Kurve flacht weiter ab — politische Forderungen werden lauter

Agenturen/red.

21.4.2020 - 21:27

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Dienstag 119 bestätigte Neuansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. Während die Kurve der Corona-Fälle weiter abflacht, werden verschiedene politische Forderungen laut, um stark angeschlagene Wirtschaftszweige wieder auf Kurs zu bringen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Insgesamt gab es in der Schweiz und Liechtenstein laut BAG 28'063 bestätigte Fälle und 1187 Tote. Damit erhöhte sich die Zahl der neuen laborbestätigten Fälle mit 119 im Vergleich zum Vortag erneut weniger stark, wie das BAG weiter mitteilte. Am Montag waren noch 204 bestätigte Neuansteckungen gemeldet worden.

Unterdessen wurden auf politischer Ebene mehrere Forderungen laut. So fordert die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK), dass Betriebe, welche auch Anfang Mai noch von den restriktiven Corona-Massnahmen des Bundes betroffen sind, nicht alle beantragten Notkredite zurückzahlen müssen. Die WAK denkt dabei etwa an die arg gebeutelte Gastronomie.

Betreiberinnen und Betreiber von Unternehmen, die über den 27. April hinaus geschlossen bleiben müssen, sollen einen Erlass des erhaltenen Covid-19-Kredits in Höhe von maximal drei Monatsmieten erhalten. Diesen Antrag beschloss die Kommission mit 9 zu 4 Stimmen, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Es gehe um die Vermeidung von Konkursen. Der teilweise Erlass von den vom Bund verbürgten Überbrückungskrediten soll nur in Härtefällen zur Anwendung kommen.

Damit die Zusammenführung von Familien und die Wiederherstellung der Personenfreizügigkeit rasch erfolgen kann, verlangt die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats (APK) vom Bundesrat einen raschen Fahrplan für die schrittweise Öffnung der Landesgrenzen. Sie hat eine entsprechende Motion eingereicht, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Der Entscheid fiel mit 14 zu 7 Stimmen bei einer Enthaltung.

Die Gesundheitskommission des Ständerats (SGK) will ihrerseits wissen, welche Kosten die Corona-Pandemie für das Schweizer Gesundheitswesen verursacht. Sie verlangt dazu einen Bericht vom Bundesrat. Die SGK hat beschlossen, ein Postulat mit diesem Auftrag einzureichen, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Der Fokus liegt einerseits auf den Kosten, die den Spitälern und den Kantonen entstanden sind, anderseits auf der finanziellen Belastung für die Krankenkassen und die Versicherten.

Mit den ersten Lockerungen von Schutzmassnahmen sollen auch wieder mehr Züge und Busse fahren. Bereits ab dem 27. April werden erste vorübergehend gestrichene Zugverbindungen wieder angeboten, einen umfassenden Ausbau soll es ab dem 11. Mai geben, wie die SBB mitteilten.

An diesem Tag soll es auch mit dem Betrieb der obligatorischen Schulen wieder losgehen. Der Lehrerverband fordert daher ein konkretes Schutzkonzept mit praktikable Lösungen, um das Personal und die Kinder zu schützen. Der Schutz des Lehrpersonals und der Schülerinnen und Schüler müsse oberste Priorität haben, schreibt der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer (LCH) in einer Mitteilung.

Gymnasien und Fachmittelschulen sollen die Möglichkeit bekommen, auf schriftliche und mündliche Prüfungen verzichten zu können. Den Verzicht auf schriftliche Prüfungen soll der Bundesrat laut den kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) im Notrecht regeln. Den möglichen Verzicht auf mündliche Prüfungen hat die Plenarversammlung in Eigenregie beschlossen.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze

  • Gymnasien und Fachmittelschulen sollen die Möglichkeit bekommen, auf schriftliche und mündliche Prüfungen verzichten zu können.
  • Der Lehrerverband fordert ein konkretes Schutzkonzept für die Schulöffnung.
  • In der Schweiz gibt es seit Montag 119 neue Erkrankungen am Coronavirus – die tiefste Zahl seit Wochen.
  • Die Wirtschaftskommission des Ständerats fordert einen Erlass des erhaltenen Covid-19-Kredits für Restaurants, Bar und Nachtclubs.
  • Das Münchner Oktoberfest findet wegen der Krise nicht statt.
  • Mit einem auf Twitter veröffentlichten Video bedankt sich das Bundesamt für Gesundheit bei der Schweizer Bevölkerung.
  • US-Präsident Donald Trump will zum Schutz der Bevölkerung die Grenzen des Landes vorübergehend für Einwanderer schliessen.
  • Japan wird die Kosten für die Verschiebung der Olympischen Spiele übernehmen.

21.27 Uhr: «Hunger-Pandemie»: Corona-Krise wird Unterernährung verschärfen

Die Vereinten Nationen warnen davor, dass sich die Zahl der unterernährten Menschen wegen der Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen weltweit fast verdoppeln könnte. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) am Dienstag in Rom vorstellte. Die Zahl der Menschen, die sich nicht ausreichend ernähren können, um gesund zu leben, oder die sogar Hunger leiden, könnte 2020 sprunghaft auf 265 Millionen Menschen anwachsen, hiess es.



Die Welt stehe kurz vor einer «Hunger-Pandemie», warnte WFP-Chef David Beasley unterdessen am Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. «821 Millionen Menschen gehen jede Nacht überall auf der Welt hungrig zu Bett», sagte er. Weitere 135 Millionen seien existenzieller Sorge wegen der Knappheit von Nahrung ausgesetzt, noch einmal 130 Millionen könnten am Ende des Jahres vor dem Hungertod stehen. «Wenn wir uns jetzt nicht vorbereiten und handeln - um den Zugang (zu Hungerleidenden) zu sichern, Finanzierungs- und Handelsengpässe zu vermeiden - könnten wir innerhalb weniger Monate mehreren Hungersnöten von biblischem Ausmass ausgesetzt sein».

Unter der drastischen Verschlechterung ihrer Ernährungslage durch die Folgen der Corona-Krise dürften besonders Menschen in ärmeren Staaten leiden. «Wir müssen jetzt gemeinsam handeln, um die Auswirkungen dieser globalen Katastrophe zu mildern», forderte der WFP-Experte Arif Husain anlässlich der Vorstellung des Berichts in Rom.

21.12 Uhr: Kantone kritisieren «Mini-Öffnungsschritt» für Lebensmittelhändler

Nach dem Kanton Zürich haben auch Aargau und St. Gallen den Öffnungsplan des Bundesrats kritisiert. Im Mittelpunkt steht dabei der «Mini-Öffnungsschritt» für Lebensmittelhändler.

Wie der Tages-Anzeiger nun berichtet, treffen sie damit im Bundesrat allerdings offenbar auf taube Ohren. Möglicherweise erreichen die Regierungen sogar genau das Gegenteil — zumindest laut «einer Person aus der Bundesverwaltung».

Demnach sei es nicht auszuschliessen, dass der Bundesrat zu dem Ergebnis komme, ganz auf den «Mini-Öffnungsschritt» für Lebensmittelhändler zu verzichten. 

20.56 Uhr: Immer weniger Covid-19-Patienten in Frankreich auf Intensivstationen

In Frankreich sinkt nach Angaben der Gesundheitsbehörden weiterhin die Zahl der Patienten, die wegen Covid-19 auf einer Intensivstation behandelt werden müssen. Im Vergleich zum Vortag seien es 250 Menschen weniger, sagte Gesundheitsdirektor Jerôme Salomon. Landesweit benötigten demnach weiterhin rund 5430 eine Behandlung auf einer Intensivstation.

Auch die Zahl der Coronavirus-Neuzugänge in Krankenhäusern nehme ab, erklärte Salomon. In Frankreich befanden sich seinen Angaben zufolge rund 30'100 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern.

Die Zahl der Todesfälle stieg auf 20'796. Salomon erinnerte daran, die Ausgangsbeschränkungen und Gesten der sozialen Distanzierung einzuhalten, um an den für Mitte Mai geplanten Lockerungen der Massnahmen festhalten zu können. Was heute und morgen getan werde, beeinflusse die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen am 11. Mai, betonte Salomon.

