Leiser Umbau im Regal Coop baut Eigenmarke aus– Tausende Produkte betroffen

Samuel Walder

15.4.2026

Wärend die Migros ihr Eigenmarkensortiment ausdünnt, setzt Coop den Ausbau. 
Wärend die Migros ihr Eigenmarkensortiment ausdünnt, setzt Coop den Ausbau. 
Symbolbild: Keystone

Während die Migros ihre Eigenmarken sichtbar ausdünnt, geht Coop einen anderen Weg: Der Detailhändler baut sein Angebot an Eigenmarken aus und will so eine Preisveränderung anstreben. Das Projekt läuft schon seit 2024.

Samuel Walder

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Coop ersetzt schrittweise die Eigenmarke «Qualité & Prix» durch «Coop», ohne Sortiment oder Preise zu verändern.
  • Die Umstellung läuft seit 2024 leise im Hintergrund und soll erst 2028 abgeschlossen sein, indem Verpackungen nach und nach ersetzt werden.
  • Ziel ist eine klarere Markenstruktur. Die Migros strich kürzlich 80 Produkte ihrer Eigenmarke.

Coop baut seine Eigenmarken leise, aber konsequent um. Der Detailhändler ersetzt schrittweise die bekannte Linie «Qualité & Prix» durch Produkte unter dem schlichten Namen «Coop». Das berichten die Zeitungen von CH Media. Die Änderung betrifft tausende Artikel aus dem Alltag – von Lebensmitteln bis zu Haushaltsprodukten.

Firmensprecher Caspar Frey bestätigt: «Dies ist der Fall.» Die bisherige Eigenmarke für die mittlere Preislage verschwindet. Für die Kundschaft ändert sich jedoch wenig. «Es handelt sich um eine namentliche Anpassung, das Sortiment wird nicht angepasst.» Auch die Preise bleiben gleich. Die Umstellung läuft seit Anfang 2024 und erfolgt schrittweise, «wenn das jeweilige Verpackungsmaterial von ‹Qualité & Prix› aufgebraucht ist».

Keine aktive Kommunikation

In den Regalen ist der Wechsel bereits sichtbar. Einzelne Produkte wie Haselnüsse oder Zucker gibt es parallel in alter und neuer Verpackung. Betroffen sind alle Sortimentsbereiche – von Pizzas über Charcuterie bis hin zu WC-Bürsten. Unter der neuen Eigenmarke «Coop» werden weiterhin auch Produkte mit Labels wie IP Suisse oder Fairtrade Max Havelaar verkauft.

Was auffällt: Coop kommuniziert den Wandel kaum aktiv. Dabei wurde die Umstellung laut Frey bereits 2023 beschlossen. Ziel sei vor allem eine klarere Orientierung für die Kundschaft. Gleichzeitig dürfte auch der alte Name, der stark an eine günstigere Linie erinnerte, nicht mehr zeitgemäss gewesen sein.

Migros dünnt aus

Ganz anders geht die Konkurrenz vor. Die Migros kündigte öffentlich an, von ihren 250 Eigenmarken rund 80 zu streichen, darunter «Oh!» oder «American Favorites». Selbst die bekannte Billiglinie M-Budget wird deutlich verkleinert. Neu setzt auch die Migros stärker auf eine Eigenmarke mit eigenem Namen: «Migros».

Im Vergleich dazu ist das Eigenmarken-Portfolio bei Coop überschaubar. Bekannte Marken sind etwa Halba, Betty Bossi oder Jamadu. «In unserem Sortiment halten sich Eigenmarkenprodukte und Markenartikel seit Jahren die Waage», sagt Frey. Konkrete Zahlen nennt Coop nicht. 2019 hatte Konzernchef Philipp Wyss aber angekündigt, den Eigenmarken-Anteil von 55 auf 60 Prozent zu erhöhen. Bei der Migros liegt dieser Wert laut Angaben bei über 80 Prozent.

Die Umstellung bei Coop wird sich noch hinziehen. Erst 2028 soll sie abgeschlossen sein – auch, weil kein Verpackungsmaterial vernichtet werden soll. Eigenmarken bleiben für Händler ein zentrales Geschäft: Sie bieten günstigere Alternativen zu Markenprodukten und stärken die Position gegenüber Lieferanten. Gleichzeitig setzen Coop und Migros auf ein bewährtes Prinzip mit drei Preisstufen. Dahinter steckt der sogenannte Decoy Effect: Viele Kundinnen und Kunden greifen zur mittleren Option – und genau dort verdienen die Händler am meisten.


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