Coronavirus

25'300 Fälle in der Schweiz — Zahl der Neuinfektionen steigt langsamer 

Agenturen/toko

12.4.2020

Die Tendenz der Ansteckungen in der Schweiz zeigt weiter nach unten — das BAG meldet 400 Neuinfektionen und damit 25'300 bestätigte Fälle insgesamt. Grossbritannien beklagt unterdessen über 10'000 Covid-19-Tote. Der aus dem Spital entlassene Premierminister Boris Johnson gibt sich kämpferisch.  Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Die Zahl der Covid-19-Fälle in der Schweiz hat erneut zugenommen. Bis zum Sonntag gab es nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit 25'300 laborbestätigte Fälle, 400 mehr als am Vortag. Der Bundesrat will nach der Krise die Wirtschaft mit Impulsen wieder in Schwung bringen.

Die Häufigkeit der Coronavirus-Ansteckungen beläuft sich zurzeit auf 295 Fälle pro 100'000 Einwohner, eine der höchsten in Europa. Die Hochrechnung basiert auf Informationen von Laboratorien, Ärztinnen und Ärzten.

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Erkrankung hat die 1000er-Grenze überschritten: Sie stieg bis Ostersonntagabend auf 1103, wie eine Analyse der Nachrichtenagentur Keystone-SDA der auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden Daten ergab.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab die Zahl der Todesopfer mit 858 an. Es bezieht sich dabei auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Sonntagmorgen übermittelt hatten.

Lockerungen mit Schutzkonzept

Lockerungen bei den Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus müssen nach Ansicht von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga von einem Schutzkonzept begleitet werden. Voraussetzung dafür sei, dass es keine Zunahme bei den Ansteckungen mehr gebe.

Beim Schutzkonzept gehe es etwa um Themen wie den Einsatz von Gesichtsmasken, sagte Sommaruga in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Ferner stelle sich die Frage, wie viel getestet werde. Für sie sei es jedoch unvorstellbar, Risikogruppen vollkommen zu isolieren.

Bersets Test ist negativ ausgefallen, sagte Peter Lauener, Sprecher des Eidgenössische Departements des Innern (EDI), am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er bestätigte damit Informationen des «SonntagsBlick». Berset ist nicht der erste Bundesrat, der sich testen liess. Seine Amtskollegin Viola Amherd hatte bereits mitgeteilt, sie habe einen Test machen lassen, das Resultat war ebenfalls negativ.

Task-Force gegen zu wenig Medikamente

Der Bund hat wegen des drohenden Mangels an Medikamenten für Corona-Patienten eine Task-Force eingesetzt. Diese suche die nötigen Medikamente weltweit und kaufe sie auf dem internationalen Markt, sagte die Sprecherin des Bundesamtes für Gesundheit, Katrin Holenstein, auf Anfrage. Sie bestätigte damit einen Bericht der «NZZ am Sonntag».

Die Task Force ist seit rund zwei Wochen im Einsatz. Sie ist für die Erfassung, Beurteilung sowie für die Beschaffung und Zuteilung der Produkte zuständig, die möglicherweise fehlen könnten. Ihr gehören Mitarbeitende des Bundesamtes für Gesundheit und des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung sowie verwaltungsexterne Fachleute an.

Johnson aus Spital entlassen

Der britische Premier Boris Johnson ist am Sonntag aus dem St. Thomas' Hospital in London entlassen worden. «Ich habe heute das Krankenhaus nach einer Woche verlassen», berichtete er am Sonntag in einer über Twitter verbreiteten Videobotschaft. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) habe sein Leben gerettet. Aus dem Kreis der Klinikmitarbeiter lobte er insbesondere Jenny aus Neuseeland und Luis aus Portugal. «Sie standen 48 Stunden an meinen Bett, als die Dinge hätten auch anders ausgehen können.»

Mehr als 10'600 Menschen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag bislang in Grossbritannien an ihrer Infektion mit Sars-CoV-2. Experten rechnen allerdings mit einer hohen Dunkelziffer; vor allem zahlreiche Opfer in Seniorenheimen sind noch nicht erfasst. Die meisten Toten wurden in England - insbesondere in der britischen Hauptstadt - registriert. Gesundheitsminister Matt Hancock sprach angesichts des Überspringens der 10'000er Marke von einem «düsteren Tag».


Die Ereignisse des Tages im Überblick

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der an Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson ist aus dem Spital entlassen worden. Laut offizieller Statistik sind über 10'000 Briten an Covid-19 verstorben.
  • Der Bund setzt eine Task-Force gegen zu wenig Medikamente ein
  • Labors und Spitäler fordern vom Bund die Anpassung der Testempfehlungen.
  • Bundesrat Berset musste sich einem Test auf das Coronavirus unterziehen, der negativ ausfiel.
  • Die Anstieg der Neuinfizierten in der Schweiz ist weiter rückläufig. Am Sonntagmittag meldet das BAG 400 neue Fälle.
  • Die USA verzeichnet in der Corona-Pandemie mittlerweile die meisten Toten weltweit — rund 2000 Menschen sterben innert 24 Stunden.

19.00 Uhr: Wir beenden unseren Live-Ticker am Ostersonntag

18.38 Uhr: New York geht auf 10'000 Todesfälle zu — Zahl der Patienten stabil

Der besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffene US-Bundesstaat New York nähert sich bei weiterhin hohen Todesraten der Grenze von 10'000 Opfern. «758 Menschen haben in den letzten 24 Stunden ihr Leben verloren», sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag bei seiner täglichen Pressekonferenz. Damit liege die Zahl der Todesopfer in dem Staat mit knapp 20 Millionen Einwohnern bei 9385. Das sind etwa die Hälfte der Toten in ganz Italien und knapp 50 Prozent der Opfer in den gesamten Vereinigten Staaten.

Hoffnung machen derweil weiter die sich stabilisierenden Patientenzahlen in Krankenhäusern: Die Zahl der wegen Covid-19 in New Yorker Kliniken untergebrachten Patienten liegt seit Tagen mit nur leichten Steigerungen bei mehr als 18'000. Angesichts von Rufen nach einer schnellen Wiedereröffnung von Wirtschaft und Gesellschaft bremste Cuomo erneut. Dies werde so schnell wie möglich passieren, dürfe aber keine neue Infektionswelle erzeugen. Der Gouverneur betonte, dass noch keine Entscheidung dazu gefallen sei, ob die Schulen bis zu den Sommerferien Ende Juni geschlossen blieben.

