 36 Spitaleinweisungen.

Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen zwei Wochen 147,6 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,0.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze

  • Das BAG registriert 1442 Neuinfektionen bei 24'926 Tests. Fünf Personen starben an Covid-19, 34 wurden hospitalisiert. 
  • Die US-Regierung hat nach eigenen Angaben die nötigen Vorbereitungen für die Corona-Impfung von Kindern im Alter von fünf bis einschliesslich elf Jahren getroffen.
  • Deutschland meldet einen deutlichen Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen.
  • Britische Gesundheits-Experten fordern angesichts eines starken Anstiegs bei den Corona-Zahlen eine sofortige Einführung von Gegenmassnahmen.
  • Liveticker
    Neue Beiträge
  • Liveticker beendet
  • 21.42 Uhr
    Wir beenden den Live-Ticker am Mittwoch
  • 21.15 Uhr
    Ukraine verzeichnet nach Verhängung neuer Corona-Restriktionen Impfrekord

    Neue Corona-Restriktionen wegen steigender Infektions- und Opferzahlen haben in der Ukraine die Nachfrage nach Corona-Impfungen offenbar deutlich erhöht. Wie die Behörden mitteilten, wurden binnen 24 Stunden 226'587 Menschen gegen das Virus immunisiert — so viele wie noch nie seit Beginn der Impfkampagne in der Ukraine im Februar. In Online-Netzwerken verbreitete Bilder zeigten lange Warteschlangen vor den Impfzentren des Landes.

    Am Montag waren Corona-Restriktionen in einigen Gegenden im Osten und Süden des Landes in Kraft getreten, die derzeit besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sind. Am Dienstag wurde mit 538 Fällen die höchste Zahl an täglichen Corona-Toten in der Ukraine seit Pandemie-Beginn registriert. «Nur mit Massenimpfungen und der Einhaltung der Quarantäneregeln können wir eine weitere Zunahme der Infektionen verhindern», mahnte Gesundheitsminister Viktor Lyaschko.

    Nach anfänglichen Lieferverzögerungen sind in der Ukraine mittlerweile die Corona-Vakzine von Astrazeneca, Biontech/Pfizer und Moderna verfügbar. Nach Regierungsangaben sind bislang nur 19 Prozent der Erwachsenen im Land vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Der Fortschritt der Impfkampagne wurde auch durch gefälschte Impfzertifikate und PCR-Testergebnisse behindert.

    In dem 41-Millionen-Einwohner-Land wurden bislang mehr als 2,6 Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen. Mehr als 61'000 Infizierte starben seit Beginn der Pandemie in der Ukraine.

  • 20.44 Uhr
    Lettland geht erneut in Lockdown

    Lettland zieht die Notbremse — und geht erneut in den Lockdown: Angesichts rapide steigender Corona-Infektionszahlen fährt die Regierung in Riga das öffentliche Leben in dem baltischen EU-Land für vier Wochen stark zurück. Das Kabinett verhängte umfassende Beschränkungen und ein nächtliche Ausgangssperre zum 15. November. Damit sollen die Infektionsketten unterbrochen und die «furchtbare Überlastung» des Gesundheitswesens reduziert werden, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins nach der Regierungssitzung.

    Um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen, dürfen von 21. Oktober nur Geschäfte für den täglichen Bedarf offen bleiben. Auch Freizeit-, Kultur-, Unterhaltungs- und Sportstätten bleiben zu, gastronomische Betriebe dürfen nur noch ausser Haus verkaufen. Veranstaltungen und Versammlungen sind untersagt. Zudem dürfen die Bürger ihre Wohnung von 20.00 Uhr bis 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund verlassen. Für die meisten Arbeitnehmer gilt eine Homeoffice-Pflicht, der Schulbetrieb wird auf Fernunterricht umgestellt.

    In Lettland hat sich die Corona-Lage trotz neuer Beschränkungen zuletzt zugespitzt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Riga vom Mittwoch wurden in den letzten 14 Tagen 1400,8 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner registriert - ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Landesweit seien in mehreren Krankenhäusern die Intensivbetten zur Behandlung schwerkranker Corona-Patienten bereits vollständig belegt, sagte Gesundheitsminister Daniels Pavluts.

  • 20.03 Uhr
    Südafrika beginnt Corona-Impfung von Kindern ab 12 Jahren

    Südafrika hat als erstes afrikanisches Land südlich der Sahara begonnen, Kinder im Alter ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus zu impfen. Man wolle bis Januar 2022 mindestens 3,25 Millionen Mädchen und Jungen impfen, die Hälfte aller Kinder in der Altersgruppe, teilte das Gesundheitsministerium mit. Minderjährige erhalten in Südafrika zunächst nur eine Dosis des Präparats von Pfizer. Bislang sind rund 11 Millionen der knapp 60 Millionen Südafrikaner vollständig geimpft worden.

    Südafrika ist mit knapp drei Millionen gemeldeten Infektionen das von der Corona-Pandemie am schwersten betroffene Land des Kontinents. Insgesamt wurden in Afrika nach Angaben der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC gut 8,4 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 216'000 tödlich waren.

  • 19.36 Uhr
    Britischer Gesundheitsminister schliesst Rückkehr zu Corona-Massnahmen aus

    Trotz steigender Infektionszahlen plant die Regierung in London vorerst weiterhin keine Rückkehr der Corona-Massnahmen in England. Das sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid bei einer Pressekonferenz in London. Zuletzt wurden im Vereinigten Königreich bis zu knapp 50'000 tägliche Neuinfektionen registriert. Die Zahl der täglichen Spitaleinweisungen liegt bei fast 1000. Bei den Todesfällen wurde am Dienstag mit 223 gemeldeten Fällen ein Stand wie zuletzt im März erreicht.

    Die Zahl der täglichen Neuinfektionen könne sogar auf bis zu 100'000 steigen, warnte Javid. Trotzdem sei es «zum jetzigen Zeitpunkt» noch zu früh, um eine Rückkehr der im Juli abgeschafften Corona-Regeln im grössten Landesteil England zu rechtfertigen, so der Minister weiter.