20.30 Uhr: Studie zu Malaria-Medikament bei Covid-Fällen: kein positiver Effekt

Ein von US-Präsident Donald Trump beworbenes Malaria-Medikament hat einer Studie zufolge keinen positiven Effekt auf Patienten, die an der Lungenkrankheit Covid-19 leiden. Bei Patienten, die Hydroxychloroquin erhielten, habe sich sogar eine höhere Sterblichkeitsrate als in der Vergleichsgruppe ergeben, hiesss es am Dienstag in einer noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie. Diese befasste sich retrospektiv mit den Daten von 368 männlichen Covid-Patienten, die bis 11. April in Krankenhäusern für US-Veteranen behandelt worden waren. Von den Patienten waren 97 mit Hydroxychloroquin behandelt worden, 113 bekamen zusätzlich noch das Antibiotikum Azithromycin, 158 weitere weder noch.



Die Forscher erklärten, es liefen derzeit grössere und belastbarere Studien inklusive Placebo-Gruppen zur Verwendung des Medikaments. Deren Ergebnisse würden aber erst später vorliegen. Daher sei es das Ziel ihrer Analyse gewesen, aktuelle «Erkenntnisse zu den klinischen Ergebnissen» zu bieten, schrieben die Forscher um Joseph Magagnoli, Siddharth Narendran und Felipe Pereira. Dies sei auch mit Blick auf die bedeutenden Nebenwirkungen des Malaria-Medikaments wichtig.

Die Einnahme von Hydroxychloroquin oder eine Kombination mit Azithromycin habe die Wahrscheinlichkeit, an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden zu müssen, nicht verringert, hiess es in der Studie. Bei Patienten, die nur das Malaria-Medikament erhielten, habe sich sogar eine deutlich höhere Sterberate ergeben, hiess es weiter. Die Forscher erklärten, die allgemeine gesundheitliche Verfassung der Patienten sei vergleichbar gewesen. Sie schränkten allerdings ein, dass vor allem Patienten mit einem schwereren Krankheitsverlauf Hydroxychloroquin bekommen hätten.

Trump hat sich wiederholt für den Einsatz des bereits seit Langem für andere Zwecke zugelassenen Wirkstoffs Chloroquin eingesetzt. In Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin könne das «einer der grössten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein», warb Trump etwa Ende März. Trumps eigene medizinische Experten betonten jedoch, dass es bislang keine belastbaren wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit des Medikaments bei Covid-19-Patienten gebe.

20.18 Uhr: Commonwealth-Gipfel in Ruanda wegen Corona-Krise verschoben

Das für Juni geplante Gipfeltreffen der 54 Commonwealth-Staaten ist wegen der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Die ursprünglich vom 22. bis 27. Juni in Ruandas Hauptstadt Kigali vorgesehen Konferenz werde nunmehr zu einem «noch zu benennenden Zeitpunkt» zusammenkommen, teilte die Commonwealth-Verwaltung am Dienstag mit. «In den kommenden Monaten wird jede Nation des Commonwealth voll konzentriert auf den Kampf gegen Covid-19 sein», sagte Ruandas Präsident Paul Kagame. Aber er freue sich darauf, die Commonwealth-Familie in Kigali begrüssen zu dürfen, «sobald die Pandemie besiegt wird.»

Das Commonwealth ist eine lose Verbindung von Staaten, die aus den ehemaligen Kolonien Grossbritanniens hervorgegangen sind. An der Spitze der Organisation steht Königin Elizabeth II..

19.51 Uhr: Vorsichtige Lockerung in den Niederlanden: Grundschulen bald wieder offen

Die Niederlande haben eine vorsichtige Lockerung der strengen Corona-Massnahmen angekündigt. Am 11. Mai würden Grundschulen und Kitas wieder geöffnet werden, teilte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag mit. Höhere Schulen sollen am 1. Juni folgen. Kinder sollten zunächst nur in kleinen Gruppen Unterricht bekommen. Kinder und Jugendliche dürfen in Vereinen wieder Sport treiben. Alle übrigen Verbote aber wurden um mindestens drei Wochen verlängert.

Grossveranstaltungen wie Festivals, Sportwettkämpfe und auch Profifussball bleiben sogar bis zum 1. September verboten. «Wir können die Risiken nicht tragen», sagte Rutte. Auch Friseure blieben geschlossen und Besuche in Pflegeheimen verboten. Geschäfte durften auch bisher geöffnet sein.

Die Zahlen bei Covid-19-Erkrankten und Corona-Infektionen seien zwar hoffnungsvoll, sagte Rutte. Der Druck auf das Gesundheitssystem bleibe aber «gigantisch gross». Daher sei eine weitere Lockerung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. «Wir stehen vor einem teuflischem Dilemma», sagte der Premier. «Aber erst kommt die Gesundheit, dann der Rest.» Eine zweite Corona-Welle müsse verhindert werden.

19.36 Uhr: Gymnasien und Fachmittelschulen sollen auf Abschlussprüfungen verzichten können

Gymnasien und Fachmittelschulen sollen die Möglichkeit bekommen, auf schriftliche und mündliche Prüfungen verzichten zu können. Den Verzicht auf schriftliche Prüfungen soll der Bundesrat laut den kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) im Notrecht regeln. Den möglichen Verzicht auf mündliche Prüfungen hat die Plenarversammlung in Eigenregie beschlossen.

Einige Kantone könnten wegen des Bundesrats-Entscheids, durch den Mittelschulen voraussichtlich bis am 8. Juni geschlossen bleiben müssen, keine Prüfungen durchführen, wie die EDK in einem Brief an den Bundesrat schreibt. Die Plenarversammlung habe daher entschieden, dass auf die mündlichen Prüfungen verzichten werden kann.



Zudem würden die Folgen der Schulschliessung wegen der Corona-Krise die Kantone und damit die Schülerinnen und Schüler sehr unterschiedlich treffen. In einigen Kantonen sei die Vermittlung des Schulstoffes in den Abschlussklassen zu Beginn des Lockdowns bereits weitgehend abgeschlossen gewesen, während in anderen Kantonen der Stoff für die Prüfungen jeweils bis Ende Mai vermittelt werde. Schülerinnen und Schüler hätten zudem die Prüfungsvorbereitung teilweise unter erschwerten Bedingungen leisten müssen.

Der EDK will Gymnasien und Fachmittelschulen die Möglichkeit geben, auf Abschlussprüfungen zu verzichten.
KEYSTONE/GAETAN BALLY (Symbolbild)

Die Kantone müssten diesen Umständen Rechnung tragen können, indem sie auch auf die Durchführung von schriftlichen Prüfungen verzichten könnten. Für die Maturaprüfungen beantragt die EDK daher in einem Brief an den Bundesrat, dass dieser im Rahmen des Notverordnungsrechts die Möglichkeit schafft, dass die Gymnasien auch auf die schriftlichen Abschlussprüfungen verzichten können.

Jene Kantone, welche auf Prüfungen verzichten, sollen stattdessen auf die Erfahrungsnoten abstützen. Damit sei die Qualität und Gleichwertigkeit der Abschlusszeugnisse gewährleistet.

Bei den Fachmittelschulausweisen liegt die Zuständigkeit gemäss Dokument bei der EDK. Sie werde zwecks Gleichbehandlung analog eine Richtlinie für die Anerkennung der Fachmittelschulausweise erlassen. Eine analoge Regelung für die Berufsmaturität sei durch den Bund zu erlassen.

19.23 Uhr: G20-Sondersitzung: Parmelin betont Zusammenarbeit in Corona-Krise

Bundesrat Guy Parmelin hat an der Sondersitzung der G20-Landwirtschaftsminister zum Thema Covid-19 betont, wie wichtig es ist, den internationalen Handel mit Nahrungsmitteln und essenziellen landwirtschaftlichen Produktionsmitteln zu gewährleisten. Er rief die G20-Mitglieder zu einer engeren multilateralen Zusammenarbeit auf.

Damit sollen die Nachhaltigkeit und Resilienz der Ernährungssysteme in künftigen Krisen sichergestellt werden, wie das Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) am Dienstagabend mitteilte. Das Thema der Sondersitzung war Covid-19 und dessen Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit und die weltweite Ernährung. Saudi-Arabien, das dieses Jahr die G20-Präsidentschaft innehat, hatte die Schweiz zur Teilnahme an dieser per Videokonferenz durchgeführten Sitzung eingeladen.



In seiner Rede habe Parmelin betont, dass nicht gerechtfertigte Massnahmen unbedingt vermieden werden müssen, insbesondere Exportbeschränkungen. Der WBF-Vorsteher habe unter anderem auch hervorgehoben, wie wichtig die multilaterale Zusammenarbeit sei. Ebenfalls angesprochen wurde die Bedeutung der Mobilität von Saisonarbeitskräften in der Landwirtschaft.

