Pilloud in Erklärungsnot Walliser Staatsanwältin ist in gleicher Zunft wie Nicolas Féraud

Sven Ziegler

18.2.2026

Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin im Wallis. 
Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin im Wallis. 
KEYSTONE

Die Walliser Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sollte an einer Gala einer Weinbruderschaft auftreten. Wegen möglicher Interessenkonflikte im Zusammenhang mit den Ermittlungen zur Brandkatastrophe von Crans-Montana verzichtet sie nun.

Sven Ziegler

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  • Beatrice Pilloud war als Schirmherrin einer Walliser Weinbruderschaft vorgesehen.
  • In der Bruderschaft sind zahlreiche Walliser Politiker Mitglied, darunter der Gemeindepräsident von Crans-Montana.
  • Nach Medienanfragen reagierte Pilloud zunächst salopp – und zog sich später von der Veranstaltung zurück.

Die Walliser Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sollte Ende März als Schirmherrin an der Generalversammlung der Weinbruderschaft «Ordre de la Channe» auftreten. Der traditionsreiche Orden zählt nach Angaben seines Vorsitzenden Patrick Bérod zahlreiche Mitglieder aus Politik und Wirtschaft, darunter mehrere Regierungsräte sowie Nicolas Féraud, den Gemeindepräsidenten von Crans-Montana. Zunächst berichtete die NZZ

Pilloud ist gemäss Bérod seit mehreren Jahren Mitglied des Ordens, damals noch als Anwältin. Ihre Schirmherrschaft sei bereits im Dezember vereinbart worden – also vor der Brandkatastrophe von Crans-Montana in der Silvesternacht, bei der 40 Menschen ums Leben kamen.

Ermittlungen laufen – mögliche Verbindungen werfen Fragen auf

Die Staatsanwaltschaft Wallis führt Ermittlungen zur Brandkatastrophe. Zwei Gemeindevertreter wurden inzwischen als Beschuldigte einvernommen. Für den Brandschutz sind im Wallis sowohl die Gemeinden als auch der Kanton zuständig. Das Walliser Kantonsgericht hat die Staatsanwaltschaft kürzlich verpflichtet, in einem parallelen Fall auch eine mögliche Verantwortung des Kantons vertieft zu prüfen.

Pilloud gehört dem vierköpfigen Staatsanwaltsteam im Fall Crans-Montana an. Nach eigenen Angaben ist sie innerhalb des Teams primär für Kommunikation und internationale Kooperation zuständig.

Dass die Generalstaatsanwältin als Schirmherrin einer Organisation auftreten sollte, der potenziell von Ermittlungen betroffene politische Akteure angehören, löste Kritik aus. Der Opferanwalt Christophe de Galembert erklärte auf Anfrage der NZZ, eine solche Verbindung «könnte die Unparteilichkeit der Walliser Staatsanwaltschaft infrage stellen».

Auf entsprechende Fragen reagierte Pilloud zunächst ungehalten. «Ganz ehrlich, was wollen Sie mit diesen Informationen erreichen? Ist es für Sie wichtig zu wissen, dass ich dieses Wochenende nach Zermatt fahre? Oder dass ich gestern in Siders zu Abend gegessen habe?», schrieb sie am Dienstag. 

Als sie von der NZZ darauf hingewiesen wurde, dass auch Gemeindepräsident Féraud Mitglied des Ordens ist, zeigte sie sich überrascht. «Das habe ich nicht gewusst, das wird für mich problematisch», antwortete sie. Wenig später teilte Pilloud mit, sie werde nicht an der Gala-Veranstaltung teilnehmen. Zur Begründung verwies sie darauf, ihre Familie schützen zu wollen.