    Zum sogenannten Plan B der britischen Regierung gehören Massnahmen wie verpflichtendes Maskentragen oder Nachweispflicht von Impfungen bei Grossveranstaltungen. Trotz Forderungen aus Medizin und Wissenschaft sei das entscheidende Kriterium eines unaushaltbaren Drucks auf den Nationalen Gesundheitsdienst NHS noch nicht erreicht, sagte Javid. Stattdessen sollten nun die Bemühungen verstärkt werden, so viele Menschen wie möglich zu impfen. Besonders bei Jugendlichen und älteren Menschen, die eine Auffrischungsimpfung erhalten sollen, stockt das britische Impfprogramm derzeit.

    Javid kündigte zudem die Einführung zweier neuer antiviraler Medikamente für die Behandlung von Covid-19 an. Die Präparate Ritonavir und Molnupiravir müssten aber erst noch von der britischen Arzneimittelbehörde MHRA zugelassen werden, so Javid.

    Die Corona-Massnahmen in Grossbritannien sind Sache der einzelnen Landesteile. Die Regierung in London ist daher nur für England zuständig. Dort liefen zum «Freedom Day» am 19. Juli fast alle Vorschriften zur Eindämmung des Virus aus. In Schottland, Wales und Nordirland gelten separate Regelungen.

  • 19.11 Uhr
    New York erlässt Impf-Pflicht für städtische Angestellte

    Die Millionenmetropole New York erlässt in der Corona-Pandemie eine Impfpflicht für ihre städtischen Angestellten. Bis zum 1. November müssten rund 160'000 betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter etwa Polizisten und Mitarbeiter von Behörden und der Feuerwehr, mindestens eine erste Impfdosis nachweisen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio mit. Wer das nicht tut, wird ohne Gehalt freigestellt, bis er eine Impfung nachweisen kann.

    Für rund die Hälfte der etwa 300'000 städtischen Angestellten, darunter Lehrer, besteht bereits seit einigen Wochen eine Impfpflicht. Von den restlichen nun betroffenen rund 160'000 Mitarbeitern sind städtischen Angaben zufolge rund 46'000 noch ungeimpft. Wenn sie bis zum 29. Oktober mindestens eine Impfdosis nachweisen, bekommen sie eine Prämie von 500 Dollar. Mehrere Verbände, beispielsweise die Gewerkschaft der Feuerwehr, haben Widerstand gegen die Verordnung angekündigt.

    Bereits im Juli hatte de Blasio angeordnet, dass alle städtischen Mitarbeiter sich entweder impfen lassen oder wöchentlich testen lassen müssen. Die Test-Option entfällt nun. Ausnahmen von der Impfpflicht aus religiösen oder medizinischen Gründen sollen aber nach Prüfung möglich sein. In anderen US-Städten gibt es bereits ähnliche Regelungen.

  • 18.18 Uhr
    Tschechien führt Maskenpflicht am Arbeitsplatz wieder ein

    Tschechien reagiert auf steigende Infektionszahlen mit einer Verschärfung der Corona-Regeln. Von kommender Woche an muss an allen Arbeitsplätzen in Innenräumen eine FFP2-Maske getragen werden, wie Gesundheitsminister Adam Vojtech nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind Angestellte, die allein im Büro sitzen. Über die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Klassenzimmern wurde sich die scheidende Regierung indes nicht einig.

    Die Gültigkeitsdauer von Antigen- und PCR-Tests wird auf einen beziehungsweise drei Tage verkürzt, um mehr Anreize fürs Impfen zu schaffen. «Das Testen ist keine Lösung», sagte Vojtech. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Tests bei Erwachsenen künftig nur noch auf ärztliche Empfehlung. Die Opposition, die bei der Parlamentswahl vor anderthalb Wochen eine Mehrheit erzielt hat, kündigte an, ein eigenes Corona-Beraterteam aufzustellen.

    Innerhalb von sieben Tagen steckten sich in Tschechien 117 Menschen je 100'000 Einwohner mit dem Coronavirus an. Innerhalb von 24 Stunden wurden 3246 Neuinfektionen registriert - so viele an einem Tag wie zuletzt Mitte April. Auch in der benachbarten Slowakei verschlechterte sich die Lage. Dort überstieg die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten inzwischen die Tausendermarke.

  • 18.05 Uhr
    Rund 70 Teilnehmende an Demonstration gegen Berset

    Geschätzt rund 70 Demonstrantinnen und Demonstranten haben in der Zürcher Innenstadt gegen die Covid-Zertifikatspflicht an den Hochschulen demonstriert. Anlass war eine Rede von Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset (SP) an der Universität Zürich.

    Zur Demo aufgerufen hatte das Komitee «Bildung für alle», das die Zertifikatspflicht an den Hochschulen rechtswidrig und diskriminierend findet. Auch die Organisation «Mass-Voll» machte bei der Demonstration mit, darunter Aushängeschild Nicolas A. Rimoldi.

    Ihr erklärtes Feindbild, Bundesrat Berset, hielt am Abend eine Rede am Schweizerischen Institut für Auslandforschung an der Universität Zürich. Thema war «Pandemie, Politik und Gesellschaft». Die Demonstration war bewilligt.

  • 17.34 Uhr
    Schwere Vorwürfe gegen Bolsonaro wegen Corona-Politik

    In Brasilien hat ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik schwere Vorwürfe gegen Präsident Jair Bolsonaro erhoben und eine Anklage empfohlen.

    Im Abschlussbericht, den Senator Renan Calheiros einreichte, werden Bolsonaro neun teilweise schwere Verbrechen während der Corona-Pandemie zu Last gelegt. Insgesamt sollen laut der Empfehlung weitere 65 Personen und Geschäftsleute sowie zwei Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden.

    Der Untersuchungsausschuss hatte auf dem Höhepunkt einer ausser Kontrolle geratenen Corona-Pandemie im April seine Arbeit aufgenommen, um die Handlungen und Unterlassungen der brasilianischen Regierung in der Pandemie zu beleuchten. Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Corona-Infektionen. Zuletzt überschritt das grösste Land in Lateinamerika die Marke von 600'000 Corona-Toten.

