Das war der Nationale Trauertag
Bewegte Menschen, bewegende Worte und hoher Staatsbesuch aus Frankreich. Das war der Nationale Trauertag in Gedenken an die Opfer des Unglücks von Crans-Montana.
09.01.2026
Nach dem tödlichen Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana meldet sich die Anwältin der Familie einer verstorbenen Mitarbeiterin zu Wort. Sie widerspricht der Darstellung der Betreiber – und spricht von Verletzung und Widersprüchen.
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- Die Anwältin der Familie von Cyane kritisiert die öffentliche Reaktion von Bar-Besitzerin Jessica Moretti.
- Laut der Anwältin widerspricht die geschilderte Nähe zwischen Betreiberfamilie und der 24-Jährigen den Akten.
- Die Angehörigen wollen den juristischen Weg konsequent weitergehen.
Zwei Wochen nach dem verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana erhebt die Familie einer der Todesopfer schwere Vorwürfe. Die Anwältin der Angehörigen von Kellnerin Cyane P. (24), die bei dem Unglück ums Leben kam, kritisiert die öffentliche Darstellung der Betreiber scharf.
Gegenüber dem französischen Sender BFMTV sagte Rechtsanwältin Sophie Haenni, die Familie sei «zutiefst erschüttert» und empfinde Ohnmacht, Ungerechtigkeit und Wut. Besonders gestört habe die Angehörigen die Reaktion von Jessica Moretti, Co-Geschäftsführerin des Lokals.
Moretti hatte sich nach ihrer Einvernahme durch die Walliser Staatsanwaltschaft öffentlich entschuldigt und den Opfern ihr Mitgefühl ausgesprochen. Diese Worte seien von der Familie jedoch «nicht gut aufgenommen» worden, so Haenni. Die Angehörigen hätten sich daran gestossen, dass die Aussagen nicht dem Verhalten entsprochen hätten, das sie in der Brandnacht erlebt hätten, sagte Haenni. Näher darauf eingehen wollte sie indes nicht.
Kein «enges, familiäres» Verhältnis
Hinzu komme, dass Jessica Moretti und ihr Ehemann Jacques Moretti bei ihrer Befragung von einer «engen, fast familiären Beziehung» zu Cyane gesprochen hätten. Diese Darstellung werde durch die Aktenlage nicht gestützt, sagt die Anwältin. Zwischen der jungen Frau und den Betreibern habe keine besondere Vertrautheit bestanden.
Als Beispiel nennt Haenni den schriftlichen Austausch. Die Beteiligten hätten sich gesiezt, die Nachrichten seien überwiegend arbeitsbezogen gewesen. «Es ging hauptsächlich um Anweisungen», so die Anwältin sinngemäss.
Ein weiteres Element, das laut Haenni gegen die geschilderte Nähe spreche, sei ein arbeitsrechtliches Verfahren. Cyane habe sich vor ihrem Tod an die zuständige Stelle gewandt, um einen Arbeitsvertrag sowie Lohn- und Arbeitszeugnisse einzufordern.
Die Familie habe sich inzwischen entschieden, den langen juristischen Weg auf sich zu nehmen. Man sei «bereit für den Kampf», sagt Haenni. Ziel sei nicht nur eine strafrechtliche Aufarbeitung, sondern auch, dass Sicherheitsvorschriften künftig konsequent eingehalten würden, damit sich eine solche Tragödie nicht wiederhole.
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