18.25 Uhr: 430 Corona-Tote in Italien — dennoch «positive Signale»

In Italien hat der Zivilschutz am Ostersonntag 431 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. So niedrig war der Anstieg seit längerem nicht gewesen. Insgesamt starben in dem Land seit Februar 19'899 Menschen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krankheit, wie die Behörde in Rom mitteilte.

Die Gesamtzahl der Infizierten stieg moderat auf 156 363'Fälle (plus gut 4000). Dazu erläuterte ein Experte, dass Italien zuletzt auch die Zahl der Abstriche gesteigert habe. Dies spiele hier eine Rolle. Insgesamt gebe es weiter positive Signale. Über 34'000 Menschen gelten inzwischen als wieder gesundet.

Der Druck auf die Intensivstationen habe weiter nachgelassen, sagte der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borrelli, bei seiner täglichen Pressekonferenz.



In der norditalienischen Lombardei äusserten sich die Verantwortlichen am Sonntag dennoch weiterhin besorgt: Die Lage sei noch immer nicht stabil, hiess es. In der Lombardei war die aktuelle Virus-Welle im Februar erstmals aufgefallen. Dort gibt es in Italien mit Abstand die grösste Zahl der Opfer — nämlich gut 10'600 - und der Infizierten im Vergleich zu anderen Regionen.

In Italien gilt ein strenges Massnahmenpaket im Kampf gegen die Corona-Krise mit Ausgangsverboten und Betriebsschliessungen noch bis zum 3. Mai.

18.16 Uhr: Zahl der Todesfälle im Kanton Zürich steigt auf 70

Im Kanton Zürich sind vier weitere Personen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Damit gab es bis Sonntagnachmittag insgesamt 70 Todesfälle. Die Verstorbenen waren im Durchschnitt 85 Jahre alt.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus Getesteten stieg um 17 auf 3004, wie die Gesundheitsdirektion mitteilte. Zurzeit werden 153 Patientinnen und Patienten im Spital behandelt. Das sind vier mehr als am Vortag. 49 müssen künstlich beatmet werden.

18.03 Uhr: Bern: Frühsommerwetter lockt Menschen trotz Coronavirus ins Freie

Das schöne und warme Frühsommerwetter hat über die Ostertage die Menschen in die Natur gelockt. Die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus wurden nach Angaben der Polizei aber grossmehrheitlich befolgt.

Die Menschen suchten Erholung und Abwechslung insbesondere entlang von Gewässern und in Naherholungsgebieten. Auch Brätlistellen waren beliebt. Vor allem an den Nachmittagen waren Spaziergänger unterwegs.

Die Berner Kantonspolizei war über die Ostertage verstärkt mit Patrouillen im öffentlichen Raum unterwegs. Wo nötig seien die Polizistinnen und Polizisten auf die Leute zugegangen und hätten sie für die Regeln zur Bekämpfung des Coronavirus sensibilisiert, wie Dominik Jäggi, Sprecher der Berner Kantonspolizei am frühen Sonntagabend der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Die meisten Leute zeigten laut Jäggi Verständnis. Es wurden aber auch Bussen ausgestellt. Abends und nachts gab es vor allem in urbanen Gebieten Meldungen zu Ansammlungen, Lärm, Ruhestörungen oder Streitereien.

17.40 Uhr: Französischer Flugzeugträger mit Corona-Infizierten erreicht Toulon

Der französische Flugzeugträger «Charles de Gaulle» mit rund 50 mit dem Coronavirus infizierten Besatzungsmitgliedern ist in seinem Heimathafen in Toulon angekommen. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass sich auf dem Kriegsschiff Dutzende Besatzungsmitglieder mit dem Coronavirus infiziert hatten. Angaben dazu, wie das Virus Sars-CoV-2 auf das Schiff gelangen konnte, hatte das Verteidigungsministerium nicht gemacht.

Die Charles-de-Gaulle befand sich während des Ausbruchs auf dem Atlantik und ist nun rund 10 Tage früher als geplant nach Toulon zurückgekehrt. Etwa 1900 Besatzungsmitglieder der Charles-de-Gaulle und der sie begleitenden Fregatte sollen nun in Südfrankreich für zwei Wochen isoliert werden, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Präfektur. Demnach hat sich der Gesundheitszustand der positiv auf das Virus getesteten nicht verschlechtert.

17.24 Uhr: Boris Johnson gibt sich kämpferisch

Der an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson hat sich beim Verlassen des Krankenhauses kämpferisch gezeigt. «Wir werden dieses Coronavirus besiegen, und wir werden es gemeinsam besiegen», sagte der mit Anzug und Krawatte gekleidete 55-Jährige in einem Video.

16.50 Uhr: Mehr als 123'000 Fälle in Deutschland

In Deutschland sind mindestens 123'606 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: 119 524 Infektionen).

Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Zunahme betrug demnach 3,4 Prozent.

16.43 Uhr: Mehr als 10'000 Covid-19-Tote in Grossbritannien

Mehr als 10'000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen sind nach der offiziellen Statistik in Grossbritannien bereits gestorben. Es wird aber mit einer grossen Dunkelziffer gerechnet; vor allem viele Todesopfer in Seniorenheimen sind noch nicht erfasst. Nach den offiziellen Angaben vom Sonntag sind rund 10'500 mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen ums Leben gekommen, die meisten lebten in England.

Grossbritannien hat den Höhepunkt der ersten Pandemiewelle noch nicht erreicht. Im Land mangelt es an Tests, Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert und marode. Experten fürchten, dass das Land bald die höchste Todesrate in ganz Europa haben könnte.

16.28 Uhr: US-Corona-Experte: Rückkehr zur Normalität nur schrittweise denkbar

Der hochrangige US-Gesundheitsbeamte Anthony Fauci hält eine Rückkehr zur Normalität in den USA angesichts der Coronavirus-Krise allenfalls schrittweise und mit regionalen Abstufungen für möglich. Es gebe keinen einheitlichen Ansatz für alle Bundesstaaten, sondern die Lage sei je nach Region und Ausbreitung des Virus sehr unterschiedlich, sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten am Sonntag dem Fernsehsender CNN.