    Brazil's President Jair Bolsonaro attends a ceremony at the Ministry of Citizenship, in Brasilia, Brazil, Monday, Aug. 2, 2021. Bolsonaro once again mentioned in his speech the existence of fraud in the Brazilian electoral system. The electoral court has rebuffed his claims as baseless, saying the system is trustworthy and there are several means of checking results. (AP Photo/Eraldo Peres)
    Gegen Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro werden schwere Vorwürfe erhoben (Archivbild).
    KEYSTONE/(AP Photo/Eraldo Peres
  • 17.05 Uhr
    3G-Nachweis am Arbeitsplatz in Österreich ab 1. November Pflicht

    Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt in Österreich ab kommenden Monat die 3G-Regel an jedem Arbeitsplatz mit direktem Kontakt zu Kunden oder Kollegen. Ab 1. November müssten alle Betroffenen nachweisen, dass sie vollständig gegen Corona geimpft oder negativ auf das Virus getestet wurden oder unlängst von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind, verkündete Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA nach einer Kabinettssitzung in Wien.

    Allerdings gilt demnach bis zum 14. November eine Übergangsfrist. Arbeitnehmer ohne 3G-Nachweis müssten bis dahin eine FFP2-Maske tragen. Mückstein sprach laut APA von einem weiteren «Schutznetz gegen das Coronavirus». «Es kann nicht sein, dass man sich am Ort der Arbeit unter Umständen dem Risiko einer Corona-Infektion aussetzen muss», sagte er.

    Angestellte in Supermärkten sind den neuen Regeln zufolge ab dem 1. November bei einem 3G-Nachweis von der Maskenpflicht befreit. Supermarktkunden wie auch Mitarbeiter in Krankenhäusern und Heimen müssen hingegen unabhängig von einem 3G-Nachweis dort weiter eine Maske tragen.

  • 16.25 Uhr
    US-Regierung bereit für Impfung von Fünf- bis Elfjährigen

    Die US-Regierung hat nach eigenen Angaben die nötigen Vorbereitungen für die Corona-Impfung von Kindern im Alter von fünf bis einschliesslich elf Jahren getroffen.

    Mit den Impfungen solle begonnen werden, sobald in den kommenden Wochen die Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer für diese Altersgruppe vorliege, sagte der Corona-Koordinator des Weissen Hauses, Jeff Zients. Es gehe dabei um rund 28 Millionen Kinder in den USA.

    Ein Gremium der Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA soll am kommenden Dienstag über eine mögliche Zulassung beraten, die Experten der Gesundheitsbehörde CDC in der Folgewoche. Damit könnte die Impfung der Kinder dieser Altersgruppe womöglich schon im kommenden Monat beginnen. Die Fünf- bis Elfjährigen bekämen im Fall der Zulassung einen spezifischen Impfstoff, der unter anderem eine geringere Dosis des Wirkstoffs aufweist als jener für Ältere.

    Die Regierung werde innerhalb weniger Tage nach der Zulassung 15 Millionen Dosen Impfstoff an Kinderärzte, Kliniken und Apotheken ausliefern, um die Impfkampagne zu starten, erklärte das Weisse Haus. Auch das nötige Zubehör, etwa kleinere Spritzen, würden direkt mit ausgeliefert. Der Impfstoff könne bis zu zehn Wochen bei normaler Kühlschranktemperatur gelagert werden, hiess es. Zients betonte: «Wir werden genügend Nachschub haben.»

    Der Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer ist in den USA bereits für Kinder ab zwölf Jahren und für Erwachsene zugelassen. Die Wirkstoffe von Moderna sowie von Johnson & Johnson sind bislang nur für den Einsatz bei Erwachsenen zugelassen.

    Laut Biontech und Pfizer ist die Impfung von Kindern zwischen fünf und elf Jahren mit ihrem Corona-Impfstoff unbedenklich.
    Die US-Regierung bereitet sich auf die Impfung von Kindern zwischen 5 und 11 vor (Symbolbild).
    Fabian Sommer/dpa
  • 15.53 Uhr
    Putin ordnet wegen hoher Fallzahlen arbeitsfreie Tage an

    Angesichts dramatisch hoher Corona-Infektionszahlen hat Russlands Präsident Wladimir Putin ab Ende Oktober eine arbeitsfreie Woche in seinem Land angeordnet.

    Bei einer live im Staatsfernsehen übertragenen Videoschalte stimmte Putin am Mittwoch einem entsprechenden Vorschlag von Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa zu. Vom 30. Oktober bis zum 7. November sollen Arbeitnehmer in ganz Russland demnach zuhause bleiben, ihren Lohn aber weitergezahlt bekommen. Regionen, in denen die Lage besonders schlimm ist, können den Zeitraum demnach auch erweitern.

    Mit arbeitsfreien Tagen hatte Putin bereits zu Beginn der Pandemie versucht, die Corona-Situation in den Griff zu bekommen. Besonders aus der Wirtschaft kam Kritik, dass die Krise auf ihrem Rücken ausgetragen werde.

    Russland hat in den vergangenen Wochen immer neue Höchstwerte bei den Corona-Zahlen verzeichnet. Am Mittwoch wies die Statistik 1028 Corona-Tote binnen 24 Stunden aus – so viele wie noch nie zuvor. Im selben Zeitraum wurden mehr als 34 000 Neuinfektionen gezählt.

    Russian President Vladimir Putin speaks via video conference at a summit of the Eurasian Economic Union where pandemic's economic effect, gas and oil markets and climate change issues in St. Petersburg, Russia, Thursday, Oct. 14, 2021. (Alexei Druzhinin, Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)
    Russlands Präsident Wladimir Putin ordnet arbeitsfreie Tage an, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Zugleich beklagt er die «leider bislang nicht hohe» Impfquote im Land. (Archiv)
    Bild: Keystone
  • 14.57 Uhr
    «Explosion» der Pandemie in Polen befürchtet

    Polens Gesundheitsminister Adam Niedzielski hat vor einer «eigentümlichen Explosion» der Corona-Pandemie in seinem Land gewarnt. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden habe sich am Mittwoch im Vergleich zur Woche davor um hundert Prozent gesteigert, am Dienstag habe der Wert bei 85 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gelegen, sagte Niedzielski in Warschau.