19.10 Uhr: Merkel verspricht deutsche Solidarität in Europa

Vor dem EU-Gipfel hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel den europäischen Partnern Solidarität in der Corona-Krise zugesagt. Ohne Europa könne die Bundesrepublik auf Dauer nicht stark sein, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag nach Angaben von Teilnehmern in einer Schaltkonferenz der Unionsfraktion im Bundestag, der ersten Kammer des deutschen Parlaments. Beim Videogipfel am Donnerstag wollen Merkel und ihre EU-Kollegen vereinbarte europäische Krisenhilfen billigen und zudem erste Weichen für ein gross angelegtes Wiederaufbauprogramm stellen.

Die EU-Finanzminister hatten vor zwei Wochen ein erstes europäisches Hilfspaket für Jobs, Unternehmen und verschuldete Staaten im Umfang von bis zu 540 Milliarden Euro geschnürt. Zudem wurde ein Wiederaufbaufonds vereinbart, allerdings ohne Details. Dazu wird beim Gipfel ein Vorschlag von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erwartet. Bekannt ist bereits, dass die EU-Kommission für den Wiederaufbau selbst Anleihen herausgeben und so Geld am Kapitalmarkt aufnehmen will. Die EU-Staaten würden im Rahmen des EU-Haushalts dafür bürgen.

Merkel hatte dafür am Montag Sympathie erkennen lassen. Sie verwies auf das neue europäische Kurzarbeiter-Programm «Sure», das ebenfalls über Anleihen der EU-Kommission finanziert werden soll. «Solche Instrumente kann ich mir auch weiter vorstellen», sagte Merkel. Deutschland wolle und werde solidarisch sein, im Rahmen der heutigen EU-Verträge.

18.54 Uhr: New Yorks Todeszahlen innerhalb 24 Stunden erneut unter 500

Im besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffenen US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden zum zweiten Mal in Folge unter 500 geblieben. Die Zahl der täglichen Todesopfer habe zwischen Montag und Dienstag bei 481 gelegen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. «Das ist gut — aber unsere Definition von ‹gut› hat sich verändert. ‹Gut› bedeutet jetzt ‹nicht furchtbar›.»

Zwischen Sonntag und Montag waren in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern 478 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben — in den Wochen davor hingegen täglich bis zu knapp 800 Menschen. Nach Verkündung von relativ strengen Ausgangsbeschränkungen vor einem Monat waren die Zahlen der neu Infizierten in New York zuletzt bereits deutlich zurückgegangen. Insgesamt mussten bislang auch deutlich weniger Patienten in Kliniken als zuvor prognostiziert.



Bei einem Besuch im Weissen Haus in Washington wollte Cuomo am Dienstagnachmittag (Ortszeit) mit US-Präsident Donald Trump besprechen, wie künftig deutlich mehr getestet werden könnte. Cuomo und Trump hatten sich zu diesem und anderen Themen in den vergangenen Wochen immer wieder gegenseitig heftig kritisiert.

«Wir haben viel aneinander vorbeigeredet», sagte Cuomo nun. «Lasst uns einfach koordinieren, wer was macht.» Trump hatte die Verantwortung für Tests in der Corona-Krise zuletzt mehrfach den Gouverneuren der Bundesstaaten zugeschoben.

18.43 Uhr: Pro Helvetia baut Unterstützung für Comic-Szene aus

Comic-Autorinnen und -Autoren sind in der Schweiz bisher, was die Förderung ihres Schaffen anbetrifft, häufig zwischen Stühle und Bänke gefallen. Das soll sich ändern. Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia unterstützt das Comic-Schaffen neu mit Werkbeiträgen.

Der Kulturstiftung sei es ein Anliegen, die «bestehende Förderlücke zu schliessen und Comic als eigenständige Kunstform zu stärken», teilte Pro Helvetia mit.



In den Jahren 2020 und 2021 will die Stiftung insbesondere einzelne Projekte «finanziell mit hohen Beiträgen» unterstützen; vorgesehen sind Werkbeiträge von jeweils 20'000 Franken. «Wir reden hier bewusst von einer Pilotphase, weil wir Erfahrungen sammeln möchten», heisst es auf Anfrage. Alle Werkbeiträge gemeinsam sollen von einer Fachjury Comics geprüft und zur Unterstützung empfohlen werden.

18.34 Uhr: Slowakei lockert Corona-Schutzmassnahmen in vier Schritten

Der Corona-Krisenstab der slowakischen Regierung hat einen Vier-Phasen-Plan zur Lockerung der Schutzmassnahmen beschlossen. «Morgen erwartet uns ein grosser Tag», erklärte Regierungschef Igor Matovic, als er den Beschluss bekanntgab. Schon Mittwoch soll die erste Phase des Regierungsplans in Kraft treten. Sie erlaubt unter anderem die Öffnung von Geschäften mit einer Verkaufsfläche von maximal 300 Quadratmetern unter strengen Hygieneauflagen. Auch die meisten Dienstleistungsbetriebe mit derselben Maximalfläche dürfen wieder öffnen.

Ausgenommen sind vorerst allerdings Dienstleistungen mit engem Kontakt, also etwa Friseurläden oder Kosmetiksalons. Sie dürfen erst in der zweiten Phase öffnen, die nach Überprüfung der ersten Phase voraussichtlich zwei Wochen später beginnt. Sollte es nach der ersten Phase allerdings zu einem deutlichen Anstieg an Neuinfektionen mit Covid-19 kommen, werden die Lockerungen wieder zurückgenommen.

18.20 Uhr: Conte fordert schnelle Einigung zu Corona-Hilfen

Kurz vor dem EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs hat Premier Giuseppe Conte eine rasche Einigung im Streit um gemeinsame Finanzhilfen in der Corona-Krise gefordert. Zugleich liess er erkennen, dass Rom nicht ausschliesslich auf sogenannten Corona-Bonds beharrt, sondern auch offen für andere vorgelegte Konzepte sein könnte. «Wir müssen rasch handeln, denn eine Verzögerung würde das Resultat verwässern», sagte Conte in einer Rede vor dem Senat, der kleineren Parlamentskammer. Ein solches Risiko könne Europa sich nicht leisten.



Vor der Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs am Donnerstag gehen die Meinungen über das Wie von EU-Corona-Hilfen bisher weit auseinander. Bundesfinanzminister Olaf Scholz dämpfte die Erwartung, dass ein europäisches Wiederaufbauprogramm in Billionenhöhe schnell starten könnte. Italien hatte unter dem Stichwort «Corona-Bonds» wiederholt gemeinsame Anleihen der 27 Staaten gefordert. Deutschland und die Niederlande lehnen gemeinsame Schulden in dieser Form ab.

18.13 Uhr: Gesundheitskommission will Transparenz über Mehrkosten

Die Gesundheitskommission des Ständerats (SGK) will wissen, welche Kosten die Corona-Pandemie für das Schweizer Gesundheitswesen verursacht. Sie verlangt dazu einen Bericht vom Bundesrat.

Die SGK hat beschlossen, ein Postulat mit diesem Auftrag einzureichen, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Der Fokus liegt einerseits auf den Kosten, die den Spitälern und den Kantonen entstanden sind, anderseits auf der finanziellen Belastung für die Krankenkassen und die Versicherten.

Den vom Bundesrat beantragten Krediten, die den Gesundheits- und Sozialbereich betreffen, hat die SGK ohne Gegenstimme zugestimmt. Dazu gehören 130 Millionen Franken für den Kauf von Medikamenten, 10 Millionen Franken für die globale Impfstoffkoalition CEPI, 1,3 Milliarden Franken für den COVID-19-Erwerbsersatz und 2,453 Milliarden Franken zur Beschaffung von Sanitätsmaterial. Zusätzlichen Mitteln für Kurzarbeitsentschädigung und einer ersten Tranche für Erwerbsersatz hat sie schon an einer früheren Sitzung zugestimmt.

18.06 Uhr: Lehrerverband fordert Schutzmassnahmen für Schulöffnung

Wenn ab dem 11. Mai der Betrieb der obligatorischen Schulen wieder losgeht, werden sich viele Lehrerinnen, Mitarbeitende und Schüler in den Schulhäusern tummeln. Der Lehrerverband fordert daher ein konkretes Schutzkonzept mit praktikable Lösungen, um das Personal und die Kinder zu schützen.

