Nach Regelverstoss: Churer Administrator setzt Martin Kopp ab

SDA

18.3.2020 - 14:10

Peter Buercher, Apostolischer Administrator des Bistum Chur, hat den Generalvikar für die Urschweiz, Peter Kopp, per sofort abgesetzt.
Source: Keystone

Martin Kopp ist nicht länger Delegierter für die Urschweiz. Das hat das Bistum Chur entschieden.

Der Churer Apostolische Administrator Peter Bürcher hat Martin Kopp per sofort als Delegierten für die Urschweiz aus dem Amt entfernt. Kopp verhielt sich in den Augen des interimistischen Bischofs nicht weisungsgerecht.

Kopp hatte sich zur Bischofsnachfolge im Bistum Chur öffentlich geäussert und damit gegen eine interne Regel verstossen, wonach alle Anfrage in dieser Sache an den Medienbeauftragten gehen, wie das Bistum Chur am Mittwoch mitteilte.

Zudem soll sich Kopp illoyal verhalten haben. Das Bistum wirft dem Delegierten für die Urschweiz vor, sich Mitte März in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» wertend zur anstehenden Bischofswahl geäussert zu haben. Er habe ein Eingreifen des Staats begrüsst, schrieb das Bistum.

Konsequenzen nach Corona-Video

Dadurch habe Kopp öffentlich eine Initiative unterstützt, die darauf abziele, die Freiheit des Apostolischen Stuhls und des Domkapitels bei der Wahl des neuen Bischofs einzuschränken. Kopp hat in den Augen von Administrator Bürcher jenes Mindestmass an Vertrauen verloren, welches notwendig ist, um die Aufgabe eines Delegierten des Apostolischen Administrators ausüben zu können.

Die Leitung des Büros des Regionalen Generalvikariats Urschweiz wird laut Bistumsangaben ab sofort und bis zur Amtsübernahme des neuen Bischofs von Chur Pfarrer Peter Camenzind, Schwyz, kommissarisch anvertraut.



Wie das Bistum weiter mitteilte, darf sich Weihbischof Marian Eleganti ohne Rücksprache nicht mehr öffentlich äussern. Eleganti hatte zuvor in einem Video gesagt, er lehne die Leerung der Weihwasserbecken und den Verzicht auf die Mundkommunion ab, obwohl die Bischofskonferenz dies in Hinblick auf die Coronakrise beschlossen hatte. Eleganti wollte stattdessen auf den «Schutz Gottes» setzen: «Wie kann ich von der Kommunion Unheil und Ansteckung erwarten», so der Weihbischof in dem umstrittenen Video.

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