Weniger FrühpensionierteSo will Bundesrätin Baume-Schneider die AHV langfristig finanzieren
SDA
20.5.2026 - 14:15
Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider erläutert vor den Medien die Vorschläge des Bundesrates zur Finanzierung der AHV.
sda
Der Bundesrat will die AHV fit für die Zukunft machen. Mit der Reform AHV 2030 sollen Frühpensionierungen reduziert und Menschen länger im Arbeitsmarkt gehalten werden. Das Rentenalter bleibt unangetastet.
Der Bundesrat will mit der Reform AHV 2030 Frühpensionierungen bremsen und mehr Menschen länger im Arbeitsmarkt halten.
Das ordentliche Rentenalter von 65 Jahren soll zwar unverändert bleiben, Frühpensionierungen in der zweiten Säule aber erschwert werden.
Gleichzeitig plant die Regierung zusätzliche Einnahmen für die AHV und diskutiert je nach Finanzierung der 13. AHV-Rente auch höhere Mehrwertsteuern oder Beiträge.
Der Bundesrat will mit der Reform AHV 2030 weniger Frühpensionierungen erreichen, um die AHV zu entlasten und das inländische Arbeitskräftepotenzial zu fördern. Das Rentenalter will er aber nicht erhöhen, wie Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider am Mittwoch erklärte. Nun können sich Interessierte zu den Plänen äussern.
Der Bundesrat hat die schon im vergangenen Jahr in weiten Teilen skizzierte Reformvorlage am Mittwoch in die Vernehmlassung gegeben, bis zum 11. September.
Ziel der Reform ist es laut der Landesregierung, die AHV zu modernisieren, sie an die gesellschaftliche Entwicklung anzupassen und ihr finanzielles Gleichgewicht langfristig zu sichern.
Geburtenstarke Jahrgänge vor Rente
In den kommenden Jahren werden Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge pensioniert. Die AHV stelle dieser demografische Wandel vor grosse Herausforderungen, schreibt der Bundesrat. Er will das Arbeiten im Beruf bis zum Rentenalter und auch im Pensionsalter mit mehreren Massnahmen fördern.
Wer im Rentenalter erwerbstätig bleibt, soll künftig von einem höheren Freibetrag für AHV-Beiträge profitieren; die Schwelle soll von 16'800 auf 22'680 Franken im Jahr angehoben werden. Die heutige Altersgrenze von siebzig Jahren für das Aufschieben des Rentenbezuges und das Aufbessern der Rente soll wegfallen.
In der beruflichen Vorsorge – der zweiten Säule – will der Bundesrat frühzeitige Rentenbezüge erschweren. Das Mindestalter für den vorzeitigen Altersrücktritt will er schrittweise von heute 58 auf neu 63 Jahre anheben. Ab dem 63. Geburtstag kann auch die AHV-Rente vorzeitig bezogen werden.
Kein höheres Rentenalter
Abweichungen von der Mindestalter-Regel sollen bei Ausnahmen – unter anderem bei Umstrukturierungen in Unternehmen sowie im Rahmen von Gesamtarbeitsverträgen – möglich sein. Allerdings gilt ein Mindestalter von sechzig Jahren.
Das AHV-Rentenalter 65 will der Bundesrat nicht erhöhen, wie er bereits früher entschied. Er will aber – mit Blick auf künftige AHV-Revisionen – verschiedene Modelle zu der Frage prüfen. Eine Expertenkommission soll die nötigen Vorarbeiten dafür leisten.
Um Beitragslücken bei der AHV zu schliessen, sollen auf Kranken- und Unfalltaggelder künftig AHV-Beiträge bezahlt werden, so wie es heute beispielsweise bei Taggeldern für Arbeitslose der Fall ist. Und wie für Angestellte mit höheren Einkommen soll neu für Selbstständige mit guten Einkommen ein höherer AHV-Beitragssatz gelten.
Dass statt höherer Löhne Dividenden ausbezahlt werden, um AHV-Beiträge zu umgehen, will der Bundesrat verhindern. Neu will er eine Dividende als überhöht gelten lassen, wenn ihre Rendite 15 Prozent des investierten Kapitals übersteigt. Was darüber liegt, soll massgebend sein für die Berechnung der AHV-Beiträge.
Die Rolle der 13. AHV-Rente
Der Bundesrat erwartet, dass die geplanten Massnahmen der AHV von 2030 bis 2040 Mehreinnahmen von jährlich rund 600 Millionen Franken verschaffen. Wie viel Geld die AHV in den nächsten Jahren aber tatsächlich brauche, hänge von der Finanzierung der 13. AHV-Rente ab, die Ende 2026 zum ersten Mal ausbezahlt wird.
Darüber debattiert zurzeit das Parlament; endgültige Entscheide sollen im Juni fallen. Sicherten die Räte die Finanzierung des «Dreizehnten» langfristig, brauche es keine zusätzliche Finanzierung, solange sich die Konjunktur nicht stark verschlechtere, schreibt der Bundesrat.
Wollten die Räte hingegen eine befristete zusätzliche Finanzierung, müsse die Mehrwertsteuer für die AHV erhöht werden. Bei einer befristeten Finanzierung würde die Mehrwertsteuer um 0,7 Prozentpunkte erhöht. Ohne eine Entscheidung des Parlaments wären 0,7 Prozentpunkte mehr Mehrwertsteuer und um 0,2 Prozentpunkte erhöhte Beiträge nötig. Würde allein die Mehrwertsteuer herangezogen, müsste diese um 0,9 Prozentpunkte angehoben werden.
G7-Gipfel: Zusätzlicher Druck und Sanktionen gegen Russland
Évian, 17.06.2026: Mehr Druck auf Russland – die USA und die anderen G7-Staaten wollen mehr Druck auf Russland ausüben und so ein Ende des Ukraine-Kriegs herbeiführen.
In einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs vom Gipfeltreffen im französischen Évian heisst es, man werde die Sanktionen verschärfen, auch im Öl- und Gassektor. Ausserdem sollen mehr Waffen und Luftverteidigungssysteme geliefert werden.
Neben zusätzlichen Waffen versprechen die G7-Staaten der Ukraine in der Erklärung auch zusätzliche Unterstützung, um den kommenden Winter zu bewältigen.
Mit dem Ausbau der Unterstützung soll nach Angaben der G7 die neue Dynamik unterstützt werden, die in den vergangenen Monaten durch ukrainische Fortschritte an der Front entstanden ist.
18.06.2026
Rassistische Krawalle in Belfast: Starmer «schockiert»
Belfast/London, 10.06.2026: Nach gewaltsamen Ausschreitungen: Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilt die rassistische Krawalle in Belfast aufs Schärfste.
Er schreibt in einem X-Beitrag:
«Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel (...) Es ist offensichtlich, dass Menschen letzte Nacht aufgrund ihrer Herkunft ins Visier genommen wurden, und das werde ich nicht tolerieren (...) Die Verantwortlichen werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.»
Hintergrund der Ausschreitungen ist ein brutales Video eines Messerangriffs vom Montag, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmasslicher Täter ist laut Polizei ein 30-jähriger Sudanese. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.
Randalierer zogen teils vermummt durch die Strassen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, aus ihnen mussten Bewohner gerettet werden.
11.06.2026
ICE-Agenten zerren Frau aus ihrem Auto
Am 13. Januar 2026 ziehen Beamte der Einwanderungspolizei ICE eine Frau in Minneapolis, Minnesota, aus ihrem Wagen und verhaften Aliya Rahman.
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