    Demnach verdoppelt sich die Zahl der Neuinfektionen von Woche zu Woche. «Wenn diese Situation anhält, durchbricht sie alle Prognosen, die uns bislang vorliege», so Niedzielski. Nach Angaben des Gesundheitministeriums von Mittwoch gab es 5559 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, im gleichen Zeitraum starben 75 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

    Niedzielski sagte weiter, ein Drittel der Neuerkrankungen seien in den Woiwodschaften Lublin und Podlachien im Osten und Südosten des Landes registriert worden. Er führte dies darauf zurück, dass diese Regionen von zurückliegenden Wellen der Pandemie weniger stark betroffen waren.

    epa08747657 A Polish medical staff works at the COVID-19 testing lab in Warsaw, Poland, 15 October 2020. The number of confirmed coronavirus cases in Poland has increased since 14 October by 8,099 new infections, and reached 149,903, the Polish Ministry of Health said on 15 October morning. EPA/Piotr Nowak POLAND OUT
    Testzentrum in Warschau, Polen. (Archiv)
    Bild: Keystone
  • 14.04 Uhr
    Österreich führt 3-G-Regel am Arbeitsplatz ein

    Am 1. November tritt in Österreich die 3-G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft. Ab diesem Tag müssen Beschäftigte nachweisen können, dass sie geimpft, regelmässig getestet oder von Covid-19 genesen sind, wie die Regierung am Mittwoch bekannt gab.

    Dies gilt nicht für Menschen, die keinen Kontakt zu Kolleginnen oder Kollegen haben – zum Beispiel Lkw-Fahrer.

    Gesundheitsbehörden sollen die Einhaltung der neuen Regel mit Stichproben überprüfen. Bei fehlenden 3-G-Nachweisen drohen Verwaltungsstrafen von 500 Euro für Arbeitnehmer und 3600 Euro für Arbeitgeber, sagte Arbeitsminister Martin Kocher von der konservativen ÖVP. Er hoffe jedoch, dass mit innerbetrieblichen Vereinbarungen sowie mit der Möglichkeit von Homeoffice für Menschen ohne Corona-Nachweis solche Strafen verhindert werden können, sagte er nach einer Regierungssitzung.

    Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sprach von einem weiteren Schutzmechanismus gegen das Coronavirus. «Es kann nicht sein, dass man sich am Ort der Arbeit unter Umständen dem Risiko einer Corona-Infektion aussetzen muss», sagte er. Die neue Regelung soll in den kommenden Tagen als Verordnung veröffentlicht werden.

  • 13.35 Uhr
    Das BAG meldet 1442 neue Fälle und 5 Tote

    In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Mittwoch 1442 neue Coronavirus-Ansteckungen bei 24'926Tests gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG fünf neue Todesfälle und 34 Spitaleinweisungen.

    Am Mittwoch vor einer Woche hatte das BAG 1048 neue Infektionen registriert. Zudem gab es elf neue Todesfälle sowie 36 Spitaleinweisungen.

    Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen zwei Wochen 147,6 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,0.

    Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt zurzeit 71,6 Prozent. 12,8 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten belegt.

  • 12.55 Uhr
    Infektion mit «Delta Plus» in Israel nachgewiesen

    In Israel ist eine Infektion mit einer neuen Unterart der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden, die bereits in mehreren europäischen Ländern aufgetreten ist. «Die Variante AY 4.2, die in einer Reihe von Ländern in Europa entdeckt wurde, wurde in Israel identifiziert», teilte das israelische Gesundheitsministerium am späten Dienstagabend mit. Bei dem Infizierten handelte es sich demnach um einen elfjährigen Jungen, der aus Europa eingereist war.

    Die Infektion wurde den Angaben zufolge bereits bei der Ankunft des Jungen auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv festgestellt. Der Junge sei unter Quarantäne gestellt worden.

    Die Unterart AY 4.2 wurde bereits mehrfach in Grossbritannien nachgewiesen. Der Biologe François Balloux vom University College London sagte der Nachrichtenagentur AFP, diese Untervariante sei selten und scheine nicht genauso ansteckend zu sein wie andere Unterarten des Coronavirus.

  • 12.08 Uhr
    Nationalrats-Kommission fordert konkreten Ausstiegsplan

    Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) verlangt vom Bundesrat verbindliche Ausstiegsszenarien für eine schrittweise Aufhebung der Corona-Beschränkungen. Die aktuell präsentierten Perspektiven seien zu vage.

    Die Kommission habe die Antwort des Bundesrats auf ihr Schreiben zur Kenntnis genommen, heisst es in der Mitteilung der Parlamentsdienste vom Mittwoch. Zufrieden damit sei eine Mehrheit aber nicht. Mit 17 zu 7 Stimmen bei einer Enthaltung habe sie deshalb beschlossen, den Bundesrat mit konkreten Ausstiegsszenarien zu beauftragen.

    Die Kommission wird sich nach eigenen Angaben im November erneut mit dem Thema befassen. Falls der Bundesrat bis dahin keine Strategie präsentiert hat, will die WAK-N die Zweckmässigkeit eines Mitberichts zuhanden der Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) über eine entsprechende Änderung des Covid-19-Gesetzes prüfen.

    Das fehlende verbindliche Ausstiegsszenario war in den vergangenen Wochen insbesondere von Wirtschaftsverbänden kritisiert worden. Der Bundesrat müsse eine konkrete Impfquote definieren und nach deren Erreichen alle Einschränkungen aufheben, teilte beispielsweise Economiesuisse mit.