Möglicherweise könnte dieser Prozess bestimmter Lockerungen «zumindest auf gewisse Weise» im kommenden Monat beginnen. Vorhersagen dieser Art seien aber schwierig, und man dürfe nicht vorschnell handeln, mahnte der Immunologe und Präsidentenberater. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass später im Jahr eine weitere Welle der Epidemie folgen könnte.

15.48 Uhr: Novartis-Ehrenpräsident Daniel Vasella kritisiert Kommunikation in Corona-Krise

Novartis-Ehrenpräsident Daniel Vasella hat dem Bund in der Corona-Pandemie zwar grundsätzlich gute Noten gegeben, allerdings dessen Kommunikation kritisiert. In einem Interview mit dem «Sonntagsblick» sagte Vasella, man habe den Eindruck, dass «nicht offen kommuniziert wurde».

Das BAG kritisierte er, weil es immer wieder die Wirksamkeit von Schutzmasken angezweifelt habe. Richtig getragene Masken schützten «zwar unvollständig, aber immerhin». «Zudem erschweren Masken das Berühren von Nase und Mund, was ein zusätzlicher Schutz sein kann», erklärte Vasella.

15.32 Uhr: Schweizer in Corona-Krise nicht nur soldarisch

Dass in Zeiten der Corona-Krise nicht nur solidarisch zugeht, ist längst bekannt. Die sozialen Medien sind voller Berichte über angespannte Stimmung der Bürgerinnen und Bürger untereinander. Schon ein fremdes Autokennzeichen kann eine Menge Hass schüren. Vor allem die Stadtbevölkerung muss sich einiges anhören, wie etwa die «Sonntagszeitung» (Kostenpflichtiger Inhalt) berichtet. 

Demnach gebe es eine regelrechte Wut auf Ausflügler. Psychater Erich Seifritz, Direktor und Chefarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, sagte dem Bericht zufolge: «Ich sehe auch, dass die Stimmung aggressiver wird». In einer Notsituation stelle sich eine «Solidaritäts-Hierarchie». Trotz Verständnis für die Ängste der Landbevölkerung fürchtet Seifritz aber, die Gesellschaft könne langfristig Schaden nehmen.



15.19 Uhr: Ministerium: Türken halten sich an Ausgangsverbot übers Wochenende

In der Türkei hält sich die Bevölkerung weitestgehend an das wegen der Corona-Krise übers Wochenende verhängte Ausgangsverbot in 31 Städten. Nur wenige Bürger hätten gegen die Massnahme verstossen, teilte das Innenministerium am Sonntag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit. Man bedanke sich bei der Bevölkerung, hiess es demnach.

In der Millionenmetropole Istanbul waren am Samstag und Sonntag bei frühlingshaftem Wetter die Plätze menschenleer, Strassen fast autofrei und Wohnviertel ungewöhnlich still. Bilder aus anderen betroffenen Städten zeigten ähnliche Szenen.

Das Innenministerium hatte am späten Freitagabend kurzfristig eine weitgehende Ausgangssperre für 48 Stunden in 31 Städten verhängt, darunter in den Metropolen Istanbul, Ankara und Izmir. Die Kommunikation der Behörden war scharf kritisiert worden, weil die Massnahme erst zwei Stunden vor Beginn der Frist bekannt wurde und Details der Regelung zunächst unklar waren. Am Freitagabend war es deshalb zu Panikkäufen in den betroffenen Städten gekommen.

Innenminister Süleyman Soylu bekräftigte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Zeitung «Hürriyet», dass das Ausgehverbot um Mitternacht ende. Man habe sich für die Massnahme am Wochenende entschieden, um Produktions- und Lieferketten nicht zu schaden. Soylu räumte zudem ein, dass er die Panikkäufe nicht vorausgesehen habe. «Ich habe die Kritik aufgenommen und akzeptiert», sagte er. Er denke jedoch nicht, dass die zeitlich begrenzten Menschenansammlungen am Freitagabend in Zukunft ein Problem darstellen werden.

15.07 Uhr: Ein weiterer Covid-19-Todesfall in Baselland

Im Kanton Baselland hat das Coronavirus ein weiteres Todesopfer gefordert. Die Zahl der Todesfälle stieg damit bis Ostersonntag auf 23. In Basel-Stadt dagegen beträgt die Zahl der Covid-19-Todesfälle seit letztem Donnerstag unverändert 33.

Bis zum Sonntag um 10.00 Uhr wurden im Stadtkanton 16 zusätzliche Infizierte festgestellt. Damit stieg ihre Zahl auf 882, wie das Basler Gesundheitsamt an Ostern mitteilte. Von den positiv auf das Coronavirus getesteten Personen sind 629 genesen. Das sind mehr als zwei Drittel.

Am Ostersonntag befanden sich 86 Personen in einem baselstädtischen Spital in Pflege, von diesen hatten 63 ihren Wohnsitz im Stadtkanton. 12 Personen benötigten Intensivpflege, die restlichen befinden sich auf der normalen Station.

14.50 Uhr: US-Flugzeugträger: Infizierten-Zahl steigt auf 550

Unter den Besatzungsmitgliedern des US-Flugzeugträgers «USS Theodore Roosevelt» hat die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus weiter zugenommen. Inzwischen seien 550 Crew-Mitglieder positiv auf Covid-19 getestet worden, teilte die US-Marine am Samstagabend (Ortszeit) auf Anfrage mit. Am Donnerstag hatte die Zahl noch bei 416 gelegen. Den Angaben nach wurden bislang 92 Prozent der mehr als 4000 Besatzungsmitglieder getestet.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus liegt der nukleargetriebene und hochgerüstete Flugzeugträger vor der Pazifikinsel Guam und ist inzwischen weitgehend evakuiert worden. Der Coronavirus-Ausbruch auf dem Schiff erschüttert seit knapp zwei Wochen die US-Marine.



Kapitän Brett Crozier hatte in einem dramatischen Brief, der an die Öffentlichkeit gelangte, um Hilfe der Militärführung und eine rasche Evakuierung des Schiffs gebeten. Crozier wurde daraufhin vergangene Woche entlassen. Am Dienstag reichte dann der zuständige amtierende US-Marineminister Thomas Modly seinen Rücktritt an, nachdem er wegen abfälliger Äusserungen über Crozier selbst in die Kritik geraten war.

14.39 Uhr: Bund setzt Task-Force gegen zu wenig Medikamente ein

Der Bund hat wegen des drohenden Mangels an Medikamenten für Corona-Patienten eine Task-Force eingesetzt. Er bemüht sich, die Arzneimittel weltweit zu beschaffen.