Der Schutz des Lehrpersonals und der Schülerinnen und Schüler müsse oberste Priorität haben, schreibt der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer (LCH) am Dienstag in einer Mitteilung. Es brauche ein klares Konzept, das aufzeige, wie die Distanz- und Hygieneregeln in den Klassenzimmern, den Pausenräumen und Sanitäranlagen und in den Strukturen der Tagesschulen eingehalten werden können.



Das Konzept müsse aufzeigen, wie Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler, die zur Risikogruppe gehören oder mit Personen aus der Risikogruppe zusammenleben, besonders geschützt oder vom Präsenzunterricht dispensiert werden können.

Der Lehrerverband fordert zudem, dass Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen gezielte Unterstützungsmassnahmen bekommen. Erste Umfragen hätten gezeigt, dass der Fernunterricht die bereits bestehenden Leistungsunterschiede zwischen bildungsnahen und bildungsfernen Schülerinnen und Schülern verstärkt habe.

18 Uhr: Höchste britische Sterberate seit 20 Jahren

In England und Wales sind Anfang April so viele Todesfälle innerhalb einer Woche registriert worden wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das geht aus Zahlen der britischen Statistikbehörde ONS hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden.

Demnach wurden in der Woche bis zum 10. April 18'516 Sterbefälle verzeichnet. Das sind knapp 8'000 Todesfälle mehr als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums der vergangenen fünf Jahre. Etwa 6'200 der Verstorbenen waren zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden.

«Für alle, die noch immer nicht daran glauben», kommentierte der Charité-Virologe Christian Drosten die Übersterblichkeit in den beiden britischen Landesteilen auf Twitter. Er mahnte: «Uns wurde dies vor allem durch frühe und breit eingesetzte Diagnostik erspart. Verspielen wir diesen Vorsprung nicht.»

In Grossbritannien starben bis Montagabend allein in Krankenhäusern etwa 17'300 nachweislich mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen. Dabei nicht berücksichtigt sind Todesfälle in Pflegeheimen und in Privathaushalten. Nicht auszuschliessen ist auch, dass es weitere Todesfälle durch unerkannte Covid-19-Erkrankungen gab.

17.40 Uhr: Zwei neue Todesfälle im Kanton Zürich

Im Kanton Zürich sind zwei weitere Personen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle bis am Dienstagnachmittag auf insgesamt 105 Todesfälle.

Wegen einer Corona-Infektion befinden sich aktuell 110 Patientinnen und Patienten im Spital. Das sind 11 weniger als am Montag. Die Zahl jener, die künstlich beatmet werden müssen, ist mit 41 um zwei Fälle zurückgegangen. Bis jetzt wurden im Kanton Zürich 3'280 Personen positiv getestet, das sind 26 mehr als am Vortag.

17.30 Uhr: ZVV zieht nach 

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) will das Verkehrsangebot im Grossraum Zürich schrittweise wieder hochfahren. Auf den 11. Mai soll wieder der normale Fahrplan gelten.

Die Angebotsverdichtung erfolge in Absprache mit den SBB, PostAuto und dem Bund, hiess es in einer Mitteilung von Dienstag. Die Änderungen im Fahrplan würden online aktualisiert. Aufgrund der ausserordentlichen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus gilt im öffentlichen Verkehr seit Ende März ein reduzierter Fahrplan.

17 Uhr: ÖV vergrössert Angebot

Seit dem 19. März 2020 gilt im Öffentlichen Verkehr (ÖV) ein Übergangsfahrplan. Aufgrund der geplanten Lockerungen der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, die der Bundesrat angekündigt hat, erfolgt ein umfassender Angebotsausbau im ÖV per 11. Mai 2020. Bei der SBB und einzelnen Transportunternehmen wird dieser Angebotsausbau schrittweise ab dem 27. April umgesetzt.



SBB und PostAuto AG entwickeln als Systemführerinnen Schiene und Strasse auf diesen Zeitpunkt hin ein Schutzkonzept für die Reisenden und die Mitarbeitenden. Der Schutz der Gesundheit von Mitarbeitenden und Passagieren hat weiterhin oberste Priorität. Ab Montag, 27. April verkehren zusätzlich zum aktuellen Angebot wieder folgende Züge:

IC1 Zürich HB–Genève-Aéroport: Wiederaufnahme der Verbindung zwischen Fribourg und Genève Aéroport
IR70 Luzern–Zürich HB: Wiederherstellung des Halbstundentakts zwischen Zürich HB und Luzern
IR75 Zürich HB–Weinfelden–Konstanz: Wiederherstellung des Angebots zwischen Zürich HB und Weinfelden
IR17 Zürich HB–Olten–Bern: Halbstundentakt zwischen Olten und Bern über die Stammlinie via Burgdorf ist wiederhergestellt
S19 Dietikon–Effretikon–Dietikon: Erhöhung des Angebots
RE Annemasse–Genève–Lausanne–Vevey/St-Maurice: Halbstundentakt zwischen Genève und Annemasse

Einzelne regionale Verkehrsbetriebe werden ab 27. April wieder zum regulären Fahrplan wechseln. Es wird, wenn immer möglich, darauf geachtet, dass weiterhin durchgehende Reiseketten angeboten werden. Störungen und Anschlussbrüche sind dennoch nicht ausgeschlossen. Aktuelle Reiseinformationen finden sich im Online-Fahrplan.

Die Empfehlungen zum Verzicht auf unnötigen Verkehr, zum Abstandhalten und zur Hygiene des Bundesamts für Gesundheit (BAG) bleiben gültig und wichtig: Insbesondere ist auf Freizeit- und touristische Fahrten weiterhin zu verzichten; und es soll wenn möglich weiterhin im Homeoffice gearbeitet werden.

16.45 Uhr: Viele Kranke in griechischen Flüchtlingsheimen 

In einem Hotel auf der griechischen Halbinsel Peloponnes sind mehr als 150 Flüchtlinge positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Hotel mit etwa 470 Flüchtlingen, das als provisorische Unterkunft für Migranten dient, war bereits am Vortag wegen des Coronavirus unter Quarantäne gestellt worden. Zuvor war eine Frau aus Somalia, die in diesem Hotel lebte, positiv auf den Erreger getestet worden.

«Wir werden alles tun, um die Ausbreitung des Virus einzuschränken», sagte ein Regierungssprecher am Dienstag in Athen. Der für den Zivilschutz zuständige griechische Vizeminister Nikos Chardalias betonte im Staatsfernsehen: «Es besteht kein Grund zur Panik.»

In den vergangenen Wochen wurden bereits zwei Flüchtlingscamps nördlich von Athen unter Quarantäne gestellt. In griechischen Lagern leben nach Angaben des Migrationsministeriums insgesamt etwa 100'000 Menschen. Davon harren etwa 39'000 auf Inseln im Osten der Ägäis aus. Dort wurde bislang aber kein Corona-Fall diagnostiziert. In allen Lagern gelten bereits seit Wochen Ausgangsbeschränkungen. Zudem wurden Container mit Isolierstationen eingerichtet.

16.30 Uhr: Luzern will Kindertagesstätten unterstützen

Kindertagesstätten sollen im Kanton Luzern nicht wegen der Corona-Pandemie konkurs gehen. Der Regierungsrat hat entschieden, der familienexternen Kinderbetreuung eine Ausfallentschädigung zu gewähren.

Wie Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (CVP) am Dienstag vor den Medien sagte, zahlen der Kanton und die Gemeinden zusammen den Kitas eine Ausfallentschädigung von maximal 4 Millionen Franken. Dies soll für die Monate April bis Juni reichen. Ein Anspruch auf Entschädigung besteht nicht. Die Gelder werden nur subsidiär und unter gewissen Bedingungen gewährt.

So werden zum Beispiel ausbezahlte Kurzarbeitsentschädigungen eingerechnet. Es gelte, den Fortbestand der familienexternen Kinderbetreuung zu sichern, sagte Graf. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen, die familienergänzende Kinderbetreuung wichtig für die Volkswirtschaft.

15.35 Uhr: Waadt mit mehr Corona-Toten als Tessin

Im Kanton Waadt sind bis Dienstag 310 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das sind zwölf mehr als am Vortag. Die Waadt ist in absoluten Zahlen mittlerweile derjenige Kanton mit den meisten Todesfällen, die auf das Coronavirus zurückzuführen sind. Im Kanton Tessin waren es am Dienstagmittag 291 Tote.