  • 11.55 Uhr 
    Wieder mehr Covid-Patienten in Berner Spitälern

    Die Zahl der Covid-Patienten in Berner Spitälern ist leicht angestiegen. Am Mittwoch waren 41 Covid-Kranke hospitalisiert gegenüber 35 vor Wochenfrist. Das geht aus der Statistik hervor, die der Kanton jeweils am Mittwoch aktualisiert. 31 der 41 Betroffenen sind ungeimpft.

    Auf der Intensivstation lagen am Mittwoch noch elf Covid-Kranke, zwei weniger als vor einer Woche. Acht von ihnen waren auf künstliche Beatmung angewiesen.

    Die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Berner Spitälern nimmt weiter ab. (Archivbild von Dezember 2020 in Zürich)
    Die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Berner Spitälern nimmt wieder zu. (Archiv)
    Bild: Keystone
  • 11.42 Uhr 
    Australien erreicht Impfquote von 70 Prozent

    Australien hat einen Impf-Meilenstein erreicht: Seit Mittwoch sind mehr als 70 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahre vollständig gegen das Coronavirus geimpft. «Um genau zu sein, sind es 70,007 Prozent der Australier. Das ist eine beachtliche Zahl», sagte Gesundheitsminister Greg Hunt. «Das ermöglicht es uns zu überlegen, was wir sonst noch tun können, um hier in Australien zu einer Art von Covid-Normalität zurückzukehren», erklärte der Gesundheitsberater der Regierung, Paul Kelly.

    Die Regierung hatte zuletzt angekündigt, mit dem Fortschreiten der Impfungen auch schrittweise wieder die internationalen Grenzen des Landes öffnen zu wollen, die seit März 2020 geschlossen sind. Zunächst sollen vollständig geimpfte australische Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in Australien wieder freier reisen dürfen. Wann Touristen wieder nach Down Under dürfen, ist noch unklar.

    Die Behörden hatten das Land vor rund eineinhalb Jahren weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet. Seither konnten viele Australier nicht mehr in die Heimat reisen, weil die Kosten für Flüge und Quarantäne extrem hoch und die Genehmigungen schwer zu bekommen waren. Umgekehrt sitzen die rund 25 Millionen Einwohner Australiens weitgehend im Land fest.

    Mitglieder der indigenen Gemeinde erhalten eine Covid-19-Impfung in einer Pop-up-Impfklinik in Australien.
    Mitglieder der indigenen Gemeinde erhalten eine Covid-19-Impfung in einer Pop-up-Impfklinik in Australien. (Symbolbild)
    Bild: dpa
  • 11.27 Uhr 
    Basler Grosser Rat führt eine Zertifikatspflicht light ein

    Der Basler Grosse Rat hat am Mittwoch als erstes Kantonsparlament eine Zertifikatspflicht eingeführt. Die Gesetzesbestimmung richtet sich nach dem Vorbild der Bundesversammlung, die nicht zertifizierten Ratsmitgliedern den Zutritt mit Maske dennoch erlaubt.

    Das Kantonsparlament tagte nach einer längeren Zeit im Exil im Basler Kongresszentrum erstmals wieder im Rathaus. Wegen der pandemischen Lage war die Bewegungsfreiheit der Ratsmitglieder stark eingeschränkt. Mit der Zertifikatspflicht kann diese gemäss Ratsbüro wieder ausgedehnt und die Maskentragpflicht aufgehoben werden.

    Der Rat stimmte der vom Ratsbüro vorgelegten und als dringlich deklarierten Gesetzesänderung mit dem notwendigen Zweidrittelsmehr von 84 zu 9 Stimmen bei 3 Enthaltungen zu.

  • 11 Uhr
    Zahl der Tests im Kanton Zürich geht um ein Drittel zurück

    Seit die Corona-Tests kosten, lassen sich viel weniger ungeimpfte Zürcherinnen und Zürcher testen. Seit dem 11. Oktober ging die Zahl der Tests um ein Drittel zurück.

    In der Woche bevor die Tests kostenpflichtig wurden, zählte die Gesundheitsdirektion noch 36'526 Corona-Tests. Dann sank die Zahl innerhalb von einer Woche deutlich, um ein Drittel auf noch 24'537 Tests. Die Zahlen werden im Kanton Zürich nur wöchentlich erhoben.

    Einen neuen Impfboom lösten die kostenpflichtigen Tests jedoch nicht aus. Die Zahl der mindestens einmal geimpften Personen steigt zwar im Kanton Zürich von Tag zu Tag, aber nur in Tausenderschrittchen.

    Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass momentan noch Herbstferien sind. Möglicherweise steigt die Zahl der Impfwilligen nach den Ferien wieder. Aktuell sind 61 Prozent der Gesamtbevölkerung im Kanton Zürich vollständig geimpft. Bei den Erwachsenen beträgt die Impfquote 72 Prozent.

    Seit die Tests kosten, lassen sich viel weniger Zürcherinnen und Zürcher auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen. Einen neuen Impfboom löste das jedoch nicht aus. (Archivbild)
    Seit die Tests kosten, lassen sich viel weniger Zürcherinnen und Zürcher auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen. Einen neuen Impfboom löste das jedoch nicht aus. (Archiv)
    Bild: Keystone
  • 10.15 Uhr 
    Britische Mediziner fordern Rückkehr zu Corona-Massnahmen

    Vertreter des britischen Gesundheitsdienstes haben nach einem starken Anstieg der Corona-Zahlen eine sofortige Einführung von Gegenmassnahmen gefordert. «Die Regierung sollte nicht nur ankündigen, dass wir auf Plan B setzen, sondern es sollte Plan B Plus sein», sagte Matthew Taylor, der Chef des Mitgliederverbands National Health Service Confederation, dem «Guardian» zufolge.

    Der von der Regierung vor einigen Wochen vorgestellte Plan B sieht eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in Innenräumen sowie den Ratschlag, von zu Hause zu arbeiten, vor. Ausserdem könnten Impfnachweise bei grösseren Veranstaltungen eingeführt werden. Der bislang verfolgte Plan A sieht vor, sich lediglich auf die Wirkung der Impfungen zu verlassen. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig immunisiert.