Der Bund suche die nötigen Medikamente auf weltweiter Ebene und kaufe sie auf dem internationalen Markt, sagte die Sprecherin des Bundesamtes für Gesundheit, Katrin Holenstein, auf Anfrage. Sie bestätigte damit einen Artikel in der «NZZ am Sonntag».

Bern hat zudem im März die entsprechende Arbeitsgruppe geschaffen. Diese ist für die Erfassung, Beurteilung sowie für die Beschaffung und Zuteilung der Produkte zuständig, die möglicherweise fehlen könnten. Dieser Task-Force, die seit rund zwei Wochen im Einsatz ist, gehören Mitarbeitende des Bundesamtes für Gesundheit und des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung sowie verwaltungsexterne Fachleute an.

Mit der Schaffung der Task-Force reagiert der Bund auf die zunehmende Knappheit an Medikamenten und Wirkstoffen gegen die Lungenkrankheit Covid-19. Ein Problem besteht zurzeit darin, dass es an diesen Produkten nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit fehlt.

14.33 Uhr: Boris Johnson aus Spital entlassen

Der britische Premierminister Boris Johnson ist aus dem Spital entlassen worden. Er werde aber nicht sofort wieder mit seiner Arbeit beginnen, teilte ein Regierungssprecher in London mit.

Zuvor hatte sich Johnson beim Pflegepersonal bedankt.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich nach seiner Genesung vom Covid-19-Virus beim Pflegepersonal herzlich bedankt. Nun ist er aus dem Spital entlassen worden 
KEYSTONE/EPA/WILL OLIVER (Archivbild)

14.18 Uhr: Stiftung: Briten vermutlich am schlimmsten von Pandemie betroffen

Grossbritannien könnte nach Einschätzung der Wellcome-Stiftung in der Bilanz das am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffene Land innerhalb Europas werden. Im Vereinigten Königreich werde die Todesrate möglicherweise die höchste sein, sagte der Direktor der Stiftung, Jeremy Farrar, am Sonntag dem britischen Sender BBC. Zweifellos müsse man aus der derzeitigen Lage Lehren ziehen, betonte er. Massentests könnten noch helfen, Zeit zu gewinnen, um das Gesundheitswesen aufzurüsten.

Nach dem jetzigen Ausbruch rechnet der Experte, der auch die britische Regierung berät, mit einer zweiten und dritten Welle. Er hoffe auf einen Impfstoff bis Herbst, dann müsse noch die Produktion für die Impfung vieler Millionen Menschen hochgefahren werden. «Ich würde hoffen, dass wir das in zwölf Monaten schaffen, aber das ist an sich schon ein beispielloser Ehrgeiz», so Farrar.



Die Zahl der in den britischen Statistiken erfassten Todesfälle bei mit dem Coronavirus infizierten Menschen drohten noch am Sonntag die 10'000er-Marke zu überschreiten. Experten gehen aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl weitaus höher liegen dürfte, vor allem weil viele Opfer in Altersheimen noch nicht eingerechnet worden sind.

Grossbritannien hat den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht. Es wird daher vermutet, dass die Ausgangsbeschränkungen verlängert werden. Im Land mangelt es vor allem an Tests, Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert und marode.

Die in London ansässige Wellcome-Stiftung setzt sich für die Verbesserung der weltweiten Gesundheit ein.

13.53 Uhr: Türkei schickt weitere Hilfsgüter nach London

Die Türkei hat zur Bekämpfung des Coronavirus eine zweite Ladung medizinischer Hilfsgüter nach Grossbritannien geschickt. Ein militärisches Frachtflugzeug aus Ankara sei am Sonntag in London gelandet, teilte das türkische Verteidigungsministerium mit. Zudem sei den Behörden ein Brief des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an den britischen Premierminister Boris Johnson übergeben worden. Details zum Inhalt der Lieferung nannte das Ministerium nicht.

Johnson hatte sich mit dem Coronavirus infiziert und war am vergangenen Sonntag in ein Krankenhaus gebracht worden. Er verbrachte drei Tage auf einer Intensivstation, wurde aber inzwischen wieder auf eine normale Station verlegt.



Bereits am Freitag hatte die Türkei Hilfsgüter nach Grossbritannien sowie an die international anerkannte Regierung im Bürgerkriegsland Libyen geliefert. Zuvor hatte die Türkei Lieferungen mit Masken, Desinfektionsmittel und Schutzanzügen unter anderem nach Spanien und Italien gebracht.

13.32 Uhr: Zuwachsrate bei Covid-Neuansteckungen in Spanien bleibt niedrig

Im stark von der Corona-Pandemie betroffenen Spanien bleibt die Zuwachsrate der Neuansteckungen weiter vergleichsweise niedrig.

Innert 24 Stunden seien knapp 4200 neue Fälle registriert worden, eine Zunahme um knapp 2,6 Prozent auf insgesamt 166'000, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Vor zwei Wochen lag die Rate an manchen Tagen bei fast 20 Prozent.

Gleichzeitig stieg die Zahl der Todesfälle wieder leicht an. Binnen 24 Stunden kamen 619 Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 ums Leben. Am Vortag waren es 510 Tote. Die Gesamtzahl belief sich am Ostersonntag auf fast 17'000, die dritthöchste weltweit hinter den USA und Italien. Den bisher schlimmsten Tag hatte Spanien am 2. April erlebt, als 950 neue Todesfälle gemeldet worden waren.

Die Zahl der Menschen, die als genesen gelten, steigt stetig. Seit Samstag kamen fast 3300 hinzu, somit sind knapp 62'400 Menschen wieder gesund. In einigen Regionen waren zuletzt erstmals seit Beginn der Krise mehr entlassene Patienten als Neuinfektionen gemeldet worden.

13.25 Uhr: Fünf weitere Covid-19-Todesfälle im Kanton Bern

Fünf Menschen sind im Kanton Bern vom Samstag auf Ostersonntag an den Folgen einer Ansteckung mit dem Coronavirus verstorben. Demgegenüber wurden noch lediglich 22 Neuansteckungen registriert.

Insgesamt beläuft sich die Zahl der bestätigten Fälle auf 1441 Personen. 49 Menschen starben an der vom Coronavirus verursachten Lungenkrankheit Covid-19, wie der Kanton Bern auf seiner Internetseite bekanntgab.