Die Zahl der Spitalaufenthalte wegen Covid-19 ist in der Waadt rückläufig. Sie betraf 221 Menschen, 28 weniger als am Vortag. Gemäss den vom Kanton am Dienstag publizierten Zahlen befanden sich von den hospitalisierten Personen deren 50 (-7) auf der Intensivstation. Positiv auf das Coronavirus getestet wurden im bevölkerungsreichsten Kanton der Romandie seit Beginn der Pandemie 4987 Menschen (+21).

15.20 Uhr: Schuldenerlass für die Gastronomie?

Wer auch Anfang Mai noch von den restriktiven Corona-Massnahmen des Bundes betroffen ist, soll nicht alle beantragten Notkredite zurückzahlen müssen. Das fordert die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK). Sie denkt dabei etwa an die arg gebeutelte Gastronomie.

Für Betreiber von Restaurants, Bar und Nachtclubs hat der Bundesrat vergangene Woche noch kein fixes Datum für den Ausstieg aus dem Lockdown kommuniziert. Dies sorgte teils für harsche Kritik. Die ständerätliche WAK will nun die Wogen etwas glätten. Betreiberinnen und Betreiber von Unternehmen, die über den 27. April hinaus geschlossen bleiben müssen, sollen einen Erlass des erhaltenen Covid-19-Kredits in Höhe von maximal drei Monatsmieten erhalten.

Diesen Antrag beschloss die Kommission mit 9 zu 4 Stimmen, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Die Kommissionsmehrheit ist der Ansicht, dass die Mieten für Unternehmen, die nur schwer Lösungen mit dem Vermieter finden, eine erhebliche Belastung darstellen. Es sei für sie deshalb wichtig, auf staatliche Unterstützung zählen zu können.

Es gehe um die Vermeidung von Konkursen. Der teilweise Erlass von den vom Bund verbürgten Überbrückungskrediten soll nur in Härtefällen zur Anwendung kommen. Nach Ansicht einer Kommissionsminderheit soll eine Lösung gefunden werden, bei der auch der Vermieter einen Beitrag leistet.

15.20 Uhr: Hilfe für Tourismusbranche

Einig ist sich die WAK, dass es rasche Unterstützungsmassnahmen für den Tourismus braucht. Mit 12 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung empfiehlt sie dem Bundesrat, den Partnern von Schweiz Tourismus mit einem einmaligen À-fonds-perdu-Betrag von 27 Millionen Franken zu helfen.

Das verschaffe der Branche etwas Planungssicherheit. Zudem brauche es eine an die einheimische Kundschaft gerichtete Werbekampagne, welche den hiesigen Tourismus fördere und die Tourismusbranche wirtschaftlich wiederbelebe, wenn nach dem Lockdown die Freizeit- und Ferienaktivitäten wiederaufgenommen werden könnten.

14.30 Uhr: Cassis will europaweit koordinierte Lockerungen

Bundesrat Ignazio Cassis hat am Dienstag per Videokonferenz mit den Aussenministern der deutschsprachigen Länder über die Coronakrise gesprochen. Er plädierte dabei für ein koordiniertes Vorgehen der Nachbarländer und der EU bei der Lockerung der Covid-19 Massnahmen.

Cassis betonte gemäss einer Mitteilung seines Aussendepartements EDA gegenüber den Aussenministern von Deutschland, Österreich, Liechtenstein und Luxemburg, dass eine Krise dieses Ausmasses in Europa nur gemeinsam bewältigt werden könne. So habe die Schweiz in den letzten Wochen zum Beispiel französische Patienten aufgenommen oder Schutzmaterial nach Italien geliefert.

Die Schweiz habe im Gegenzug von einer engen Einbindung ins EU-Krisenmanagement und von den regelmässigen bilateralen Absprachen mit den EU-Staaten profitiert. Diese Zusammenarbeit habe sich als wichtiger Faktor bei der Krisenbewältigung erwiesen.

BR @IgnazioCassis hat sich heute digital mit seinen deutschsprachigen Amtskollegen ausgetauscht :

«Covid-19 ist aktuell noch eine Gesundheitskrise. Sie wandelt sich jedoch bereits in eine Wirtschafts- und Finanzkrise und schliesslich wird die Pandemie und ihre notwendigen Bekämpfungsmassnahmen zu einer sozialen Krise führen», sagte Cassis gemäss dem EDA-Communiqué an der Videokonferenz. «Deshalb ist es richtig, jetzt darüber nachzudenken, wie wir aus der Krise herauskommen und welche Massnahmen in den kommenden Wochen zu ergreifen sind.»

Die Lockerung der Covid-19-Bekämpfungsmassnahmen solle in Einklang mit dem epidemischen Verlauf so rasch und koordiniert wie möglich erfolgen, um eine schrittweise Rückkehr zur Normalität zu erreichen und gleichzeitig eine neue Ansteckungswelle zu vermeiden.

14.20 Uhr: Bund soll Mieten für Restaurants zahlen

Wer auch Anfang Mai noch von den restriktiven Corona-Massnahmen des Bundes betroffen ist, soll nicht alle beantragten Notkredite zurückzahlen müssen. Das fordert die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK). Sie denkt dabei etwa an die arg gebeutelte Gastronomie (mehr dazu lesen Sie hier).

13.59 Uhr: Österreich will Lokale Mitte Mai wieder öffnen

In Österreich sollen ab 15. Mai die Lokale und Restaurants wieder öffnen. Mitarbeiter der Gaststätten müssten dann einen Mund-Nasen-Schutz tragen, für die Zahl der Gäste gelte eine Obergrenze, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien. Zudem müssten die Lokale spätestens um 23 Uhr schliessen.

Ausserdem seien – bei Einhaltung der Abstandsregeln – ab Mitte Mai voraussichtlich auch wieder Gottesdienste möglich. Angesichts der guten Entwicklung bei den Fallzahlen in der Corona-Krise könne die Regierung an ihrem Fahrplan festhalten, so der Regierungschef weiter. Für die wirtschaftliche Entwicklung bedeute das «Licht am Ende des Tunnels». Dienstleister wie Friseure und Kosmetiker dürfen bereits ab Anfang Mai wieder öffnen.

Ziel sei es zudem, dass ab 15. Mai die Schulen schrittweise wieder den Unterricht aufnehmen könnten. Für Abiturienten und Lehrlinge solle die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen bereits ab dem 4. Mai beginnen

13.52 Uhr: Fahrplan für Grenzöffnungen gefordert

Damit die Zusammenführung von Familien und die Wiederherstellung der Personenfreizügigkeit rasch erfolgen kann, verlangt die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats (APK) vom Bundesrat einen raschen Fahrplan für die schrittweise Öffnung der Landesgrenzen.

Sie hat eine entsprechende Motion eingereicht, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Der Entscheid fiel mit 14 zu 7 Stimmen bei einer Enthaltung.

Derzeit dürfen nur Schweizer Bürgerinnen und Bürger, Menschen mit Aufenthaltserlaubnis oder Berufsleute mit einer Stelle in der Schweiz einreisen. Der Bundesrat prüft nach eigenen Angaben derzeit, was in Sachen Grenzöffnung möglich ist.

13.45 Uhr: Experten warnen vor Korruption im Gesundheitssektor

Fachleute des Europarats haben angesichts der Coronavirus-Pandemie vor einem erhöhten Korruptionsrisiko insbesondere im Gesundheitssektor gewarnt.

Bestechung könnte die Beschaffung medizinischer Produkte und Dienstleistungen sowie den Forschungsbereich beeinflussen, erklärte die Staatengruppe gegen Korruption des Rats am Dienstag in einer Mitteilung. Whistleblower aus dem Gesundheitsbereich müssten nun besonders geschützt werden, betonte der Präsident des Gremiums, Marin Mrcela.

13.41 Uhr: Nationalratskommission will stärkeren Fokus auf humanitärer Hilfe

Nach Ansicht der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats (APK) wird die humanitäre Hilfe im Zuge der Corona-Pandemie an Bedeutung gewinnen. Deshalb verlangt sie einen Strategiewechsel des Bundesrats bei der internationalen Zusammenarbeit.

Die APK ist aufgrund der Coronakrise der Ansicht «dass die Prioritäten, die strategische Ausrichtung sowie der finanzielle Rahmen der internationalen Zusammenarbeit neu beurteilt werden sollt», wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten.