    «Wir stehen auf Messers Schneide – und es ist Mitte Oktober. Wir bräuchten riesiges Glück, um uns in den nächsten drei Monaten nicht in einer ernsthaften Krise wiederzufinden», sagte Taylor. Die Bürgerinnen und Bürger sollten über die Plan-B-Massnahmen hinaus aufgerufen werden, riskantes Verhalten im Blick auf Corona möglichst zu vermeiden. Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng schloss am Mittwochmorgen bei Sky News einen weiteren Corona-Lockdown aus. Die Regierung sei bislang nicht der Meinung, dass es «Zeit für Plan B» sei, fügte er in einem BBC-Interview hinzu.

    Ambulance crews transport a patients into City Hospital in Birmingham, England, Tuesday, Jan. 12, 2021. Birminham is one of several areas with the highest-growing coronavirus numbers. (Jacob King/PA via AP)
    Sanitäter bringen in Birmingham einen Patienten ins Spital: Die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle ist in Grossbritannien mit 223 Fällen am 19. Oktober 2021 auf den höchsten Stand seit März gestiegen. (Symbolbild)
    Bild: Keystone
  • 8.55 Uhr 
    Starker Anstieg der Corona-Zahlen in Deutschland

    Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist wieder deutlich gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöhte sich am Mittwoch laut Robert Koch-Institut (RKI) auf 80,4, nach 75,1 am Vortag. Sie stieg damit den siebten Tag in Folge.

    Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 17'015 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:52 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11‘903 Ansteckungen gelegen.

    Corona-Update: RKI-Lagebericht vom 20. Oktober

    Corona-Update: RKI-Lagebericht vom 20. Oktober

    Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am siebten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100‘000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 80,4 an.

    20.10.2021

    Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 92 Todesfälle verzeichnet. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4‘401‘631 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

    Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100‘000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Dienstag mit 2,13 (Montag 1,92) an. 

  • 8.31 Uhr
    «Delta Plus» breitet sich in Grossbritannien aus

    Die britische Regierung beobachtet eine neue Unterart der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Wie ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Dienstag sagte, beobachte die Regierung die AY.4.2-Variante «sehr genau». Noch sei unklar, ob sich die neue Unterart schneller verbreitet. Die Regierung werde aber «nicht zögern, Massnahmen zu ergreifen, wenn es nötig ist». Die Untervariante trat bislang ausserhalb Grossbritanniens nur vereinzelt in den USA und Dänemark auf.

    Unterdessen haben die Infektionszahlen in Grossbritannien stark zugenommen. Am Montag wurden fast 50'000 neue Fälle registriert – ein Höchstwert in Europa. Als Gründe für den Anstieg führen Wissenschaftler die niedrige Impfquote bei Jugendlichen sowie den nachlassenden Impfschutz bei Älteren an. Die Forscher schlugen deshalb vor, einige Schutzmassnahmen wie das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen in geschlossenen Räumen wieder einzuführen. Die Regierung hatte diese im Juli aufgehoben.

    Der Direktor des Instituts für Genetik am University College London, François Balloux, geht davon aus, dass die neue Untervariante des Virus «nicht die Ursache für den jüngsten Anstieg der Zahl der Fälle» sei. Dafür hält er die derzeitige Verbreitung der AY.4.2-Variante für zu gering. Die Situation sei auch nicht dem «Auftauchen der Alpha- und Delta-Stämme vergleichbar, die viel übertragbarer waren (50 Prozent oder mehr) als alle anderen Stämme, die damals im Umlauf waren».

    AVIS --- ZUR GENOMSEQUENZIERUNG VON CORONAVIREN, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES BILD ZUR VERFUEGUNG. WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone-sda.ch --- Ein Labormitarbeiter bereitet im Functional Genomics Center (FGCZ) der Universitaet und ETH Zuerich SARS-CoV2-Proben zur Genomsequenzierung vor, fotografiert am 15. Juni 2021. Mithilfe sogenannter Genomic Surveillance (Genomueberwachung) koennen die verschiedenen Varianten des Coronavirus und deren Auswirkungen ausfindig gemacht werden. (KEYSTONE/Christian Beutler)
    Genomsequenzierung von Coronaviren an der Universität Zürich: In Grossbritannien wird eine Unterart der Delta-Variante des Virus beobachtet.
    Bild: Keystone
  • 6.30 Uhr
    Kommt Zertifikatspflicht in Schweizer Skigebieten

    Der Bundesrat dürfte sich an seiner Sitzung heute mit der Zertifikatspflicht bei den Bergbahnen für die kommende Skisaison befassen. Gestern war der Verband der Seilbahnen Schweiz mit der Meldung vorgeprescht, die Bergbahnen hätten sich mit dem Bund und den Kantonen darauf verständigt, dass in den Schweizer Skigebieten in der Wintersaison keine generelle Covid-Zertifikatspflicht mehr gelte.

    Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zeigte sich über diese Information irritiert. Das letzte Wort in dieser Frage habe die Landesregierung. Das BAG verwies darauf, dass die Corona-Lage angespannt bleibe und der epidemiologische Trend ungünstig sei. Die Fallzahlen stiegen bereits wieder.

    ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS ES KEINE GENERELLE ZERTIFIKATSPFLICHT IN SKIGEBIETEN GEBEN WIRD, AM DIENSTAG, 19. OKTOBER 2021 - Skifahrer mit Atemschutzmaske fahren mit einem Sessellift in Bosco Gurin, am Donnerstag, 07. Januar 2021. Der Bund hat zur Eindaemmung des Virus die Schliessung der Restaurants angeordnet. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)
    Zertifikatspflicht oder doch nur Masken auf Schweizer Pisten, das ist die Frage, mit der sich der Bundesrat heute befasst. (Archivbild)
    Bild: Keystone/Ti-Press/Alessandro Crinari
  • 5.43 Uhr
    Australien erreicht Impfquote von 70 Prozent

    Australien hat einen Impf-Meilenstein erreicht: Seit heute sind mehr als 70 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahre vollständig gegen das Coronavirus geimpft. «Um genau zu sein, sind es 70,007 Prozent der Australier. Das ist eine beachtliche Zahl», sagte Gesundheitsminister Greg Hunt. «Das ermöglicht es uns zu überlegen, was wir sonst noch tun können, um hier in Australien zu einer Art von Covid-Normalität zurückzukehren», erklärte der Gesundheitsberater der Regierung, Paul Kelly.