In Intensivbehandlung befanden sich am Sonntag unverändert 33 Personen. 22 von ihnen waren auf Beatmungsstationen angewiesen. 62 Patientinnen und Patienten wurden auf normalen Bettenstationen betreut.

13.13 Uhr: Tessin meldet 15 weitere Todesfälle

Im Kanton Tessin sind in den vergangenen 24 Stunden weitere 15 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Der Kanton zählt nach Angaben seines Führungsstabes nun 244 Covid-19-Todesopfer.

Damit sind im Tessin wieder mehr Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Am Samstag hatte der Kanton noch 2 neue Todesfälle vermeldet; am Freitag und am Donnerstag je acht. Neuansteckungen gab es in den vergangenen 24 Stunden 51.



Damit gibt es im Kanton seit dem Ausbruch der Pandemie bisher 2869 bestätigte Infektionen. 269 Menschen lagen am Samstag im Zusammenhang mit dem Virus im Spital.

Von den Hospitalisierten befanden sich 63 in Intensivpflege, und 56 dieser Patientinnen und Patienten waren intubiert. 511 Corona-Patienten und -Patientinnen konnten bisher im Tessin das Spital wieder verlassen, davon 18 in den letzten 24 Stunden.

13.02 Uhr: Papst fordert Solidarität in der EU

Papst Franziskus hat angesichts der Corona-Pandemie ein weltweites Ende des Egoismus gefordert und die Europäische Union zu mehr innerer Solidarität ermahnt. In seiner Osterbotschaft sagte das katholische Kirchenoberhaupt im fast leeren Petersdom: «Gleichgültigkeit, Egoismus, Spaltung und Vergessen sind wahrlich nicht die Worte, die wir in dieser Zeit hören wollen.» Anschliessend spendete Franziskus den Segen «Urbi et Orbi» - der Stadt und dem Erdkreis. Die Zeremonie wurde — wie auch die Messe — in Internet und in TV-Sendern übertragen. Wegen der Gesundheitskrise waren Pilger in diesem Jahr nicht zugelassen.

An die EU-Politiker gewandt sagte der 83 Jahre Papst aus Argentinien: «Die Europäische Union steht heute vor einer epochalen Herausforderung, von der nicht nur ihre Zukunft, sondern die der ganzen Welt abhängt. Lasst uns nicht die Gelegenheit versäumen, einen weiteren Beweis der Solidarität zu erbringen, auch wenn wir dazu neue Wege einschlagen müssen.» In der EU hatte es harte Debatten über Finanzhilfen gegeben, um die Folgen der Krise zu bewältigen. Die Regierungen erzielten vergangene Woche eine Einigung. Doch Rom und Berlin sind etwa über gemeinsame EU-Anleihen weiter uneins.

12.29 Uhr: Marco Solari aus Spital entlassen

Der Präsident des Filmfestivals Locarno, Marco Solari, ist nach einer Intensivbehandlung wegen einer Coronavirus-Infektion wieder aus dem Spital entlassen worden. Er wurde knapp drei Wochen lang in einer Tessiner Klinik behandelt. Er habe den Tod vor Augen gehabt, sagte der 76-jährige Solari dem «SonntagsBlick». «Die Sichel hat mich nicht getroffen, aber ich habe ihr Zischen gehört.»

Solari hatte laut eigenen Angaben im vergangenen Monat zunächst über Unwohlsein geklagt und eine Grippe vermutet. Nachdem er sich immer schlechter gefühlt hatte, liess er sich auf Anraten seines Arztes auf das Coronavirus testen. Nach dem positiven Befund wurde er am 10. März ins Regionalspital La Carità in Locarno gebracht. Er lag mehrere Tage auf der Intensivstation.

Der Präsident des Filmfestivals in Locarno, Marco Solari, wurde wegen der Lungenkrankheit Covid-19 auf der Intensivstation behandelt. 
Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER (Archivbild)

Die Freude, wieder am Leben zu sein, sei aber nicht ganz ungetrübt, sagte der frühere Tessiner Tourismusdirektor. Neben ihm seien Menschen gestorben, während er überlebt habe. «Dieses Schuldgefühl habe ich auch als öffentliche Person.» Gegenüber den Opfern empfinde er ein enormes Mitgefühl, gegenüber dem Pflegepersonal und den Ärzten enorme Dankbarkeit.

Nach Bekanntwerden von Solaris Erkrankung, arbeitete das Team des Filmfestivals im Home Office, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Das Filmfestival in Locarno ist heuer für die Zeit vom 5. bis zum 15. August geplant. Ob und allenfalls in welcher Form das Festival stattfinden wird, ist noch unklar.

12.14 Uhr: Hilfsprogramme: Strafen bei Betrug werden verschärft

Das von Finanzminister Ueli Maurer aufgegleiste Hilfsprogramm für die Schweizer Wirtschaft wird rege genutzt. Bis Gründonnerstag wurden 94'269 Kreditvereinbarungen abgeschlossen, wie das Finanzdepartement (EFD) gegenüber dem «SonntagsBlick» mitteilte.

Die geschätzte Summe seit Start des Programms beträgt rund 15,7 Milliarden Franken. Wie viele Betrugsfälle es gibt, ist nicht bekannt. Fest steht, dass die Verwaltung weiter an einer Verschärfung des Straf- und Haftungsregimes bei Betrugsfällen arbeitet. Das EFD weist ausserdem darauf hin, dass das Programm derart erfolgreich laufe, dass diverse ausländische Regierungen sich nach dem Schweizer Modell erkundigten.

12.03 Uhr: Berner Polizei stoppt am Brünigpass fünfköpfige Töffrasergruppe

Am Brünigpass im Kanton Bern sind fünf Töfffahrer mit massiv überhöhter Geschwindigkeit am Karfreitag von der Polizei aus dem Verkehr gezogen worden. Der Schnellste der Motorradgruppe war ausserorts bei Meiringen mit Tempo 172 bergwärts unterwegs.

Töfffahrer bei der Ausfahrt am Brünigpass zwischen Obwalden und Bern. 
Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER (Symbolbild)

Die übrigen vier Raser hatten Geschwindigkeiten zwischen 151 und 163 Kilometer pro Stunde auf dem Tacho, wie die Berner Kantonspolizei am Ostersonntag mitteilte. Erlaubt sind auf dem entsprechenden Strassenabschnitt maximal 80 km/h. Die Töfffahrer waren damit bei der Tempokontrolle kurz nach 15.15 Uhr im Bereich Hausen teils mehr als doppelt so schnell unterwegs als erlaubt.