Konkret müsse mehr Geld und Ressourcen für die humanitäre Hilfe zur Verfügung gestellt werden. Die APK hat die zuständigen Departemente beauftragt, abzuklären, wie die Strategie der internationalen Zusammenarbeit konkret an die neuen Herausforderungen und Veränderungen angepasst werden könnte.

13.28 Uhr: Corona-Apps fallen bei Test durch

Ein Test von sieben Corona-Warn-Apps hat in den Niederlanden grosse Mängel ans Licht gebracht. Keine der Apps habe sich bisher als geeignet erwiesen, räumte das Gesundheitsministerium in Den Haag gegenüber dem niederländischen TV-Sender NOS ein. Sieben Entwickler hatten sich am Wochenende dem Urteil von Dutzenden Experten gestellt. Diese hatten nach einem Bericht des Senders eine Reihe von gravierenden Mängeln festgestellt.

Sechs von sieben Apps wiesen Sicherheitslücken auf. Bei einem war sogar ein Datenlücke festgestellt worden. Fast alle der getesteten Apps hatten nach Ansicht der Experten Konstruktionsfehler. Die Apps waren von Technikern, Datenschützern, Juristen und Gesundheitsexperten getestet worden.

13.15 Uhr: Wohl nur virtuelle Weltgesundheitsversammlung

Die Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) findet in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie voraussichtlich nur online statt.

Abklärungen seien noch im Gange, aber da es weltweit Reise- und Versammlungseinschränkungen gebe und die Gesundheitsminister mit der Pandemie beschäftigt seien, zeichne sich eine virtuelle Konferenz ab, sagte eine WHO-Sprecherin am Dienstag in Genf.

Das Treffen, Weltgesundheitsversammlung (WHA) genannt, war für den 17. bis 21. Mai geplant. Das genaue Format und die Länge der Tagung seien noch unklar, sagte die Sprecherin.

13.05 Uhr: Thurgauer Geschäfte am 1. Mai geöffnet

Thurgauer Dienstleister, die zum 27. April den Betrieb wieder aufnehmen, dürfen ihr Geschäft auch am 1. Mai öffnen. Ausnahmsweise erhalten sie wegen der Corona-Pandemie vom Amt für Wirtschaft und Arbeit dieses Jahr pauschal eine Ausnahmebewilligung, um auch am «Tag der Arbeit» zu arbeiten. Ein Antrag sei nicht erforderlich, heisst es in einer Mitteilung des Kantons Thurgau vom Dienstag.

12.55 Uhr: Maskenpflicht in Baden-Württemberg

Auch das deutsche Bundesland Baden-Württemberg führt eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und beim Einkaufen ein. Sie soll ab dem 27. April gelten.

12.51 Uhr: Aussenhandel spürt Krise

Im Schweizer Aussenhandel werden die Folgen der Coronakrise sichtbar. Die Exporte sind im März zwar dank einem kräftigen Wachstum der Chemie- und Pharmaausfuhren weiter angestiegen. Starke Rückgänge sind aber bei den Ausfuhren der Uhren- und der Maschinenindustrie sichtbar. Bremsspuren zeigen sich auch bei den Importen.

Saisonbereinigt stiegen die Exporte im März im Vergleich zum Vormonat nominal um 2,2 Prozent (real -4,0 Prozent) auf 19,0 Milliarden Franken, wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Dienstag zu entnehmen ist. Im gesamten ersten Quartal 2020 erhöhten sich die Ausfuhren um 1,0 Prozent.

Rückläufig entwickelten sich derweil die Importe in die Schweiz, die im März nominal um 3,9 Prozent (real -6,7 Prozent) auf 15,8 Milliarden Franken zurückgingen. Im gesamten ersten Quartal sanken die Einfuhren um 2,8 Prozent. Für die Handelsbilanz ergibt sich im März ein Überschuss von 3,16 Milliarden Franken nach einem Plus von 2,09 Milliarden im Februar

12.45 Uhr: 119 neue laborbestätigte Fälle in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein hat die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages um 119 zugenommen. Insgesamt gab es laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) bisher 28'063 laborbestätigte Fälle und 1'187 Tote.

Damit erhöhte sich die Zahl der neuen bestätigten Fälle im Vergleich zum Vortag weniger stark, wie das BAG weiter mitteilte. Am Montag waren noch 204 bestätigte Neuansteckungen gemeldet worden, die niedrigste Zahl seit Wochen.

12.43 Uhr: Flüchtlinge auf Peloponnes positiv getestet

In einem Hotel auf der griechischen Halbinsel Peloponnes sind mehr als 150 Flüchtlinge positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies sagte am Dienstag der für den Zivilschutz zuständige griechische Vizeminister Nikos Chardalias Reportern in Athen.

Das Hotel mit etwa 470 Flüchtlingen, das als provisorische Unterkunft für Migranten dient, war bereits am Vortag wegen des Coronavirus unter Quarantäne gestellt worden. Zuvor war eine Frau aus Somalia, die in diesem Hotel lebte, positiv auf den Erreger getestet worden.

12.28 Uhr: Beerdigung via Bildschirm in Madrid

Das städtische Beerdigungsunternehmen in Madrid bietet wegen der Corona-Krise jetzt Beisetzungen an, die Trauernde am Bildschirm verfolgen können. Angehörige und Freunde sollen dabei per Videokonferenz an der Zeremonie teilnehmen können, wie die Nachrichtenagentur Europa Press am Dienstag unter Berufung auf das Unternehmen SFM berichtete. Wegen der strengen Ausgangsbeschränkungen in Spanien können Angehörige schon seit Wochen oft nicht mehr an Beerdigungen teilnehmen. Vor allem, wenn sie noch bis kurz vor dem Tod des Angehörigen Kontakt hatten, befinden sich die Trauernden in obligatorischer häuslicher Quarantäne.

12.07 Uhr: Passöffnungen hängen auch von Corona ab

Als erster Urner Alpenpass wird der Oberalp am Mittwoch wieder dem Verkehr übergeben. Wann die anderen Pässe öffnen, hängt nicht nur vom Wetter, sondern auch von der Coronapandemie ab.

An den übrigen Urner Pässen dauern die Räumungsarbeiten noch an. In diesem Jahr sei nicht alleine die Witterung entscheidend, ob und wann die Pässe geöffnet würden, teilte die Baudirektion mit. Da der Bund aufgrund der aktuellen Krise rund um das Coronavirus dazu aufrufe, den Freizeitverkehr möglichst einzuschränken, könne dies je nach Ansteckrate einen Einfluss auf den Öffnungstermin haben.

12 Uhr: Coronakrise wird Unterernährung verschärfen

Die Vereinten Nationen warnen davor, dass sich die Zahl der unterernährten Menschen wegen der Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen weltweit fast verdoppeln könnte. Einen entsprechenden Bericht stellte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) am Dienstag in Rom vor.

Die Zahl der Menschen, die sich nicht ausreichend ernähren könnten, um gesund zu leben, oder die sogar Hunger litten, könnte 2020 sprunghaft auf 265 Millionen Menschen anwachsen, hiess es. Im Vorjahr habe die Zahl der Menschen mit einem akuten Mangel an ausreichend Essen bei 135 Millionen weltweit gelegen. Unter der drastischen Verschlechterung ihrer Ernährungslage durch die Folgen der Corona-Krise dürften besonders Menschen in ärmeren Staaten leiden.

11.55 Uhr: «Schon viel geleistet»

Mit einem auf auf Deutsch, Französisch und Italienisch veröffentlichten Video bedankt sich das Bundesamt für Gesundheit bei der Schweizer Bevölkerung für die erbrachten Opfer während der Coronakrise. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Durchhalteparole: «Sie haben alle schon viel geleistet», heisst es gegen Ende des Clips. «Jetzt nicht nachlassen.»

11.50 Uhr: Spanien in Angst

Jeder zweite Spanier hat Angst, durch die Corona-Krise seine Arbeit zu verlieren. Zudem glauben mehr als 70 Prozent der Bürger, dass ihre Familien im Zuge der Pandemie finanziell schlechter dastehen werden als zuvor. Dies ergab eine von der Zeitung «El Mundo» in Auftrag gegebene Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Sigma Dos

Sie wurde in der fünften Woche der landesweiten Ausgangssperre durchgeführt und am Dienstag veröffentlicht. Besonderer Pessimismus hinsichtlich des Arbeitsmarktes herrscht bei den 18- bis 29-Jährigen, von denen 65 Prozent um ihre Jobs fürchten.

Spanien ist eines der am schlimmsten von der Krise betroffenen Länder. Zu Wochenbeginn war die Zahl der bestätigten Fälle auf mehr als 200 000 gestiegen. Rund 20 000 Menschen sind bereits im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

11.45 Uhr: Berner Frauenlauf nur verschoben

«Wir sind optimistisch und geben unser Bestes, allen Läuferinnen einen schönen und einmaligen Frauenlauf in speziellen Zeiten bieten zu können, ‹faus d Schwiz wider louft›», heisst es bei den Veranstaltern des Schweizer Frauenlauf in Bern. Dass Ereignis wurde deshalb nicht abgesagt, sondern lediglich verschoben. Neuer Termin ist der 23. August.

11.40 Uhr: Corona-Krise stellt Stromnetz auf die Probe

Der Stromverbrauch ist wegen der Coronakrise ungewöhnlich tief, gleichzeitig ist die Produktion aus Sonnenenergie wegen des schönen Frühlingswetters besonders hoch. Das Stromnetz ist aber stabil. Das haben Energieministerin Simonetta Sommaruga und Vertreter der Aufsicht der nationalrätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (Urek) versichert.

Der Kommission sei auch versichert worden, dass die Sicherheit der Kernkraftwerke in der Schweiz zu keinem Zeitpunkt gefährdet sei. Nach Angaben von Kommissionspräsident Bastien Girod (Grüne/ZH) ist hier vor allem das Personal ein Problem: Die Mannschaften müssen immer eine bestimmte Grösse haben, auch bei krankheitsbedingten Ausfällen. Zudem muss sichergestellt werden, dass Spezialisten aus dem Ausland in die Schweiz einreisen können.

Ein weiteres Thema der Urek-Sitzung waren die tiefen Strompreise. Diese seien im Moment kein Grund zur Besorgnis, die Auswirkungen auf längere Frist seien aber schwierig abzuschätzen, heisst es in der Mitteilung. Die Urek fordert den Bundesrat daher in einem Brief auf, den Energiebereich in die Massnahmen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise einzuschliessen. Es sei entscheidend, einen Investitionsrückgang im Energiebereich zu vermeiden, hält die Kommission fest.

11.10 Uhr: Seit Jahren kein US-Delegierter bei der WHO

Nachdem Donald Trump die Weltgesundheitsbehörde WHO scharf angegriffen und ihr Untätigkeit in der Corona-Krise vorgeworfen hat, kommt nun heraus, dass seine Administration es seit Jahren versäumt, einen Delegierten für den Vorstand der Organisation zu berufen. So habe der US-Präsident den Einfluss von China in der Behörde unfreiwillig ausgeweitet, kritisiert Nils Daulaire im Magazin «Vice».

Der Arzt sei der letzte Amerikaner gewesen, der noch unter Barack Obama für eine drei Jahre langes Mandat in Genf seinen Dienst getan hat. Danach sei kein hochrangiger Beamter mehr abgestellt worden, der auch den Segen des Senats dazu bekommen habe. «Das hat eine Tür geöffnet für jeden, der den Machtbereich und den Einfluss einnehmen will, den die USA freiwillig freigemacht haben», sagte Dauöaire. «Und China hat ganz klar ein besonders starkes Interesse daran gehabt, Macht und Einfluss bei der WHO auszuweiten.»

10.44 Uhr: Reporterin entblösst Mann beim Duschen

Das nennt man wohl die Tücken des Home-Office: Als Melinda Meza vom kalifornischen Lokalsender «KCRA3» ihren Zuschauern beibringen wollte, wie man die eigenen Haare stylen kann, zeigte sie im Spiegel mehr als ihr oder dem nackten Mann in der Dusche lieb sein konnte.

Die Dame ist übrigens seit 16 Jahren verheiratet – es dürfte sich beim «Man in the Mirror» um ihren Gatten handeln. Das ist gewiss keine News, aber dafür menschelt es auch mal an dieser Stelle – und der Fall entlockt Ihnen vielleicht sogar ein Schmunzeln ...

10.30 Uhr: Circus Knie sagt Vorstellungen bis 3. Juli ab

Bis 3. Juli wird der Circus Knie pausieren. Aus diesem Grund werden weitere Vorstellungen in Zürich, Wettingen, Basel, Delsberg und Neuenburg abgesagt, wie der Zirkus am Dienstag mitteilte.

Schon zuvor wurden die Vorstellungen in Rapperswil, Schaffhausen, Frauenfeld, Wil SG, Winterthur, Buchs SG, Chur, Kreuzlingen, Glarus und St. Gallen abgesagt.

Beim Circus Knie rechnet man damit, dass die Tournee auf etwa fünf Monate verkürzt wird. Die Planung der Gastspiel-Orte soll komplett neu ausgearbeitet werden. Bis man über die künftige Tournee informieren könne, werde der gesamte Vorverkauf pausieren. Tickets für abgesagte Veranstaltungen könnten an den jeweiligen Verkaufsstellen zurückgegeben werden. Die Rückerstattungsfrist gelte 30 Tage ab Veranstaltungsdatum.

10.15 Uhr: 15'000 russische Soldaten unter Quarantäne

Der traditionelle Tag des Sieges könnte Russland in diesem Jahr teuer zu stehen kommen. Zwar sind die Feierlichkeiten anlässlich des Sieges über Nazideutschland am 9. Mai bereits abgesagt, doch für Tausende Soldaten kam dieser Zug zu spät.

Wie der Korrespondent des britischen «Guardian» auf Twitter meldete, müssen bis zu 15'000 Armee-Angehörige, dien für den Anlass geübt hatten, nun in Quarantäne. Die «New York Times», für die der Journalist ebenfalls tätig ist, ergänzt, dass nicht klar sei, ob die zweiwöchige Quarantäne eine Vorsichtsmassnahme ist oder einen konkreten Grund hat.

After Putin cancelled the Victory Day parade, Russia now says it will quarantine the 10,000-15,000 troops who took part in the rehearsals. Video via @RALee85 pic.twitter.com/ljQWrx8rBD

— Andrew Roth (@Andrew__Roth) April 20, 2020

10 Uhr: Virgin Australia meldet Insolvenz an

Die zweitgrösste australische Fluggesellschaft Virgin Australia hat in der Corona-Krise Insolvenz angemeldet. Damit will sich das Unternehmen laut einer Mitteilung vom Dienstag finanziell neu aufstellen und gestärkt aus der Covid-19-Krise kommen. Zuvor hatte es die Airline nicht geschafft, eine Staatshilfe in Höhe von 1,4 Milliarden Australischen Dollar (860 Millionen Franken) zu bekommen. Es geht laut Virgin um rund 16'000 Arbeitsplätze. Das Unternehmen, das über 130 Flugzeuge verfügt, hat Schulden in Milliardenhöhe.

Virgin Australia mit Sitz in Brisbane ist neben Qantas eine wichtige Linie für den Kontinent. Auch Qantas hat wie viele in der Branche mit den Folgen der Pandemie und dem stark beschränkten Flugverkehr zu kämpfen, war aber vor der Krise finanziell besser aufgestellt. In Australien sind viele Menschen wegen der grossen Entfernungen und des dünnen Zugnetzes auf das Fliegen angewiesen. Für Virgin Australia sollen laut der Insolvenzverwalter nun schnell neue Investoren gefunden werden.

Die Fluggesellschaft gehört Singapore Airlines, Etihad Airways und den chinesischen Unternehmen HNA und Hanshan. Die Virgin-Gruppe des britischen Unternehmers Richard Branson hält zehn Prozent. Branson warnte am Dienstag, ohne Virgin Australia werde es keinen Wettbewerb mehr geben und Hunderttausende weitere Jobs gingen verloren. Falls Virgin Australia verschwände, hätte Qantas das Monopol über den australischen Luftraum.

9.05 Uhr: Kein Oktoberfest in diesem Herbst

Nun fällt auch das Münchner Oktoberfest der Coronapandemie zum Opfer: Das angeblich grösste Volksfest der Welt wird in diesem Jahr ausfallen, wie der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter und der bayrische Ministerpräsident Markus Söder an einer Medienkonferenz bekannt.