    Die Regierung hatte zuletzt angekündigt, mit dem Fortschreiten der Impfungen auch schrittweise wieder die internationalen Grenzen des Landes öffnen zu wollen, die seit März 2020 geschlossen sind. Zunächst sollen vollständig geimpfte australische Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in Australien wieder freier reisen dürfen. Wann Touristen wieder nach Down Under dürfen, ist noch unklar.

    Die Behörden hatten das Land vor rund eineinhalb Jahren weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet. Seither konnten viele Australier nicht mehr in die Heimat reisen, weil die Kosten für Flüge und Quarantäne extrem hoch und die Genehmigungen schwer zu bekommen waren. Umgekehrt sitzen die rund 25 Millionen Einwohner Australiens weitgehend im Land fest.

    Zudem wurden in den vergangenen Monaten immer wieder extrem strenge Lockdowns schon bei wenigen Fällen verhängt. Diese würden nun immer unwahrscheinlicher werden, so die Regierung. Die Impfkampagne in Australien war zunächst sehr schleppend angelaufen, gewann dann aber schnell an Fahrt.

  • 5.14 Uhr
    Thailand: erstmals seit Monaten unter 9000 Neuinfektionen

    Die Behörden in Thailand haben erstmals seit Monaten wieder weniger als 9000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Heute wurden 8918 neue Fälle verzeichnet – der niedrigste Wert seit Mitte Juli. 79 Menschen in dem Land mit 70 Millionen Einwohnern starben in Verbindung mit Covid-19.

    Der Verlauf des jüngsten Ausbruchs in dem südostasiatischen Urlaubsparadies ist ungewöhnlich: Zwar sind die Zahlen seit August – als ein Höchstwert von mehr als 23'000 Neuinfektionen verbucht worden war – gesunken, jedoch stagnieren sie seit Wochen bei zwischen 9000 und 12'000 neuen Fällen am Tag.

    In der vergangenen Woche hatte die Regierung dennoch angekündigt, das Land am 1. November wieder für vollständig geimpfte Touristen aus fünf Ländern, darunter Deutschland, zum quarantänefreien Urlaub öffnen zu wollen. Jedoch gibt es bisher keine genauen Regeln für die Einreise. Auf der Webseite der thailändischen Auslandsvertretung in Berlin ist bislang keine Aktualisierung der bisherigen Regeln zu finden, wonach Geimpfte sieben Tage in Quarantäne müssen. Alternativ können sie seit Juli an einem der quarantänefreien Modellprojekte auf den Inseln Phuket und Ko Samui teilnehmen.

    In Thailand sind bislang nur etwa 38 Prozent der Bevölkerung zweifach gegen Corona geimpft. Besser sieht es in der Hauptstadt Bangkok aus, die eine der am schlimmsten betroffenen Regionen war: In der Millionenmetropole würden voraussichtlich bereits Ende Oktober 80 Prozent der Bürger vollen Impfschutz haben, berichtete das Portal «The Thaiger».

  • 4.38 Uhr
    Japans Exporte im September unerwartet stark gestiegen

    Angetrieben von der robusten Nachfrage vom wichtigsten Handelspartner China kommt Japans Exportmotor in der abklingenden Pandemie stärker als erwartet auf Touren. Die Exporte legten im September um 13,0 Prozent zum Vorjahresmonat zu, wie das Finanzministerium heute mitteilte.

    Das Wachstum übertraf die von Ökonomen in einer Reuters-Umfrage erwartete mittlere Marktprognose von 11,0 Prozent und folgte auf eine Expansion von 26,2 Prozent im August. Die Lieferungen nach China stiegen im September um 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Die Daten verschaffen den politischen Entscheidungsträgern eine gewisse Erleichterung hinsichtlich der Aussichten für Japans Wirtschaft, die dank der robusten weltweiten Nachfrage die Pandemie bedingte Flaute des letzten Jahres überwunden hat.

  • 3.31 Uhr
    Immunologe Fauci: «Nicht gedacht, dass Pandemie so schlimm wird»

    Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci (80) ist eigenen Worten zufolge vom Ausmass der Pandemie überrascht worden. Zwar habe er schon im Februar 2020 gewusst, dass da «viel Ärger» bevorstehe, «aber es wurde noch schlimmer, als ich es je vorhergesagt hätte», sagte Fauci am Dienstagabend bei einer Gala der New Yorker Historical Society. Dass in den USA mehr als 700'000 Menschen und weltweit mehrere Millionen nach einer Infektion mit dem Virus sterben würden, hätte er zu Beginn der Pandemie nicht gedacht. «In meinen verrücktesten und pessimistischsten Träumen hätte ich das niemals so vorhergesagt.»

    Fauci wurde bei der Gala für seine Verdienste um das amerikanische Gesundheitswesen mit dem «History Maker Award» ausgezeichnet. «Amerikas Arzt» habe nicht erst während der Pandemie «Historisches» geleistet, sagte die Vorsitzende des Museumskuratoriums, Pam Schafler zur Begründung. Fauci war per Livestream zugeschaltet, alle Gäste der Veranstaltung in dem Museum am Central Park in Manhattan mussten Impfungen und negative Corona-Tests vorweisen. Zu den Preisträgern früherer Jahre gehören unter anderem die ehemalige US-Aussenministerin Hillary Clinton und der einstige New Yorker Polizeichef William Bratton.

  • 2.29 Uhr
    ECDC: Ohne höhere Impfzahlen wird es nicht gehen

    Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hält eine hohe Impfquote weiter für besonders wichtig vor der Lockerung von Corona-Massnahmen. «Solange nicht über 80 Prozent der Menschen voll geimpft sind, besteht einfach die Möglichkeit, dass der Rest der Bevölkerung von dem Virus noch befallen wird», sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon in einem Interview mit dem Magazin «Gesundheit und Gesellschaft».