Die Lenker im Alter zwischen 31 und 44 Jahren mussten ihre Führerausweise auf der Stelle abgeben, wie die Polizei weiter schrieb. Zudem beschlagnahmten die Behörden die fünf Motorräder. Die Männer müssen sich nun wegen Raserdelikten vor der Justiz verantworten.

11.45 Uhr: 400 neue Fälle in der Schweiz

Die Zahl der Covid-19-Fälle in der Schweiz hat erneut zugenommen. Bis zum Sonntag gab es nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit 25'300 laborbestätigte Fälle, 400 mehr als am Vortag. Damit sinkt die Zahl der Neuinfektionen weiter.

Betroffen sind alle Kantone und das Fürstentum Liechtenstein. Die Inzidenz beläuft sich auf 295 Fälle pro 100'000 Einwohner, eine der höchsten in Europa. Die Hochrechnung basiert auf Informationen von Laboratorien, Ärztinnen und Ärzten.

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Erkrankung hat mittlerweile die 1000er-Grenze überschritten: Sie stieg bis Ostersonntag auf 1076, wie eine Analyse der Nachrichtenagentur Keystone-SDA der auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden Daten ergab. Die Agentur aktualisiert die Zahlen zweimal täglich, mittags und abends.

Ein Patient mit einer Coronavirus-Ansteckung wird auf der Notaufnahme eines Spital behandelt. Die Zahl der Covid-19-Fälle in der Schweiz hat nach Angaben des BAG erneut zugenommen. 
KEYSTONE/LAURENT GILLIERON (Archivbild)

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab die Zahl der Todesopfer mit 858 an. Es bezieht sich dabei auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Sonntagmorgen übermittelt hatten.

Daher könnten die Daten von den Fallzahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG in seinem neuesten Situationsbericht. Bisher seien über 193'800 Personen auf das Coronavirus getestet worden und bei 15 Prozent sei der Test positiv ausgefallen.

11.36 Uhr: Unruhen nach Tod eines 19-Jährigen in Brüssel — 57 Festnahmen

Der Tod eines 19-Jährigen bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei hat in Belgien trotz Corona-Ausgangsbeschränkungen Unruhen ausgelöst. Die Polizei nahm bei den Vorfällen in der Gemeinde Anderlecht in der Region Brüssel-Hauptstadt bis zum Sonntag 57 Menschen fest, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. Am Samstagabend waren es noch 43 Festnahmen gewesen. In der Nacht habe es jedoch weitere Ansammlungen gegeben, Autos seien in Brand gesteckt worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Trotz Versammlungsverbots waren im Laufe des Samstags an mehreren Orten in Anderlecht aufgebrachte Menschen zusammengekommen. Als die Polizei versuchte, die Ansammlungen aufzulösen, eskalierte die Situation laut Belga. Die Beamten seien zum Teil mit Steinen beworfen worden. Der Sender RTBF schrieb von «extremen Spannungen». Auf Videos sei zu sehen, wie ein Mann mit einer Waffe, die er offenbar von einem Polizisten gestohlen habe, in die Luft schiesst. Mittlerweile sei die Situation unter Kontrolle, schrieb Belga am Samstagabend unter Berufung auf die Polizei.

Der 19-Jährige war am Vorabend mit einem Motorroller vor einer Polizeistreife geflohen und schliesslich mit einem Polizeiwagen zusammengestossen. Dabei kam er ums Leben.

11.19 Uhr: Papst feiert Ostern in fast leerem Dom

Papst Franziskus hat die üblicherweise grosse Ostermesse wegen der Corona-Krise in ganz kleinem Rahmen gefeiert. Der Gottesdienst begann am Sonntagvormittag im fast leeren Petersdom. Normalerweise feiert der Papst das Fest der Auferstehung von Jesus Christus vor Zehntausenden Besuchern im Freien auf dem blumengeschmückten Petersplatz. Gegen 12 Uhr sollte das 83 Jahre alte katholische Kirchenoberhaupt den Segen «Urbi et Orbi» sprechen.



Traditionell waren sonst Pilger in Massen extra für Ostern nach Rom geströmt. In diesem Jahr gelten jedoch international Reise- und Ausgangsbeschränkungen, um die Ausbreitung der Virus-Welle zu stoppen. Die Messe war aber im Internet zu sehen. Ausserdem wurde sie von vielen Fernsehsendern weltweit gezeigt.

10.54 Uhr: 16 weitere Infizierte im Kanton Basel-Stadt

Im Kanton Basel-Stadt sind seit Donnerstag keine neuen Covid-19-Todesfälle verzeichnet worden. Ihre Zahl lag damit am Ostersonntag unverändert bei 33.

Bis zum Sonntag um 10.00 Uhr wurden dagegen 16 zusätzliche Infizierte festgestellt. Damit stieg ihre Zahl auf 882, wie das Basler Gesundheitsamt an Ostern mitteilte. Von den positiv auf das Coronavirus getesteten Personen sind 629 genesen. Das sind mehr als zwei Drittel.

Am Ostersonntag befanden sich 86 Personen in einem baselstädtischen Spital in Pflege, von diesen hatten 63 ihren Wohnsitz im Stadtkanton. 12 Personen benötigten Intensivpflege, die restlichen befinden sich auf der normalen Station.

10.50 Uhr: Maskenpflicht in Israel

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus ist in Israel eine Maskenpflicht verhängt worden. Nach der Vorschrift des Gesundheitsministeriums muss nun in der Öffentlichkeit ein Mundschutz getragen werden. Es gibt einige Ausnahmen, darunter Kinder unter sechs Jahren und Menschen mit Behinderungen, die das Tragen einer Maske nicht ermöglichen.

Die Menschen in Israel sind angewiesen, sich nicht mehr als 100 Meter von ihrem Zuhause zu entfernen. Ausgenommen davon sind Menschen mit Arbeitsplätzen, die als essenziell gelten. Auch Einkäufe von Lebensmitteln und Medikamenten sind erlaubt.

10.38 Uhr: Rund 121'370 Corona-Nachweise in Deutschland — rund 2680 Tote

In Deutschland sind bis Sonntagmorgen mindestens 121'368 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Am Samstagabend (Stand 20.15) waren es noch 121'324 Fälle. Um 10.30 am Samstag (11. April) hatten keine aktualisierten Daten der Bundesländer vorgelegen. Mindestens 2679 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang gestorben.

10.27 Uhr: Labors melden Überkapazitäten

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will an seinen engen Test-Kriterien festhalten. Der BAG-Delegierte Daniel Koch begründet dies damit, dass die Versorgung mit Reagenzien für die Corona-Abstriche nicht sichergestellt sei.



Ganz anders klingt es in den Spitälern und Labors. Sie sagen, es könnte viel mehr getestet werden. Der Bund hätte die Kriterien längst anpassen können, sagte Andreas Widmer, Leiter der Spitalhygiene am Unispital Basel, zur «NZZ am Sonntag». Zahlreiche Labors melden zudem Überkapazitäten. Der Bund müsse seine Testempfehlungen so anpassen, dass die Vorgaben der Weltgesundheitsbehörde endlich Realität würden.

Proben mit Abstrichen werden in einem Labor auf das Coronavirus untersucht: Spitäler und Labors fordern vom Bund die Anpassung der Testempfehlungen.
Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB (Symbolbild)

10.10 Uhr: Kritik an Kurzarbeit bei Staatsbetrieben

Immer mehr Staatsbetriebe beantragen Kurzarbeit. Nach SBB, SRG und Postauto haben nun auch Postnetz und rund ein halbes Dutzend Tochtergesellschaften der Post ein entsprechendes Gesuch eingereicht. Das Departement von Simonetta Sommaruga hat die Staatsbetriebe dazu ermuntert, Kurzarbeitsentschädigungen einzufordern.

Nun kommt es zum geballten Widerstand gegen Sommarugas Strategie, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Gewerkschaften, Arbeitgeber sowie der Gewerbeverband wollen verhindern, dass Staatsbetriebe den Topf der Kurzarbeitsentschädigungen und damit die Arbeitslosenversicherung anzapfen können.

09.59 Uhr: Von der Leyen: Mit Buchung von Sommerurlaub noch abwarten

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angesichts der Corona-Pandemie geraten, mit der Buchung des Sommerurlaubs noch zu warten. «Ich rate dazu, mit solchen Plänen noch zu warten. Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen», sagte sie der «Bild am Sonntag».

Skeptisch äusserte sich von der Leyen zum Beschluss der Bundesregierung, dass Kunden für Reisen, die sie wegen der Corona-Pandemie nicht antreten können, erst mal nur einen Gutschein erhalten sollen. «Europaweit haben die Menschen rein rechtlich die Wahl, ob sie das Geld oder einen Gutschein wollen.»



Finanziell nicht notleidende Kunden rief sie allerdings dazu auf, dieses Recht nicht in Anspruch zu nehmen: «In dieser Krise ist die Solidarität aller gefragt. Wem es finanziell möglich ist, der sollte nicht auf Geld bestehen, sondern mit Gutscheinen helfen, dass Reiseunternehmen diese schwierigen Wochen überbrücken können.»

09.48 Uhr: Nur wenige Uneinsichtige in St. Gallen gebüsst

St. Galler Kantonspolizisten sind zwischen Samstag- und Sonntagmorgen im Zusammenhang mit Vorschriften wegen des Coronavirus 68 Mal ausgerückt. Nur wenige Uneinsichtige wurden gebüsst. Meist waren der Polizei Personengruppen bei Schulhäusern, Bahnhöfen oder Parks gemeldet worden.

Beim Eintreffen der Polizei hätten sich die Personen in der Regel zu «Coronakonformen-Gruppen» formiert, schrieb die St. Galler Kantonspolizei. Zudem mussten Polizisten an Grillstellen Jugendliche und auch Familien, die sich dort getroffen hatten, ermahnen. In mehreren St. Galler Gemeinden gibt es wegen der Trockenheit Feuerverbote.

09.36 Uhr: Aargauer Confiserie landet mit Corona-Schokoladehasen einen Verkaufs-Hit

Ein Schokoladehase mit Schutzmaske erobert zurzeit die Schweiz. Die Bäckerei-Confiserie Richner aus Veltheim AG hat schon 3000 Stück hergestellt. Unterdessen kriegt sie Bestellungen aus der ganzen Schweiz. Die von Hand gefertigten Schokoladehasen sind so begehrt, dass die Mitarbeiter täglich Nachschub produzieren müssen.

09.17 Uhr: Bericht: Schweizer Maskenproduktion noch nicht angelaufen

Schutzmasken für medizinisches Personal kosten in der Herstellung wenige Rappen. Ihr Wert lässt sich derzeit jedoch kaum mit Gold aufwiegen. Der Weltmarkt ist leergefegt. Deshalb wollte auch die Schweiz möglichst viele der dringend benötigten Masken im Inland produzieren. Unter anderem lockerte der Bund die Anforderungen bei der Produktion.

Bislang ohne Erfolg: Denn bis heute seien bei der zuständigen Behörde Swissmedic keine bewilligungsfähigen Gesuche eingegangen, berichtet der «Tages-Anzeiger». Auch bei den FFP-Masken konnte das zuständige Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) noch keinen Erfolg vermelden. Man stehe man jedoch mit möglichen Herstellern in Kontakt und rechne demnächst mit Gesuchen, heisst es dem Bericht zufolge.

09.03 Uhr: Wohl Covid-19-Spätfolgen wie vermindertes Lungenvolumen möglich

Bei der neuen Lungenkrankheit Covid-19 ist es aus Expertensicht noch zu früh für gesicherte Aussagen über mögliche Spätfolgen. Bei heftigeren Verläufen, etwa mit schwerem Lungenversagen und langer Beatmungsdauer, seien aber durchaus Restsymptome wie ein vermindertes Lungenvolumen zu erwarten, sagte der Mediziner Sven Gläser vom Vivantes-Klinikum Neukölln. Bei Patienten mit leichteren Lungenentzündungen sei hingegen abgeleitet von ähnlich verlaufenden anderen Lungenerkrankungen anzunehmen, dass sie keine relevanten Folgen befürchten müssen.

Anhand erster Erfahrungen sei anzunehmen, dass die überwiegende Mehrzahl der Patienten ohne spürbare Einschränkungen nach Hause entlassen werde, sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Michael Pfeifer, der Deutschen Presse-Agentur. Belastbare Studien zu dem Thema fehlten allerdings bisher, für Deutschland sei für Mai mit ersten Ergebnissen zu rechnen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) wird bisher bei etwa zwei Prozent der Sars-CoV-2-Infizierten in Deutschland eine Lungenentzündung beobachtet. Ein Teil der Patienten muss beatmet werden, und dies oft über längere Zeit.



08.49 Uhr: Oberster Reformierter: «Corona lässt sich nicht wegbeten»

Der Präsident der Evangelisch-reformierten Kirchen Schweiz, Gottfried Locher, hat im Kampf gegen das Coronavirus die Christen zu Solidarität und zum Handeln aufgerufen. Zudem will er, dass die Kirchen bald wieder zugänglich sind.

«Kirchen sind Kraftorte. Und Kraftorte brauchen wir jetzt erst recht», sagte Locher im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Er hoffe, dass der Bundesrat die Kirchen so schnell wie möglich wieder öffne, natürlich unter Einhaltung der Abstandsregeln. Das ginge vielerorts ohne Probleme.



Kein Verständnis hat der 53-jährige ordinierte Pfarrer dafür, wenn Evangelikale oder ein katholischer Weihbischof behaupten, der Glaube stehe über dem Corona-Virus: «Auf dieser Erde regieren Fakten. Corona lässt sich nicht wegbeten.» Selbst der Glaube Jesu sei nicht über dem Faktischen gestanden, wie die Karfreitagsgeschichte zeige. «Jesus ist am Kreuz umgebracht worden, real und brutal.»

Locher appellierte zur Solidarität mit Alten und Kranken. Untätigkeit in diesem Fall sei alles andere als Demut, eher Darwinismus, wonach die Fittesten überleben würden, viele Alte und Schwache nicht. «Das ist das Gegenteil von Solidarität. Handeln ist unsere Pflicht.»

08.33 Uhr: Sommaruga will Lockerungen mit Schutzkonzept begleiten

Lockerungen bei den Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus müssen nach Ansicht von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga von einem Schutzkonzept begleitet werden. Voraussetzung dafür sei, dass es keine Zunahme bei den Ansteckungen mehr gebe.

Beim Schutzkonzept gehe es etwa um Themen wie den Einsatz von Gesichtsmasken, sagte Sommaruga in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Ferner stelle sich die Frage, wie viel getestet werde. Für sie sei es jedoch unvorstellbar, Risikogruppen vollkommen zu isolieren. Der Vorschlag stammt aus Kreisen der Wirtschaft.

Es gehe hier um sehr viele Menschen. Da seien zunächst jene, die über 65 Jahre alt seien. Hinzu kämen jene, die bereits unter einer Vorerkrankung wie Krebs, Diabetes oder Bluthochdruck litten. All diese von der Aussenwelt abzuschneiden, sei nicht praktikabel.

08.26 Uhr: Bundesrat Berset musste sich testen lassen

Bundesrat Alain Berset ist als Gesundheitsminister seit Wochen fast pausenlos im Einsatz gegen das Coronavirus. Nun musste er sich einem Test unterziehen, nachdem eine Person aus seinem Departement am Dienstag positiv auf Corona getestet worden war. Daher blieb Berset am Mittwochmorgen der Bundesratssitzung fern und diskutierte aus der Ferne mit, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Als das negative Testergebnis vorlag, habe Berset wieder normal an der Sitzung teilgenommen. «Er war nicht der erste Bundesrat, der in den vergangenen Wochen getestet wurde und wird wohl auch nicht der letzte sein», sagte Vizekanzler André Simonazzi.

Bundesrat Alain Berset ist permanent gegen Coronavirus im Einsatz — und musste sich nun selbst testen lassen.
Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER(Archivbild)

Die Tendenz der Ansteckungen mit dem Coronavirus in der Schweiz zeigt weiterhin nach unten. «Wir sind über den Berg hinaus, falls es der letzte Berg ist», sagte Daniel Koch, Delegierter des Bundesamts für Gesundheit für Covid-19, am Samstag vor den Medien in Bern.

Es sei immer möglich, dass es zu einem Wiederanstieg komme. Es müsse allen klar sein, dass es nun durchzuhalten gelte, sagte Koch. Bis zum Samstag gab es nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) 24'900 laborbestätigte Ansteckungsfälle, 592 mehr als am Vortag.

In Baden AG ist es am Samstagabend nach 19.00 Uhr zu einem Einsatz der Kantonspolizei Aargau gekommen. Ein Mann hatte Drohungen gegen Familienangehörige und Polizeibeamte ausgestossen. Er konnte nach gut zwei Stunden festgenommen werden. Bei der Festnahme war der Mann unbewaffnet, wie ein Sprecher der Kantonspolizei Aargau eine Meldung des Online-Portals blick.ch bestätigte. Die Polizei hatte besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, da zunächst nicht klar war, ob der Mann bewaffnet war.

Die USA haben in absoluten Zahlen weltweit die meisten Toten durch die Corona-Epidemie zu verzeichnen. Das geht aus Zahlen der amerikanischen Universität Johns Hopkins vom Samstagmittag (Ortszeit) hervor. In den Vereinigten Staaten starben mehr als 19'700 Menschen in Folge der Corona-Pandemie, in Italien wurden 19'468 Tote registriert. Die Daten ändern sich allerdings rasant: Verschiebungen, welches Land in der Corona-Krise traurige Zahlen-Rekorde bricht, unterliegen somit einigen Schwankungen.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Mitarbeitern des Londoner Spitals gedankt, in dem er nach einer Infektion mit dem Coronavirus mehrere Tage auf der Intensivstation verbracht hatte.

«Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben», sagte Johnson in einer knappen Mitteilung am späten Samstagabend.

China hat am Sonntag die bislang höchste Zahl importierter Infektionsfälle mit dem Coronavirus an einem Tag gemeldet. Von insgesamt 99 neu registrierten Infektionen seien 97 aus dem Ausland importiert gewesen, teilte die Gesundheitskommission mit.

Zuletzt war am 25. März ein Höchststand von 67 importierten Fällen gemeldet worden. Daraufhin hatte Peking am 28. März eine Einreisesperre aus dem Ausland verhängt, die weiterhin gilt.

Zudem wurden den Angaben zufolge am Sonntag 49 Corona-Verdachtsfälle gemeldet, bei denen es sich allesamt um importierte Fälle handeln soll.

Die beiden heimischen Infektionen stammen demnach beide aus der nordöstlichen Provinz Heilongjiang an der Grenze zu Russland.

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