Die Wiesn sollte in diesem Jahr vom 19. September bis zum 4. Oktober stattfinden. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt wurden dazu erwartet. Doch in Corona-Zeiten wäre die Ansteckungsgefahr auf dem Volksfest mit oft bis auf den letzten Platz besetzten Bierzelten und dem Gedränge in den Gassen zu gross.

8.50 Uhr: Nachfrage nach Schweizer Uhren bricht ein

Die Schweizer Uhrenexporte sind im Monat März gegenüber dem Vorjahr regelrecht eingebrochen. Nachdem die Branche die Folgen der Corona-Pandemie im Februar zunächst in China zu spüren bekam, ist die Nachfrage nach Zeitmessern im März insbesondere in einigen europäischen Ländern geschrumpft. Im April dürfte es erneut bergab gehen.

Das Volumen der Schweizer Uhrenexporte sank im März nominal um 21,9 Prozent auf 1,36 Milliarden Franken, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) bekanntgab. Real, also preisbereinigt, betrug das Minus gar 26,8 Prozent.

7.46 Uhr: Pflegefachleute verlangen bessere Bedingungen

Die Schweizer Pflegefachleute wollen sich nicht mit Lobeshymnen für ihre Tätigkeiten in Zeiten der Corona-Pandemie begnügen. Sie fordern in einem offenen Brief an die eidgenössischen Räte höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und eine Stärkung der Ausbildung.

«Leere Worte haben wir genug gehört. Wir sind mit der Geduld am Ende», schreibt der Berufsverband der Pflegefachkräfte (SBK) in dem Brief ans Parlament. Die Covid-19-Krise habe gravierende Schwächen des Gesundheitswesens schmerzhaft offengelegt. Der Mangel an Schutzmaterial sei ein Skandal. Die Aufweichung der Arbeits- und Ruhezeiten sei inakzeptabel und die Abhängigkeit von ausländischem Gesundheitspersonal gefährlich.

7.40 Uhr: Hongkong verlängert Massnahmen

Wegen der Pandemie setzt Hongkong weiter auf Beschränkungen für die Wirtschaft und die Bevölkerung. Öffentliche Treffen von mehr als vier Menschen bleiben weitere zwei Wochen verboten, kündigte die Hongkonger Regierung an. Bars, Kneipen, und Schönheitssalons müssen noch mindestens bis zum 7. Mai ihre Türen geschlossen halten, Restaurants dürfen nur die Hälfte ihrer üblichen Kunden bedienen. Die Massnahmen in der chinesischen Sonderverwaltungszone wurden Ende März verhängt und bereits einmal verlängert.

6 Uhr: Trump will Einwanderer vorerst aussperren

US-Präsident Donald Trump will jegliche Einwanderung in die Vereinigten Staaten zeitweilig aussetzen. Er werde einen dahingehenden Erlass unterzeichnen, schrieb er auf Twitter.

Als Begründung führte Trump mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie den «Angriff des unsichtbaren Feindes» an sowie die Notwendigkeit, die «Jobs unserer grossartigen amerikanischen Staatsbürger» zu schützen.

Trumps Tweet enthielt keine weiteren Einzelheiten. Es blieb daher zunächst unklar, welche Formen der Einwanderung beziehungsweise welche Visa davon betroffen sein sollten. Auch der Zeitraum des Erlasses – ab wann und bis wann – blieb unklar. Zudem blieb die rechtliche Grundlage – deren Überprüfung sicher schon bald US-Gerichte beschäftigen dürfte – zunächst ebenfalls offen.

Touristenvisa und auch sehr langfristige Geschäftsvisa gelten in den USA nicht als Einwanderungsvisa. Darunter fallen vor allem Visa für zeitlich unbefristete Aufenthalte, Auslandsadoptionen, bestimmte Arbeitsvisa und Aufenthaltsgenehmigungen für Ehepartner oder Angehörige von US-Bürgern.

Im vergangenen Monat hatte Trump wegen des neuartigen Coronavirus bereits die Grenzen zu Mexiko und Kanada weitgehend schliessen lassen. Alle an der südlichen Grenze illegal festgenommene Menschen werden inzwischen rasch in ihre Heimatländer überstellt, darunter auch Asylbewerber. Zudem hat Trumps Regierung wegen der Corona-Pandemie Europäern jegliche Einreisen in die USA verboten.

4.09 Uhr: 2'000 Häftlinge in US-Gefängnis infiziert

In einem Gefängnis im US-Bundesstaat Ohio haben sich fast 2'000 von rund 2'500 Häftlingen mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen sei die Haftanstalt im Ort Marion, wo es bislang 1'950 bestätigte Infektionen und einen Todesfall in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 gegeben habe, teilte die örtliche Justizvollzugsbehörde am Montag (Ortszeit) mit. In einem weiteren Gefängnis südwestlich der Stadt Columbus seien von rund 2'100 Häftlingen inzwischen knapp 1'200 infiziert. In der Haftanstalt Pickaway gab es demnach sieben Todesfälle – bei sechs der Häftlinge sei der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, hiess es weiter.

In den beiden Gefängnissen würden alle Insassen getestet, weswegen auch manche Menschen, die bis zu dem Zeitpunkt keine Symptome gezeigt hätten, positiv getestet worden seien, hiess es. Die nachweislich infizierten Insassen würden in den Gefängnissen räumlich von den gesunden Häftlingen getrennt, erklärte die Behörde weiter.

3.33 Uhr: Japan zahlt für verschobene Olympische Spiele

Japan trägt die Kosten der Verschiebung der Olympischen Spiele infolge des Coronavirus-Ausbruchs. Ministerpräsident Shinzo Abe habe zugestimmt, dass sein Land die Kosten für die Verschiebung – die auf etwa 3 Milliarden Dollar geschätzt werden – schultern werde.

Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf das Internationale Olympische Komitee (IOC). Dies stünde im Einklang mit dem Vertrag zwischen dem IOC und dem Austragungsland.

3 Uhr: «Pride»-Parade in New York abgesagt

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte wird die «Pride»-Parade in New York abgesagt. Die grosse Party, bei der Ende Juni auf die Rechte unter anderem von Homo-, Bi- und Transsexuellen aufmerksam gemacht wird, werde dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Dies sei trotz des «geschichtsträchtigen Moments» zur 50. Parade in diesem Jahr nötig.

Die Metropole hatte schon vorher angedeutet, alle grossen Veranstaltungen im Juni abzusagen – darunter fallen auch zahlreiche andere Paraden. Die öffentlichen Schwimmbäder und Strände der Stadt würden in diesem Sommer wohl auch nicht aufmachen, hatte de Blasio gesagt. Die «Pride»-Parade geht auf die «Stonewall»-Aufstände von 1969 zurück. Damals hatten sich Feiernde in der beliebten Homosexuellen-Bar «Stonewall Inn» in der Christopher Street im Greenwich Village in Manhattan gegen eine Polizei-Razzia gewehrt. Heute erinnert der jährliche Christopher Street Day (CSD) weltweit an die Vorfälle.

1.43 Uhr: Massenentlassung bei Autovermieter Hertz

Die US-Autovermietung Hertz Global entlässt rund 10'000 Mitarbeitende in ihrem Nordamerika-Geschäft. «Wie der Rest des globalen Reisesektors kam auch der Einbruch durch Covid-19 bei Hertz plötzlich», sagte Geschäftsführerin Kathryn Marinello.

Um die Kosten als Folge der Wirtschaftskrise zu senken, würden die Kündigungen zum 14. April für gewerkschaftslose Mitarbeiter und zum 21. April für gewerkschaftsorganisierte Arbeiter wirksam, teilt der Autoverleiher weiter mit.

00.14 Uhr: Weniger Steuereinnahmen in Deutschland

Die Folgen der Corona-Krise haben die Steuereinnahmen in Deutschland im März erstmals gebremst. Die Erlöse sanken binnen Jahresfrist um 1,8 Prozent auf 69,6 Milliarden Euro, wie das deutsche Finanzministerium in seinem Monatsbericht mitteilte.

Damit steht für das gesamte erste Quartal zwar noch ein Plus von 3,5 Prozent zu Buche. «Aber die umfänglichen ökonomischen Auswirkungen des Mitte März in Deutschland begonnenen Shutdowns werden in den folgenden Monaten das Steueraufkommen sichtbar beeinträchtigen.»

Im März brachen die Einnahmen der Luftverkehrsteuer um fast 57 Prozent ein. Wegen weltweiter Reisebeschränkungen und schwindender Nachfrage haben Airlines den Flugbetrieb massiv reduziert.

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