    Eine Impfpflicht betrachtet die deutsche Medizinerin dennoch mit Skepsis. Viele Länder hätten auch ohne eine solche Pflicht hohe Impfquoten erreicht. «Eine Impfpflicht, etwa für bestimmte Berufe, ist eine Möglichkeit. Aber sie ist kein Zauberstab.»

    Die Lockdowns hätten die Fallzahlen stark gesenkt, jedoch auch wirtschaftliche, soziale und psychische Folgen gehabt, sagte Ammon. Auch deshalb seien sie kein Allheilmittel. «Meiner Ansicht nach gibt es für die Zukunft weniger einschneidende Möglichkeiten, Barrieren für das Virus zu schaffen und Distanz aufzubauen, die zuerst in Betracht gezogen werden sollten», sagte die ECDC-Chefin. «Dazu gehören der Gebrauch von Masken, das Abstandhalten und die Reduktion der Anzahl Personen in Innenräumen.»

    Ob Europa aufgrund der Corona-Krise besser gerüstet sei für künftige Pandemien, lasse sich schwer sagen. «Klar ist: Unsere Vorbereitung war nicht optimal. Da muss jetzt genau hingeschaut werden, damit es beim nächsten Mal besser läuft.» Die Menschheit werde auf Dauer mit dem Coronavirus leben müssen.

  • 1.06 Uhr
    Geimpfter US-Minister für Inlandsicherheit testet positiv

    Der amerikanische Minister für Inlandsicherheit, Alejandro Mayorkas, ist nach Angaben seines Ministeriums trotz vollständiger Impfung positiv auf eine Coronavirus-Infektion getestet worden. Mayorkas habe sich am Dienstag routinemässig vor einer Reise einem Test unterzogen, teilte seine Sprecherin auf Twitter mit. Der Minister leide nur unter milden Symptomen. Er werde sich auf Basis der Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC isolieren und von zu Hause arbeiten. Aus der US-Regierung hiess es, führende Mitarbeiter des Weissen Hauses seien in den 48 Stunden vor dem Test nicht in engem Kontakt mit Mayorkas gewesen.

    Am Montag war der frühere US-Aussenminister Colin Powell trotz vollständiger Impfung an Komplikationen nach einer Corona-Infektion gestorben. Powell hatte Medienberichten zufolge seit längerem gesundheitliche Probleme und soll an Blutkrebs erkrankt gewesen sein.

  • 0.17 Uhr
    United Airlines erholt sich langsam von der Corona-Krise

    Die amerikanische Fluggesellschaft United Airlines hat im dritten Quartal dank des langsam wieder zunehmenden Reiseverkehrs deutliche Geschäftszuwächse verbucht. Die Airline schaffte in den drei Monaten bis Ende September aufgrund umfassender Staatshilfen sogar einen Nettogewinn von 473 Millionen Dollar, wie sie am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Aktie legte nachbörslich zunächst um rund 2 Prozent zu. Das bereinigte Ergebnis lag jedoch mit 329 Millionen Dollar im Minus. Verglichen mit den massiven Verlusten der Vorquartal ist das indes bereits eine deutliche Verbesserung.

    Den Umsatz verdreifachte United gegenüber dem stark von der Corona-Krise belasteten entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 7,75 Milliarden Dollar. Das Unternehmen betonte aber, dass die Erlöse damit immer noch 32 Prozent unter dem Vergleichswert von 2019 liegen – bevor die Pandemie den weltweiten Flugverkehr lahmlegte.

    Inzwischen nimmt der Betrieb zwar allmählich wieder Fahrt auf, dafür droht neues Ungemach durch die hohen Kerosinpreise. So gab United im abgelaufenen Quartal über 1,7 Milliarden Dollar für Treibstoff aus – mehr als dreimal so viel wie vor einem Jahr.

    Mit einer Entlastung ist vorerst nicht zu rechnen. Der US-Rivale Delta Air Lines etwa hatte vergangene Woche gewarnt, dass erhöhte Kerosinkosten den Gewinn im Schlussquartal kräftig drücken dürften.

  • 0.04 Uhr
    Südafrika: Medikamentenaufsicht lässt Sputnik nicht zu

    Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V erhält in Südafrika vorerst keine Zulassung. Die südafrikanische Medikamentenaufsichtsbehörde SAHPRA teilte am Dienstag mit, man könne dem Antrag zum jetzigen Zeitpunkt nicht stattgeben. Grund seien Bedenken, weil Sputnik V die gleiche Methode anwende wie HIV-Vakzine, die nicht funktioniert hätten. Der russische Hersteller, das Gamaleja-Institut, nannte die Bedenken «völlig unbegründet». Die südafrikanische Behörde stütze sich in ihrer Bewertung auf kleine, nicht repräsentative Studien.

    Nach einer sogenannten Phase-III-Studie, deren Zwischenergebnisse in der Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht wurden, ist Sputnik V mehr als 91 Prozent effektiv dabei, eine schwere Erkrankung an Covid-19 zu verhindern. Sputnik V nutzt zwei harmlose Adenoviren, Typ 26 und Typ 5, die das Immunsystem dazu bringen sollen, Antikörper gegen das Coronavirus zu produzieren.

    Die südafrikanische Behörde SAHPRA erklärte, die Bedenken richteten sich gegen das Adenovirus Typ 5. Bei zwei gescheiterten Studien, bei denen es um die Entwicklung eines HIV-Vakzins ging, sei ebenfalls dieser Typ zur Anwendung gekommen. Die Daten von damals legten nahe, dass geimpfte Männer sogar ein grösseres Risiko hatten, sich zu infizieren. Man habe deshalb vom Gamaleja-Institut mehr Informationen über die Sicherheit des Vakzins in Regionen mit hohen HIV-Raten gefordert. Das Institut nannte die Studien nicht aussagekräftig und erklärte, die freiwilligen Probanden hätten sich dabei vermutlich einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt.